REZENSION

WER STIEHLT MIR DIE SHOW

  • Genre: Quiz-/ Partyspiel
  • Jahr: 2025
  • Verlag: Ravensburger
  • Autoren: Florida TV, Jens Merkl
  • Personen: 3 bis 5
  • Alter: ab 10 Jahren
  • Dauer: ca. 60 bis 90 Minuten
  • Schwierigkeitsgrad: leicht
  • Initiativlevel: 7/10

Mach mir den Joko!

In sieben Quizrunden mit wechselnden Spielleitern entscheidet sich, wie in der beliebten TV-Show, wer im Finale seine gewonnenen Münzen taktisch klug gegen Joko einsetzt. Wer hat am Ende die Nase vorn und allen anderen die Show gestohlen?

REGELN

Belegt die Spielübersicht mit 7 Münzen und nehmt euch jeweils ein beschreibbares Spielerpult, eine Antworttafel und einen Stift.

In der Hauptrunde werden 6 Quiz- Kategorien gespielt, in denen Punkte vergeben werden, wobei der jeweilige Sieger einer Kategorie eine Münze erhält und die nächste Kategorie bestimmt und moderiert. Bei einem Gleichstand entscheidet eine Schätzfrage.

Nach 6 Runden wird derjenige mit den meisten Münzen zu "Joko". Im Halbfinale wird eine weitere Münze vergeben. Wer nun insgesamt die meisten Punkte erspielt hat, tritt im Finalspiel gegen Joko an und setzt seine bis dahin gewonnenen Münzen klug ein, um Joko die Show zu stehlen.

Jede Quiz-Partie beginnt mit dem Spiel "Die leichten Fünf". Da werden fünf schnelle Quizfragen gestellt; die Antworten werden jeweils auf der eigenen Antworttafel notiert. Jede richtige Antwort bringt 1 Punkt.

Die folgenden Runden moderiert immer die Person, die die vorherige Runde gewonnen hat. Zur Auswahl stehen folgende Spiele:

  • Einfach, Zweifach, Dreifach: Antwortvorgaben (Zahlen), die mit 1, 2 oder 3 multipliziert werden, müssen in die korrekte Reihenfolge gebracht werden, also z.B. 2x die Anzahl der Zwerge bei Schneewittchen (14), 1x Unglückszahl (13) etc.
  • Lebe schnell, stirb langsam: Filme müssen anhand der Umkehrung ihres Titels erkannt werden.
  • Die fiesen Vier: Notiert eine von vier möglichen Antworten auf eine Frage, erhaltet aber nur dann einen Punkt, wenn niemand anderes dieselbe Antwort notiert hat.
  • Wer fragt denn sowas: Ungewöhnliche Multiple-Choice-Fragen, bei denen um die Ecke gedacht werden muss.
  • Antworten die lauten wie? Fragen, die rückwärts gestellt werden, müssen rückwärts beantwortet werden.
  • Wie du mir, so ich buchstabier: Antworten auf Fragen müssen mit Begriffen aus einer genannten Begriffskategorie buchstabiert werden.
  • Ich weiß, dass du nichts weißt: Erratet, welche Person eine gestellte Frage nicht korrekt beantworten konnte.
  • Hochmut kommt vor dem Call: Ruft eine Person eurer Wahl an, die für euch die gestellte Frage beantworten muss.
  • Zusammen quizzt man weniger allein: Bestimmt eine Person, mit der ihr die (längere) Antwort auf eine Frage, z.B. die Ergänzung eines Sprichwortes, abwechselnd, Wort für Wort, beantwortet müsst.
  • Was machen Rachen: Erkennt gegurgelte Songs.
  • Such den Joko: Schließt die Augen. Der Moderator der Runde versteckt die Joko-Figur im Raum und liest danach eine Frage vor. Wer Joko als erster findet, darf antworten.
  • Ein Feuerwerk der Emojionen: Beschreibt Personen mit 3 Emojis, die ihr über euer Smartphone verschickt und von einem gewählten Kontakt erraten lasst.
  • Einschätzen ist besser als Keinschätzen: Schätzt ein, wie viele Multiple-Choice-Fragen zu drei unterschiedlichen Themen ihr beantwortet könnt. Jede richtige Antwort bringt 1 Punkt, allerdings nur, wenn die vorhergesagte Anzahl korrekter Antworten stimmt.
  • Riskier die Gier: Entscheidet bei jeder Frage, ob ihr nach einer korrekten Antwort aussteigt und die Punkte sichert oder eine weitere Frage beantworten möchtet. Bei einer falschen Antwort sind alle Punkte der Runde verloren.
  • Einer für alle, alle für einen: Entscheidet beim Beantworten einer Frage, ob ihr sie alleine oder in der Gruppe beantworten möchtet. Wählt ihr die Gruppe, bekommt ihr einen Zusatzpunkt für jede falsche Antwort, allerdings bringen ggf. richtige Antworten den jeweiligen Personen auch Punkte. 


Während die Spiele in der Hauptrunde ab der zweiten Kategorie in ihrer Kombination immer wechseln und nach Runde 6 der Joko-Spieler feststeht, wird im Halbfinale stets "Alles oder nichts oder ein bisschen" gespielt. Bei jeder Frage verteilt ihr eure bisher erspielten Punkte auf Antwortvorgaben. Wer nach 4 Fragen die meisten Punkte retten konnte, spielt im Finale gegen Joko.

Im Finale spielt Joko gegen die Person, die nach dem Halbfinale die meisten Punkte besitzt. Dieser Herausforderer benötigt nun seine gewonnenen Münzen. Es werden Quizfragen gestellt, die Joko und der Herausforderer gleichzeitig (durchs Notieren auf der eigenen Antworttafel) beantworten. Liegt der Herausforderer richtig, erhält er 1 Punkt. Joko erhält automatisch 1 Punkt, egal, was er notiert hat. Allerdings kann der Herausforderer durch Einsatz einer Münze diesen Punkt verhindern, sofern die notierte Antwort von Joko falsch ist. Was Joko notiert hat, wird allerdings erst nach dem Münzeinsatz offengelegt. War Jokos notierte Antwort tatsächlich falsch, erhält der Herausforderer die Münze zurück, andernfalls verliert er sie. Es gewinnt, wer zuerst 5 Punkte erspielt hat bzw. wer, im Falle eines Gleichstandes, nach spätestens 10 Fragen vorn liegt. Sollte der Herausforderer die letzte Münze abgeben müssen, hat er das Spiel sofort verloren. 

Jedes Spiel wird auf einem faltbaren Würfel ("Cube") erklärt, alternativ können die Spielerklärungen auch bei QR-Code online aufgerufen werden. Wird eine Kategorie gespielt, wird der Cube zusammengesteckt und in die Mitte gestellt. Die Fragen bzw. Aufgaben befinden sich auf den großen Quizkarten, die jeweils in 20 Bereiche unterteilt sind (für die verschiedenen Kategorien), sowie auf einigen Spezialkarten. Nach jeder Frage (bzw. Aufgabe) wird die genutzte Karte zur Seite gelegt und eine neue gezogen.

GALERIE

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CHECKPOINT

PRO

  • gute Umsetzung der TV-Show
  • schöne Abwechslung durch die verschiedenen Quiz-Kategorien 
  • Neue Kniffe im Quiz-Sektor


CONTRA

  • Kleine Detail-Schwächen 
    Langfristig bräuchte es mehr Fragekarten

MEINUNG

Als Wer stiehlt mir die Show im Januar 2021 zum ersten Mal auf ProSieben zu sehen war, revolutionierte es das etablierte Quizshow-Genre. Ungewöhnliche Quiz-Ideen, immer mit einem eigenen Kniff versehen, gepaart mit dem Konzept, das hier keine hohen Geldgewinne im Fokus stehen, sondern die Möglichkeit, Moderator Joko Winterscheidt zu schlagen, um ihm die Moderation der nächsten Sendung abzunehmen, sorgen auch nach 11 Staffeln (Stand: April 2026) für beste Unterhaltung am Sonntagabend, nicht zuletzt auch dank immer neuer prominenter und Wildcard-Herausforderer.

Das Brettspiel zur Show fängt den Witz dieses Formats ganz gut ein, da es insgesamt 18 verschiedene Quiz-Kategorien beinhaltet, von denen drei in jeder Partie dabei sind, während fünf weitere Spiele aus einer Auswahl von 15 Optionen immer neu kombiniert werden können.

Besonders kommen hier Quizfans auf ihre Kosten, wenn sie genug haben vom bloßen Abfragen von Wissen. Öfters muss hier um die Ecke gedacht, gepokert oder geschätzt werden. In der TV-Show gibt es dabei nicht selten aktionsgeladene Konzepte, die sich im Spiel aufs Suchen der Joko-Figur oder aufs Gurgeln von Songs beschränken. Dennoch sind aber alle Quiz-Konzepte auf ihre Weise kurzweilig.

Damit das Konzept gut zum Tragen kommt, würde ich mindestens 4 Personen empfehlen, die am Quiz-Contest teilnehmen. Durch die wechselnde Moderation der einzelnen Runden kann jeder innerhalb einer Partie kurzzeitig die Show übernehmen, sodass der Vibe des Originals auf diese Weise gut eingefangen wird.

Rein spieltechnisch gibt es an der einen oder anderen Stelle auch mal kleinere Schwächen. Dass nicht alle Spiele für jede Personenanzahl gleich gut geeignet sind, kann man verschmerzen, da es genügend Auswahl an Ideen gibt. Die Tatsache, nicht mitspielende Personen übers Telefon mit ins Spiel einzubeziehen, kann man mögen – oder es lästig und unpassend finden. Auch hier gilt: Wenn das in eurer Gruppe nicht passt, lasst solche Aufgaben weg.

Die Quizkarten zeigen immer Fragen und Aufgaben für alle Kategorien. Das ist einerseits praktisch, weil man nicht viel suchen muss, andererseits lassen sich so bereits gespielte Fragen nicht aussortieren. Und dass die 3D-Cubes, die ans TV-Studio erinnern sollen, keine weitere praktische Funktion haben (einfache Karten bzw. Plättchen hätten gereicht), kann man als Gimmick verbuchen, genau wie die beschreibbaren Pulte. Als Halter für die schönen Plastikmünzen sind sie gut geeignet, zum Beschreiben (als Punkteanzeiger) eher weniger, da es sich nicht so gut auf einer senkrechten Fläche schreiben lässt. Zum Flair der Show trägt das Material aber bei.

Kleine Abzüge in der B-Note also, die für mich den Spielspaß nicht mindern, sofern man Freude an eher ungewöhnlichen Quiz-Ideen hat. Es mag im Brettspiel-Bereich rein regeltechnisch bessere Quizspiele geben, ja, aber als Umsetzung eines TV-Konzeptes kann ich Wer stiehlt mir die Show auf jeden Fall empfehlen, und das nicht nur den Hardcore-Fans des ProSieben-Formats. Je nach Personenanzahl und Gruppenzusammensetzung vergebe ich gute 7 bis sehr gute 8 Kultpunkte – verbunden mit der Hoffnung, dass langfristig Add-Ons erscheinen. Die Quizkarten des hier gezeigten Spiels reichen für bis zu 10 Partien ohne Wiederholung einer Frage.

KULTFAKTOR: 7–8/10

Spielidee: 8/10
Ausstattung: 7/10
Spielablauf: 7–8/10

EUER REZENSENT

INGO

Vielspieler, Skifahrer, Italien-Fan, Medienheini

Eine Rezension vom 16.04.2026

Dieser Spieletest wurde unterstützt durch ein Rezensionsexemplar.

Bildnachweis:
Coverfoto: Ravensburger
Weitere Fotos: Spielkultisten