REZENSION
ROARING 20s
- Genre: Kartenspiel
- Jahr: 2024
- Verlag: Deep Print Games / Pegasus Spiele
- Autor: Leo Colovini
- Grafik: Annika Heller
- Spieler: 3 bis 5
- Alter: ab 8 Jahren
- Dauer: ca. 20 bis 30 Minuten
- Schwierigkeitsgrad: leicht
- Taktiklevel: 7/10
Die brüllenden Zwanziger
Auf geht es zum Fest der Dinosaurier! Doch wer schafft es, die angesagteste Party zu schmeißen? Wer lädt die gefragtesten Gäste ein? Oder werden diese am Ende einfach bestochen? Ganz egal, wie: Um zum Party-Dino gekürt zu werden, musst du die wertvollsten Dinos auf deine Party holen!
REGELN
Zu Spielbeginn erhält jede Person fünf der 85 weißen Bietkarten (mit Zahlen und Dino-Speisen). Die offene Auslage der Bietkarten liegt in der Tischmitte und enthält eine Karte weniger als Personen teilnehmen. Die 25 dunklen Dino-Karten werden gemischt und ggf. je nach Personenanzahl etwas reduziert. Der restliche Stapel wird ebenfalls in der Mitte platziert und die oberste Karte wird aufgedeckt.
Das Spiel geht nun über mehrere Runden, bis der Stapel der Dino-Karten leer ist. Ist eine Person an der Reihe, kann sie sich entscheiden, ob sie auf den offenliegenden Dino bieten möchte oder sich eine neue Bietkarte aus der offenen Auslage sichert. Entscheidet sie sich für eine neue Karte, so passt sie, nimmt ihre „Meins“-Karte (entspricht der Spielerfarbe) und legt diese auf die entsprechende Karte. Sie darf nun nicht weiter mitbieten, erhält dafür aber am Ende der Runde die entsprechende Karte zu ihren Handkarten hinzu.
Möchte eine Person jedoch bieten, so nennt sie eine Zahl. Diese muss immer mindestens um eins höher sein als das letzte Gebot. Bieten darf nur, wer auch das tatsächliche Gebot mit den Handkarten (= Werte der Bietkarten) bezahlen kann. Dies geht reihum, bis alle Personen, bis auf eine, gepasst haben.
Jede Person, die sich mit einer „Meins“-Karte eine neue Karte aus der Auslage gesichert hat, bekommt diese nun und erhält auch ihre „Meins“-Karte zurück. Die übriggebliebene Person, nämlich die, die das höchste Gebot abgegeben hat, bezahlt nun den Dino mit ihrem genannten Gebot. Dabei darf sie den Dino nun entweder füttern oder mit Klunkern bestechen.
Auf jeder Dino-Karte ist ersichtlich, was der Dino gerne frisst. Diese Speisen dürfen beliebig für das Gebot kombiniert werden. Oder aber der Dino wird bestochen, dann wird er ausschließlich mit Klunkern bezahlt. Weitere Informationen, die auf den Karten zu sehen sind, sind die Punkteangabe (in Form von Sternen), die Häufigkeit (in Form von Rauten) und der Kartenwert.
Nachdem alle Personen ihre Karten erhalten haben, beginnt eine neue Runde. Es wird wieder der oberste Dino und eine neue Auslage der Bietkarten aufgedeckt.
Nach der letzten Runde hat jede Person noch die Möglichkeit, sich einen eigenen Joker-Dino einzutauschen und in die eigene Auslage zu integrieren.
Bei der Schlusswertung zählt jede Person die Sterne auf ihren Dino-Karten. Verschiedene Sets bringen weitere Punkte, z.B. Paare oder Drillinge, aber auch Straßen bei den Dino-Werten. Joker können dabei fehlende Werte ersetzen, sie ersetzen jedoch keine Sterne. Noch vorhandene Bietkarten auf der Hand bringen ebenfalls Punkte.
Die Person mit der höchsten Punktezahl wird zum Party-Dino gekürt und gewinnt das Spiel.
GALERIE
Anklicken / Antippen für Komplettansicht
CHECKPOINT
PRO
- einfache, verständliche Regeln
- süßes Design
- schnelles Spiel, auch mal für zwischendurch
CONTRA
- bereits oft verwendete Grundmechanismen
MEINUNG
Roaring 20s ist ein schönes kleines Biet- und Taktikspiel für zwischendurch – der Aufbau ist schnell erledigt, und besonders viel Platz wird ebenfalls nicht benötigt. Die Karten sind wirklich sehr ansprechend und themengerecht gestaltet, trotzdem auf das nötigste reduziert, um nicht abzulenken. Das Spiel ist schnell und einfach erklärt und auch für jüngere Kinder – sie sollten zumindest gut selbständig zählen können – machbar.
Ich empfinde es als reizvoll, dass Roaring 20s kein reines Glückspiel ist, sondern man durchaus gut taktieren kann, indem man sich stets überlegen sollte, ob es sinnvoller ist, einen Dino zu ersteigen, eventuell auch für einen höheren Preis, oder ob man doch darauf verzichten sollte, um sich neue Bietkarten zu sichern. So lässt es sich bei eher ungünstigen Handkarten später besser mitbieten. Interessant ist dabei die Tatsache, dass sowohl die Werte der Bietkarten wichtig sind, aber auch das auf ihnen befindliche Dino-Futter.
Die offene Kartenauslage der Spielerinnen und Spieler trägt ebenfalls zum Taktieren bei. Anhand der bereits erworbenen Dino-Karten kann man schauen, wie sinnvoll es einem erscheint, mitzubieten, ja vielleicht auch zu verhindern, dass eine andere Person einen bestimmten Dino erhält, denn mit den Dino-Karten können ja zudem auch punkteträchtige Sets gebildet werden.
Die Abrechnung erfolgt erst am Ende. Und auch, wenn man theoretisch jederzeit die Punkte der einzelnen Personen nachrechnen kann, sind es dann manchmal die letzten ein oder zwei erworbenen Karten, die das Spiel nochmals drehen.
Roaring 20s kam in unserer Familie gut an. Das ist jetzt kein neuer Dauerbrenner, der stundenlang wiederholt gespielt wird, dafür gibt es auch schon zu viele Biet- und Set-Collecting-Spiele, aber die Kombination ist stimmig, sodass bei uns zwischendurch immer wieder gern mal zwei oder drei Partien drin sind.
KULTFAKTOR: 7/10
Spielidee: 7/10
Ausstattung: 8/10
Spielablauf: 7/10
EURE REZENSENTIN
DORO
Spielerin, Rätselfan, Familienmensch
Eine Rezension vom 02.10.2024
Dieser Spieletest wurde unterstützt durch ein Rezensionsexemplar.
Bildnachweis:
Coverfoto: Deep Print Games / Pegasus Spiele
Weitere Fotos: Spielkultisten