REZENSION
UNDER THE MANGO TREE
- Genre: Familie
- Jahr: 2025
- Verlag: Deep Print Games / Pegasus Spiele
- Autor: Karl Lange
- Grafik: Dennis Lohausen
- Spieler: 2 bis 4
- Alter: ab 7 Jahren
- Dauer: ca. 15 bis 20 Minuten
- Schwierigkeitsgrad: leicht
- Initiativlevel: 6/10
Quokkas, Müll und Mangobäume
Die wunderschöne Landschaft Australiens wurde mit Müll überhäuft. Sorgt für Sauberkeit, lasst den Mangobaum neu erblühen und lockt verschiedene Tiere an, indem ihr Karten draftet und punkteträchtig an eurer Tableau anlegt.
REGELN
Nehmt euch ein eigenes Tableau und deckt die Quokka-Familie mit dem Müll-Marker ab. Spielt ihr zu viert, deckt ihr zudem die bereits vorhandene Mango im Baum mit einem Lori ab, außerdem überdeckt ihr die vergebenene Tierwertung mit einem angepassten Plättchen.
Im Spiel zu zweit sortiert ihr die 20 markierten Karten aus, im Spiel zu dritt und zu viert nutzt ihr alle 60 Karten. Mischt die Karten und bildet daraus einen verdeckten Stapel.
Zieht zu Beginn jeder Runde (5 Runden im Spiel zu zweit oder dritt, nur 3 Runden im Spiel zu viert) Karten auf die Hand: je 4 Karten im Spiel zu zweit oder dritt, je 5 Karten im Spiel zu viert.
In der Draft-Phase der Runde sucht ihr euch gleichzeitig eine Karte von ihrer Hand aus und legt sie verdeckt an euer Ablageplättchen an. Die Karten haben zwei Hälften mit einem unterschiedlichen Effekt. Beim Auslegen der Karte müsst ihr euch bereits für eine der beiden Seiten entscheiden und die Karte dann entsprechend in der Aussparung des Ablageplättchens platzieren. Deckt eure gewählte Karte nun auf und legt sie an die entsprechende Stelle eures Tableaus an.
Gebt die restlichen Karten in Pfeilrichtung des Ablageplättchens an die nächste Person weiter, erhaltet entsprechend Karten aus der anderen Richtung.
Wiederholt diesen Draftvorgang, bis alle Karten vergeben wurden. Dreht nun das Ablageplättchen auf die andere Seite, sodass der Pfeil nun in die entgegengesetzte Richtung zeigt, und spielt nun die nächste Runde.
Nach der letzten Runde kommt es zur Wertung eurer ans Tableau angelegten Karten:
Mangobaum: Multipliziere die Anzahl der sichtbaren Loris mit der Anzahl der sichtbaren Mangos.
Bienenstock: Zähle deine Bienen. Hast du mehr Bienen als ein direkter Sitznachbar, erhältst du 8 Punkte. Im Spiel zu dritt oder viert kannst du also maximal 16 Punkte erhalten (da zwei Nachbarn), im Spiel zu zweit maximal 8 Punkte (ein Nachbar).
Tierreservat: Hier sammelst du Sets aus Karten derselben Tierart. Besitzt du 2 Tiere eine Art, bekommst du 6 Punkte (7 im Spiel zu viert), für 3 Tiere einer Art bekommst du 12 Punkte (14 im Spiel zu viert).
Küste: Zähle die Anzahl verschiedener Fische. Je mehr unterschiedliche du gesammelt hast (maximal 8), umso mehr Punkte erhältst du.
Müllbeseitigung: Hast du mindestens 4 (im Spiel zu viert 3) Müllbehälter gesammelt, entfernst du das Müllplättchen, sodass du die Quokka-Familie auf deinem Tableau sehen kannst. Hast du nicht genügend Müllbehälter gesammelt, bleibt das Müllplättchen liegen und du erhältst 13 (im Spiel zu viert 9) Minuspunkte.
Wer nun insgesamt die meisten Punkte gesammelt hat, gewinnt.
GALERIE
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CHECKPOINT
PRO
- Einfaches Draftspiel, ideal für Familien, Wenig- und Gelegenheitsspieler
- Guter Einstieg in komplexere Spiele dieser Art
- Schöne Optik
CONTRA
- Spielerisch nichts Neues
- teilweise etwas friemelige Handhabung
- Personenzahl beeinflusst das Spielgefühl
MEINUNG
Quokkas – diese kleinen, grinsenden Flauschbomben – sind für mich ja ohnehin die Supermodels des Tierreichs. Umso schöner, dass sie bei Under the Mango Tree prominent auf dem Spieltableau herumwuseln. Leider hält sich ihre Präsenz nur so lange, bis der australische Busch zur Mülldeponie verkommt, und das passiert noch vor Spielbeginn. Tschüss Quokkas, hallo Plastiktüte! Zum Glück kann man aufräumen – und das nicht nur für das gute Karma, sondern auch gegen Minuspunkte. Und wenn einem dann die Quokka-Familie wieder entgegenstrahlt, ist das wie ein „Danke schön“ in Kulleraugenform. Ein paar Siegpunkte dazu? Na gut, ihr habt mich überzeugt.
Spielmechanisch ist das Ganze ein klassisches Set-Collection-Menü – einmal alles bitte! Man sammelt verschiedene Tiere, Fische, Bienen und Mangos, wertet Sets, streicht Punkte ein. Mal gibt’s Punkte für Vielfalt, mal für Gleichheit, mal für Mehrheit – also ein bisschen wie ein Bio-Supermarkt mit Rabattaktionen.
Das alles passiert auf ebenso altbekannte Weise: Drafting! Wir erinnern uns: Karte nehmen, den Rest weitergeben. Hat 7 Wonders bekannt gemacht, und spätestems seitdem ist diese Mechanik allseits beliebt. Zu zweit hat man da alles recht gut im Griff, zu viert fühlt es sich dann schon mehr wie ein Blindflug im Mangosturm an.
Der kleine Twist: Die Karten sind wie Dominosteine – zwei Hälften, eine Entscheidung. Welche Seite wird aktiviert? Spannung pur? Naja, zumindest eine kleine Denkpause. Aber wirklich nur eine kleine, denn das Spiel flutscht doch ganz gut durch – wäre da nicht das Fummeln mit den Double-Layer-Boards. Die Karten passen zwar rein, aber beim Verschachteln wird es doch hakelig. Je nach Tisch fühlt es sich an, als würde man versuchen, Plastikhülle zu stapeln … mit fettigen Händen. Besonders beim Mangobaum ist das ein kleiner ästhetischer Störfaktor, aber spielerisch bleibt alles im Lot.
Ein Wort zur Spieleranzahl: Zu zweit oder dritt spielt man 20 Karten, zu viert nur 15. Klingt nicht dramatisch, macht aber tatsächlich einen Unterschied. Mit weniger Karten steigt der Druck, sinnvolle Sets zu sammeln. Trotzdem bleibt alles recht entspannt, Stress sieht anders aus. Manche Strategien sind dabei ertragreicher als andere – das merkt man spätestens, wenn der Nachbar mit einem Fisch-Sammelsurium in die Punkte-Charts einzieht.
Jetzt könnte man natürlich fies werden und dem anderen genau die Karte wegschnappen, die er braucht. Das ist theoretisch möglich – praktisch macht man’s aber selten. Warum? Weil es kein eigenes Auffangnetz dafär gibt. Wenn ich eine Karte nur nehme, um jemandem eins auszuwischen, ich aber selbst nichts damit anfangen kann, dann werde ich meine Entscheidung wohl nochmal überdenken. Schadenfreude ohne Nutzen? Meh.
Aber mal ehrlich: Under the Mango Tree will gar kein fieses Taktik-Battle sein. Es will chillig sein. Ein Wohlfühlspiel. Ein bisschen wie ein Brettspielurlaub in Down Under – mit Kängurus und am Spielende hoffentlich auch wieder mit Quokkas. Perfekt für Familien, Wenig-, Gelegenheitsspieler und für alle, die einfach mal ein lockeres Ründchen spielen wollen. Dafür gibt’s von mir verdiente 7 Punkte.
Und die Erfahrenen unter uns? Die entdecken hier nichts Bahnbrechendes, aber für eine schnelle Runde nach dem großen Strategie-Brett ist es zumindest ein netter Absacker. Dafür dann immerhin solide 6 Punkte.
KULTFAKTOR: 6-7/10
Spielidee: 6/10
Ausstattung: 7/10
Spielablauf: 7/10
EUER REZENSENT
INGO
Vielspieler, Skifahrer, Italien-Fan, Medienheini
Eine Rezension vom 27.05.2025
Dieser Spieletest wurde unterstützt durch ein Rezensionsexemplar.
Bildnachweis:
Coverfoto: Deep Print Games / Pegasus Spiele
Weitere Fotos: Spielkultisten