REZENSION

THE SAME GAME

  • Genre: Partyspiel
  • Jahr: 2023
  • Verlag: Edition Spielwiese / Pegasus Spiele
  • Autor: Wolfgang Warsch
  • Grafik: Christian Schupp
  • Spieler: 3 bis 6
  • Alter: ab 4 Jahren
  • Dauer: ca. 30 bis 45 Minuten
  • Schwierigkeitsgrad: leicht
  • Initiativlevel: 6/10

Sind Küchenwaagen wichtiger als Bungee-Seile?

Denkt euch ein Objekt aus, das eine Eigenschaft mit dem euch gegebenen Objekt teilt, aber in allen anderen verschieden ist. Eure Freunde werden dann so wichtige Fragen beantworten müssen, ob ein Kühlschrank und ein Rollstuhl den gleichen Preis haben.

Hinweis vorab
Zum Test in einer internationalen Spielgruppe stand uns ein englischsprachiges Exemplar des Spiels zur Verfügung. Im deutschen Handel werdet ihr natürlich die deutschsprachige Version des Spiels vorfinden.

REGELN 

The Same Game ist ein Wortspiel, und die Einleitung hat die Idee des Spiels auch fast komplett wieder gegeben. Doch bauen wir erst einmal alles auf.

Wir brauchen das Spielbrett mit den zwei Zählleisten. Auf das Startfeld für eure Spielerzahl stellt ihr die Spielfigur. Ihr sucht euch ein Level (1 bis 4) aus und wählt entsprechend des Levels Eigenschaftskarten zufällig aus. Für jede Eigenschaft braucht ihr einen Becher und einen Zahlenchip. Die Zahlenchips kommen in den gelben Sack. Alle am Tisch brauchen je einen Stift und eine abwischbare Schreibtafel.

Reihum wird ein Chip geheim gezogen, die Nummer notiert und wieder zurückgelegt. Dann werden die Zahlenchips den Eigenschaften zugelost. Jetzt gibt es pro Person noch eine Objektkarte. Jeder sollte nun, wie alle anderen auch, eine Objektkarte und eine Eigenschaft haben.

Die Eigenschaften sind so etwas wie Gewicht, Preis, Häufigkeit auf der Erde, Wichtigkeit für die Menschheit, Bewegung oder ähnliches. Jetzt schreibst du auf deine Tafel ein Objekt, welches die zugeteilte Eigenschaft mit deiner Objektkarte teilt. Idealerweise sind die beiden Objekte in allen anderen Eigenschaften unterschiedlich. Die Objekte müssen von Menschen gemacht sein und materiell. Wer also Gerechtigkeit nehmen wollte oder einen Baum, für den sieht es schlecht aus.

Einmal im ganzen Spiel darf jemand von euch die Objektkarte abwerfen und einen Ersatz nehmen.

Haben alle ein Wort notiert, darf jemand als erstes ein Wortpaar präsentieren. Wenn du an der Reihe bist, müssen alle anderen ihre Augen schließen. Dann drehst du den Zahlenchip deiner Eigenschaft um; jetzt zeigt dieser eine Falle. Dann stülpst du einen Becher über jeden Zahlenchip.

Alle öffnen die Augen und du zeigst deine Objektkarte und das notierte Wort. Jetzt diskutieren alle, außer dir, welche Eigenschaften gleich und welche unterschiedlich sind. Ist sich die Gruppe einig, dass eine Eigenschaft verschieden ist, so wird der Becher entfernt. Ist darunter ein Zahlenchip, kommt der Becher auf die Punkteleiste und das Team darf den nächsten Becher entfernen. Sobald die Falle aufgedeckt wurde, muss dein Team aufhören. Abhängig von den gesammelten Bechern darf eure Spielfigur vorwärts gehen.

Dann darf die nächste Person die Falle platzieren und das Wortpaar präsentieren. Je nach Spieleranzahl werden eine oder zwei Runden gespielt und dann wird geschaut, ob eure Spielfigur die Ziellinie erreicht hat.

GALERIE

Ihr seht hier Fotos der englischsprachigen Version des Spiels. Eine deutschsprachige Version ist im Handel erhältlich.

CHECKPOINT

PRO

  • witzige Diskussionen
  • gutes Material
  • originelle Idee


CONTRA

  • zufällig gute oder schwierige Kombinationen
  • Eigenschaften nicht immer eingängig

MEINUNG

Ich mag learning by doing nicht, ich möchte immer alle Regeln vor der ersten Partie eines Spiels kennen. Aus diesem Grund lehre ich Spiele auch genau so, außer bei The Same Game. Hier bringe ich es Leuten tatsächlich Schritt für Schritt bei. Zieh einen Chip. Schreibe die Nummer auf. Leg ihn zurück. Nimm eine Objekt-Karte und finde ein anderes Objekt, das ähnlich ist in der gezogenen Kategorie und verschieden in allen anderen. Damit ist das meiste schon geschafft. Es gab ein oder zwei Leute, die trotzdem mit dem Konzept gekämpft haben, aber nach einem Paar von Objekten war das Spielprinzip deutlich.


The Same Game bietet hierbei in vielen Dingen das Gleiche wie andere Spiele. Jemand wartet darauf, dass der Rest der Gruppe den Hinweis versteht. Die Gruppe diskutiert fröhlich und wählt. Dieses Prinzip kennen wir beispielsweise aus Codenames, Spiel des Jahres 2016.

Wichtige Unterschiede sind dabei, dass The Same Game komplett kooperativ ist und alle gleichzeitig nach einem Begriff suchen. Das markanteste Merkmal von The Same Game ist aber, dass wir uns in Diskussionen darüber wiederfinden, ob ein Bunge-Seil komplizierter zu bedienen ist als eine Küchenwaage. Oder ob Rollstühle wichtiger für die Menschheit sind als Kühlschränke. Sieht ein Wanderrucksack aus wie ein Raviolo?

Dabei kann ich schon mal verzweifeln, wenn ich feststelle, dass niemand am Tisch weiß, woraus ein Scheibenwischer besteht oder niemand mal zum Skifahren war. Je nachdem, wie es euch amüsiert eurem Team bei der Diskussion zuzuschauen oder ihr euch in Diskussionen einbringt, kann es sein, dass ihr The Same Game als kurzweilig oder voller Wartezeit einstuft.

Ich rate euch auch, vor jeder Partie die gewählten Eigenschaften genau zu besprechen, damit ihr wisst, das es beispielsweise nicht um den Preis geht, der auf dem Flohmarkt für ein Produkt verlangt wird, und es geht nicht darum, wie komplex es ist, das Objekt herzustellen.

Bei den vielen Objektkarten und Eigenschaften kann es schon mal vorkommen, dass man ein Objekt und eine Eigenschaft erhält, deren Kombination gefühlt unmöglich zu einem guten Tipp führen kann. Hier empfehle ich einfach mal mutig zu sein, aber es gibt ja auch die Möglichkeit, eine Objektkarte zu tauschen. Letztes geht nur einmal im ganzen Spiel, also sprecht euch gut mit den anderen ab.

Bei 5 oder 6 Leuten ist dies etwas leichter, weil dort nur ein Objekt für jede Person gespielt wird, während es bei 3 und 4 Leuten zwei Runden sind. Trotzdem würde ich das Spiel für jede Gruppengröße empfehlen. Ihr könntet auch mehr Leute mitspielen lassen, dann eben mit weiteren Zetteln und Stiften, aber dann funktioniert die Wertung nicht mehr so gut, wobei The Same Game eh nicht von den Punkten lebt. 

Dabei ist das zentrale Brett nur dafür da, den Punktezugewinn für dieses Objektpaar und das ganze Spiel festzuhalten. Dies sieht auch alles sehr gut aus und das Material ist gut gestaltet, aber das Beste am Material sind die Becher. Durch die Becher mit den Chips darunter entsteht bei jedem Aufdecken etwas Nervenkitzel. Erleichterung oder Stöhnen folgt auf das Heben des Bechers, wenn die Entscheidung davor lange diskutiert wurde.


FAZIT: Wer Wortspiele im Team mag und schon immer wichtige Fragen klären wollte, z.B. ob es mehr Basketbälle oder Fußbälle auf der Welt gibt, der sollte sich The Same Game auf jeden Fall ansehen, denn ist wirklich unterhaltsam. Wer hingegen nicht so gerne an Diskussionen teilnimmt, lässt es vielleicht besser liegen.

KULTFAKTOR: 8/10

Spielidee: 8/10
Ausstattung: 8/10
Spielablauf: 8/10

EUER REZENSENT

LUTZ

Wahl-Niederländer, Elektrochemiker, Zuvielspieler, Rätselenthusiast

Eine Rezension vom 09.04.2024

Dieser Spieletest wurde unterstützt durch ein Rezensionsexemplar.

Bildnachweis:
Coverfoto: Edition Spielwiese / Pegasus Spiele
Weitere Fotos: Spielkultisten