REZENSION
TOPP DIE TORTE!
- Genre: Kinderspiel
- Jahr: 2025
- Verlag: Schmidt Spiele
- Autor: Wolfgang Warsch
- Grafik: Michel Verdu
- Spieler: 2 bis 4
- Alter: ab 6 Jahren
- Dauer: ca. 20 Minuten
- Schwierigkeitsgrad: leicht
- Initiativlevel: 6/10
Schicht für Schicht zur Meistertorte
Das ist offenkundig ein Fall für Hochstapler: Schicht für Schicht entsteht eine zuckersüße Torte, doch nur mit Geschick und Augenmaß wird es euch gelingen, den Wettstreit um das leckerste Backwerk für euch zu entscheiden. Wer kann am besten abschätzen, welches Tortenteil am besten zur darunter liegenden Schicht passt? Mit etwas Glück erhaltet ihr Zuckerwürfel, die euch später wertvolle Siegpunkte einbringen, wenn ihr sie geschickt auf die Gläser verteilt. Also ran an die Zuckerstücke!
REGELN
Jede Person erhält ein Spielbrett, einen Tortenteller als Startteil, eine Spielfigur und einen Wertungsmarker. Die Zuckerwürfel, Punktechips, der Würfel, die Wertungstafel und der Torten-Topper werden in der Mitte des Tisches bereit gelegt. Die Tortenteile werden gemischt und davon jeweils sieben Teile an alle verteilt: zwei werden offen über das eigene Spielbrett gelegt, die restlichen fünf bilden einen verdeckten persönlichen Nachziehstapel.
Das Spiel verläuft über sieben Runden, jede bestehend aus drei Phasen: Zunächst wählt ihr gleichzeitig eines eurer beiden offen liegenden Tortenteile aus und markiert es mit eurer Spielfigur. Dabei müsst ihr die Teile immer oberhalb der Spieltafel liegen lassen und dürft sie nicht probeweise anlegen. Eure Aufgabe lautet, durch gutes Augenmaß, die Farbstreifen der neuen Schicht so an den darunterliegenden Schichten auszurichten, dass sich eine durchgehende Verbindung ergibt. Habt ihr eine Entscheidung getroffen, indem ihr eure Spielfigur auf das ausgewählte Tortenteil gestellt habt, wird das ausgewählte Tortenteil angelegt – beginnend mit der Person, die zuletzt eine Torte gegessen hat.
Nacheinander geschieht nun Folgendes: Für jeden verbundenen Farbstreifen, auf dem sich ein Zuckersymbol befindet (oder sogar mehrere davon), erhaltet ihr einen oder mehrere gleichfarbige Zuckerwürfel. Die gesammelten Zuckerwürfel werden dann auf die blauen Gläser des eigenen Spielbretts verteilt. Jedes blaue Glas, wovon es drei verschiedene gibt, darf nur Würfel unterschiedlicher Farbe enthalten und bietet Platz für eine bestimmte Anzahl Zuckerwürfel: drei, vier und fünf. Ist es voll, wird es sofort geleert, und die darin befindlichen Würfel kommen zurück in den Vorrat. Ihr erhaltet dann, je nach gewähltem Glas, entweder Bronze-, Silber- oder Goldmünzen, die später in Siegpunkte umgewandelt werden. Im Falle der besonders wertvollen Goldmünzen dürft ihr darüber hinaus würfeln und erlangt dann einen weiteren Vorteil: entweder einen bzw. zwei Zuckerwürfel in beliebiger Farbe oder einen goldenen Zuckerwürfel (Joker) nehmen und in ein Glas legen, den Wertungsmarker um einen oder zwei Sterne vorrücken oder einen bronzenen Punktechip erhalten. Das Leben als Konditor kann sich so belohnend anfühlen!
Bleiben Zuckerwürfel übrig, die ihr aufgrund ihrer Farbe nicht unterbringt, legt ihr diese kurzerhand ins Tauschglas. Dort dürfen sich auch Würfel gleicher Farbe befinden. Und: Sobald sich dort drei Zuckerwürfel befinden, tauscht ihr sie gegen einen beliebigfarbigen Würfel ein, den ihr dann wiederum in ein blaues Glas befördert.
Anschließend wird das übriggebliebene Tortenteil an die linke Person im Uhrzeigersinn weitergegeben und es wird ein neues Tortenteil vom persönlichen Stapel nachgezogen. So stehen wieder zwei Teile zur Auswahl und die nächste Runde beginnt.
Habt ihr Schicht für Schicht alle sieben Tortenteile angeordnet, ist nicht nur eine ansehnliche Kalorienbombe entstanden, sondern es wird auch das Spielende eingeleitet. Nun wird geprüft, wie viele goldene Zuckerwürfel sich auf eurer fertigen Torte befinden. Die entsprechende Anzahl nehmt ihr euch vom allgemeinen Vorrat und verteilt sie auf die drei Gläser, wobei der Farbzwang jetzt entfällt. Habt ihr die Verteilung gemäß der obigen Regeln abgeschlossen, kommt es zur Schlusswertung. Nun werden die gesammelten Punktechips ausgewertet, und ihr rückt eure Wertungsmarker auf der Wertungstafel entsprechend voran. Die Person mit den meisten Punkten gewinnt und darf ihre Torte mit dem Torten-Topper krönen.
GALERIE
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CHECKPOINT
PRO
- fantastisches Kinderspiel, das auch Erwachsene gern mitspielen
- Tortenteil-Auswahl will gut überlegt sein
- ausgefeilte Punktevergabe
- schönes Material, unverbrauchtes Thema
CONTRA
- "unfaire" Punkte-Chips
MEINUNG
„Oh wie süß!“, hört man sonst eigentlich nur, wenn es um Katzenbabys geht – oder um Kinderspiele, bei denen es darauf ankommt, Runde für Runde eine pappsüße Zuckertorte zu kreieren. Da wären wir auch schon beim Spielprinzip von Topp die Torte! angekommen. In jeder Runde ergänzen wir unser Backwerk um eine weitere Schicht und müssen darauf achten, dass die einzelnen Farbstreifen möglichst lückenlos zu den darunter liegenden Schichten passen. Der Wettstreit um die beste Torte erfordert insbesondere ein gutes Augenmaß, da alle Personen am Tisch stets abwägen müssen, welches Tortenteil am besten passt, damit beim Anlegen die meisten Zuckerstückchen herausspringen. Schon da sorgt die simple und doch witzige Plättchenauswahl für viel Spannung: Passt mein gewähltes Stück zum vorherigen? Schaffe ich es, vielleicht sogar mehrere Farbstreifen durchgehend zu verbinden, um mir noch dieses oder jenes Zuckerstückchen zu ergattern? Und kann ich sogar ein Tortenteil mit einem begehrten goldenen Zuckerwürfel, der mir nach der letzten Runde als Joker nützlich ist, unterbringen? So entsteht eine schöne Spannung, bei der alle gleichermaßen mitfiebern, ob ihr Kalkül aufgeht.
Für geschickt zusammenpassende Farbstreifen gibt es dann Zuckerstücke unterschiedlicher Farbe als Belohnung, die dann in verschiedene Gläser verteilt werden, aber gleiche Farben dürfen nie gemeinsam in ein Glas gelegt werden. Bleiben Stückchen übrig, kommen sie ins Tauschglas, welches wiederum immer dann geleert wird, wenn es drei Zuckerstückchen umfasst. Wer am Ende als Meisterkonditor hervorgehen will, hat also einiges zu bedenken. Insofern ist die Altersangabe ab 6 Jahren schon absolut zutreffend. Die Regeln fürs Ablegen und Einlösen der bunten Würfelchen sind für ein Kinderspiel dieser Einstufung schon vergleichsweise anspruchsvoll, daher sollte bei den ersten Partien immer ein erfahrenes Geschwisterkind oder ein Erwachsener dabei sein, um Regelunklarheiten zu beseitigen und Hilfestellung zu geben, nicht zuletzt, da sich in der letzten Runde, wenn die goldenen Zuckerwürfel verteilt werden und man diese für die eigenen Spielzüge einsetzen kann, häufig noch spannende Punkteauslöser ergeben. Welches Zuckerstückchen in welches Glas kommt, kann letztlich tatsächlich relevant für den Sieg sein.
Dass jedoch sowohl bronzene und silberne als auch goldene Münzen– wenn auch in unterschiedlicher Wahrscheinlichkeit – gleichermaßen zwei Siegpunkte enthalten können, hat nicht jedem gut gefallen. Kinder empfinden es als unfair, wenn sich beim Umdrehen der innig ersehnten Goldmünze plötzlich doch nur zwei Punkte ergeben, die auch mit der Bronzemünze erzielt werden können. Das sind aber lediglich Kleinigkeiten eines ansonsten nahezu perfekten Kinderspiels.
Der interaktive, packende Spielablauf und die ausgefeilte Punktevergabe haben letztlich nicht nur unsere Familie überzeugt, sondern auch eingeladene Freunde begeistert. Der hohe Spaßfaktor wird von mir mit starken 9 Kultpunkten belohnt – und mit einer Kirsche obendrauf getoppt! Ob wir Topp die Torte! als Kinderspiel des Jahres sehen werden? Ich könnte es mir gut vorstellen!
KULTFAKTOR: 9/10
Spielidee: 9/10
Ausstattung: 9/10
Spielablauf: 8/10
EUER REZENSENT
CHRISTOPH
Kinder- und Kennerspiel-Spieler, Stefan-Feld-Fan, Im-Sommer-in-jeden-See-Springer
Eine Rezension vom 24.04.2025
Dieser Spieletest wurde unterstützt durch ein Rezensionsexemplar.
Bildnachweis:
Coverfoto: Schmidt Spiele
Weitere Fotos: Spielkultisten