REZENSION
MINDBUG: BEYOND EVOLUTION / BEYOND ETERNITY
- Genre: Kartenspiel
- Jahr: 2023
- Verlag: Nerdlab Games
- Autoren: Skaff Elias, Richard Garfield, Marvin Hegen, Christian Kudahl
- Grafik: Denis Martynets
- Spieler: 2
- Alter: ab 8 Jahren
- Dauer: ca. 15 bis 25 Minuten
- Schwierigkeitsgrad: leicht
- Taktiklevel: 6/10
Gestorben wird immer!
Die Mindbugs sind zurück in zwei Stand-Alone-Erweiterungen, und jetzt werden die schweren Geschütze aufgefahren! In den neuen Ausgaben dieses Kartenduells um Gedanken-kontrollierende und Gen-manipulierende Außerirdische wird jetzt die Evolution beschleunigt und es werden Kräfte aus dem Jenseits gerufen.
Die zwei eigenständigen Mindbug-Erweiterungen bieten neue Eigenschaften und Effekte, während das Spiel selbst im Vergleich zum 2021 erschienenen Mindbug unverändert bleibt. Für die allgemeinen Regeln von Mindbug empfehle ich hier einfach ganz frech meine eigene Besprechung.
Hinweis: Zum Test standen mir die englischsprachigen Versionen der Spiele zur Verfügung. Es gibt auch deutschsprachige Ausgaben, die entsprechend auf die Titel Jenseits der Evolution und Jenseits der Ewigkeit hören.
REGELN
In diesen Ausgaben finden wir neben individualisierten Mindbug-Illustrationen und Lebensanzeigern auch jede Menge neue Kreationen mit neuen Eigenschaften.
In Beyond Evolution gibt es jetzt Kreaturen mit dem Auslöser "Aktion". Ich kann in meinem Zug, statt eine Karte zu spielen oder anzugreifen, den Effekt dieser Karte ausführen. Weiterhin gibt es für vier Karten im Set höhere Evolutionsstufen in Form einer Evolutionskarte. Wenn eine Karte in ihrer Aktion gesagt bekommt, dass sie die nächste Evolutionsstufe erreicht, wird diese durch die Karte der nächsten Stufe abgedeckt. So kann die Stufe bis auf 3 steigen, was die Kreatur viel stärker macht und ihr meist interessantere Eigenschaften gibt. Sollte die Kreatur besiegt werden, geht nur die Stufe-1-Karte in den Ablagestapel und die Evolutionskarte wird beiseite gelegt.
Während bei Beyond Evolution der Tod die Kreaturen schwächer macht, ist der Tod bei Beyond Eternity oft der Anfang einer Eigenschaft. Es gibt nun Karten, die einen Vorteil oder Nachteil bringen, solange diese im eigenen Ablagestapel liegen. Zusätzlich haben manche Kreaturen die Eigenschaft Boost bekommen, die es erlaubt, mit Karten aus dem Ablagestapel die Stärke eigener Kreaturen zu erhöhen.
Aber wie immer geht es darum, in diesem Duell euer Gegenüber von 3 auf 0 Lebenspunkte zu bringen.
GALERIE
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CHECKPOINT
PRO
- mehr Mindbug
- Ablagestapelfähigkeiten in Beyond Eternity
CONTRA
- mehr Karten bedeuten mehr unglückliche Konstellationen
MEINUNG
Es ist wieder soweit. Deine Gensplicer, Crispr-Reaktoren, Inkubatoren und Brutkammern laufen auf Hochtouren. Die anderen Mindbugs haben dir diesmal nichts entgegenzusetzen. Und wenn doch, bleibt dir immer noch die Möglichkeit, einfach das Gehirn der gegnerischen Schöpfung zu übernehmen.
Wie im Grundspiel bleiben die Regeln schlank und das wichtige Element, nämlich die zweimalige Möglichkeit eine gegnerische Karte für sich zu beanspruchen, ist auch weiterhin vorhanden. Allein ein paar neue Fähigkeiten und eine nette Ausstattung sind dazu gekommen.
Den Spielen liegen zwei Lebenspunkteanzeiger bei, die auf die individuelle Gestaltung der Mindbug-Karten abgestimmt sind. So bekommt jetzt jemand z.B. Earl B. Bug und die andere Person Professor Gearhead mit je zwei passenden Karten und Lebensanzeigern. Das ist schick im Vergleich zum Grundspiel Erster Kontakt, welches nur generische Mindbug-Karten hatte und bei dem einfach umgedrehte Karten die Lebenspunkte darstellten.
Die neuen Eigenschaften der Karten machen das Spiel dabei nur teilweise interessanter. In Beyond Evolution gibt es jetzt Aktionen auf Karten, die neben „Karte spielen“ und „Angreifen“ eine weitere Option im eigenen Zug sind. Einige Karten, nur vier Stück, können mit dieser Aktion auch zu einer stärkeren Form wechseln. Diese Eigenschaften aus Beyond Evolution haben für mich recht wenig am Spielgefühl geändert. Für mich ist das einfach mehr Mindbug mit neuen Karten. Es sind einige besonders starke Karten dabei, die es etwas schwieriger machen abzuschätzen, wann es Zeit dafür ist, eine Mindbug-Karte zu opfern, um die gegnerische Karte zu übernehmen, ja, allerdings ist es schade, dass es nur vier Karten mit Evolutionen gibt, da es so sogar Partien ganz ohne Evolutionskarten geben kann. Dies finde ich deshalb schade, weil das Set ja Beyond Evolution heißt.
In Beyond Eternity hingehen gibt es zwei neue Eigenschaften, die erst wenig spektakulär erscheinen und auch irgendwie zufällig zusammengefügt wirken. Das ändert sich aber schnell, wenn ihr ein Duell mit Beyond Eternity spielt. Die Effekte der Karten, die nur im Ablagestapel wirken, können recht mächtig sein, so dass auf einmal Kreaturen in hoffnungslose Angriffe geschickt werden, damit diese besiegt werden. Gerade diese Kreaturen werden dann manchmal aber doch durchgelassen, denn die Fähigkeit einer solchen Karte im Ablagestapel erscheint vielleicht als zu gefährlich. Somit gibt es auf einmal noch einen wichtigen Aspekt bei den eigenen Zügen zu beachten.
Damit nicht direkt die Person gewinnt, die als erste einen starken Effekt im eigenen Ablagestapel besitzt, gibt es Boosts. Beim Boost-Effekt werden Karten aus einem beliebigen Ablagestapel unter die geboostete Karte gelegt, damit diese stärker ist. Die Erhöhung der Stärke ist dabei aber fast weniger wichtig als die Möglichkeit, bestimmte Effekte aus den Ablagestapeln zu entfernen. Karten, die für den Boost genutzt wurden, kommen beim Ausscheiden der geboosteten Kreatur in den eigenen Ablagestapel. Dies ist also auch ein hervorragender Weg, gute Effekte vom Gegenüber zu stehlen.
Die Kombination von Boost und Ablageeffekten kann so zu einem Tauziehen um bestimmte Karten führen. Dies fügt Mindbug tatsächlich eine neue Dimension hinzu und erweitert das Spielgefühl um neue Aspekte. Der Fairness halber sollte ich aber erwähnen, dass auch hier nur vier Karten einen Effekt haben, wenn sie im Ablagestapel liegen.
Innerhalb der drei Sets (First Contact, Beyond Evolution und Beyond Eternity) kontern sich die meisten Fähigkeiten recht gut, weswegen ich nicht empfehlen würde, einfach alle Mindbug-Karten zu mischen, sondern immer die verschieden Sets zu spielen.
Wer noch kein Mindbug-Spiel besitzt, dem rate ich immer noch zum Erstkontakt, dem Grundspiel. Dort gibt es alles, was für ein spannendes Spiel mit wenigen Regeln notwendig ist. Wenn ihr mehr wollt, könnt ihr eigentlich ohne Probleme zu beiden Erweiterungen (beide spielbar ohne das Grundspiel) greifen, aber ich denke es ist klar geworden, dass Beyond Eternity mein kleiner Favorit von den beiden neuen Sets ist.
KULTFAKTOR: 7-8/10*
Spielidee: 8/10
Ausstattung: 8/10
Spielablauf: 7/10
* Beyond Evolution: 7/10
* Beyond Eternity: 8/10
EUER REZENSENT
LUTZ
Wahl-Niederländer, Elektrochemiker, Zuvielspieler, Rätselenthusiast
Eine Rezension vom 13.03.2024
Dieser Spieletest wurde unterstützt durch Rezensionsexemplare.
Bildnachweis:
Coverfoto: Nerdlab Games
Weitere Fotos: Spielkultisten