REZENSION

TRICKY TWIST

  • Genre: Kartenspiel
  • Jahr: 2025
  • Verlag: Sit Down!
  • Autor: Taylor Reiner
  • Grafik: Marie Ooms
  • Personen: 3 bis 4
  • Alter: ab 10 Jahren
  • Dauer: ca. 20 bis 30 Minuten
  • Schwierigkeitsgrad: mittel
  • Taktiklevel: 4/10

Falsch gepaart mit Richtig

In diesem Stichspiel müsst ihr richtige Stiche gewinnen und falsche Stiche sammeln – am besten genau gleich viele, denn das bringt euch viele Punkte!

REGELN

Tricky Twist wird über so viele Runden gespielt, wie ihr Leute am Tisch seid, also drei oder vier. Am Anfang jeder Runde werden alle 48 Karten (1 bis 12 in vier Farben) unter euch aufgeteilt. Zudem wird eine Wertungskarte aufgedeckt.
Die Bonuskarten werden offen ausgelegt. Sie werden immer auf die Seite gedreht, die für die aktuelle Wertungskarte am nützlichsten ist. Die Wertungskarten geben vor, welche falschen du sammeln solltest. Gleich mehr dazu.

Zunächst suchst du dir 5 Karten von deiner Hand aus, mischt diese und legst diese als deinen Zugstapel bereit. 

Jetzt beginnt einer von euch die Runde. Bevor ihr den Stich spielt, kannst du, sowie alle anderen, eine Karte vom eigenen Zugstapel ziehen. 

Eröffnest du einen Stich, so spielst du eine Karte aus deiner Hand. Jetzt spielt reihum jede Person eine Karte. Dabei musst du die angespielte Farbe spielen, wenn du kannst. Kannst du es nicht, darfst du spielen, was du möchtest.

Habt ihr alle eine Karte gespielt, wird ausgewertet. Die höchste Karte der angespielten Farbe gewinnt den Stich. Du sammelst alle Karten der angespielten Farbe ein, drehst den Stapel vor dir um – und schon hast du einen "richtigen" Stich. Du eröffnest den nächsten Stich. Konntest du nicht bedienen und hast einfach eine andere Farbe als die angespielte gespielt, legst du deine gespielte Karte offen vor dich hin. Dies ist dein "falscher Stich".

Jedes Mal, wenn du einen richtigen Stich oder falschen Stich mit einer 7 darin gewinnst, darfst du dir eine der offenen Bonuskarten nehmen. Diese haben verschiedene Effekte. Ein häufiger Effekt ist, dass die Karte als ein falscher Stich bestimmten Wertes oder Farbe gilt.

Hat nach einem Stich irgendjemand keine Karten mehr auf der Hand, ist die Runde vorbei. Da ihr freiwillig Karten zieht, haben vielleicht einige von euch noch Karten auf der Hand. Das ist aber egal.

Jetzt wird gewertet:

  • Jeder richtige Stich gibt einen Punkt. 
  • Jedes Paar aus falschem und richtigem Stich ist 3 Punkte wert, außer du hast genauso viele falsche wie richtige Stiche, dann ist jedes Paar 5 Punkte wert.
  • Und natürlich gibt die Wertungskarte noch Punkte. Die Wertungskarten beziehen sich immer auf falsche Stiche und geben bestimmte Werte oder Farben vor, die gesammelt werden sollen. Als Beispiel sollen weiße oder rote Karten, ungerade Karten, die meisten einer Farbe oder unterschiedliche Farben gesammelt werden. Auf der Wertungskarte steht, wie viele gesammelte Karten wie viele Punkte geben. 


Notiert eure Punkte, sammelt alle Zahlenkarten ein, mischt diese und teilt sie  neu aus. Nach dem Aufdecken einer neuen Wertungskarte kann die nächste Runde beginnen.

Wer nach so vielen Runden, wie ihr Leute seid, die meisten Punkte hat, kennt sich anscheinend mit Paaren voll gut aus.

 GALERIE

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CHECKPOINT

PRO

  • hübsche glänzende Karten
  • ungewöhnlicher Mechanismus
  • "nicht bedienen" als Konzept


CONTRA

  • Falsche und richtige Stiche sind etwas verwirrend
  • Farben können wieder auftauchen

MEINUNG

"Richtig" und "Falsch" sind ja Begriffe, die mit sehr vielen Emotionen verbunden sind, und manchmal ist es gar nicht so leicht zu sagen, was richtig und was falsch ist.

Bei Tricky Twist ist Richtig von Falsch ganz leicht zu unterscheiden. Richtig sind Stiche, bei denen Leute brav die Farbe bedient haben. Abweichende Karten führen zu falschen Stichen. Das erscheint recht einfach, und nun hast du erstmal die Aufgabe, genau gleich viele richtige wie falsche Stiche zu sammeln, denn so viel sei hier schon verraten: Das gibt ordentlich viele Punkte.

Der versierte Stichspielfan wird aber direkt sagen, dass es ja schon sehr von den ausgeteilten Karten abhängt, ob ich bedienen muss oder irgendwas spielen darf. Das stimmt natürlich, aber deswegen gibt es den Reservestapel.

Am Anfang der Runde lege ich fünf Karten in meinen Reservestapel. Eine tolle Möglichkeit, Farben ganz von meiner Hand zu tilgen, damit ich falsche Stiche sammeln kann. Da ich auch wählen darf, ob ich ziehen möchte oder eher nicht, kann ich mir aussuchen, wann die verbannten Karten wieder kommen können. Zwar kommen diese in zufälliger Reihenfolge, aber immerhin etwas.

Wem traditionelle Stichspiele besonders zusagen, der wird sich hier möglicherweise etwas unwohl fühlen. Gerade hatte mein Gegenüber keine gelben Karten mehr, aber jetzt doch wieder. Dies ist in den meisten Stichspielen nicht möglich.

Ich finde die Herausforderung, gleichmäßig richtige und falsche Stiche zu sammeln eine spannende Aufgabe, und meines Erachtens ist der Reservestapel das beste Werkzeug dafür. Die anderen Punktewertungen versuche ich eher zusätzlich zu den Paaren zu bekommen. Dabei sind die Bonuskarten auch recht hilfreich. Ein interessantes Komzept, welches geschickterweise nur wenige Runden dauert, denn manchmal sind die ausgeteilten Karten eben doch sehr entscheidend für den Verlauf einer Runde.

Eine Runde ohne Stiche, wie z.B. bei Wizard oder Skull King, ist bei diesem Spiel nicht vorgesehen. Die Wahrscheinlichkeit, immer bedienen zu können, aber nie den Stich zu holen, ist sehr gering. Die Alternative dazu, null Stiche zu holen, ist es zu versuchen, sich voll auf die Wertungskarte und die falschen Stiche zu fokussieren. So wird Tricky Twist schnell zu einem interessanten Puzzle, das etwas ganz anderes bietet als viele andere Stichspiele.

Mit gefällt das Design der Karten sehr, denn diese sind glänzend und elegant mit ihrem schwarzen Hintergrund gestaltet. Die Symbole sind nach einer Erklärung auch deutlich. Und wie es sich gehört, sind die Werte der Karten in allen vier Ecken der Karten zu finden.

Fazit: Tricky Twist bietet wieder eine neue Variante der Stichspiele, wobei vielleicht der ein oder andere traditionelle Stichspielfan etwas ungehalten sein könnte über die vergleichsweise geringe Kontrolle. Alle anderen können das interessante Puzzle genießen.

KULTFAKTOR: 8/10

Spielidee: 7/10
Ausstattung: 9/10
Spielablauf: 7/10

EUER REZENSENT

LUTZ

Wahl-Niederländer, Elektrochemiker, Zuvielspieler, Rätselenthusiast

Eine Rezension vom 05.05.2026

Dieser Spieletest wurde unterstützt durch ein Rezensionsexemplar.

Bildnachweis:
Coverfoto: Sit Down!
Weitere Fotos: Spielkultisten