REZENSION
STUGLANDET
- Genre: Familienspiel
- Jahr: 2026
- Verlag: HABA
- Autoren: Erik Ambring, Acke Ambring
- Grafik: Fabian Göranson
- Personen: 2 bis 4
- Alter: ab 8 Jahren
- Dauer: ca. 15 Minuten
- Schwierigkeitsgrad: leicht
- Taktiklevel: 6/10
Wie gewürfelt, so gebaut
Wer sichert sich die besten Plätze für seine schwedischen Sommerhütten? Bis zu 16 Plättchen liegen in einem rechteckigen Raster aus und werden so lange mit Hütten belegt, bis eine Person ihren Vorrat auf dem Spielfeld platziert hat. Dabei fungieren die Hütten selbst als Würfel, deren Schräglage über Bau, Tausch oder Versetzen entscheidet.
REGELN
Während die Insel und die Stadt innerhalb der Spielfläche immer ausliegen, hängt die Anzahl der übrigen Plättchen von der Spielerzahl ab. So entsteht vor Spielbeginn ein rechteckiges Raster mit Bauplätzen für schwedische Ferienhütten – schön eingebettet zwischen Seen, Wäldern, Feldern und ... Müllhalden!
Im Spielverlauf gilt es, die eigenen Hütten möglichst geschickt auf den Baugrundstücken zu platzieren, denn Hütten an Seen bringen am Spielende jeweils einen Punkt, ebenso Hütten in der Stadt. Wer in der Stadt die Mehrheit an Hütten gebaut hat, freut sich über weitere drei Punkte. Die Person mit der größten zusammenhängenden Fläche an Hütten erhält sogar sechs Punkte. Hütten in der Nähe von Müllhalden hingegen sollte man tunlichst vermeiden, sonst steht ein Minuspunkt in Aussicht. Die Mehrheit an eigenen Hütten auf den einzelnen Plättchen wird mit jeweils zwei Punkten honoriert und zu guter Letzt gibt jede platzierte Hütte, egal wo sie steht, noch einen Punkt.
Dieses Wertungsschema solltet ihr unbedingt im Hinterkopf behalten, wenn ihr im Spielverlauf eure Hütten auf dem Spielfeld platziert. Und das geht so: Wer an der Reihe ist, würfelt mit drei Hütten des eigenen Vorrats, der aus 12 Hütten einer bestimmten Farbe besteht. Ihr dürft bis zu dreimal würfeln und nach jedem Mal entscheiden, welche Hütten ihr liegen lasst bzw. neu würfelt. Je nachdem, in welcher Schräglage die Hütten nun auf dem Tisch stehen, dürft ihr ...
- diese Hütte auf ein beliebiges freies Grundstück bauen (wenn die Hütte aufrecht steht),
- eine beliebige, bereits gebaute Hütte auf ein anderes Grundstück versetzen (wenn die Hütte auf der langen Seite liegt),
- eine fremde, bereits gebaute Hütte mit der soeben gewürfelten eigenen Hütte tauschen (wenn die Hütte auf der kurzen Seite liegt).
Hütten, die auf dem Dach liegen bleiben, können nicht weiter genutzt werden und kommen in den Vorrat zurück. Dann ist die nächste Person im Uhrzeitersinn an der Reihe.
Wurde ein Plättchen vollständig mit Hütten einer Farbe belegt, gilt dieses als gesperrt, sodass dort fortan keine Hütten mehr gebaut werden können. In der Schnellspielvariante ist dabei die Farbe unerheblich und es genügt, wenn ein Plättchen vollständig bebaut ist, unabhängig von der Farbe der einzelnen Hütten.
Das Spiel endet sofort, sobald eine Person ihre letzte Hütte platziert hat. Dann wird gemäß der obigen Beschreibung abgerechnet.
GALERIE
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CHECKPOINT
PRO
- Vermittelt skandinavisches Urlaubsflair
- Würfeln mal anders
- Hochwertige Ausstattung
CONTRA
- Versetzen oder Tauschen kann man leicht durcheinanderbringen
- Spielerisch nicht allzu innovativ
- Kreatives Schachtelformat, dadurch aber nicht stapelbar
MEINUNG
Bereits ohne Stuglandet aufgebaut und gespielt zu haben, ist der ungewöhnliche Haba-Titel ein echter Hingucker. Die Schachtel ist stilecht der Form einer Hütte nachempfunden, inklusive Schrägdach. Dadurch lässt sich das Spiel zwar nicht unter andere Kartons stapeln, erhält aber zwangsläufig einen besonderen Platz im Regal. Das muss man nicht unbedingt mögen, drückt dem Spiel aber zweifelsohne einen eigenen Stempel auf.
Auch spielerisch hat man alles darangesetzt, das unverbrauchte Thema „Hüttenbau im schwedischen Sommer“ stimmig auszuarbeiten. Da sind zunächst einmal die haptisch erstaunlich dicken Plättchen, die als Raster eine rechteckige Spielfläche bilden. Auf diese Plättchen werden dann im Spielverlauf die Hütten der teilnehmenden Personen gebaut. So entsteht nach und nach eine idyllische Ferienlandschaft voller Hütten an Seen, Hütten an Müllhalden, Hütten in der Stadt ... die allerdings plötzlich ganz woanders erscheinen können. Denn selten bleibt eine Hütte über die gesamte Spieldauer dort, wo sie ursprünglich platziert wurde. So sind sicher geglaubte Anordnungen erst dann tatsächlich sicher, wenn es gelingt, ein Plättchen vollständig mit eigenen Hütten zu belegen. Oft entsteht deshalb ein Tauziehen um gewisse Bauplätze und es fühlt sich gut an, wenn es gelingt, sich die „Hoheit“ über ein Plättchen zu sichern, die einem niemand mehr wegnehmen kann. Das Sperren eines Plättchens drängt den vergleichsweise hohen übrigen Glücksanteil angenehm zurück und sorgt für Schadenfreude, wenn man einem Mitspieler auf einem bestimmten Plättchen die Bau-Möglichkeiten raubt. Die Schnellspielvariante hätte es dafür nicht unbedingt gebraucht, ist aber immerhin eine nette Alternative, um die (eigentlich schon recht niedrige) Spieldauer zu beschleunigen.
Würfeln mit ungewohnten Materialien ist dabei zwar nicht unbedingt ein neuartiger Ansatz, das kennt man schon von anderen Titeln. Hier stehen nun die besagten schwedischen Ferienhütten im Mittelpunkt, die in jeder Spielrunde als Würfel fungieren. Was jedoch in jeder Erstpartie mit wechselnden Personen auffiel, das ist die anfänglich schwierige Unterscheidung zwischen „Tauschen“ und „Versetzen“. Immer wieder musste erklärt werden, wann eine Hütte in den Vorrat zurückgenommen und welche dafür auf dem Spielfeld platziert werden darf. Auch das Verständnis der verschiedenen Wertungen ist – gemessen daran, dass wir es mit einem einfachen Familienspiel zu tun haben – nicht immer gleich präsent. Insofern braucht es idealerweise erst einmal eine Einstiegspartie, um dann eine Revanche zu fordern, die allerdings aufgrund der kurzen Spieldauer von einer guten Viertelstunde gut machbar sein sollte.
Stuglandet kann auch noch als fortgeschrittene Variante gespielt werden. Darin steht die Spielfläche nicht schon vor Spielbeginn vollständig fest, sondern wird vor jedem Spielzug von den teilnehmenden Personen selbst erweitert. Erst wenn alle Plättchen ausliegen, wird nach den regulären Regeln weitergespielt. Das ist einerseits eine schön erdachte Variante und verändert die Herangehensweise beim Platzieren der Hütten, nimmt dem Titel andererseits aber auch seine ansonsten aufs Wesentlich reduzierte Einfachheit.
Noch ein Wort zur Illustration und allgemeinen Gestaltung: Die ist wirklich sehr gut gelungen und verbreitet tolles Urlaubsflair, was nicht nur am (durchaus streitbaren) ungewöhnlichen Schachtelformat liegt. Auch die Ausstattung kann sich sehen lassen und punktet mit Aufbewahrungssäckchen und guter Materialqualität. Obwohl spielerisch nicht unbedingt super-innovativ, zücke ich – durch diverse Reiseerlebnisse durchaus Schweden-affin – vor allem für die liebevolle Gestaltung sju poäng, das ist schwedisch und heißt: sieben Punkte.
KULTFAKTOR: 7/10
Spielidee: 7/10
Ausstattung: 9/10
Spielablauf: 7/10
EUER REZENSENT
CHRISTOPH
Kinder- und Kennerspiel-Spieler, Stefan-Feld-Fan, Im-Sommer-in-jeden-See-Springer
Eine Rezension vom 23.06.2026
Dieser Spieletest wurde unterstützt durch ein Rezensionsexemplar.
Bildnachweis:
Coverfoto: HABA
Weitere Fotos: Spielkultisten