REZENSION
STAR EXPLORER
- Genre: Taktikspiel
- Jahr: 2025
- Verlag: Queen Games
- Autor: Łukasz Szopka
- Grafik: Lucrum Studio
- Personen: 1 bis 4
- Alter: ab 8 Jahren
- Dauer: ca. 30 Minuten
- Schwierigkeitsgrad: leicht
- Taktiklevel: 6/10
Strich für Strich zum Sternenhimmel
Als Astronomen beobachtet ihr den Nachthimmel und kartiert die Sternenkonstellationen. Jeder besitzt ein eigenes Set aus Plättchen mit Sternbildern, die Punkte bringen, wenn ihr die vorgegebenen Farben der Sterne geschickt markiert und miteinander verbindet. Dabei seht ihr immer nur einen Ausschnitt vom Himmel, und nach jeder Runde dreht sich die Sternenscheibe weiter ...
REGELN
Nehmt euch jeweils eine Sternenscheibe und steckt sie ins eigene Spieltableau. Dreht die Scheibe so, dass der Markierungspfeil auf die 1 zeigt. Nehmt euch zudem einen Stift und einen eigenen Plättchenvorrat, bestehend aus einem zufälligen Startplättchen und je einem 5er-, 6er-, 8er-, 9er- und 10er- sowie zwei 7er-Plättchen, immer mit der Rückseite nach oben. Legt das Startplättchen vor euch aus.
Los geht‘s. Die Startperson erhält das Plättchen mit dem Teleskop und nennt nun eine noch verfügbare Zahl von 5 bis 10. Nehmt euch nun alle das entsprechende Plättchen aus eurem persönlichen Vorrat und dreht es auf die Vorderseite. Bei der 7 könnt ihr anfangs noch auswählen, welches der beiden Plättchen ihr verwendet.
Auf der Vorderseite sieht nun jeder eine individuelle Sternkonstellation in der Größe der gewählten Zahl, d.h. ein 6er-Plättchen zeigt eine Konstellation aus sechs Sternen, ein 10er-Plättchen entsprechend eine Konstellation aus zehn Sternen.
Zeichnet diese Sternkonstellation nun 1:1 über Verbindungslinien auf den sichtbaren Teil eurer Sternenscheibe ein. Dabei bestimmen die Farbsterne auf dem Start- und dem aktuellen Plättchen jeweils die Punkte für markierte Sterne dieser Farbe. Verbindungen zwischen beiden Sternfarben bringen die addierten Punkte beider Plättchen.
Nach jeder Runde wird die eigene Sternenscheibe um einen Sektor weitergedreht, sodass sich der Ausschnitt, den ihr seht, immer verändert. Die Person, die in der aktuellen Runde die wenigsten Punkte gesammelt hat, wird neue Startperson und bestimmt nun die nächste Konstellationsgröße. Das aktuelle Plättchen wird nun zum Ergänzungsplättchen, das mit dem gewählten Plättchen der neuen Runde dann (wie eben beschrieben) die Punkteoptionen zeigt, welche sich stets aus zwei farbigen Sternvorgaben zusammensetzen. Alle verwenden wieder das Plättchen mit der genannten Zahl aus ihrem eigenen Vorrat.
In jeder weiteren Runde dürfen sich eingezeichnete Verbindungen niemals kreuzen. Jeder Stern darf auch nur zu einer einzigen Konstellation beitragen. Zudem darf der Polarstern in der Mitte nie Teil einer Konstellation sein.
Sollte jemand einmal nicht das vollständige Sternbild einzeichnen können oder wollen, ist jeder nicht verwendete Stern ein „verblassender Stern“. Streicht dafür einen 3-Punkte-Stern auf eurem Tableau durch.
Nach sechs Runden endet das Spiel. Addiert zu den Punkten, die ihr durch eure Konstellationen erzielt habt, die Punkte von nicht durchgestrichenen 3-Punkte-Sternen. Außerdem gibt es noch eine Schlusswertung, die weitere Punkte verteilt:
- Jeder der 8 Sterne rund um den Polarstern bringt je 1 Punkt, sofern er markiert wurde.
- Jede Verbindungslinie, die die vorgegebene weiße Mittellinie auf eurer Scheibe kreuzt, bringt 2 Punkte.
- Jeder markierte Stern am äußeren Rand (von insgesamt 12) bringt 3 Punkte.
Wer nun die meisten Punkte gesammelt hat, gewinnt.
Das Spiel kann auch solo gespielt werden. Eine Tabelle verrät dann, wie gut das eigene Ergebnis ist.
GALERIE
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CHECKPOINT
PRO
- trickreiches Flip- and Write-Spiel
- schöner Drehmechanismus
- atmosphärische Optik
CONTRA
- mitunter entscheidet auch das Glück
- korrektes Einzeichnen fällt nicht jedem leicht
- keine direkte Interaktion
MEINUNG
Nüchtern betrachtet ist Star Explorer ein Flip-and-Write-Spiel im Stil von Next Station und Co. Es gilt, punkteträchtige Verbindungslinien aufs abwischbare Tableau zu bringen, abstrakt sind das Farbpunkte, die verbunden werden, und wie bei Next Station gibt es am Ende auch noch kleine Zusatzwertungen, z.B. für das Überqueren der Mittellinie.
Das alles wurde in Star Explorer aber sehr schön thematisch eingebettet. Der sternenklare Nachthimmel und die entdeckten Konstellationen wurden optisch toll umgesetzt, ja, man lernt sogar etwas über Sternbilder; das ist alles sehr gelungen! Auch so ist das Material hochwertig, die drehbare Scheibe, die auch spielerisch einen schönen Kniff mit sich bringt, wird im eigenen Spieltableau versenkt, sodass dieses neben der Drehung auch immer nur einen sichtbaren Ausschnitt offeriert.
Bei jeder Konstellation entscheiden die sichtbaren Farbsterne auf den ausliegenden zwei Plättchen darüber, an welcher Stelle die Konstellation die meisten Punkte bringt. Nicht immer ist es jedoch ratsam, die punkteträchtigste Stelle zu wählen, denn ist eine Konstellation in ihrer Größe sehr ausladend, kann das in nachfolgenden Runden zum Problem werden, schließlich darf kein Stern doppelt verwendet und keine Verbindungslinie gekreuzt werden. Da ist dann auch etwas Glück im Spiel vorhanden. Manche Konstellationen sind leichter zu verschachteln als andere, manchmal passt die aufgedeckte Sternfarbe genau zu dem, was im eigenen Tableau-Ausschnitt zu sehen ist, manchmal auch so rein gar nicht. Die Punkte, die ich erziele, sind also teilweise auch ein Resultat aus kleinen Zufallselementen, dennoch ist Star Explorer auf jeden Fall taktisch.
Das Erkennen, welche Position am besten für eine Konstellation geeignet ist, fällt nach meinen Erfahrungen nicht jeder Person gleich leicht. Ja, manche tun sich sogar richtig schwer, alles sofort zu überblicken. Die Altersangabe „ab 8 Jahren“ ist dabei mit etwas Vorsicht zu genießen. Es gibt Kinder, die da bereits fit in der Umsetzung sind, andere wiederum hadern dann doch mit der korrekten Übertragung, was aber auch für manche Erwachsene gilt. Hier zeigt sich klar der Vorteil der weißen Dry-Erase-Marker. Wie lange diese wiederum überleben, kann ich zum jetzigen Zeitpunkt noch nicht sagen. Ggf. müssen da dann aber irgendwann neue Stifte dieser Art nachgekauft werden.
Die Aufgabe, die wir in jeder Runde in Star Explorer lösen müssen, gefällt mir gut. Auch die Möglichkeit, über die Schlusswertung noch einmal zusätzliche Punkte einzusammeln, finde ich gelungen. Dass das Spiel dabei solitär bleibt, ist für mich in diesem Genre absolut okay, dafür spielen alle gleichzeitig. Die Startperson einer Runde hat dann zumindest noch etwas Einfluss darauf, welche Farbkombinationen sie zusammenführt, das haben alle anderen Personen nicht. Optimierung ist angesagt, vielleicht auch mal Mut zur Lücke bzw. zum verblassenden Stern, um über weggelassene Sterne an anderer Stelle mehr Punkte sammeln zu können.
Alles in allem ist Star Explorer ein schöner Vertreter des Flip-and-Write-Genres, dem ich gute 7 Kultpunkte attestiere, mit Optik-Plus und für Fans solcher abstrakten Spiele um geschickte Wegeplanung auch gern noch einen Punkt mehr. Als Highscore-Jagd funktioniert Star Explorer auch solo prächtig.
VIDEO
Unser Video zum Spiel findet ihr auf YouTube: https://youtu.be/5zlzAKqLU0g
KULTFAKTOR: 7-8/10
Spielidee: 7/10
Ausstattung: 8/10
Spielablauf: 7/10
EUER REZENSENT
INGO
Vielspieler, Skifahrer, Italien-Fan, Medienheini
Eine Rezension vom 27.04.2025
Dieser Spieletest wurde unterstützt durch ein Rezensionsexemplar.
Bildnachweis:
Coverfoto: Queen Games
Weitere Fotos: Spielkultisten