REZENSION


FOR ONE: SCHWARZE ROSEN

  • Genre: Taktik-/ Legespiel
  • Jahr: 2023
  • Verlag: Schmidt Spiele
  • Autor: Reiner Knizia
  • Grafik: Leon Schiffer & Kinetic
  • Spieler: 1
  • Alter: ab 8 Jahren
  • Dauer: ca. 20 Min. / variabel
  • Schwierigkeitsgrad: leicht
  • Taktiklevel: 6/10

"Für mich soll's rote Rosen regnen" ... oder weiße ... oder schwarze! 

Ja, der Titel des bekannten Chansons von Hildegard Knef ist bei diesem Solo-Legespiel Programm. Beim Anlegen eines Blumenbeets versuchst du, mindestens drei identische Exemplare nebeneinander zu pflanzen. Rote und weiße Rosen verdoppeln dabei die Punkte, schwarze verdreifachen sie gar. Über 20 verschiedene Level kommen dann immer neue Regeln und Plättchen ins Spiel. Kannst du einen grünen Daumen beweisen?

REGELN

Das Spiel ist modular aufgebaut, gesteuert durch das Challange-Heft, das dich in 20 Levels, aufgeteilt auf 4 Kapitel, vor immer neue Herausforderungen stellt.

Zur Erklärung nehme ich jetzt erst einmal Level 1. Lege den Spielplan mit der 1 vor dich. Er zeigt ein noch leeres Blumenbeet mit ersten Pflanzen am Rand. In der Mitte befindet sich ein 6x6-Raster, auf das du gleich Domino-artige Plättchen legen wirst. Mische die 21 Standard-Plättchen (jeweils mit zwei verschiedenen Blüten) verdeckt. Ziehe das erste Plättchen und lege es auf den Plan, angrenzend zu mindestens einer Blume am Rand, später auch alternativ angrenzend zu einer Blume auf einem anderen Plättchen. Die beiden dabei überdeckten Felder müssen natürlich frei sein. Wiederhole dies, bis du kein Plättchen mehr legen kannst. Bei der Wertung erhältst du 1 Punkt für jede 3er-Reihe aus normalen Blumen und je 2 Punkte für jede 3er-Reihe aus Rosen (rot oder weiß). Beachte, dass die gewerteten Reihen auch aus mehr als drei Blumen bestehen dürfen, aber selbst bei 6 identischen Blumen einer Art, die in einer zusammenhängenden Reihe liegen, erhältst du nur 1 Punkt. Heißt: Bei mehr als 3 Blumen in einer Reihe verschenkst du mögliche Punkte, die du an einer anderen Stelle hättest sammeln können. Jede Blume kann dabei aber generell sowohl zu einer waagrechten als auch senkrechten Wertung beitragen.

Die erzielten Punkte verraten dir, ob du für deine Leistung eine Bronze-, Silber- oder Gold-Auszeichnung bekommst. Nur, wenn du mindestens Bronze erreicht hast, solltest du zum nächsten Level wechseln.

In den weiteren Levels gibt es dann teilweise auch zusätzliche Marker (Blumen, Gras), die neben den Plan gelegt werden. Um sie wegzuspielen, musst du entsprechende 3er-Reihen der vorgegebenen Sorten bzw. in den jeweiligen Reihen / Spalten bilden. Jeder bis zum Spielende nicht weggespielte Marker bringt dir 2 Minuspunkte ein!

Auch die Legeregeln verändern sich später. So musst du dann z.B. zusammenhängend legen oder die Plättchen von oben ins Spielfeld „fallen lassen“, kurz gesagt: Tetris-artiges Legen. Auch Gruppen-Formationen von Blumen (z.B. fünf aneinanderhängende Blumen einer Sorte in beliebiger Anordnung) können Teil einer Aufgabe werden.

Die weiteren Kapitel bringen dann auch noch neue Spielpläne (z.B. ein Beet, das, dargestellt durch unterschiedliche Farbschattierungen, von innen nach außen bepflanzt werden muss, oder ein Beet, bei dem bestimmte Felder exakt mit den vorgegebenen Blumenarten bestückt werden müssen), außerdem weitere Plättchen (Einzel-Plättchen, Plättchen mit zwei identischen Blüten sowie Plättchen mit schwarzen Rosen) und Bonus-Möglichkeiten (durch Schmetterlingsfelder) ins Spiel. Die namensgebenen schwarzen Rosen sind dabei die wertvollste Blumenart, denn 3er-Reihen mit dieser Blumenart bringen direkt 3 Punkte.

Wurden alle Kapitel und Levels durchgespielt, kannst du sämtliche Punkte addieren und dann in späteren Wiederholungspartien versuchen, deinen Highscore zu verbessern.

GALERIE

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CHECKPOINT

PRO


  • schnell verinnerlichtes Spielprinzip
  • Langzeitmotivation durch abwechslungsreiche Herausforderungen und Highscore-Jagd


CONTRA

  • wenig aufregendes Thema
  • das Glück oder Pech entscheiden mit über den Erfolg

MEINUNG

Nein, einen grünen Daumen habe ich nicht wirklich, Gartenarbeit ist für mich persönlich jetzt auch nicht, wie sicher für einige andere, ein Hobby, das mich so richtig relaxen lässt, aber okay - da sind Geschmäcker verschieden. Als aufregend habe ich die Wahl des Themas dieses weiteren Teils der For One-Reihe jedenfalls nicht empfunden, auch wenn so ein fertig gelegtes Blumenbeet sicher ganz nett aussieht. Funktional ist die Gestaltung auf jeden Fall, und darauf kommt es letztlich an.

For One, das ist die 2023 begonnene Spielreihe bei Schmidt Spiele, in der sich Spiele versammeln, die, wie der Name schon sagt, solo gespielt werden. Natürlich könnt ihr diese Spiele theoretisch auch in abwechselnden Spielzügen mit mehreren Personen kooperativ spielen, aber im Kern sind die Spiele natürlich schon, wie auf der Schachtel aufgedruckt, für nur eine Person vorgesehen. Dadurch seid ihr dann die ganze Zeit beschäftigt, Wartezeiten gibt es logischerweise keine.

Das von Reiner Knizia erdachte Ziehen und Legen von Domino-artigen Plättchen, um daraus Dreier-Reihen zu bilden, wirkt auf den ersten Blick jetzt nicht besonders innovativ, da gibt es doch schon einige Spiele, die ein ähnliches Spielprinzip besitzen. Und doch macht die Optimierungsaufgabe Spaß, wenn sie auch immer ein wenig vom Glück und Pech beim Ziehen der Plättchen beeinflusst wird, insbesondere wenn später angrenzend gelegt werden muss oder es noch weitere Einschränkungen bzw. Bonus-Optionen gibt. Da nicht alle Plättchen auf den Spielplan wandern, versucht man also, aus dem Gegebenen das Beste zu machen.

Da setzt dann auch irgendwann ein gewisser Lerneffekt ein, wie man bestmögliche Kombinationen legen sollte. Dabei ist es wichtig zu wissen, dass auf den Standardplättchen von jeder normalen Blumenart 8 Exemplare vorhanden sind und von jeder Rose nur 5 Blüten, andernfalls wartet man am Ende auf eine Blumenart, die unter den verdeckten Plättchen gar nicht mehr vorhanden ist. Um das „perfekte Spiel“ nicht zur Gewohnheit zu machen, ergibt der Glücksfaktor da dann eben doch Sinn.

Letztlich ist es das Challenge-Heft, das For One: Schwarze Rosen, wie auch schon For One: Number Up, so richtig aufdrehen lässt. Während andere Solospiele sich auf Level 1 beschränken oder vielleicht noch zwei Ergänzungsmodule mitgeliefert bekommen hätten, gibt es bei For One: Schwarze Rosen allein schon durch die vier verschiedenen Kapitel und unterschiedlichen Spielpläne viel Abwechslung, welche durch die einzelnen Levels aber nochmals erhöht wird, auch wenn ich ja grundlegend beim Legen immer dasselbe mache, um zum Ziel zu gelangen. In jedem Level wartet irgendeine Neuerung auf mich, die ich bestmöglich erfüllen möchte: zusätzliche Marker, die mir auch Minuspunkte einbringen können, neue Legeregeln, neue Plättchen-Arten, zusätzliche Möglichkeiten, um an Punkte zu gelangen. Da verändert sich dann auch immer passend die Vorgabe, wie ich an eine Auszeichnung gelange. Das ist wirklich super gemacht, denn so wird man allein schon über die Neugierde auf das, was da noch kommt, über mindestens 20 Runden im Spiel gehalten.

Und damit nicht genug: Wer Gefallen am Spiel gefunden hat, muss es auch nach 20 absolvierten Levels nicht als „durchgespielt“ im Regal verschwinden lassen, denn man kann diese Levels immer wieder neu durchspielen, einfach, um den eigenen Highscore zu verbessern. So bietet das Spiel dadurch eine große Motivation, es immer besser machen zu wollen.

Fazit: For One: Schwarze Rosen erfindet das Genre der Legespiele nicht neu, jeder Level ist für sich betrachtet spielerisch grundsolide. Das Spiel bietet aber durch die diversen Challenges immer wieder Abwechslung, auch über die über alles stehende Herausforderung, das erzielte persönliche Gesamtergebnis in kommenden Partien noch höher ausfallen lassen zu können. Somit ist auch dieser Teil der For One-Reihe für alle Fans von solchen solitären Optimierungsaufgaben eine Empfehlung - da sehe ich auch gern über das für mich doch sehr klassisch wirkende Blumen-Thema hinweg. Ich vergebe insgesamt, je nach Level, gute 7 bis, wenn der persönliche Suchtfaktor einsetzt, sehr gute 8 Kultpunkte.

KULTFAKTOR: 7-8/10

Spielidee: 7/10
Ausstattung: 7/10
Spielablauf: 7/10

EUER REZENSENT

INGO

Vielspieler, Skifahrer, Italien-Fan, Medienheini

Eine Rezension vom 07.02.2024

Dieser Spieletest wurde unterstützt durch ein Rezensionsexemplar.

Bildnachweis:
Coverfoto: Schmidt Spiele
Weitere Fotos: Spielkultisten