REZENSION

SNACK RABBITS

  • Genre: Würfelspiel
  • Jahr: 2024 
  • Verlag: Amigo Spiele
  • Autoren: Trevor Benjamin, Brett. J. Gilbert
  • Grafik: Bernhard Speh
  • Spieler: 2 bis 4
  • Alter: ab 7 Jahren
  • Dauer: ca. 20 Min.
  • Schwierigkeitsgrad: leicht
  • Taktiklevel: 5/10

Hopp oder Stopp?

 Karnickel sind ganz schön gefräßige Artgenossen. Ob Karotten, Zwiebeln, Mais oder Radieschen: Es gibt kaum ein Gemüse, das sie nicht in einem unentdeckten Moment mit ihren Zähnchen verputzen. Doch Bauer Benno sieht es gar nicht gern, wenn sein mühevoll gepflanztes Gemüse von den Langohren stibitzt wird. Deshalb müssen die Möhrenschlemmer achtsam sein und rechtzeitig über den Gartenzaun springen, wenn sie dem Landwirt nicht vor die Füße laufen wollen. 

REGELN

Die Gemüsekarten werden gut gemischt. Davon werden zehn Karten abgehoben, in die Bauer Benno zufällig eingemischt wird. Dieser zweite Kartenstapel kommt dann verdeckt unter den ersten, wodurch im späteren Spielverlauf nie ganz klar ist, wann der Landwirt zum Vorschein kommt. Die Zäune mit den Würfelaugen von 2 bis 6 werden der Reihe nach in der Tischmitte ausgelegt. Jeder Spieler entscheidet sich schließlich für einen Farbwürfel. Die übrigen weißen Würfel werden beiseite gelegt. Los geht’s!


Immer, wenn ihr an der Reihe seid, zieht ihr zuerst eine Gemüsekarte vom Nachziehstapel und legt sie unterhalb des entsprechenden Zauns, der auf der Karte genannt ist, ab. Eine Tomate mit dem Wert 4 legt ihr also z.B. unter den Zaun 4. Ist auf der Karte eine Sonne zu sehen, wird gleich noch eine weitere Karte gezogen und ebenso abgelegt – und zwar immer so versetzt angeordnet, dass sowohl die soeben abgelegte, als auch die vorherigen Gemüsekarten zu sehen sind.


Ihr habt dann die Wahl, entweder über einen Zaun zu hüpfen (und alle Karten, die dort ausliegen, zu stibitzen) oder euren Zug zu beenden und euch einen weißen Würfel zu schnappen. Vereinfacht gesagt: Hopp oder Stopp?


Entscheidet ihr euch für einen Zaunsprung, sagt ihr den Zaun an, über den ihr springen möchtet, und könnt dann mit allen Würfeln, die euch zur Verfügung stehen, würfeln. Ist mindestens ein Würfel dabei, dessen Augenzahl gleich oder höher als der Wert des genannten Zauns ist, habt ihr den Sprung erfolgreich geschafft und erhaltet die dort ausliegenden Karten. Zur besseren Übersicht legt ihr diese nach Gemüse sortiert ab, sodass auch für die übrigen Teilnehmer immer sichtbar ist, wie viele Zwiebeln, Radieschen etc. ihr besitzt. Gelingt der Zaunsprung, müsst ihr außerdem alle weißen Würfel zurück in den Vorrat legen. Euren eigenen Farbwürfel behaltet ihr natürlich. Misslingt der Zaunsprung, dürft ihr auch die weißen Würfel behalten. Wollt ihr nicht springen, nehmt ihr euch einen weißen Würfel aus der Auslage. Ist dort keiner mehr vorhanden, schnappt ihr euch einen eurer Mitspieler. Dann ist der nächste Spieler an der Reihe.


Wird Bauer Benno aufgedeckt, naht das Spielende. Es werden nun keine Karten mehr nachgezogen, sondern ihr spielt nur noch die „Hopp oder Stopp“-Aktion, bis keine Karten mehr unter den Zäunen liegen. 


Gemüse für Gemüse wird dann abgeglichen, welcher Spieler davon jeweils die Mehrheit besitzt. Spieler A besitzt 3 Tomaten, Spieler B nur 2? Dann erhält Spieler A die auf der Tomatenkarte aufgedruckte Punktezahl und Spieler B dreht seine Tomatenkarten auf die Rückseite. Jede davon zählt dann immerhin einen Punkt. So gleicht ihr alle Gemüsesorten der Reihe nach ab. Wer nach der Auswertung die meisten Punkte vorweisen kann, gewinnt.

GALERIE

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CHECKPOINT

PRO

  • gute Ausstattung gemessen an der Schachtelgröße
  • schnelle Zockerei mit simplen Regeln
  • interessante Schlusswertung


CONTRA

  • Spielablauf recht wiederholend
  • Spannung kommt erst zum Schluss auf

MEINUNG

Fünf Zäune liegen vor mir und jedem Zaun sind eine oder mehrere Gemüsekarten zugeordnet: Tomate, Karotte und so weiter. Ich möchte von jeder Gemüsesorte am Spielende möglichst die Mehrheit besitzen und versuche deshalb, so viele wie möglich mein Eigen zu nennen. So weit, so gut. Um diese Karten zu erhalten, brauche ich Würfelglück. Ich kann entscheiden, über welchen Zaun ich springen möchte. Der 6er-Zaun ist am schwersten zu schaffen, doch selbst dort liegen nicht unbedingt die attraktivsten Karten. Ich könnte also versuchen, den 4er-Zaun zu überspringen, gehe aber auf Nummer Sicher und sichere mir lieber noch einen zusätzlichen weißen Würfel, ehe ich dann zum Sprung ansetze ... und eine 5 würfle. Geschafft!


Die Regeln sind sofort eingängig, das Spiel dauert kaum mehr als 15 Minuten. Meine Entscheidung fokussiert sich einzig allein auf die Frage, ob ich zocke, und falls ich das tue, welchen Zaun ich ansage. Am Schluss kommt es dann auf die Mehrheiten der jeweiligen Gemüsekarten an, insofern kann ich auch mal ein bestimmtes Gemüse außer Acht lassen, wenn ich davon eh nicht mehr die Mehrheit erhalten kann. Schließlich gibt es für den Zweit-, Dritt- oder Viertplatzierten jeder Sorte nur noch jeweils einen Punkt, der vergleichsweise vernachlässigbar ist.


Hinzu kommt: Habe ich von einer bestimmten Gemüsesorte schon genügend Karten in meinem Besitz, kann ich diese gedanklich schon mal abhaken und konzentriere mich jetzt besser auf andere Sorten, von denen ich mir noch die Mehrheit sichern muss. Doch die Situation kann sich schnell ändern. Diese Beobachtung meiner Mitspieler ist beim Spiel zu zweit deutlich einfacher als in größerer Besetzung. 


Während man bei anderen Würfelspielen wie Würfelhelden ebenfalls seine Würfel verlieren kann, geschieht dies bei Snack Rabbits auf betont simple Weise – indem ich erfolgreich einen Zaun überspringe und dann die eingesetzten weißen Würfel abgeben muss. Auch sonst spielt sich Snack Rabbits recht eindimensional. Meine Entscheidungen beschränken sich, wie eingangs erwähnt, auf die Wahl des entsprechenden Zauns und wie viele Würfel ich hierfür einsetze. Baut sich in diesem Moment hinreichend Spannung auf? Ja, schon. Mit fortschreitender Spieldauer kann ich zudem dezent abschätzen, wo gegebenenfalls meine Mehrheit in Gefahr ist. Dann kommen durchaus Emotionen auf, und Zocker neigen auch mal dazu, einen 5er-Zaun mit nur einem Würfel zu überspringen, was eben auf eine Chance von 1:3 hinausläuft. Kurzzeitig kann eine Partie auch mal vor sich hindümpeln, was am recht repetitiven Spielablauf liegt. Doch da schon bald das Ende in Sicht ist, kommen spätestens zum Schluss wieder Emotionen auf.


Daher taugt Snack Rabbits recht gut für die Dauer von 20 Minuten, denn als Zwischendurch-Füller im kleinen Schachtelformat hat uns die Gemüsejagd gut unterhalten. Nicht mehr, aber auch nicht weniger. Als Familienspiel mit Kindern gebe ich dem Spiel eine 7, für reine Erwachsenenrunden muss ich jedoch einen Punkt abziehen. 

KULTFAKTOR: 6-7/10

Spielidee: 6/10
Ausstattung: 8/10
Spielablauf: 6/10

EUER REZENSENT

CHRISTOPH

Kinder- und Kennerspiel-Spieler, Stefan-Feld-Fan, Im-Sommer-in-jeden-See-Springer

Eine Rezension vom 21.05.2024

Dieser Spieletest wurde unterstützt durch ein Rezensionsexemplar.

Bildnachweis:
Coverfoto: Amigo Spiele
Weitere Fotos: Spielkultisten