REZENSION
MILLE FIORI: DIE MEISTERWERKE
- Genre: Familien-/ Taktikspiel (Erweiterung)
- Jahr: 2023
- Verlag: Schmidt Spiele
- Autor: Reiner Knizia
- Grafik: Stephan Lorenz
- Personen: 2 bis 4
- Alter: ab 10 Jahren
- Dauer: ca. 60 bis 90 Minuten
- Schwierigkeitsgrad: leicht bis mittel
- Taktiklevel: 7/10
Venezianische Kunst Deluxe
Während der Blütezeit der Lagune kreieren wir inzwischen meisterhafte Glaskunst, die durch die Entwicklung eines Kleinen Rates, der den Dogen unterstützt, internationalen Absatz finden.
REGELN
Zusätzlich zum Aufbau des Grundspiels (> Rezension) wird rechts an den Spielplan der Erweiterungsplan angelegt. Die sechs Ratsplättchen werden in zufälliger Reihenfolge auf die sechs Abschnitte des Rats gelegt, dabei dürfen keine Ratsplättchen derselben Farbe aufeinander folgen. Jeder Mitspielende erhält eine Ratsfigur, die er auf das unterste Feld des untersten Ratsplättchens stellt.
Die neuen Karten werden nach ihren drei Rückseiten getrennt. Die elf Dogat- und die neun Meisterwerkskarten mit der gleichen Rückseite wie die Karten des Grundspiels werden mit ebendiesen zu einem Stapel gemischt. Es werden neun Karten aufgedeckt und neben den Spielplan gelegt.
Die restlichen Meisterwerkskarten sowie die Dogaressa-Karten werden jeweils zu einem Stapel gemischt. Von beiden werden jeweils drei Karten aufgedeckt und neben den Spielplan gelegt.
Ablauf
Es gibt zwei Regeländerungen gegenüber dem Grundspiel: Die Dogenkarte wird am Ende der Runde nicht weitergegeben, sondern wechselt durch die Dogatkarten. Zudem werden auch im Spiel zu zweit in jeder Runde vier Karten ausgespielt.
Neuerungen gegenüber dem Grundspiel
Der kleine Rat: Spielende haben die Möglichkeit, ihre Ratsfigur im Rat aufsteigen zu lassen. Das geschieht immer, wenn ...
- die Kartenfarbe der gespielten Karte mit der Farbe des Feldes übereinstimmt, auf der die Spielerfigur gerade steht.
- eine Dogatkarte gespielt wird.
- eine Dogaressakarte gespielt wird.
- ein entsprechendes Feld der Seeroute erreicht wird.
Danach erhält der Spielende sofort die Belohnung des Feldes, auf dem seine Figur geendet ist. Dies können Punkte, Meisterwerke, Dogaressa-Karten oder das Vorrücken von fünf Feldern auf der Seeroute sein.
Dogatkarten: Durch das Ausspielen einer Dogatkarte wird der Spielende sofort zum Startspieler und nimmt sich die Dogenkarte. Diese behält er so lange (auch über das Rundenende hinaus), bis die nächste Dogatkarte gespielt wird. Dann rückt die Person die entsprechende Anzahl Felder auf der Ratsleiste vor. Sie entspricht der Anzahl der Pfeile auf der Dogatkarte. Manche Karten haben zusätzlich noch aufgedruckte Siegpunkte, die sofort auf der Siegpunktleiste abgetragen werden.
Dogaressa-Karten: Dogaressa-Karten erhält man als Belohnung auf manchen Feldern der Ratsleiste. Man wählt eine der drei offenen Karten oder zieht verdeckt die oberste Karte des Stapels. In einem späteren Spielzug kann man die Dogaressakarte ANSTATT seiner regulären Karte ausspielen. Dafür erhält man entweder Punkte, zwei Meisterwerke, eine Extrakarte, ein bis sieben Seeroutenschritte nach Wahl oder Schritte mit der Ratsfigur.
Seeroute: Die Seeroute führt jetzt zu lukrativen Handelsstädten, den Endpunkten der Schiffsleiste. Erreicht man diese, platziert man eine seiner Rauten auf dem höchsten freien Punktebonusfeld. Außerdem gibt es auf dem neuen Abschnitt der Seeroute auch Effekte, die dem Spielenden Meisterwerke oder Schritte mit der Ratsfigur einbringen.
Meisterwerke: Es gibt drei verschiedene Formen von Meisterwerken in drei unterschiedlichen Farben – insgesamt also 9 unterschiedliche Meisterwerkskarten. Man erhält sie durch Belohnungen auf Ratsfeldern, der Seeroute oder durch Dogaressakarten. Bei Erhalt legt sie jede Person in ihr persönliches Schaufenster im Format 3x3. Einmal platziert, dürfen sie nicht wieder umgelegt werden, allerdings kann man sie durch neue Meisterwerke überdecken. Am Spielende wird jeden horizontale und vertikale Reihe eines Schaufensters einzeln für die Wertung betrachtet. Jede Reihe mit drei Karten derselben Glasfarbe und jede Reihe mit derselben Form bringt dem Besitzer jeweils 10 Punkte ein.
GALERIE
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CHECKPOINT
PRO
- schnell erklärt und schnell gespielt
- fügt sich gut in das Basisspiel ein
CONTRA
- nur interessant, wenn das Spiel oft auf den Tisch kommt
MEINUNG
Mille Fiori ist für mich schon immer ein Wohlfühlspiel, das sich fluffig runterspielen lässt. Es gibt genügend Möglichkeiten, Entscheidungen zu treffen und zu bestimmen, in welche Richtung man sich spezialisieren möchte. Auch wenn das Spielmaterial hauptsächlich aus Plastik besteht, sieht es auf dem Tisch sehr schön aus und die Spielerfarben passen gut zusammen, sodass das Spiel eine wunderbare Tischpräsenz hat.
Die Erweiterung Die Meisterwerke fügt sich nahtlos in das Basisspiel ein. Das Spielgefühl bleibt erhalten, die Spielenden haben an einigen Stellen jetzt noch mehr Optionen. Mit der Verlängerung der Seeroute wurde etwas hinzugefügt, das diesen Teil des Spiels verbessert. Es fühlt sich runder an, auf dieser Leiste voranzuschreiten. Vorher war es manchmal nur eine Notoption, wenn alles andere nicht so recht zu passen schien, jetzt wird es belohnt, diese Option stärker zu nutzen und dann den Bonus am Ende zu kassieren.
Das Sammeln der Meisterwerke gefällt mir als neuer, zusätzlicher Bestandteil ebenfalls sehr gut. Zwar ist hier natürlich auch etwas Kartenglück gefragt, und vielleicht muss man auch mal eine Karte nehmen, um sie einem Mitspielenden wegzuschnappen, aber insgesamt gefällt mir der Set-Collection-Aspekt, der hier eingebracht wird. Man muss sich aber darüber im Klaren sein, dass man hierüber am Ende eine Menge Punkte machen kann. Mitspielende sollte man im Auge behalten und nicht einfach so davonziehen lassen.
Besonders gut gefällt mir mir auch die Ratsleiste. Gerade im Spiel zu zweit bringt diese nochmal eine weitere taktische Ebene ins Spiel. Da man unter anderem durch das Ausspielen einer Handkarte in einer bestimmten Farbe auf der Leiste vorankommen kann – ebenso wie der Mitspielende – gleicht man dadurch auch mal eine schwächere Aktion der entsprechenden Handkarte aus.
Das Spielmaterial hat dieselbe Qualität wie das Grundspiel und die Spielregel ist übersichtlich und kompakt verfasst.
Im Spiel mit Gelegenheitsspielern würde ich die Erweiterung eher nicht auf den Tisch bringen, aber für uns, die oft spielen, ist sie jetzt ein fester Bestandteil des Spiels.
KULTFAKTOR: 8/10
Spielidee: 7/10
Ausstattung: 8/10
Spielablauf: 8/10
EURE REZENSENTIN
BRITTA
Vielspielerin, Südtirol-Urlauberin, Hundeliebhaberin
Eine Rezension vom 11.09.2025
Dieser Spieletest wurde unterstützt durch ein Rezensionsexemplar.
Bildnachweis:
Coverfoto: Schmidt Spiele
Weitere Fotos: Spielkultisten