REZENSION

VIENNA

  • Genre: Strategiespiel
  • Jahr: 2023
  • Verlag: Queen Games
  • Autor: Stefan Feld
  • Grafik: Lukas Siegmon
  • Spieler: 2 bis 4
  • Alter: ab 14 Jahren
  • Dauer: ca. 60 bis 90 Minuten
  • Schwierigkeitsgrad: mittel
  • Taktiklevel: 7/10

Agenten im Großstadtdschungel

Wir befinden uns im Wien der Nachkriegszeit. Als Kopf einer außerstaatlichen Geheimorganisation schicken wir Agenten in die Stadt, um Informanten, die wir bestechen, Informationen zu entlocken. Dabei haben wir einen recht bequemen Job, denn wir planen sämtliche Schritte unseres Vorhabens vom Schreibtisch aus. Doch einfach ist die Aufgabe deswegen nicht ...

REGELN

Zunächst empfiehlt es sich, die Einstiegsversion des Spiels zu spielen. Dafür wird der Spielplan auf die Seite mit dem Prinz-Eugen-Reiterdenkmal gedreht. Belegt die eckigen Felder mit zufällig gezogenen Geheiminformations-Plättchen, die es in fünf Farben (jeweils mit einem eigenen Motiv wie z.B. Mikrofilm oder Aktenkoffer) gibt. Nehmt vorab von jeder Plättchen-Sorte ein Plättchen, mischt diese fünf Plättchen im Beutel und verteilt ein erstes zufälliges an jede mitspielende Person.

Auf dem Spielplan sehen wir diverse farblich markierte Gebäude, ebenfalls in fünf Farben, passend zu den runden Bestechungsmitteln, die als Vorrat ausliegen und von denen jeder schon einmal eins von jeder Sorte erhält (Schokolade, Kaffee, Tabak etc.). Die Gebäude zeigen zudem Flaggen verschiedener Nationen, die für die Wertungen wichtig sein können. Diese Flaggen sind auf dem Spielplan aufgedruckt, können aber auch über Plättchen, die darauf gelegt werden, in jeder Partie neu angeordnet werden.

Außerdem erhält jeder ein eigenes Schreibtisch-Tableau sowie sechs Agenten, die über den Aktions-Slot 3 gestellt werden. Ein weiterer Agent fungiert als Punktezähler.

Legt zudem noch das Geheiminformations-Tableau bereit. Stellt den Ermittler auf das erste Feld der Dach-Leiste sowie die Geheiminformations-Anzeiger auf den Anfang jeder farblich zugeordneten Leiste.

Los geht‘s! Jede Runde besteht aus 3 Phasen.

Phase 1 ist die Kartenphase. Zieht jeweils drei zufällige Karten vom zuvor gut gemischten verdeckten Stapel auf die Hand. Jede Karte ist dreigeteilt. Oben links sehen wir eine Aktion für Slot 2, oben rechts eine Aktion für Slot 4, unten eine individuelle Funktion, versehen mit einer Nummer, die den Zeitpunkt dieser Aktion bestimmt (Schritt 2 bis 4 in der Aktionsphase). Ordnet diese drei Karten nun jeweils Slot 1, Slot 2 und Slot 4 eures Schreibtisches zu.

Phase 2 ist die Aktionsphase. Nun führt ihr in Spielerreihenfolge eure Aktionen aus. Wenn du am Zug bist, deckst du zunächst die Karte über Slot 1 deines Schreibtisches auf und legst sie nun, als Schublade, auf einen der Slots am unteren Ende des Schreibtisches an. Zunächst gibt es da drei Ablageplätze, ab der vierten Runde muss dann immer eine beliebige zuvor platzierte Karte gegen die neue ausgetauscht werden. Die Aktionen dieser Schubladen greifen, sobald der entsprechende Aktionsschritt abgehandelt wird. So können sich Aktionen auch kombinieren, allerdings darf sich keine Aktion doppelt in den Schubladen befinden. Als Beispiel: Wenn du im Schritt 2 Wein als Bestechungsmittel erhältst, erhältst du auch 2 Punkte. Oder: Wenn du in Schritt 3 eine lilafarbenes Gebäude belegst, erhältst du ein Bestechungsmittel usw.

Die Karte an Slot 2 bestimmt, welches Bestechungsmittel du nun erhältst. Das ist auf der Karte vorgegeben.

Schritt 3 benötigt keine Karte. Stattdessen nimmst du dir entweder zwei identische Bestechungsmittel deiner Wahl oder, und das ist das eigentliche Ziel, du setzt einen deiner Agenten auf ein Gebäude des Spielplans. Das Einsetzen musst du mit zwei farblich zum Gebäude passenden Bestechungsmitteln bezahlen, die du zurück in den allgemeinen Vorrat legst. Auf jedem Gebäude darf nur ein Agent deiner Farbe stehen, allerdings dürfen sich mehrere Agenten verschiedener Personen auf einem Gebäude versammeln.

Schaffst du es in späteren Runden, weitere Agenten so anzuordnen, dass du ein ausliegendes Geheiminformationsplättchen mit besetzten angrenzenden Gebäuden komplett umklammerst (zwischen 2 und 4 Gebäuden), dann erhältst du das Plättchen und zudem die Punkte in der Anzahl der verbundenen Gebäude (also eben 2 bis 4). Es kann durchaus passieren, dass du mit einem neu platzierten Agenten und weiteren Agenten aus vorherigen Runden gleich zwei oder noch mehr Plättchen auf einmal umschließt. Entsprechend bekommst du dann alle Plättchen und Punkte. Umschließt du einen Platz, von dem das Plättchen schon entfernt wurde, gehst du an dieser Stelle dagegen leer aus. Jederzeit kannst du in späteren Zügen in Schritt 3 auch einen Agenten versetzen, statt ihn neu vom Schreibtisch einzusetzen. Trotzdem platzierst du in jeder Runde immer nur einen Agenten auf einem Gebäude, wenn du dich für diese Aktion entscheidest.

In Schritt 4 ziehst du den Geheiminformations-Anzeiger, der auf der Karte, die du an Slot 4 ausgespielt hast, sichtbar ist, um einen Schritt weiter. Für so einen Schritt erhältst du dann pro Geheiminformations-Plättchen dieser Art, das du bereits gesammelt hast, 1 Punkt.

Wichtig: Überschreitet einer der Anzeiger einen Schwellenwert auf seiner Leiste, so wird das Ermittlerplättchen auf die Rückseite gedreht und der Ermittler auf dem Dach um ein Feld weitergezogen. Weitere Anzeiger, die in dieser Runde einen Schwellenwert überschreiten, werden nicht beachtet. Erst in der nächsten Runde ist das Ermittlerplättchen wieder aktiv, und erst dann löset ein überschrittener Schwellenwert erneut einen Ermittler-Fortschritt aus.

Habt ihr alle reihum eure Aktionsphase ausgeführt, wechselt in Phase 3 das Startspieler-Wappen an die nächste Person im Uhrzeigersinn und die nächste Runde beginnt.

Spielende: Sobald die Ermittlerfigur am Ende einer Runde das Dachfeld erreicht hat, das zu eurer Spielerzahl passt, wird das Spielende eingeläutet. Nun folgt eine finale Spielrunde, danach dann die Schlusswertung:

  • Du erhältst 10 Punkte für jedes Set aus fünf unterschiedlichen Geheiminformations-Plättchen.
  • Du erhältst 1 bis 6 Punkte für jedes gesammelte Geheiminformations-Plättchen, je nachdem, welchen Schwellenwert der entsprechende Anzeiger auf dem Geheiminformations-Tableau erreicht hat. 


Wer die meisten Punkte sammeln konnte, gewinnt. Eventuelle Gleichstände werden über übrige Bestechungsmittel / Agenten auf dem Spielplan / die Sitzreihenfolge aufgelöst.


In der Vollversion des Spiels wird mit der Rückseite des Spielplans gespielt. Das Kartendeck wird um viele weitere Karten erweitert. Die Gebäude haben nun noch eine weitere Information, nämlich ein Symbol für die Gebäude-Art (z.B. Verwaltung, religiös etc.). Legt das Nebenhaus-Tableau mit den verschiedenen Schreibtisch-Plättchen bereit, dazu die Beistelltische. Zudem erhält jeder 1 Schilling Startkapital.

Jeder bekommt vor Spielbeginn einen zufälligen Start-Auftrag auf seinen Schreibtisch, auf dem Platz für drei Aufträge gleichzeitig ist. Weitere Aufträge, die in A und B unterteilt sind, liegen auf dem Spielplan aus. Jeder Auftrag zeigt die Flagge eines Landes. Setzt du einen Agenten in Schritt 3 der Aktionsphase auf ein Gebäude mit dieser Flagge, darfst du einen weiteren Auftrag dieses Landes auf deinen Schreibtisch holen. Dafür erhältst du eine kleine Vorauszahlung von 1 Schilling bei einem A-Auftrag oder 2 Schilling bei einem B-Auftrag. Alternativ darfst du, wenn du ein Gebäude mit passender Flagge mit einem Agenten besuchst, Aufträge mit dieser Flagge, die auf deinem Schreibtisch liegen, erfüllen. Liegen da mehrere Aufträge mit der selben Flagge, können die auch auf einmal erfüllt werden, wenn die passenden Voraussetzungen, die auf den Aufträgen zu finden sind, gegeben sind. Da geht es dann ums Sammeln bestimmter Bestechungsmittel oder Geheiminformations-Plättchen oder ums Belegen bestimmter Gebäude mit eigenen Agenten. Diese Voraussetzungen müssen nur vorhanden sein, d.h. es wird nichts bezahlt, sondern nur vorgewiesen. So können dann auch bestimmte Voraussetzungen gleich für mehrere Aufträge genutzt werden. Jeder erfüllte Auftrag bringt Geld und / oder Punkte.

Auf dem Dach wurde die Ermittlerleiste nun mit Plättchen bestückt. Rückt der Ermittler auf ein solches Plättchen, wird am Rundenende eine zusätzliche Spielphase ausgelöst:

  • Einkauf (insgesamt 5x): Gelangt der Ermittler auf ein Einkaufs-Plättchen, dürfen alle Personen in Spielerreihenfolge am Ende der Runde je einen (!) Einkauf tätigen: Für 1 Schilling gibt es einen weiteren Agenten in den eigenen Vorrat, für 2 Schilling kann eins von vier Schreibtischplättchen erworben und auf einen freien Platz des eigenen Schreibtisches gelegt werden. So ein Plättchen liefert dir nun Vorteile (Telefon: Ziehe in der Kartenphase 4 statt nur 3 Karten zur Auswahl / Wegeskizze: Du kannst auch mit Bestechungsmitteln statt Geld bezahlen / Siegel: Jeder erfüllte Auftrag bringt dir 3 Punkte zusätzlich / Geldkassette: Du kannst Geld unter der Kassette sammeln, um am Spielende dafür Punkte zu bekommen. Für jeden erfüllten Auftrag erhältst du zudem einen Extra-Schilling in deine Geldkassette. Das in der Kassette gesammelte Geld kann allerdings nicht mehr zum Bezahlen verwendet werden). Für 3 Schilling kannst du deinen persönlichen Beistelltisch erwerben, der Platz bietet für einen vierten Auftrag, eine vierte Schublade sowie ein viertes Schreibtischplättchen.
  • Zahltag (insgesamt 2x): Gelangt der Ermittler auf ein Zahltag-Plättchen, musst du für jeden deiner Agenten auf dem Spielplan 1 Schilling bezahlen (mit dem Schreibtischplättchen „Skizze“ alternativ und optional auch Bestechungsmittel). Jeder nicht entlohnte Agent wird vom Spielplan entfernt und wandert zurück in deinen Vorrat.


Auch die Schlusswertung ist nun verändert.

  • Die Set-Wertung entfällt.
  • Weiterhin gibt es aber 1 bis 6 Punkte pro gesammeltem Geheiminformations-Plättchen, je nach Schwellenwert des Anzeigers.
  • Pro gesparter Münze in der Geld-Kassette gibt es nun 2 Punkte, maximal 24.
  • Je mehr Schreibtisch-Plättchen du erworben hast, umso mehr Punkte erhältst du dafür (1 / 3 / 6 /10).
  • Außerdem wird eine Mehrheitenwertung für die Agenten auf dem Spielplan durchgeführt, wobei Gleichstände über Geld oder zusätzlich Bestechungsmittel aufgelöst werden. Bei jeder Spielerzahl erhält der Erstplatzierte die meisten Punkte (8 bis 12), die ggf. weiteren Plätze absteigend weniger, der Letztplatzierte stets 0 Punkte.


Wer die meisten Punkte sammeln konnte, gewinnt. Auch hier greift ggf. wieder die Gleichstands-Wertung (Geld / Bestechungsmittel / Sitzreihenfolge).


Ein Zusatzmodul ist dann noch „Der dritte Mann“, ein neutraler Agent in Gestalt von Autor Stefan Feld. Der wandert zwischen den Gebäuden hin und her und kann von jedem zum Umschließen von Plätzen genutzt werden.

Ein weiteres Zusatzmodul betrifft diejenigen, die die Spiele Hamburg, Amsterdam, New York City und Marrakesh aus der City Collection bereits besitzen. Nehmt die Stefan-Feld-Figuren aus diesen Spielen (nicht in Vienna enthalten!). Sie fungieren als Agenten der jeweiligen Farbe, werden beim Zahltag mit Schokolade statt Geld entlohnt und bieten individuelle Fähigkeiten.

Hinweis: Für diese Rezension lag uns ein Exemplar in der Deluxe-Version vor.

GALERIE

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CHECKPOINT

PRO

  • La Isla im neuen Gewand und mit mehr Möglichkeiten
  • spannender Aktionsmechanimus
  • Vollversion bietet für erfahrenere Spieler zusätzliche Spielebenen
  • hochwertiges Material


CONTRA 

  • die vielen Informationen auf dem Spielplan können anfangs überfordern
  • man muss mit Glücksfaktoren leben können 

MEINUNG

Die Stefan-Feld-City-Collection, für die bei Queen Games 20 Titel geplant sind, ist eine Mischung aus Neuentwicklungen und Neubearbeitungen bereits bekannter Spiele. Vienna ist zwar optisch und thematisch wahrlich nicht auf den ersten Blick als das 2014 bei alea erschienene La Isla erkennbar, und doch ist es eben eine überarbeitete Neuauflage. Statt längst als ausgestorben vermutete Tierarten im Dschungel zu erforschen, zieht es uns jetzt in den Großstadtschungel. Das Agenten-Thema funktioniert; welches Thema man nun für sich als schöner empfindet, ist klar dem persönlichen Geschmack überlassen.

Das Spielmaterial von Vienna ist, wie von Queen Games gewohnt, hochwertig und deutlich opulenter als beim alten La Isla. Die optionale Deluxe-Ausführung richtet sich dann vor allem an die Sammler bzw. Ästheten. Spielerisch benötigen wir natürlich keine Acryl-Figuren und -Geheiminformationsplättchen, aber sie sehen mit ihrer gläsernen Optik schon schick aus, keine Frage. Der Spielplan wiederum muss erst einmal durchdrungen werden. Wien erkennen wir an den verschiedenen Gebäuden, wenn wir die Gebäude erkennen. Anfangs wirkt das alles wie ein großes Wimmelbild, da viele Informationen gleichzeitig verarbeitet werden müssen. Das bessert sich aber recht schnell, wenn man weiß, worauf man gezielt achten muss.

Im Jahr 2014 gab es auf unserer alten SPIELKULT-Seite bereits eine Rezension zu La Isla, und das, was wir nun als Einsteiger-Version vorfinden, entspricht weitestgehend dem Orignal. Damals vergab Birgit insgesamt 7 Punkte an das Spiel als Durchschnitt: 8 Punkte für Freunde von taktischen, aber vergleichsweise weniger komplexen Spielen, 6 Punkte für Vielspieler, da diese in unseren Spielrunden damals mit dem doch recht hohen Glücksfaktor haderten.

Der Mechanismus mit den Multifunktionskarten ist auf jeden Fall sehr interessant, die Entscheidungen, welche Karte man für welche Aktion verbraucht, sind knackig. Und doch kann es einem passieren, dass man dringend benötige Ressourcen, bei Vienna Bestechungsmittel, nicht bekommt oder die Fortschritte auf den Leisten nicht zur eigenen Sammlung passen wollen. Immer noch ist Optimieren gefragt, also aus dem Gegebenen das Beste machen. Ich selber habe mit solchen Konzepten kein Problem, ich sehe sie als Herausforderung und würde die guten 7 Punkte daher auch heute noch für mich unterschreiben.

Nun war es bei La Isla tatsächlich so, dass mir da, als Vielspieler, auf lange Sicht weitere Ebenen fehlten, die das Spiel auch dauerhaft interessant machen. Ja, und da wurden meine Wünsche erhört, und das nicht mal in einer Fortgeschrittenen-Variante, sondern als neue „Vollversion“. Somit ist schon klar: Vienna legt den Fokus auf eine spielerfahrenere Zielgruppe, ohne dabei die bisherige Zielgruppe zu verschrecken, denn wie gesagt: Das Ursprungsspiel ist ja auch in Vienna integriert. Was aber nun ist neu, was mich begeistert? Mit dem neuen Zahlungsmittel Geld kommen neue Möglichkeiten ins Spiel, eine Partie individueller zu gestalten. Die zukaufbaren Add-Ons für mein Tableau liefern schöne Vorteile wie z.B. jetzt auch eine Auswahl bei den Karten oder einfach mehr Platz für zusätzliche Effekte und die neuen Aufträge. Ja, um beim Zahltag nicht wichtige Agenten vom Plan zu verlieren, was bei begonnenen Formationen ärgerlich sein kann und auch bei der Schlusswertung nicht gerade förderlich für eine gute Platzierung bei der Mehrheitenwertung ist, sollte man zahlungsfähig bleiben, und da kommen eben die Aufträge ins Spiel, die einem neben Punkten auch zusätzliches Geld einbringen.

Aufträge in Spielen dieser Art gefallen mir immer sehr gut, bieten sie doch eine Art roten Faden, an den man sich entlanghangeln kann, wenn man keinen strategischen Plan besitzt, hier vor allem aber auch zusätzliche Möglichkeiten, um an fette Punkte zu gelangen. Das Schöne: Die Aufträge lassen sich aufeinander abstimmen. Gleiche Flaggen bedeuten im Idealfall, gleich mehrere Aufträge auf einmal erfüllen zu können. Sich überschneidene Vorgaben wiederum lassen einen auch mit einer kleinen Sammlung wiederholt Punkte machen. Genau wie bei der Auswahl der Schubladen-Funktionen, sind hier schöne Synergien möglich.

Die Vollversion des Spiels ist mir im Vergleich zur ursprünglichen (nun Einsteiger-)Version dann auch 8 Kultpunkte wert. Der Grundmechanismus ist immer noch reizvoll, wurde aber nun mit weiteren Elementen angereichert, die mir persönlich gut gefallen. Einzig das Zusatzmodul mit den „Stefan-Feld-Agenten für Alle“ ist nur für Sammler interessant, denn dafür werden die entsprechenden Aufsteller aus den City-Collection-Spielen 1 bis 4 benötigt. Kann man natürlich als kleinen zusätzlichen Kaufanreiz so machen, Vienna ist aber auch ohne dieses Modul spielenswert. Besonders gefällt mir das Spiel dabei in Vollbesetzung, auch wenn sich dann die Wartezeiten etwas erhöhen, einfach, weil dann mehr Konkurrenz auf dem Spielplan herrscht. Wer lieber entspannt sammelt, ohne dass einem dauernd jemand in die Quere kommt, der kann das Spiel auch gut zu zweit spielen.

Fazit: Wenn ihr La Isla-Fans wart oder seid, und das Spiel genau auf dem Niveau mögt, wie ihr es kennt, dann stellt sich einzig die Frage, ob ihr ins neue Setting und ins hochwertigere Material investieren möchtet. Wenn ihr den schönen Grundmechanismus mit der interessanten Kartenwahl und dem taktischen Platzieren der Figuren auf dem Plan jedoch auf eine weitere Ebene heben möchtet oder euch La Isla gar zu seicht war, dann ist Vienna auf jeden Fall mehr als einen Blick wert! 

VIDEO

Unser Video zum Spiel findet ihr auf YouTube:  https://youtu.be/NBBsnY8YA6U

KULTFAKTOR: 7-8/10

Spielidee: 8/10
Ausstattung: 8/10
Spielablauf: 7-8/10

EUER REZENSENT

INGO

Vielspieler, Skifahrer, Italien-Fan, Medienheini

Eine Rezension vom 24.09.2023

Dieser Spieletest wurde unterstützt durch ein Rezensionsexemplar.

Bildnachweis:
Coverfoto: Queen Games
Weitere Fotos: Spielkultisten