REZENSION

WHEELS VS DOORS

  • Genre: Party-/ Wissensspiel
  • Jahr: 2023
  • Verlag: Format Games, im Vertrieb von Carletto Deutschland
  • Autor: Matt Edmondson
  • Spieler: 2 bis 12
  • Alter: ab 10 Jahren 
  • Dauer: ca. 15 bis 30 Minuten
  • Schwierigkeitsgrad: leicht
  • Initiativlevel: 6/10

Apfel oder Huhn? Birne oder Ei?

In diesem Schätzspiel werden stets zwei Fakten verglichen, immer verbunden mit der Frage: Was gibt es mehr auf der Welt? Die Antwort ist da oft nicht leicht, denn mitunter werden auch völlig unterschiedliche Einheiten gegenübergestellt.

REGELN

Mischt die Wheels & Doors-Kärtchen (Räder & Türen-Kärtchen) gut durch und bildet daraus einen verdeckten Stapel. Bildet Teams oder tretet solo gegeneinander an. Jedes Team / jede Person erhält drei erste zufällige Kärtchen sowie vier Chips in der gewählten Farbe. 

Nehmt dann ein Deck mit Faktenkarten. Zieht zwei der sechs verdeckt gemischten Versus-Karten (mit den Werten von 1 bis 6) und lest die beiden entsprechend nummerierten Fakten auf der obersten Faktenkarte vor. Die Antwort ist immer eine Zahl, und gesucht ist die höhere. Nun setzt jeder, beginnend beim Vorleser mit dem Dealer-Chip, eigene Chips auf die vermeintlich richtige Antwort; im ersten Durchgang maximal 2 Chips, ab dem zweiten Durchgang bis zu 4 Chips. Mindestens ein Chip muss gesetzt werden.

Dann wird aufgelöst. Wer richtig getippt hat, erhält so viele Wheels-/Doors-Kärtchen vom Stapel, wie es der Anzahl der eigenen eingesetzten Chips entspricht. Wer hingegen falsch getippt hat, muss entsprechend viele Kärtchen abgeben. Die Kärtchen zeigen entweder ein Rad (blau) oder eine Tür (gelb). Wer zuerst 10 Kärtchen einer Sorte gesammelt hat, gewinnt, bei einem Gleichstand, wer insgesamt mehr Karten besitzt. 

GALERIE

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CHECKPOINT

PRO

  • einfaches Schätzspiel mit interessanten Aha-Momenten
  • viele Kombinationen möglich


CONTRA

  • Wertung vom Zufall abhängig

MEINUNG

Gleich vorweg: Das eigentliche Spielkonzept von Wheels vs Doors ist jetzt nichts Besonderes, die Wertung ist ziemlich zufällig, denn was ich für Belohnungskärtchen bei einer richtigen Antwort ziehe, kann ich nicht beeinflussen. Wenn die Kärtchen gut gemischt wurden, bringt mir eine Belohnung von vier Kärtchen genau zwei Räder und zwei Türen ein - kontraproduktiv, da ich ja eigentlich sortenrein sammeln möchte. Wer so richtig Glück hat beim Ziehen bzw. wurden die Kärtchen schlecht gemischt, gibt es direkt vier identische Symbole auf einmal - dann ist man dem Sieg natürlich deutlich näher.

Das damit verbundene Setzen der Chips hat dennoch eine kleine taktische Komponente. Habe ich beispielsweise sieben Türen angesammelt und dazu noch drei Räder, dann kann ich bei der nächsten Frage bedenkenlos drei Chips einsetzen. Geht das gut, gewinne ich vielleicht mit den nächsten drei Kärtchen das Spiel, wenn ich die fehlenden Türen ziehe. Geht es daneben, gebe ich einfach die drei Räder ab. So bleiben die sieben Türen unangetastet und ich erhalte mit der nächsten Frage einen zweiten Versuch, schneller ins Ziel zu gelangen. Ein einfaches Wettrennen also, leicht zu verstehen. Eine große Erklärung ist vorab nicht nötig.

Wheels vs Doors gehört dann aber zu den Spielen, bei denen eigentlich der Spaß im Vordergrund steht, hier der Spaß am Raten bzw. Schätzen. Ja, da gibt es manchmal schon ulkige Vergleiche, und wenn dann auch noch Meter gegen Stunden antreten müssen, muss man manchmal schon zweimal nachdenken, bevor man seine Chips einsetzt.

Manchmal kann es auch mal vorkommen, dass der Ausgang eines Vergleiches doch recht offensichtlich ist, umgekehrt kommt man aber auch immer wieder gern ins Grübeln. Tja, wie viele Tiere beherbergt denn wohl der Berliner Zoo? Habe ich da irgendeine Idee? Und wie viele Exponate befinden sich im Louvre? Da wird die Entscheidung schon knackig. Nicht selten wird die Auflösung von dem einen oder anderen Aha- und Oho-Moment begleitet. Genau diese Schätz-Vergleiche tragen das Spiel; das Kartensammeln gerät da mitunter fast schon in Vergessenheit, wenngleich man sich natürlich trotzdem freut, als Sieger aus dem Wettbewerb zu gehen. Die Anzahl der Karten reicht übrigens für etliche Partien ohne Wiederholung, zumal immer nur zwei Fakten pro Karte im Vergleich antreten, sodass auch immer wieder neue Kombinationen entstehen.

Besonders kurzweilig ist Wheels vs Doors, wenn ihr in Teams spielt. Die Diskussionen über die vermeintlich richtigen Antworten sorgen für mehr Unterhaltung, als wenn jeder für sich still auf ein Ergebnis tippt, keine Frage. Das Spiel funktioniert natürlich auch bereits problemlos zu zweit, und auch dann gibt es diese Überraschungsmomente, wenn eine Karte auf ihre Lösungsseite gedreht wird, aber für die gewisse Partystimmung dürfen es gern mehr Personen sein; Material gibt es für bis zu 6 Teams. Somit ist das sympathische Spiel auch bestens geeignet für größere Spielrunden - ein Spiel, bei dem man wohl meistens nicht allein mit purem Wissen gewinnen wird, einem Wissen aber durchaus dabei helfen wird, besser zu schätzen.

KULTFAKTOR: 7/10

Spielidee: 6/10
Ausstattung: 7/10
Spielablauf: 7/10

EUER REZENSENT

INGO

Vielspieler, Skifahrer, Italien-Fan, Medienheini

Eine Rezension vom 22.01.2024

Dieser Spieletest wurde unterstützt durch ein Rezensionsexemplar.

Bildnachweis:
Coverfoto: Format Games / Carletto Deutschland GmbH
Weitere Fotos: Spielkultisten