REZENSION
THE DAWN OF PANGAEA
- Genre: Taktikspiel
- Jahr: 2026 (geplant)
- Verlag: Treeceratops
- Autor: Thomas Franken
- Grafik: Marcel Domke, Chris Karbach, Nina Pommelin, Johanna Tarkela
- Personen: 1 bis 4
- Alter: ab 10 Jahren
- Dauer: ca. 60 Minuten
- Schwierigkeitsgrad: mittel
- Taktiklevel: 8/10
Bäume, Geister, Rituale
Als Naturgeister wollen wir das öde Land von Pangaea zum Leben erwecken. Wir verteilen Samen, aus denen Bäume sprießen. Mit deren Hilfe und mit der Unterstützung durch die alten Hüter der Natur führen wir Rituale durch, die uns immer höher auf den heiligen Berg emporsteigen lassen.
KICKSTARTER PREVIEW: Zum Test stand uns ein Prototyp / Vorabexemplar des Spiels zur Verfügung. Das finale Spiel kann Änderungen beinhalten.
REGELN
Legt den heiligen Berg in die Mitte. Puzzelt die Spielfläche in zufälliger Anordnung daran, pro teilnehmender Person wird eine Landschaftstafel jeder Sorte (es gibt vier unterschiedliche Wettersymbole) ausgelegt. Somit besteht die Spielfläche im Spiel zu zweit aus 8, im Spiel zu dritt aus 12 und im Spiel zu viert aus 16 Tafeln. Bestückt die markierten Wasserfelder jeweils mit einem zufälligen Segensplättchen.
Mischt die Ritual-Karten getrennt nach ihrer Rückseite (Land / Kreatur) und zieht von beiden Stapeln je eine Karte auf die Hand. Deckt zudem von beiden Stapeln je 2 Karten als offenes Angebot auf, legt auf jede Karte ein zufälliges Gunstplättchen.
Nehmt euch dann noch jeweils 2 Samen, die Spielfigur eurer Farbe sowie, ebenfalls in der eigenen Farbe, 10 Bäume.
Gespielt wird reihum. Bist du am Zug, führst du 2 Aktionen aus, die du aus mehreren Optionen auswählst. Du kannst auch zweimal dieselbe Aktion wählen.
Folgende Aktionsmöglichkeiten gibt es:
Samen verbreiten: Lege einen deiner Samen auf ein freies Landfeld deiner Wahl.
Wachstum: Platziere deine Figur auf einem freien Wasserfeld. Liegt ein Segensplättchen auf dem Feld, nimm es an dich. Du kannst es jederzeit einmalig für den darauf angegebenen Bonus einsetzen. Samen auf angrenzenden Feldern zur Figur wachsen nun zu Bäumen. Nimm den Samen zurück, platziere einen Baum aus deinem Vorrat (besitzt du keinen Baum mehr im Vorrat, versetzt du einen bereits platzieren Baum) und erhalte ein Wetterplättchen der Sorte, die die Tafel, auf der der Baum platziert wurde, vorgibt. Auch fremde Samen wachsen auf diese Weise zu Bäumen, wenn sie sich angrenzend zur platzierten Figur befinden.
Wald vergrößern: Platzieren 2 Samen auf freien Feldern, die sich angrenzend zu deinen Bäumen befinden.
Führe ein Ritual durch: Spiele dazu eine Karte von der Hand oder aus dem offenen Angebot. Kreaturen-Rituale erfordern die Abgabe vorgegebener Wetterplättchen für eine vorgegebene Punktezahl, Land-Rituale erfordern Verbindungen von vorgegebenen Land-Typen mit Bäumen, wobei die Verbindung (bis auf das Start- und Zielfeld) auch durch fremde Bäume und Figuren gewährleistet werden darf. Gewertet wird immer die kürzeste Verbindung, jeder zur Verbindung beitragende eigene Baum oder die eigene Figur bringt 1 Punkt, jede fremde Farbe (!) in der Verbindung bringt 1 Bonuspunkt. Eigene beteiligte Bäume werden nach dem Ritual entfernt, fremde bleiben stehen. Erfüllte Ritualkarten werden als verbundene Reihen vor einem ausgelegt. Sie können mit passenden Gunstplättchen aktiviert werden, um die alten Hüter zu beschwören, was alternativ auch als Hauptaktion möglich ist.
Beschwöre einen alten Hüter: Hier hast du Wahl aus drei Wesen. Der Bär lässt dich einen weiteren Samen platzieren. Befindet sich der Bär gemeinsam mit einem Samen auf einem Feld, wächst der Samen zu einem Baum. Die Schildkröte verbindet Land über ein Wasserfeld, auf dem die Schildkröte platziert wird. Zudem gibt es beim Platzieren ein Wetterplättchen von einer verbundenen Landfläche. Die Schildkröte kann für Rituale genutzt werden (s.o.). Der Adler schützt einen eigenen Baum bis zum Ende des Spielzuges. Der Baum wird nach einem Ritual nicht entfernt.
Wer mindestens fünf Bäume auf der Spielfläche platziert hat und mehr Bäume besitzt als die Konkurrenz, erhält den "Meiste Bäume"-Bonus, der am Spielende 2 Punkte einbringt und im eigenen Zug ein Wetterplättchen in eine andere Sorte tauschen kann. Bei einem Gleichstand erhält niemand den Bonus. Natürlich kann der Bonus auch zu einer anderen Person wechseln, wenn diese die Mehrheit an Bäumen besitzt.
Punkte werden im Spiel auf dem heiligen Berg festgehalten. Erreicht eine Person die 30-Punkte-Marke, wird die laufende Runde noch zu Ende gespielt. In einer finalen Runde darf jeder noch eine letzte Ritualkarte spielen, falls möglich. In diesem Fall werden auch keine beteiligten Bäume mehr entfernt. Wer nun die meisten Punkte vorweisen kann, gewinnt.
GALERIE
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Die separat erhältliche "Wild Woods"-Erweiterung bringt jeder Person ein eigenes Spieltableau mit sechs Baumkronen und drei weiteren Samen, zudem neue Segensplättchen.
Eine neue Aktion ist das Platzieren einer Baumkrone auf einem bestehenden Baum. Dafür müssen die auf dem Tableau angegebenen Wetterplättchen bezahlt werden. Auf diese Weise können auf dem Tableau weitere Samen freigeschaltet werden, zudem auch verbundene Segensplättchen.
Maximal darf ein Baum drei "Etagen" hoch anwachsen. Der Vorteil: Nach einem Land-Ritual wird nicht der ganze Baum entfernt, sondern nur eine Spitze. In fremden Ritualen erhältst du für so einen beteiligten Baum ein Wetterplättchen.
Neu ist auch die veränderte Vergrößerungs-Aktion. Nun darfst du alle (!) verfügbaren Samen platzieren, die Höhe des angrenzenden Baumes (2 oder 3 Etagen) erlaubt es nun auch, einen Samen zwei oder drei Felder entfernt zu platzieren.
Auch darf Samen nun auf Feldern platziert werden, auf dem sich bereits Samen befinden. In diesem Fall muss die Anzahl aber übertroffen werden. Ein Baum wächst dann auf so einem Feld nur für die Person, die hier die Mehrheit besitzt.
Bei der Schlusswertung gibt es nun noch Extrapunkte für bestimmte vom Tableau entfernte Baumkronen.
Das Spiel kann auch solo oder kooperativ gespielt werden.
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CHECKPOINT
PRO
- wunderschöne Tischpräsenz
- viele taktische Überlegungen
- mit der Erweiterung noch strategischer
CONTRA
- abstrakter als es aussieht (stört mich aber nicht)
MEINUNG
Wie der Vorgänger Forests of Pangaia lenkt The Dawn of Pangaea die Aufmerksamkeit direkt durch seine echt schöne Tischpräsenz auf sich. Die Holzbäume, die Kartenillustrationen, die stabilen Spieltafeln - das Material ist absolut hochwertig und sieht schick aus.
Spielerisch haben wir es bei The Dawn of Pangaea mit einem im Kern abstrakten Taktikspiel zu tun, dem das gewählte Thema gut steht.
Anfangs wirken die Wege noch vorgezeichnet. So wird man erst einmal Samen auf den Landschaftsfeldern verteilen, um dann Bäume wachsen zu lassen. Wenn die ersten Bäume stehen, erweitern sich die Möglichkeiten. Doch schon die Saat ist taktisch. Teile ich meine Samen auf verschiedene Regionen auf oder bündele ich sie, um sie später mit meiner angrenzend platzierten Figur direkt beide wachsen zu lassen? Und was macht die Konkurrenz? Erschließt sie sich eigene Gebiete oder möchte sie von meinem Standort profitieren, indem sie ihren Samen taktisch an eine Stelle legt, die ihr dann eine Wachstumsaktion einspart, weil ich sie bereits übernehme?
Bäume lasse ich wachsen, um Rituale, quasi die Aufträge des Spiels, zu erfüllen. Nur so lassen sich Punkte machen. Schön ist es, dass es da zwei Wege gibt - zum einen wären da die Wetterplättchen, die wir erhalten, wenn ein Baum wächst - quasi Set-Collecting bzw. Ressourcenmanagement, zum anderen wäre da aber auch die noch flexiblere Option, an Punkte zu gelangen. Dann nämlich müssen Wege erschlossen werden, die vorgegebene Landschaften verbinden, und diese Wegeplanung ist dann auch wieder tricky, da es sich oftmals lohnt, auch die Konkurrenz in die eigene Planung zu integrieren, einfach für schnellere Verbindungen und für zusätzliche Punkte. Das kommt im Spiel zu zweit etwas weniger zum Tragen als zu viert, andererseits ist das Spiel zu viert auch weniger im Voraus planbar; mein persönlicher Sweetspot liegt bei drei Personen, wobei es, dank modularer Anpassung der Spielfläche, grundlegend mit jeder Personenzahl funktioniert.
Die alten Hüter der Natur lassen, als Hauptaktion oder über das kleine Bonus-Puzzle passender Plättchen für die ausgespielten Karten, weitere taktische Winkelzüge entstehen. Sichere ich mir einen Baum, den ich sonst nach einem Ritual verlieren würde? Platziere ich die Schildkröte, um Wasserstellen mit Land zu verbinden?
Vieles will hier gut überlegt sein, und doch ist The Dawn of Pangaea ein Wettrennen, denn der Punktefortschritt entscheidet letztlich auch darüber, wann das Spiel endet.
Das alles gefällt mir als Fan solcher planerischen Spiele sehr gut, 8 Kultpunkte, und sogar 9, wenn mit der optionalen Erweiterung gespielt wird. Durch freischaltbares zusätzliches Material, vor allem aber auch die Möglichkeit, Bäume über drei Stockwerke wachsen zu lassen, ergeben sich noch mehr strategische Überlegungen. Geschickt platziert, kann ich mit einem hohen Baum dann auch mehrfach Rituale durchführen, ich kann mehr Samen verteilen, und das nun auch in größerer Entfernung zu den Bäumen oder sogar um Mehrheiten kämpfen. Das finde ich richtig gelungen. Während Einsteiger bzw. Familien sich wohl auf das Grundspiel beschränken (und auch da noch Spielkonzepte für ein leichteres Spiel ignorieren können), werden Vielspieler dankend zur Erweiterung greifen. Ja, The Dawn of Pangaea ist ein Spiel nach meinem Geschmack!
Hinweis: Das Spiel kann ab 07.10.2025 auf Kickstarter finanziert werden. Link zur Kampagne: https://www.kickstarter.com/projects/marcduer/the-dawn-of-pangaea/
VIDEO
Unser Video zum Spiel findet ihr auf YouTube: https://youtu.be/aI1Q-DvHsd0
KULTFAKTOR: 8-9/10
Spielidee: 8/10
Ausstattung: 9/10
Spielablauf: 8/10
EUER REZENSENT
INGO
Vielspieler, Skifahrer, Italien-Fan, Medienheini
Eine Rezension vom 07.10.2025
Dieser Spieletest wurde unterstützt durch ein Rezensionsexemplar.
Bildnachweis:
Coverfoto: Treeceratops
Weitere Fotos: Spielkultisten