REZENSION

WRDS

  • Genre: Denkspiel
  • Jahr: 2025
  • Verlag: Perdix Spiele
  • Autor: Moritz Dressler
  • Grafik: Anna Schnabel
  • Personen: 1 bis 6
  • Alter: ab 10 Jahren
  • Dauer: ca. 15 bis 30 Minuten
  • Schwierigkeitsgrad: leicht bis mittel
  • Initiativlevel: 7/10

Lückenfüller

SPLN ST KLT! Na, erkennt ihr die Wörter ohne Vokale? Dann habt ihr vielleicht auch unseren Slogan erkannt: Spielen ist Kult, zumindest, wenn ihr die Vokale an die richtigen Stellen setzt. Genau darum geht es in diesem Spiel. Füllt die Lücken zwischen den Konsonanten und bildet möglichst lange Wörter!

REGELN

Mischt die 80 Buchstabenplättchen und legt je 5 zufällig als Stapel in jede der 16 Mulden der 4x4-Spielfläche, die ihr zuvor mit den eingelegten Stanztafeln vorbereitet habt. Die Person rechts von der aktiven Person stellt die Sanduhr neben eine beliebige Zeile oder Spalte. Die aktive Person hat nun die Aufgabe, ein möglichst langes Wort zu bilden. Dabei kann die gewählte Reihe von oben nach unten oder von unten nach oben (bei einer Spalte) bzw. von links nach rechts oder von rechts nach links (bei einer Zeile) gelesen werden. Der erste ausliegende Buchstabe ist dann der Anfangsbuchstabe des Wortes. Zum Nachdenken stehen genau 30 Sekunden zur Verfügung.

Die Buchstabenplättchen zeigen nur Konsonanten. Um ein Wort zu bilden, dürfen nun in die Lücken beliebig viele Vokale eingesetzt werden. Aus den beiden Plättchen L und B könnte also z.B. LIEB werden, LOB oder LAUB. Je mehr Plättchen einer Reihe ins Wort eingebunden werden, umso mehr Punkte gibt es, allerdings muss die Reihenfolge der Plättchen eingehalten werden. Dabei dürfen die verwendeten Konsonanten auch verdoppelt oder verdreifacht werden. So könnte aus BRTR das Wort BRETTER gebildet werden. Joker-Plättchen können als beliebiger Konsonant verwendet werden.

Alle anderen Personen suchen gleichzeitig nach eigenen Wörtern in der aktiven Reihe und nennen sie dann im Anschluss, wobei kein Wort doppelt vorkommen darf (auch kein Wortstamm). Alle passiven Personen, die ein Wort gefunden haben, erhalten ein Bonusplättchen, sofern die aktive Person kein gültiges Wort nennt. Nennt die aktive Person ein gültiges Wort, erhalten nur diejenigen ein Bonusplättchen, die ggf. ein Plättchen mehr verwendet haben. Liegt beispielsweise die Kombination SRST aus, und der aktiven Person fällt nur das kleine Wort SO ein, verwendet sie also nur das S. Wer hingegen SEEROSE nennt, verwendet 3 Plättchen (S, R, S) und würde dann das Bonusplättchen erhalten.

Nennt die aktive Person ein gültiges Wort, entfernt sie zum Schluss noch die daran beteiligten Plättchen aus der Auslage, sodass neue Buchstaben sichtbar werden. Die Plättchen werden zu Punkten. Dann versetzt sie die Sanduhr an eine neue Stelle, und die nächste Person wird zur aktiven Person. Es darf keine Reihe ausgewählt werden, in der sich bereits ein Feld ohne Buchstabenplättchen befindet.

Gespielt wird, bis so viele Buchstaben-Stapel geleert wurden wie Personen teilnehmen oder bis keine Reihe mehr für eine weitere Runde ausgewählt werden kann. Zählt nun die Punkte auf euren gesammelten Buchstabenplättchen (1 bis 5, je nach Buchstabe), Bonusplättchen bringen euch jeweils 1 Bonuspunkt. Wer die meisten Punkte gesammelt hat, gewinnt.

Ihr könnt das Spiel auch solo spielen. Dann tretet ihr gegen die imaginäre Gegnerin Aoi an, die immer die Plätchen aus der aktiven Reihe erhält, die ihr nicht in eurem Wort verwendet habt. Habt ihr zum Schluss mehr Punkte als Aoi, ist das Solospiel gewonnen.

Die Anleitung beschreibt zudem noch kleine Varianten, wie eine kooperative Spielweise oder die Möglichkeit, Wörter einer Reihe nach dem vierten Plättchen zu verlängern etc.

CHECKPOINT

PRO

  • pfiffiges Buchstabenspiel
  • alle sind beteiligt
  • praktischer Schachteleinsatz


CONTRA

  • es gibt viele solcher Spiele in ähnlicher Form

MEINUNG

Nicht selten wundert man sich ja über die Leistungsfähigkeit des eigenen Gehirns. Wenn in einem Text Buchstaben fehlen, ergänzt das Gehirn diese Lücken logisch. Das Partyspiel Less is More spielte bereits mit diesem Phänomen, indem es uns vor Risikoentscheidungen stellte, wie weit ein Wort reduziert werden kann, um es noch zu erkennen. Während Less is More dabei auf Fantasiewörter setzte, kommt das neue WRDS klassischer daher. In guter alter Scrabble-Manier müssen wir Buchstaben verbinden, um möglichst viele Plättchen, am besten mit hohem Punktewert, einzusammeln. Der entscheidende Kniff: Wir werden wortwörtlich zu Lückenfüllern, denn Vokale dürfen wir in beliebiger Anzahl in die Lücken einsetzen, die sich durch die auslienden Konsonanten ergeben. 

Nun ist es noch recht einfach, einen oder zwei Vokale an einen Anfangsbuchstaben anzuhängen. Aus D kann immer DU oder DIE werden. Folgt danach ein S, könnte es aber auch eine DOSE sein, und folgt als drittes Plättchen ein N, dann wäre DESSEN eine Lösung, denn, und das ist zusätzlich tricky: Konsonanten dürfen auch verdoppelt oder verdreifacht werden. So muss man sich also voran tasten, in der Hoffnung ein Wort zu finden, dass vielleicht sogar alle 4 Plättchen der aktiven Reihe einbindet. Ein Spiel für Wortakrobaten also, zumindest ein Spiel für diejenigen, die Spaß am Umgang mit der Sprache haben, wenngleich natürlich auch immer etwas Glück mit im Spiel vorhanden ist durch die zufällige Plättchenauslage. Wer solche schnellen Buchstaben-/ Wortfindespiele grundsätzlich nicht mag, wird seine Meinung durch WRDS wahrscheinlich nicht ändern, aber das ist bei Spielen dieses Genres ja immer so. 

Schön ist es, dass man WRDS auch kooperativ spielen kann. Dann kann jeder, ohne Prüfungssituation, Ideen einbringen. Und auch im kompetitiven Spiel gibt es keine endlosen Wartezeiten, denn das Spiel bindet ja auch immer alle passiven Personen mit ein, die vielleicht noch Bonusplättchen abstauben können, wenn die aktive Person patzt. 

Fans von eben solchen Wortspielen, welche es natürlich schon in vielen Varianten auf dem Spielemarkt gibt, kann ich WRDS sicher empfehlen, da es dann doch noch einmal einen neuen Kniff bereithält. Ich mag das Spiel dabei besonders zu zweit, da ich als aktive Person die wertvollsten Plättchen abgreifen möchte und zu zweit öfter die Gelegenheit dazu habe als in Vollbesetzung, auch wenn das Spiel mit jeder Personenanzahl funktioniert, übrigens auch ganz prächtig als Solospiel; auf der Webseite des Verlages kann man sich auch an einer Onlineversion versuchen. Gute 7 Kultpunkte vergebe ich innerhalb des Genres gern; Fans, die Spiele wie Scrabble und Co. sogar am liebsten spielen, dürfen für sich auch gern noch einen Punkt draufrechnen, denn WRDS lädt da auf jeden Fall zum spontanen Grübeln und Worttüfteln ein.

KULTFAKTOR: 7/10

Spielidee: 7/10
Ausstattung: 8/10
Spielablauf: 7/10

EUER REZENSENT

INGO

Vielspieler, Skifahrer, Italien-Fan, Medienheini

Eine Rezension vom 29.10.2025

Dieser Spieletest wurde unterstützt durch ein Rezensionsexemplar.

Bildnachweis:
Coverfoto: Perdix Spiele
Weitere Fotos: Spielkultisten