REZENSION

VOLLE KANNE!

  • Genre: Würfelspiel
  • Jahr: 2025
  • Verlag: NSV
  • Autor: Sven M. Kübler
  • Grafik: Sandra und Oliver Freudenreich
  • Personen: 1 bis 4 
  • Alter: ab 8 Jahren
  • Dauer: ca. 20 Minuten
  • Schwierigkeitsgrad: leicht
  • Initiativlevel: 4/10

"Richtig gießen lässt Punkte sprießen"

Nutzt die Wasserwürfel geschickt, um eure Pflanzen glücklich zu machen, doch die sind wählerisch. Nur die richtige Menge an Wasser in der Gießkanne bringt euch Punkte, und wenn es richtig gut läuft, auch nette Boni. 

REGELN

Nehmt euch jeweils ein Blatt vom Spielblock sowie einen Stift (nicht im Spiel enthalten). Die Spielzettel sind doppelseitig bedruckt. Einigt euch vor Spielbeginn auf eine Seite.

Ihr spielt gleichzeitig, wobei immer eine Person reihum die aktive Person ist. Diese wirft ihren hellblauen sowie zusätzlich den dunkelblauen Wasserwürfel. Nur die aktive Person darf nun einen Würfel neu werfen.  Alle anderen werfen ihren hellblauen Wasserwürfel. Jeder bildet aus dem eigenen Ergebnis und der Augenzahl des dunkelblauen Würfels eine Summe. Diese Zahl muss nun in ein freies Feld des Spielzettels eingetragen werden.

Die Blumen erfordern 1, 2 oder 3 Einträge. Entspricht der Eintrag (bzw. die Summe bei 2 oder 3 Feldern) exakt der Vorgabe der Gießkanne, gibt es dafür 5 Punkte, zudem wird das angrenzende Würfelsymbol markiert. Ist die Summe zu hoch oder zu niedrig, stimmt die Wassermenge also nicht, gibt es die Differenz als Minuspunkte.

Schaffst du es, die drei Würfelsymbole einer Gruppe zu markieren, schaltest du einen einmaligen Bonus frei, den du zu einem beliebigen Zeitpunkt nutzen darfst (Würfelzahl um 1 erhöhen / verringern, nur einen der beiden Würfel nutzen oder den eigenen Würfel neu werfen).

Beim Glücksklee müssen drei beliebige Zahlen eingetragen werden. Die Summe dieser Zahlen sind Pluspunkte (oder direkt 36 Punkte bei drei identischen Zahlen).
 
Die Kakteen erfordern ebenfalls den Eintrag von drei beliebigen Zahlen, allerdings zählt Ihre Summe als Minuspunkte, die nur umgangen werden können, wenn wiederum alle drei Felder mit derselben Zahl gefüllt wurden.

Auf der Rückseite der Zettel gibt es weniger Blumen, dafür zwei Blumenranken aus je 4 Feldern, die sich an einer Stelle kreuzen. Die eine Ranke muss am Ende eine Summe von maximal 20, die andere von mindestens 36 aufweisen, um 5 Punkte zu erhalten. Wird die Vorgabe einer Ranke übererfüllt, gibt es dafür Bonuspunkte, umgekehrt zusätzliche Minuspunkte, wenn das Ziel der Ranke nicht erreicht wurde.

Addiert alle Punkte (bzw. subtrahiert die Strafpunkte). Wer die meisten Punkte gesammelt hat, gewinnt.

Das Spiel kann auch solo gespielt werden. Wirf dann stets beide Würfel. Dreimal im Spiel darfst du einen Würfel neu werfen.

 GALERIE

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CHECKPOINT

PRO

  • lockeres Würfelspiel 
  • kleine Spannungsmomente
  • kaum Wartezeiten 


CONTRA

  • bietet nicht viel Neues

MEINUNG

Schon seit vielen Jahren ist der NSV-Verlag eine sichere Anlaufstelle für alle, die kleine Würfelspiele mögen. Volle Kanne! hat, im Gegensatz zu Qwixx und Co. sogar ein Thema spendiert bekommen, was letztlich aber nur sehr dezent durchschimmert. Im Kern ist das Spiel genauso abstrakt wie auch die anderen bekannten Roll-and-Write-Spiele. Das geht aber völlig in Ordnung.

Spielerisch ist Volle Kanne! ein Leichtgewicht. In den Blumenreihen ist Zahlen-Jonglage angesagt, um im Idealfall Summenvorgaben exakt zu erfüllen und Vorteile abzugreifen, im schlimmsten Fall die Differenz möglichst gering zu halten. Beim Glücksklee sollten möglichst hohe Zahlen eingetragen werden, bei den Kakteen niedrige, wobei man auch auf den Bonus zocken kann, indem man drei identische Werte einträgt, um fette 36 Bonuspunkte einzufangen bzw. keine Minuspunkte notieren zu müssen. Mit einer 7 ist man aufgrund der Wahrscheinlichkeiten da auf einer weniger risikoreichen Seite als mit Extremwerten, andererseits sind besonders hohe Zahlen beim Klee halt auch einfach so schon sichere Punkte bzw. besonders kleine Zahlen beim Kaktus geringere Minuspunkte. So ist hier also auch immer etwas Zockergeist gefragt.

Die Ranken bringen auf der Rückseite der Zettel noch eine kleine Abwechslung ins Spiel - ein Spiel, das sowohl auf der A- als auch auf der B-Seite natürlich glückslastig ist. Viel echten Einfluss auf die Würfelwerte habe ich nicht, die Entscheidungen betreffen gerade anfangs die Verteilung der Zahlen auf die freien Felder, zum Ende hin, das in gut 15 Minuten erreicht ist, ist es dann auch gern mal ein Hoffen und Bangen, ob die richtigen Zahlen fallen.

Wer gern allein aus eigener Kraft gewinnt, wer gern weitreichende taktische Entscheidungen trifft, der wird mit Volle Kanne! weniger glücklich. Wer hingehen so kleine Zockerspiele mag, der erhält einen recht kurzweiligen Zeitvertreib, der auch gut solo gespielt werden kann, einfach als Highscore-Jagd. Spielerisch ist das kein Überflieger, sympathisch aber allemal, und bei mir löste das Wettrennen ums Wasser sogar kurzfristig einen kleinen Suchtfaktor aus, einfach, weil man als ständiges Ziel das Optimum vor Augen hat. Dafür 7 Kultpunkte; wer es lieber strategischer mag, müsste für sich ggf. ein, zwei Punkte abziehen. Für Wenig- und Gelegenheitsspieler bzw. als lockeres Zwischendurchspiel ist Volle Kanne! dagegen gut geeignet.

KULTFAKTOR: 7/10

Spielidee: 6/10
Ausstattung: 6/10
Spielablauf: 7/10

EUER REZENSENT

INGO

Vielspieler, Skifahrer, Italien-Fan, Medienheini

Eine Rezension vom 01.07.2025

Dieser Spieletest wurde unterstützt durch ein Rezensionsexemplar.

Bildnachweis:
Coverfoto: NSV
Weitere Fotos: Spielkultisten