REZENSION

ZUG UM ZUG

  • Genre: Familienspiel
  • Jahr: 2004
  • Verlag: Days of Wonder
  • Autor: Alan R. Moon
  • Grafik: Cyrille Daujean, Julien Delval
  • Spieler: 2 bis 5
  • Alter: ab 8 Jahren
  • Dauer: ca. 30 bis 60 Minuten
  • Schwierigkeitsgrad: leicht 
  • Taktiklevel: 6/10

Mit der Eisenbahn durch Amerika

Im Spiel des Jahres 2004 erwartet uns eine Zugfahrt durch Nordamerika, bei der möglichst viele Städte durch das Sammeln und Ausspielen von Karten über eigene Bahntrassen verbunden werden müssen. 

SPIELKULT CLASSICS

In dieser Rubrik findet ihr Rezensionen früherer SPIELKULT-Jahre, die es bislang nicht auf unsere 2021 neu gestaltete Webseite geschafft haben, die wir euch aber nun nach und nach, so wie ihr es euch gewünscht habt, noch einmal vorstellen möchten.

REGELN

Jeder von euch erhält die Waggons der eigenen Farbe, vier Wagenkarten und drei Zielkarten, die jeweils eine Verbindung von Städten vorgeben, die bis zum Spielende über eigene Bahnstrecken erschlossen sein müssen.

Reihum dürft ihr in eurem Spielzug nun entweder Wagenkarten ziehen oder eine Bahnstrecke nutzen.

Möchtest du Wagenkarten ziehen, so kannst du zwei einfarbige Karten oder einen Joker vom offen ausliegenden Angebot oder vom verdeckten Stapel ziehen.

Möchtest du eine Bahnstrecke nutzen, benötigst du dafür die entsprechenden Wagenkarten. Die Strecken zwischen den einzelnen Städten haben unterschiedliche Längen (1 bis 6 Felder) und eine bestimmte Farbe. Möchtest du eine Strecke mit den eigenen Waggons in Anspruch nehmen (bzw. bebauen), musst du entsprechend viele Wagenkarten der vorgegebenen Farbe ablegen. Ein Joker kann für jede Farbe verwendet werden. Ist eine Strecke grau, so dürfen die Wagenkarten aller Farben verwendet werden. Die bebauten Strecken bringen Punkte, wobei die Streckenlänge über die Punktezahl entscheidet: Ein einzelner platzierter Waggon bringt einen Punkt, doch eine 6-Waggon-Strecke bringt gleich 15 Punkte.

Die Punkte werden mit Zählsteinen am Spielfeldrand markiert. Zwischendurch darfst du auch neue Zielkarten ziehen, falls du glaubst, diese bis zum Spielende erfüllen zu können.

Das Spiel endet, sobald einer von euch alle Waggons verbaut hat. Nun wertet ihr noch eure Zielkarten. Für jeden erfüllten Auftrag gibt es entsprechend Bonuspunkte; konnte ein Auftrag nicht erfüllt werden, gibt es dafür Minuspunkte. Wer das längste zusammenhängende Streckennetz gebaut hat, bekommt nochmals Bonuspunkte. Wer nun insgesamt die meisten Punkte sammeln konnte, gewinnt das Spiel.

GALERIE

Anklicken / Antippen für Komplettansicht

CHECKPOINT

PRO

  • simple Regeln
  • ideales Familienspiel
  • immer wieder spannend


CONTRA

  • Thema wirkt ein wenig abgegriffen

MEINUNG

Als Zug um Zug im Jahr 2004 zum Spiel des Jahres gekürt wurde, gab es bereits einige Spiele mit Eisenbahn-Thema - ein Thema, das für den einen oder anderen zwar schon etwas abgegriffen gewirkt haben mag, aber es aus heutiger Sicht muss man sagen, dass es wohl ein zeitloses Thema ist, denn auch 20 Jahre später gibt es noch etliche Neuerscheinungen, die uns Eisenbahnstrecken bauen lassen.

Zug um Zug setzt dieses Thema als perfektes Familienspiel um, denn die Regeln sind simpel. Karten ziehen oder Karten spielen, mehr ist es nicht. Um Karten spielen zu können, müssen sie aber erst einmal gesammelt werden. Da viele Strecken auf dem Spielplan nur von einer Person bebaut werden können, andere Strecken aber auch maximal von zwei Personen, ist es immer spannend, ob man bei einer anvisierten Verbindung dann auch wirklich zum Zug kommt oder die Konkurrenz sie einem wegschnappt. Letzteres ist besonders dann ärgerlich, wenn man dadurch eine punkteträchtige Verbindung eines Auftrages verliert.

Das Spiel kann dabei bereits gut von Kindern mitgespielt werden, es funktioniert aber generationsübergreifend. So hat beispielsweise meine sonst weniger Spiel-affine Mutter im Seniorenalter auch sofort Gefallen an Zug um Zug gefunden. Vielspieler, die sonst nur dreistündige Expertenspiele spielen, werden vielleicht mit dem Glücksfaktor im Spiel hadern, der definitiv vorhanden ist, in Familienspielen aber auch eher als Spannungsfaktor angesehen werden sollte, da so immer Überraschungen im Spielablauf möglich sind.

Die etlichen Erweiterungen und weiteren Editionen, die seit 2004 erschienen sind, im Jahr 2023 sogar eine Legacy-Version, geben der Spiel des Jahres-Jury wohl recht - die Auszeichnung war damals absolut verdient, denn auch heute ist Zug um Zug noch ein ideales Gateway-Spiel, das (fast) jeden sofort abholt, der sich bislang noch nicht an neuere Brettspiele gewagt hat. Auch im Jahr 2023 daher noch eine klare Kaufempfehlung im Familienspiel-Sektor!

KULTFAKTOR: 9/10

Spielidee: 9/10
Ausstattung: 8/10
Spielablauf: 8/10

EUER REZENSENT

INGO

Vielspieler, Skifahrer, Italien-Fan, Medienheini

Eine Rezension aus dem Jahr 2008,
überarbeitet neu veröffentlicht am 02.11.2023

Bildnachweis:
Coverfoto: Days of Wonder
Weitere Fotos: Spielkultisten