REZENSION

SKYBRIDGE

  • Genre: Strategiespiel
  • Jahr: 2025
  • Verlag: Deep Print Games / Pegasus Spiele
  • Autoren: Michael Rieneck, Franz Vohwinkel
  • Grafik: Franz Vohwinkel
  • Personen: 2 bis 4
  • Alter: ab 12 Jahren
  • Dauer: ca. 60 bis 90 Minuten
  • Schwierigkeitsgrad: mittel
  • Taktiklevel: 7/10

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Deine Augen richten sich auf den Augenstern. Wenn du heute keinen Drakenreiter findest, wird die Brücke nicht fertig und eine Rebellion ist dir sicher.

REGELN

In Skybridge baut ihr zusammen an der Himmelsbrücke, um eurer kargen Welt zu entfliehen, aber im politischen Ränkespiel versucht ihr, euch gegenseitig durch Militär und göttlicher Unterstützung auszubooten. Jede Runde musst du einen Teil deines Einkommens austauschen und dabei weiterhin effizient bleiben.

Entscheidet euch, wer anfängt. Entgegen der Spielreihenfolge sucht sich ihr euch je ein Volk aus. Jeder kann sich die Seite seines Tableaus aussuchen, denn Vorder- und Rückseite haben unterschiedliche individuelle Eigenschaften für das eigene Volk. Dann bekommt jeder das Material in der eigenen Farbe und zwei Startkarten. Die Karten werden offen an die Runenplätze gelegt, welche auf der jeweiligen Startkarte sichtbar sind. Die eigene Legion kommt an den Rand der Wüste. Drei der Bewohner werden auf das eigene Tableau gelegt. 

Ihr zieht jetzt jeweils vier Karten in eurer Spielerfarbe. Sucht euch je eine Karte aus und gebt die anderen Karten nach links weiter. Von den drei Karten, die von rechts kommen, sucht sich jeder die nächste Karte aus. Das wiederholt sich, bis jeder vier Karten ausgewählt hat. Von diesen Karten darf nun jeder noch eine Karte auslegen, und so hat jeder schon drei Karten von maximal fünf Karten am eigenen Tableau.

Jetzt spielt ihr eine Runde nach der anderen, bis die Weltenbrücke fertig gestellt ist. Am Anfang jeder Runde werden Karten von jedem der fünf Völkerkartenstapel und eine Brückenbaukarte aufgedeckt. 

Hast du den Startdraken, beginnst du die Runde. Dein Zug beginnt damit, dir eine offene Karte aus der Mitte zu nehmen. Neben dem Stapel sind zwei mögliche Belohnungen sichtbar, meist zwei verschiedenen Rohstoffe. Wähle eine dieser Belohnungen.

Jetzt musst du eine Karte spielen. Diese Karte kommt auf den Platz mit der Rune, die auf der Karte zu sehen ist, außer du zahlst militärische Macht. Karten, die schon auf dem Runenplatz liegen, werden einfach überdeckt. Manche Karten erlauben es dir, beim Spielen deine militärische Macht zu erhöhen; dafür bewegst du deine Legion weiter in die Wüste. Andere Karten geben dir die Möglichkeit, einen deiner Kartenstapel neu zu sortieren.

Dann kannst du nacheinander die Fähigkeiten deiner sichtbaren Karten in den Runenplätzen nutzen. Dies sind meist Rohstoffe oder das Umtauschen von Rohstoffen. Deine beiden Startkarten, und nur diese, bringen als Einkommen neue Bewohner.

Ein besonderes Einkommen sind Godheiten-Karten. Diese können zum einen einfach abgeworfen werden, und dann geben sie einen einmaligen Bonus, z.B. Rohstoffe. Oder sie werden durch die Religionsaktion, ein weiteres besonderes Einkommen, gespielt.

Eine gespielte Godheit-Karte kommt auf den entsprechenden Runenplatz-Stapel. Sobald sich eine Godheiten-Karten in einem Stapel befindet, bringt jede andere Karte in diesem Stapel am Ende des Spiels die darauf angegeben Punkte.

Hast du alle Karten einmal aktiviert, kommt die Bauphase. Hier darfst du am aktuellen Abschnitt der Weltenbrücke bauen. Auf jedem Stück sind ein paar Rohstoffe abgebildet und vielleicht ein paar passive Fähigkeiten, die benötigt werden. Ein Würfel fügt noch eine zufälligen Rohstoff hinzu. Zum Bauen musst du alle geforderten passiven Fähigkeiten besitzen und die entsprechenden Rohstoffe bezahlen.
Dann stellst du einen Bewohner von deinem Tableau auf den Brückenabschnitt. Andere können auch an diesem Abschnitt bauen, bis er am Rundenende umgedreht wird.

Habt ihr alle einen Zug durchgeführt, endet die Runde. Befindet sich jetzt ein Bewohner auf dem aktuellen Brückenabschnitt, wird dieser Abschnitt umgedreht (gebaut). Dann wird der Würfel für den nächsten Brückenabschnitt geworfen. Das Resultat muss für den nächsten Abschnitt zusätzlich bezahlt werden. Der Rebellenanführer bewegt sich Richtung Wüstenrand. 

Steht kein Bewohner auf dem aktuellen Brückenabschnitt, wird dieser nicht gebaut, und ein neutraler Rebell wird zum Rebellenanführer gestellt.

Dann schaust du, ob ein Nahrungssymbol in deiner Auslage sichtbar ist. Ist dies nicht der Fall, musst du einen Bewohner vom Tableau in die Wüste schicken –  zum Rebellenanführer. Der Startdrake wandert weiter, die restlichen offenen Karten werden abgeworfen, und die neue Runde beginnt.

Nach dem vierten Brückenabschnitt wird ein Großdrake ausgelöst, der euch allen schlimme Dinge antut, außer ihr bezahlt einen militärischen Einfluss. 

Wurde der siebte Abschnitt der Weltenbrücke gebaut, wird nach dieser Runde abgerechnet. Alle Bewohner, die du nicht rekrutiert hast, stellst du zu deiner Legion als Rebellen. 

  • Du bekommst Punkte für jeden Brückenabschnitt, auf dem einer deiner Bewohner steht. Steht er dort alleine, gibt es sogar einen Extrapunkt. 
  • Jeder Stapel an einem Runenplatz mit Godheit-Karte, bringt die auf den Karten vermerkten Punkte. 
  • Deine Bastionen bringen die auf den Feldern vermerkten Punkte, und deine Legion bringt für jeden Rebell, der nicht die eigene Farbe hat, und von der Legion eingeholt wurde, einen Punkt.


Hast du die meisten Punkte, sollten du vielleicht in eine Hohlwelt umziehen.

GALERIE

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CHECKPOINT

PRO

  • hübsch
  • selbstzerstörender Motor


CONTRA

  • Symbole nicht intuitiv und zu klein

MEINUNG

Wer die Schachtel und Anleitung von Skybridge öffnet, dem wird klar, dass es sich hier mehr als um ein generisches Fantasy-Setting handelt, das einem Spiel der europäischen Schule übergestülpt wurde. Die Welt, die Völker und Kreaturen scheinen alle ethnische, politische und soziale Hintergründe zu haben. Das letzte Mal habe ich so etwas bei Blue Moon und Blue Moon City gesehen. Auf beiden Schachteln, Skybridge und Blue Moon City, findet sich der Name Franz Vohwinkel. Bei Skybridge ist Franz Vohwinkel, neben Michael Rieneck, Autor, zusätzlich zu seiner Illustrator-Tätigkeit. Übrigens soll zu Skybridge auch ein Roman erscheinen, wie schon zu Blue Moon damals.

Bei Skybridge handelt es sich aber keineswegs um ein Erzählspiel oder einen epischen Konflikt, es handelt sich um ein Verwaltungsspiel, bei dem du deine Auslage und Handkarten zur effizienten Rohstoffproduktion nutzen willst. Diese tauschst du dann in Punkte um. Die Herausforderung dabei ist, dass sich deine Auslage jede Runde ändern muss.

Jede Runde nimmst du eine Handkarte, bekommst dafür einen Bonus und musst eine Handkarte spielen. Dabei möchtest du verschiedene Effekte auslösen mit dem Ziel, die Brücke zu bauen und Godheiten zu spielen. Damit das dann nicht zu leicht wird, sollten noch deine Leute ernährt, neue Leute rekrutiert und das Militär gestärkt werden. Wenn schon nicht wegen der Flexibilität, dann zumindest zum Schutz vorm Drachenangriff nach Bauabschnitt 4.

Das Wählen neuer Karten und das Verwalten der eigenen Auslage ist eine interessante Aufgabe. Ich kann mich ganz auf den Brückenbau konzentrieren oder eher darauf, Götterkarten in Stapel zu bringen, die viele Punkte versprechen. Dies muss wieder effizient geschehen, denn wenn die anderen an der Brücke bauen, gehen mir vielleicht Punkte durch die Lappen.

Sich Punkte durch die Wüste holen, und zwar die kombinierten Punkte durch Bastionen und Rebellen, erschien bei uns immer eher nicht besonders spannend. Es sind nette Extrapunkte, aber sich voll darauf zu konzentrieren, ist nicht so ertragreich. Baue ich alle Bastionen, was verlangt, dass ich fast die Mitte der Wüste erreiche, so erhalte ich 12 Punkte. Wenn ich einen der zwei schwierigeren Brückenabschnitte baue, so bekomme ich 9 Punkte. Seid ihr so wie die Leute, mit denen ich gespielt habe, sind größere Mengen Rebellen eher unwahrscheinlich, also bringt da die militärische Macht auch nicht viel. Ich glaube, dass Skybridge noch etwas reduzierter hätte sein können, und zwar, indem die Wüste deutlich entschlackt wird. Für unsere Punktewertung war die Wüste relativ uninteressant, sie war eher der Tiebreaker.

Was nicht rausgekürzt werden dürfte, sind die Eigenschaften der verschiedenen Fraktionen. Ihr spielt maximal mit vier Leuten, aber trotzdem gibt es fünf verschiedene Fraktionen, die je zwei Optionen an Fähigkeiten mitbringen. Für mich war das Erkunden der verschiedenen Fähigkeiten sicherlich ein Highlight. Leider erschienen mir nicht alle Fähigkeiten ausgewogen. Trotzdem war ich in jeder Partie motiviert, eine Gruppe zu wählen, deren Fähigkeit ich noch nicht kannte.

Einige Fähigkeiten legen bestimmte Strategien nahe, andere geben einfach mehr Optionen. Und dann sind die Völkertableaus und alle Karten noch toll gestaltet. Dies soll der Welt von Skybridge viel Leben einhauchen.

Dabei sind jedoch einige Dinge nicht ganz so gut gelaufen. Die Schlagworte auf den Karten, die nur die Geschichte unterstreichen sollen, wären besser Flavourtexte, also kleine Zitate aus der fiktionalen Welt, gewesen, da die Schlagworte keine Stimmung erzeugen. Die Abbildungen sind zwar schön groß auf den Karten sichtbar, aber bei vier Leuten am Tisch wären mir größere Symbole lieber gewesen. Und ganz andere Symbole hätten wir auch gebraucht. Die verschiedenen Symbole für die Effekte der Karten sind nicht abstrahiert, sondern einfach abgebildet.

Die debil schauende Frau steht für Inspiration und lässt einen Karten in einem der eigenen Stapel umsortieren. Die Festung steht dafür, einen Würfel in die Wüste zu stellen. Bei einer Person hole ich einen Rebellen zurück, sind drei Personen abgebildet, hole ich eine neue Person aus dem Vorrat. Das Symbol für die Götterkarte ist ein offenes Auge auf grünem Grund, und Religion ein Ball von Blitzen auf hellgrünem Grund. Ich verstehe, dass die Symbole verwandt sein sollten, weil die Aktionen es auch sind, aber ein grünes Symbol mit etwas Rundem drin, ist schon leicht zu verwechseln.

Ich hätte mir hier wirklich eindeutigere Symbole gewünscht, damit ich nicht ständig Rückfragen meiner Mitspieler hätte beantworten müssen, denn Spielhilfen für alle gibt es auch nicht, sondern nur eine Übersicht auf der Spielregel. Diese Mängel sind in meinen Augen ärgerlich, da das Material sonst top ist. Es gibt viele individuelle Holzfiguren, alle Komponenten werden in Pappschachteln ordentlich in der Spielschachtel verstaut, und es gibt dafür sogar eine Anleitung – wobei anscheinend aber die Teile der Weltenbrücke vergessen wurden.

Die Spielanleitung ist sehr präzise und alles ist gut beschrieben.

Die Punktejagd an der Weltenbrücke mit der interessanten Verwaltungsaufgabe der eigenen Auslage, wäre für mich eigentlich eine noch gute 7 von 10 gewesen, aber die nicht intuitiven Symbole und fehlenden Spielerhilfen lassen Skybridge für mich dann letztlich doch bei 6 Kultpunkten sitzen. 

KULTFAKTOR: 6/10

Spielidee: 7/10
Ausstattung: 5/10
Spielablauf: 7/10

EUER REZENSENT

LUTZ

Wahl-Niederländer, Elektrochemiker, Zuvielspieler, Rätselenthusiast

Eine Rezension vom 01.03.2026

Dieser Spieletest wurde unterstützt durch ein Rezensionsexemplar.

Bildnachweis:
Coverfoto: Deep Print Games / Pegasus Spiele
Weitere Fotos: Spielkultisten