REZENSION

ZOO TYCOON

  • Genre: Strategiespiel
  • Jahr: 2023
  • Verlag: Treeceratops
  • Autoren: Marc Dür, Samuel Luterbacher
  • Grafik: Rozenn Grosjean, Matthieu Martin, Nina Pommelin, Victor Sales, Johanna Tarkela
  • Spieler: 2 bis 4
  • Alter: ab 13 Jahren
  • Dauer: ca. 120 bis 180 Minuten
  • Schwierigkeitsgrad: hoch
  • Taktiklevel: 8/10

Ein Zoo ist eben doch kein Ponyhof

Mit einer offiziellen Lizenz von Microsoft ausgestattet, bewirbt sich Zoo Tycoon bei allen Förderern auf Kickstarter. In diesem komplexen Spiel übernehmen wir die Führung eines Tierparks, bauen Gehege, sorgen für das Tierwohl, kümmern uns um den Naturschutz, aber auch um die Finanzen.

KICKSTARTER PREVIEW

Legt den großen Zoomarkt-Spielplan auf das Zoomarkt-Blatt. Auf diese Weise werden in den kleinen Fenstern der verschiedenen Tierarten Zahlen und Symbole sichtbar, die das Angebot und die Nachfrage an Tieren in jeder Runde neu bestimmen. Die Tiere gibt es als Holz-Figuren, die helleren Tiere sind dabei jeweils die Weibchen, die dunkleren die Männchen. Die Anzahl von Männchen und Weibchen ist nicht bei jedem Tier gleich verteilt, überhaupt gibt es von manchen Tierarten mehr Figuren als von anderen.

Jeder von euch erhält eine eigene Zoo- und eine Mitarbeiter-Tafel. Auf deren Leisten wird gestartet mit sechs Gehegen, 10 Geld und vorerst ohne Fixkosten. Weitere Marker werden auf die Leisten der Wertungstafel gelegt, jeweils auf das unterste Feld von Bildung, Naturschutz und Popularität. Einen Arbeiter erhaltet ihr jeweils kostenlos, zwei weiteren könnt ihr während des Spiels eine Anstellung geben. Außerdem erhält jeder ein identisches Kartenset mit 21 verschiedenen Haupttieren. Diese Karten zeigen diverse Voraussetzungen, um so ein Tier im Zoo aufnehmen zu können, Leisten, die gesteigert werden können, um das Tierwohl zu erhöhen und Punkte für die Wertungstafel in den verschiedenen Kategorien. Zusatztiere in Form von Plättchen, sogenannte Fokus-Häuschen und Gebäude werden bereit gelegt.

Gespielt werden sechs Hauptrunden (jeweils unterteilt in die vier Phasen Frühling bis Winter), vorab eine Startrunde und im Anschluss eine Endrunde.

Die Startrunde beginnt direkt im Sommer.

Im Sommer dürfen Tiere von den Quarantäne-Plätzen der eigenen Zoo-Tafel abgegeben werden, sofern sie auf dem Zoomarkt nachgefragt werden. In der Startrunde entfällt diese Möglichkeit natürlich noch. Die Nachfrage ist in Anzahl und Geschlecht des Tieres immer klar definiert. Genauso dürfen Tiere aufgenommen werden, die auf dem Zoomarkt angeboten werden (das natürlich auch bereits in der Startrunde) bzw. die von den Spielern zur Abgabe bereit gestellt wurden. Neue Tiere wandern zunächst in die Quarantäne, wobei dort nur Platz für zwei Tierarten vorhanden ist (aber zumindest für eine beliebige Tier-Anzahl). Solltet ihr später bereits vorbereitete Gehege besitzen oder eine Tierart um weitere Tiere ergänzen wollen, können die neuen Tiere auch direkt in euren Zoo gelangen. Jeder besitzt in dieser Phase standardmäßig zwei Aktionen. In der Startrunde könnt ihr beliebige Tiere wählen (Stufe 1 bis 3, wobei ein Stufe-3-Tier dann das einzige in dieser Runde wäre), in späteren Runden könnt ihr alle Tiere ab Stufe 2 erst aufnehmen, wenn das Tierwohl eurer vorhandenen Tiere im grünen Bereich ist.


Im Herbst wird gebaut. In der Startrunde beträgt die Anzahl der kostenlosen Gehegeplättchen sechs, später sind es nur noch drei. Die Gehege gibt es in drei verschiedenen Biom-Arten, die zu den angesiedelten Tieren passen müssen. Gehegeplättchen werden auf freie Felder der eigenen Zoo-Tafel gelegt. Wurde ein Gehege errichtet, und entspricht es in der Anzahl der freien Felder und ggf. einem Rückzugsort (mehr dazu gleich) sowie dem Biom einer bereits in der Qurantäne wartenden Tierart, dann können diese Tiere nun ins Gehege verschoben werden. Beachtet, dass die Tierart auf ihrer Tierkarte diverse Vorgaben einfordert, z.B. eine Maximalzahl an Tieren pro Plättchen, eine Mindestgröße der Tiergruppe, ein freies Gehegefeld als Auslauf etc. Alpha-Tiere erlauben nur ein Männchen pro Gehege, Beta-Tiere auch mehrere Männchen, sofern keine Weibchen anwesend sind. Ansonsten können beliebige Kombinationen aus Männchen und Weibchen gebildet werden. Manche Tiere erlauben auch die Hinzunahme von Zusatztieren (in Form von Plättchen) ins eigene Gehege, sofern alle Voraussetzungen gewahrt bleiben. Niemals können sich jedoch zwei Haupttier-Arten ein Gehege teilen. 

Die neu ins Gehege gesetzten Tierarten (Haupttiere und Zusatztiere) verursachen Fixkosten (zu markieren auf der Kostenleiste), liefern aber auch Popularitätspunkte (gelb markiert auf der Tier-Karte), die populärste Tierart zusätzliche „Begeisterung“, die auf der gelben Wertungsleiste mit einem zweiten Marker in Dreiecks-Form festgehalten wird. Diese Begeisterung liefert dann im Winter ein temporär erhöhtes Einkommen. Außerdem liefern die Tiere ggf. Punkte auf der Bildungs- und der Naturschutz-Leiste, allerdings nicht automatisch. 

Jetzt kommen die Fokus-Häuschen ins Spiel, die für je 2 Geld erworben werden können. Pro Gehege-Plättchen darf nur ein Fokus-Häuschen errichtet werden:

  • Gelbe Popularitäts-Häuschen liefern zusätzliche Popularitäts-Punkte, allerdings nur, wenn der Marker auf der entsprechenden Tierkarte diese freischaltet.
  • Die braunen Rückzugsort-Häuschen sind oftmals eine Voraussetzung, um eine neue Tierart anzusiedeln. Besitzt ihr später mehrere in einem Gehege, kann der Wert auf der Tierkarte dann z.B. vom der gelbe Markierung zur grünen wechseln. Die Abstufung gelb > hellgrün > dunkelgrün bestimmt das Wohlbefinden der Tiere auf jeder Tierkarte. Solche Leisten gibt es pro Tierart in vier verschiedenen Kategorien.
  • Die grünen Naturschutz-Häuschen sammeln die Naturschutz-Punkte der in diesem Gehege angesiedelten Tierart ein.
  • Die blauen Bildungs-Häuschen sammeln die Bildungs-Punkte der in diesem Gehege angesiedelten Tierart ein. Auf der Bildungs-Wertungsleiste warten einige Boni beim Überschreiten von bestimmten Punktezahlen.


Für je 7 Geld können weitere Gehege-Plättchen gekauft werden. Dafür gibt es dann auch immer eine Urkunde, die eingesetzt werden kann, um den vorerst gesperrten Bereich der eigenen Zoo-Tafel bebauen zu dürfen. Ihr könnt euch diesen Bereich alternativ auch für je 5 Geld pro Feld erkaufen.

Zusätzlich können im Herbst Gebäude-Plättchen - jeweils mit eigenen Voraussetzungen - auf die Tafel wandern, die, teilweise in Abhängigkeit zu den platzierten Gehegen und Tierarten bzw. zu weiteren Gebäuden, zusätzliche Punkte in allen Kategorien oder eine Reduzierung der Fixkosten liefern.

Auch können Bauarbeiten im Zoo durchgeführt werden. So können Gehege verschoben, Biome von leeren Gehegen gewechselt oder Gebäude umplatziert werden. Haltet die Veränderungen aber ggf. immer auf den Leisten fest, wenn sie irgendeine Auswirkung für euch haben!

Sollte der eigene Kontostand unter 10 Geld fallen, können Kredite aufgenommen werden. Ein Kredit bringt direkt 4 Geld, kostet aber am Spielende einen Popularitätspunkt.

Im Winter wächst nicht nur der Erfahrungswert jeder Tierart, es wird auch ein Naturschutz-Bonus für den führenden Spieler auf der Bildungsleiste vergeben. Das Geld wird bei jedem Spieler auf 3 reduziert, und schließlich werden die Einnahmen berechnet. Dazu wird der Geldbetrag im Segment des eigenen Dreieck-Markers (Begeisterung) auf der Popularitätsleiste abgelesen und mit den Fixkosten verrechnet. Die temporäre Begeisterung sinkt dann wieder auf den Wert des Popularitäts-Markers.

Nun beginn das nächste Jahr mit dem Frühling. Im Frühling wird um Nachwuchs gewürfelt. Das betrifft jede Tierart, von der ich mindestens ein Männchen und ein Weibchen im Gehege besitze. Der Marker auf der Leiste der entsprechenden Tierkarte bestimmt die Erfolgs-Augenzahl. Zudem wird dort auch die Anzahl der Würfel festgelegt. Im Erfolgsfall werden Nachwuchs-Würfel aus dem Stoffbeutel gezogen und mit ins Gehege gelegt (rosa = Weibchen, blau = Männchen). Die populärste Tierart mit Nachwuchs bringt neue Popularitätspunkte, zudem liefern Stufe 1- und Stufe 2-Tiere je 1 oder 2 Punkte im Erhaltungszucht-Programm. Stufe 3-Tiere hingegen werden ausgewildert. Dafür gibt es Markierungsfelder auf dem Zoomarkt-Plan. Ist eine Reihe mit Markierungsfeldern gefüllt, gibt es für die ausgewilderten Tiere Naturschutz-Punkte.

Nachwuchs kann im Sommer abgegeben werden, da er am Spielende Minuspunkte pro Nachwuchs-Würfel verursacht. Nachwuchs, der so auf den Zoomarkt gelangt, wird bei der eventuellen Aufnahme durch einen anderen Spieler dann gegen eine ausgewachsene Tierfigur ausgetauscht. Einen Austausch gegen eine Tierfigur kann der Spieler aber auch jederzeit mit Nachwuchs im Gehege durchführen. So wächst die Tiergruppe an (Voraussetzungen beachten!), das Tierwohl kann ggf. gesteigert werden, allerdings können ausgewachsene Tiere in Gehegen nicht mehr abgegeben werden.

In den verschiedenen Jahreszeiten gibt es diverse Bonus-Aktionen, die nur durch den kostenlosen Arbeiter bzw. die maximal zwei für je 3 Geld hinzugekauften Arbeiter ausgeführt werden dürfen. Das kann z.B. die Möglichkeit beinhalten, in der Nachwuchs-Phase einen Würfel neu zu werfen oder in der Sommer-Phasen drei statt zwei Aktionen durchführen zu dürfen.

In der finalen Schlussrunde gibt es dann noch einmal Naturschutzpunkte für die eigene Platzierung im Erhaltungszucht-Programm, auch für komplettierte Tierarten von einem der verschiedenen Nationalparks im eigenen Zoo, ggf. werden Popularitätspunkte für übrigen Nachwuchs und Kredite abgezogen. Übriges Geld wird nun noch für einen bestmöglichen Ausbau des Zoos ausgegeben. Der Leiste mit dem niedrigeren Wert (Naturschutz oder Popularität) werden die Punkte für das Tierwohl zugerechnet. Das berechnet sich aus dem jeweils niedrigsten Markierungswürfel der Karte einer im eigenen Zoo angesiedelten Tierart (gelb = minus, hellgrün = neutral, dunkelgrün = plus). Diese Leiste bestimmt nun auch die Siegpunkte, und wer die meisten davon besitzt, gewinnt.

Hinweis: In dieser Spiel-Erklärung habe ich bewusst nur die wichtigsten Regeln genannt. Es gibt noch einige weitere Detail-Regeln, die ihr dann aber besser im Spiel erkundet. Seht diese Erklärung bitte als allgemeine Übersicht an, was im Spiel alles möglich ist.

Wichtig: Zum Test stand uns ein Vorabexemplar des Spiels zur Verfügung. Das Spiel kann sich bis zur Veröffentlichung noch verändern, so wurde beispielsweise bereits angekündigt, dass die Farbunterschiede von den Männchen und Weibchen bei den Tierfiguren teilweise noch stärker herausgearbeitet werden.

GALERIE

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CHECKPOINT

PRO

  • komplexe Wirtschaftssimulation für Tierfreunde
  • verschiedene strategische Überlegungen
  • geregelter thematischer Spielablauf 
  • optisch ein Hingucker


CONTRA 

  • viele Detailregeln und Restriktionen, dementsprechend aufwendige Einarbeitungszeit

MEINUNG

Das Thema „Zoo“ war schon immer ein gern gesehenes Setting in Brettspielen, bis zum Jahr 2021 bevorzugt in Kinder- und Familienspielen - niedliche Tiere locken halt irgendwie immer. Arche Nova hob dieses Thema dann auf ein Expertenspiel-Level und begeisterte die Vielspieler. Man mag da auf den Gedanken kommen, dass Zoo Tycoon auch von Arche Nova inspiriert wurde, aber, um es gleich vorweg zu nehmen: Nein, die Spiele haben rein spielerisch nichts gemeinsam.

Die Optik von Zoo Tycoon, übrigens mit der offiziellen Lizenz des Microsoft-Computerspiel-Titels aus den frühen 2000ern ausgestattet, ist sehr gelungen. Die Illustrationen sind schön, die Tierfiguren sind kleine Hingucker. Das Material ist auf jeden Fall sehr umfangreich und qualitativ gut, die Handhabung der Markierungswürfel erfordert ein wenig Feinmotorik, damit nichts unabsichtlich verrutscht.

Ein wenig birgt die Optik die Gefahr, dass man angesichts des Schachtel-Covers und der niedlichen Tiere auf die Idee kommen könnte, das Spiel sei ein locker-fluffiges Familienspiel. Nein, das ist es nicht. Zoo Tycoon legt seinen Fokus ganz klar auf Simulation, und dementsprechend komplex sind auch die Regeln. Einmal verstanden, ergeben sie thematischen Sinn, folgen auch immer festen Abläufen, aber zu diesem Punkt muss man sich erst einmal vorarbeiten, denn es gibt viele Regel-Details. Tipp: Spielt die ersten zwei Runden am besten einfach direkt los und hangelt euch an der Anleitung entlang, um den Ablauf schneller zu verinnerlichen  - oder schaut unser Video ;) Wenn ihr erst einmal verstanden habt, worauf es ankommt, läuft es geschmeidiger, als man in einer Erstpartie vermuten könnte.

Die klare Struktur des Spiels führt dazu, dass man sich auf bestimmte Dinge fokussieren wird. Die spielerischen Entscheidungen liegen dann hauptsächlich in der bestmöglichen Punkte- und Geld-Ausbeute, als in komplett unterschiedlichen Strategien. Ich muss mich dem Markt anpassen, mir das Optimum heraussuchen und dann viele Restriktionen auflösen, um effizient voranzukommen. Um nicht ohne Geld dazustehen, sollte ich beispielsweise in jeder Runde, wenn irgendwie möglich, eine neue Tierart ansiedeln, im Idealfall auch Nachwuchs erhalten, einfach um die Begeisterung der Besucher aufzunehmen, die mir ein entsprechend höheres Einkommen liefert und somit auch mehr Möglichkeiten, lukrative Gebäude zu errichten.

Wer gerne plant, wer den wirtschaftlichen Aspekt mag, der wird dann, wie ich, auch Gefallen an Zoo Tycoon finden. Der taktische Gehege-, der punkteträchtige Fokus-Häuschen-Bau, die ergänzenden Zusatztiere oder Gebäudeplättchen - alles schöne Elemente, die man in Einklang bringen möchte. Dass um Nachwuchs ganz einfach gewürfelt wird, mag Hardcore-Strategiespieler vielleicht stören, aber eben mit diesem Glücksfaktor entsteht dann halt auch eine spannende Situation im Frühling jedes Jahres, ob sich meine Gruppengröße im Gehege schneller vergrößert. Fehlwürfe können einen manchmal sogar freuen, wenn eine Tierart zur Überpopulation neigt.

Nationalparks, das Zuchtprogramm, die Auswilderung, Arbeiter für zusätzliche Aktionen, Naturschutz, Bildung, die Begeisterung als temporäre Einnahmequelle, ja, auch der Fortschritt auf jeder Tierkarte zur Steigerung des Tierwohls, das sind viele Aspekte, die da auf einen einwirken. In unseren Testrunden zeigte sich: Zoo Tycoon erfordert definitiv Spielerfahrung; das ist kein Spiel für jedermann. So sollte man auch kein Problem damit haben, neben den rein spielerischen Entscheidungen, Dinge zu administrieren. Überall gibt es kleine Leisten und Würfelchen, mit denen man Fortschritte, Kosten, Einkommen, Punkte etc. festhält. Mein Ex-Spielkult-Kollege Dirk würde da vermutlich den Begriff der Buchhaltung ins Spiel bringen, aber Zoo Tycoon will ja auch kein einfaches Familienspiel sein, sondern eben, wie das PC-Vorbild, eine Wirtschaftssimulation (mit putzigem Tier-Setting), und da gehört so etwas einfach dazu.

Bei allem ökonomischen Geschick gibt es im Spiel immer eindeutige Vorgaben, die ich erfüllen muss, um einen eingeschlagenen Weg gehen zu können, und um ihn fortlaufend zu stärken. Meine Wege sind dann gewissermaßen stärker vorgezeichnet, weniger variabel als bei Arche Nova. Zumindest scheint es zunächst so. Wer das Spiel gut kennt und öfters spielt, wird schöne Synergien zwischen Tieren und Gebäuden entstehen lassen und mit dem Markt „spielen“, um alle Möglichkeiten auszureizen.

Einen Kultfaktor kann ich bei Zoo Tycoon nicht pauschal festlegen, ich möchte stattdessen lieber das Potenzial bewerten. Wie eben bereits gesagt: Es braucht definitiv Durchhaltevermögen, bis man das Spiel komplett durchschaut hat. Und man braucht halt auch entsprechende Mitspieler, die genauso ein Interesse daran haben, das Spiel zu durchdringen. Die drei Stunden Spielzeit, die auf der Schachtel als Maximum stehen, wurden in unseren Erstpartien insbesondere in Vollbesetzung locker überboten, auch, weil es noch Fragen gab. Da das teilweise empfohlene parallele Spielen noch nicht so viel Sinn macht, solange nicht alle Spieler regelfest sind, würde ich empfehlen, das Spiel am besten erst einmal in kleinerer Besetzung zu erlernen. Später freut man sich dann auf Runden, in denen alle das Spiel kennen und mit Engagement dabei sind, den eigenen Zoo in ein effizientes Wirtschaftsunternehmen zu führen, und das, ohne den Naturschutz und das Wohlergehen der Tiere zu vernachlässigen: ausreichend Platz im Gehege,  Rückzugsmöglichkeiten, ja, eine artgerechte Haltung werden eingefordert und auch belohnt. Diese wichtigen thematischen Aspekte sind im Spiel allgegenwärtig.


Ob ein Spiel dieses Umfangs für euch in Frage kommt, müsst ihr selbst einordnen; das individuelle Empfinden ist bei Spielen mit einer solchen Spieldauer nach unseren Erfahrungen immer sehr unterschiedlich ausgeprägt. In der richtigen (Vielspieler-)Zielgruppe besitzt Zoo Tycoon in meinen Augen aber ein Kultpotenzial von sehr guten 8 Kultpunkten. Ich jedenfalls mag diese Kombination aus Wirtschafts- und Fortschritts-Konzept und die liebevoll umgesetzte thematische Einbettung gern. Naja, und ein Augenschmaus ist das Spiel obendrein.

VIDEO

Unser Video zum Spiel findet ihr auf YouTube:  https://youtu.be/mDFYKko2gD8

KULTPOTENZIAL: 8/10*

Spielidee: 8/10
Ausstattung: 8/10
Spielablauf: 7-8/10

* für die oben genannte Zielgruppe

EUER REZENSENT

INGO

Vielspieler, Skifahrer, Italien-Fan, Medienheini

Eine Rezension vom 25.10.2022

Diese Preview wurde unterstützt durch ein Rezensionsexemplar.

Bildnachweis:
Coverfoto: Treeceratops
Weitere Fotos: Spielkultisten