REZENSION
DITO!
- Genre: Partyspiel
- Jahr: 2026
- Verlag: Game Factory
- Autor: Martin Ang
- Grafik: Untai Studio
- Personen: 3 bis 7
- Alter: ab 10 Jahren
- Dauer: ca.30 Minuten
- Schwierigkeitsgrad: leicht
- Initiativlevel: 6/10
Begriffs-Bingo
Im Spiel des Jahres 2026 geht es um spontane Assoziationen, die euch zu vorgegebenen Themen einfallen. Übereinstimmungen bringen Punkte – sogar mehr, wenn nur eine einzige Person dieselbe Idee hatte. Und es gibt Boni für vollständig gewertete Zeilen und Spalten, also verteilt eure Gedanken geschickt auf dem eigenen Tableau!
REGELN
Nehmt euch jeweils einen Stift und ein abwischbares Tableau. Mischt die Themenkarten. Eine Person zieht die erste Karte und sucht sich eines der beiden angegebenen Themen aus, indem sie es laut vorliest. Nun notiert jeder geheim drei verschiedene Assoziationen zum Thema auf beliebigen freien Feldern des 3x3 Rasters auf der eigenen Spieltafel. Jede Assoziation füllt dabei ein eigenes Feld und darf aus maximal zwei Wörtern bestehen, Eigennamen oder Film-/ Buch-/ Songtitel etc. dürfen auch mehrere Wörter enthalten. Wiederholt dies mit zwei weiteren Themen, sodass jeder am Ende 9 Assoziationen notiert hat. Keine Assoziation auf der eigenen Tafel darf doppelt vorkommen.
Die Startperson liest nun eine beliebige ihrer notierten Assoziationen laut vor. Nun kann folgendes passieren:
- Mehrere Personen haben diese Assoziation ebenfalls auf ihrer Tafel notiert und rufen „Dito!“. Alle Personen kreisen das Feld mit dieser Assoziation nun ein. Dabei müssen die Übereinstimmungen sinngemäß und nicht wortwörtlich sein. Auto und PKW könnten also beispielsweise als identisch gewertet werden.
- Nur eine andere Person ruft „Dito“. Auch dann kreisen diese Personen ihr Feld mit der genannnten Assoziation ein, zusätlich erhalten sie aber den „Best-Friends-Forever"-Stern dieses Feldes, den sie ebenfalls markieren.
- Niemand ruft „Dito“. In diesem Fall muss die Person, die ihre Assoziation vorgelesen hat, das Feld durchkreuzen.
Reihum wird dieses Prinzip nun fortgesetzt, bis mindestens eine Person kein Feld mehr auf ihrem Tableau besitzt, das nicht entweder eingekreist oder gestrichen wurde. Die Runde endet dann sofort.
Bei der Rundenwertung gibt es Punkte:
- 1 Punkt pro eingekreister Assoziation.
- 2 Punkte pro markiertem Best-Friends-Stern.
- Die Bonuspunkte jeder Reihe / Spalte, in der alle drei Felder eingekreist wurden.
Addiert diese Punkte und notiert sie als Rundenpunkte. Wischt die restliche Tafel ab und spielt nun zwei weitere Runden wie zuvor beschrieben.
Spielende: Nach drei Runden addiert ihr die Rundenpunke. Wer nun die meisten Punkte gesammelt hat, gewinnt.
GALERIE
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CHECKPOINT
PRO
- leicht zugängliches Assoziationsspiel
- teils witzige Fragen / Antworten
- Tic Tac Toe-Bonus verlangt kleine taktische Überlegungen
CONTRA
- in größerer Runde besser als zu dritt
- Grundgedanke ist aus anderen Spielen bekannt
MEINUNG
Was möchtest du nicht in deinem Garten finden? Wer jetzt auf „Leiche“ kommt, hat einen ähnlichen schwarzen Humor wie ich. Ein Gärtner hätte vermutlich eher „Schnecken“ oder „Unkraut“ gesagt. Aber: Bei Dito! gibt es kein Richtig und Falsch. Alle Antworten sind möglich, wenn sie zum Thema passen. So geht es hauptsächlich darum, Assoziationen zu notieren, die den Mitspielenden ebenfalls in den Kopf kommen. Das ist ein schnell erklärtes, simples Spielprinzip, das jedoch seinen eigenen Kniff hat.
Da wären die Sterne, die man nur erhält, wenn man nur exakt eine einzige Übereinstimmung erzielt. Vielleicht ist es also gar nicht so gut, das Offensichtliche aufzuschreiben, andererseits lauert bei exotischen Einfällen die Gefahr, ein Feld streichen zu müssen. Durch die Bonuspunkte, die es für das vollständige Werten aller Felder einer Zeile / Spalte gibt, kann es zudem sinnvoll sein, vermutete sichere Antworten gruppiert zu notieren. In den Reihen mit nur einem Bonuspunkt können dann vielleicht besser die Begriffe untergebracht werden, bei denen man sich weniger sicher ist, ob man damit eine Übereinstimmung erreicht – im Gegensatz zu den Reihen mit drei Bonuspunkten: Da sind die offensichtlichen Assoziationen wohl besser aufgehoben.
Wie immer bei solchen Spielen, deren Grundgerüst (mit Assoziationen Übereinstimmungen erzielen) aus anderen Spielen bekannt ist, verlaufen Partien allerdings nicht auf Schienen. Manchmal gibt es skurrile Entscheidungen der Mitspielenden, die auch mal zu witzigen Diskussionen führen. Ja, theoretisch könnten zwei Personen, die sich kennen, dabei das Spiel aushebeln, indem sie nur zuvor abgesprochene Begriffe notieren, aber mal ehrlich – wer so spielt, um zu gewinnen, der ist bei einem Partyspiel wohl eh falsch aufgehoben.
Fakt ist für mich aber auch: In größerer Runde finde ich Dito! witziger als nur zu dritt. Zu dritt ist es zwar leichter, exakt eine einzige Übereinstimmung zu erzielen, aber eigentlich macht es mehr Spaß, wenn genau das eine Ausnahme ist. In größerer Runde sind die Chancen für doppelte Ideen dafür nsgesamt größer, die notierten Begriffe streuen mehr, was das Spiel für mich interessanter macht.
Fazit: Wenngleich Dito! für mich persönlich nicht an die Genialität eines Just One im selben Genre herankommt, so ist das Spiel auf jeden Fall dank seiner eigenen Dynamik ein guter Vertreter seines Genres, dem ich gute 7 Kultpunkte attestiere, gerade in Runden mit Wenig- und Gelegenheitsspielern auch sehr gute 8, von daher verstehe ich die Entscheidung der Fachjury, Dito! zum Spiel des Jahres 2026 gekürt zu haben. Es braucht keine Vorbereitung, es ist superschnell erklärt, jeder kann sofort einsteigen, ohne überfordert zu werden. Allerdings bevorzuge ich dabei eine Runde mit mindestens vier, noch besser mit fünf oder sechs Personen, damit das Potenzial von „Dito!“ voll ausgeschöpft wird.
VIDEO
Unser Video zum Spiel findet ihr auf YouTube: https://youtu.be/uzIPawq6RI8
KULTFAKTOR: 7-8/10
Spielidee: 7/10
Ausstattung: 8/10
Spielablauf: 7-8/10
EUER REZENSENT
INGO
Vielspieler, Skifahrer, Italien-Fan, Medienheini
Eine Rezension vom 13.07.2026
Bildnachweis:
Coverfoto: Game Factory
Weitere Fotos: Spielkultisten