REZENSION

Z3BRA

  • Genre: Kartenspiel
  • Jahr: 2023
  • Verlag: Amigo Spiele
  • Autoren: Dirk Hanneforth, Uwe Mölter
  • Grafik: Franz Vohwinkel
  • Spieler: 2 bis 5
  • Alter: ab 8 Jahren
  • Dauer: ca. 20 Minuten
  • Schwierigkeitsgrad: leicht 
  • Taktiklevel: 6/10

Streifen machen glücklich

Neun Zebra-Karten liegen in eurer eigenen Auslage. Durch geschicktes Tauschen der zunächst überwiegend verdeckten Karten versucht ihr, den Wert eurer eigenen Auslage zu minimieren. Trios, sozusagen Streifen aus drei gleichen Zahlen oder Farben helfen euch dabei, eure Summe so niedrig wie möglich ausfallen zu lassen.

REGELN

Mischt alle 112 Karten, bestehend aus den Kartenwerten 0 bis 12 in 7 Farben, ab dem Wert 10 doppelt vorhanden. Bildet aus den Karten einen verdeckten Nachziehstapel. 

Jeder zieht nun 15 Karten (nicht die Vorderseite anschauen!) und legt sie als persönlichen Reservestapel vor sich aus. Von diesen 15 Karten werden 9 Karten in ein eigenes 3x3-Raster gelegt. Nur zwei der neun verdeckten Karten werden aufgedeckt, ebenso die oberste Karte des allgemeinen Nachziehstapels, die so zur ersten Karte des Ablagestapels wird.

Gespielt wird reihum. Bist du am Zug, ziehst du zunächst eine Karte vom verdeckten allgemeinen Nachziehstapel auf die Hand und siehst sie dir an. Alternativ kann du auch die oberste Karte des offenen Ablagestapels nehmen. Nun hast du die Wahl:

  • Du tauscht eine deiner Karten aus dem 3x3-Raster (offen oder verdeckt) mit der neuen Karte aus. Die entfernte Karte wird dann offen auf den Ablagestapel gelegt.
  • Du möchtest die gezogene Karte nicht in dein Raster legen. In diesem Fall legst du sie einfach offen auf den Ablagestapel, musst dafür aber eine deiner noch verdeckten Karten aufdecken.

Anstatt eine neue Karte zu ziehen, kannst du auch zwei Karten deiner Auslage vertauschen, was aber ebenfalls dazu führt, dass du zusätzlich eine noch verdeckte Karte aufdecken musst.

Entsteht in deiner Auslage ein Trio aus drei Karten in waagrechter, senkrechter oder diagonaler Reihe, die allesamt die selbe Farbe oder die selbe Zahl zeigen, dann entfernst du dieses Trio aus deiner Auslage. Fülle die leeren Plätze nun mit Karten deines persönlichen Reservestapels auf, zunächst wieder verdeckt. Sollten zu diesem Zeitpunkt alle Karten in deinem Raster verdeckt sein, deckst du eine Karte auf. 

Ein Trio kannst du auch mit einer Karte eines Mitspielers bilden. Ziehst du eine Karte vom Nachziehstapel oder vom Ablagestapel und sie entspricht der Farbe oder Zahl einer Karte aus dem Raster eines Mitspielers, dann darfst du dessen Karte nehmen, sofern du damit ein Trio bilden kannst. Der Mitspieler erhält dafür deine gezogene Karte. Du selbst wirfst die Karte ab, die an der Stelle der fürs Trio ausgetauschten Karte lag. Danach wirfst du auch das Trio ab. 

Sollte dein Reservestapel leer sein, füllst du dein Raster nach dem Erzeugen eines Trios nicht mehr auf, sondern verkleinerst es zunächst zu einem 3x2 bzw. 2x3-Raster. Das Spiel geht dann auf diese Weise weiter.

Das Spiel endet, wenn entweder jemand alle eigenen Karten losgeworden ist oder aber jemand alle Karten seines Rasters aufgedeckt hat. Alle anderen sind dann noch einmal am Zug. Zum Schluss deckt ihr alle eventuell noch vorhandenen Karten eures Rasters auf. Wer dadurch noch ein Trio erzielt, kann es noch abwerfen. Wer nun den geringsten Kartenwert in seiner Auslage (ggf. plus Karten im Reservestapel) aufweist, gewinnt.

CHECKPOINT

PRO

  • neuer Kniff für ein bekanntes Spielprinzip
    mehr Möglichkeiten als bei ähnlichen Vertretern dieses Genres


CONTRA

  • Grundprinzip mittlerweile sehr bekannt

MEINUNG

Ich erinnere mich noch gut ans Jahr 2019, als HILO bei Schmidt Spiele erschien. Viele benannten das Spiel damals als Skyjo-Kopie, was man allerdings so nicht stehen lassen kann. Ja, das Grundprinzip des Kartentausches verfolgen beide Spiele, aber auch die Wurzeln von Skyjo sind schon im allgemein bekannten Spiel Golf zu suchen.

Skyjo war ab dem Jahr 2015 auf jeden Fall ein schöner Kartenspiel-Erfolg, ideal für Wenig- und Gelegenheitsspieler, altersunabhängig spielbar. Ja, das Spiel hat sich einen regelrechten Kultstatus erspielt, ein moderner Klassiker also, und da ist es kein Wunder, dass andere Verlage ähnliche Spiele auf den Markt brachten, ohne dabei als Plagiate angesehen werden zu dürfen, denn wie gesagt: das generelle Spielziel, am Ende einen möglichst geringe Summe an Kartenwerten vor sich ausliegen zu haben, gehört bereits zum Allgemeingut.

Nun kommt also mit Z3BRA ein weiteres Spiel dieser Art hinzu. Während bei Skyjo 3er-Reihen aus gleichen Zahlen und bei HILO 3er-Reihen aus gleichen Farben entfernt werden durften, gibt es bei Z3BRA nun beide Optionen. So weit, so bekannt. Und doch entpuppt sich das ansonsten eher unscheinbare Spiel als kleine Überraschung für Fans dieses Spielprinzips, denn tatsächlich gibt es einen neuen Kniff, genauer gesagt sogar zwei. Da wäre zum einen der persönliche Reservestapel, der Lücken von entfernten Karten zunächst zweimal wieder auffüllt, sodass das Spiel nicht so schnell vorbei ist. Ja, man möchte diese Karten des Reservestapels auf jeden Fall loswerden, denn am Ende zählen ansonsten die Kartenwerte mit zur eigenen Endsumme, und das kann richtig ärgerlich sein, wenn da hohe Karten in diesem Stapel liegen.

Somit ist es also auf jeden Fall empfehlenswert, auf Trios zu spielen, und das klappt auch recht gut, da man nicht nur auf Zahlen oder nur auf Farben beschränkt ist und zudem auch die Möglichkeit besitzt, Karten in ihren Positionen zu tauschen oder - mit etwas Glück - sogar Karten von einem Mitspieler zu stibitzen und sie in ein eigenes Trio zu verwandeln. Dadurch ergibt sich tatsächlich noch einmal eine neue Dynamik, die mir gut gefällt.

Fazit: Z3BRA wirkt wie ein guter Bekannter, und da es da schon einige ähnliche Spiele gibt, wäre das Spiel mittlerweile wohl nur noch Durchschnitt, gäbe es da eben nicht die kleinen Stellschrauben, die das Spiel für mich dann sogar noch besser als Skyjo machen. Ja, das Grundgerüst ist jetzt im Jahr 2023 nicht mehr allzu innovativ, ich bin jetzt auch nicht DER große Fan dieses Spielprinzips, aber spielenswert und kurzweilig ist Z3BRA mit seinen eigenen Kniffen dann auf jeden Fall. Von mir gibt es dafür sympathisch-gute 7 Punkte. Die Skyjo-Fans unserer Spielrunden vergeben auch noch einen Punkt mehr; da hat Z3BRA zuletzt tatsächlich den Klassiker abgelöst.

KULTFAKTOR: 7/10

Spielidee: 7/10
Ausstattung: 7/10
Spielablauf: 7/10

EUER REZENSENT

INGO

Vielspieler, Skifahrer, Italien-Fan, Medienheini

Eine Rezension vom 08.11.2023

Dieser Spieletest wurde unterstützt durch ein Rezensionsexemplar.

Bildnachweis:
Coverfoto: Amigo Spiele
Weitere Fotos: Spielkultisten