REZENSION
QWORDS
- Genre: Denken (Wortspiel)
- Jahr: 2024
- Verlag: KENDi Games
- Autoren: Bernhard Lach, Uwe Rapp
- Grafik: Oliver Freudenreich, Sandra Freudenreich
- Personen: 1 bis 15
- Alter: ab 8 Jahren
- Dauer: ca. 20 Minuten
- Schwierigkeitsgrad: leicht
- Initiativlevel: 6/10
Die Buchstaben-Matrix
Ein Kreuzworträtsel ohne Begriffsvorgaben? Geht nicht? Geht! Bei diesem schnellen Spiel müssen Buchstaben, die die Würfel zur Auswahl stellen, geschickt in einem Gitter platziert werden, um möglichst lange Wörter zu bilden!
REGELN
Jeder erhält ein Blatt des Blocks. Auf diesem ist ein 5x5-Raster zu sehen, in das ihr während der Partie Buchstaben eintragt. Verwendet für die ersten Partien die A-Seite der Blätter. Markiert zwei Startfelder, die sich nicht in derselben Reihe und Spalte befinden dürfen, und los geht‘s!
Wer an der Reihe ist, wirft die vier farbigen Buchstaben- sowie den schwarzen Farbauswahl-Würfel. Der schwarze Würfel gibt vor, welche beiden farbigen Buchstabenwürfel in dieser Runde aktiv sind. Die beiden Buchstaben liest die aktive Person laut vor. Jeder, inkl. dem Würfler, trägt einen der beiden Buchstaben in ein freies Feld des 5x5-Gitters ein, zunächst muss eines der beiden Startfelder gefüllt werden.
Dann übernimmt die nächste Person die Würfel, wirft sie, nennt die beiden Buchstaben, und wieder tragen alle Personen einen Buchstaben in ein freies Feld ein, diesmal ins zweite Startfeld. Bei jedem weiteren Wurf dürfen dann beliebige Felder gefüllt werden. Der Eintrag eines Buchstabens ist grundsätzlich Pflicht. Bei der Anordnung der Buchstaben sollte darauf geachtet werden, dass daraus sowohl vertikal als auch horizontal sinnvolle Wörter entstehen (was jedoch keine Pflicht ist).
Gespielt wird solange, bis alle das letzte freie Feld ihres Blattes mit einem Buchstaben gefüllt haben. Nun wird abgerechnet. In jeder Zeile und Spalte gibt es Punkte für das längste vollständige Wort (in der Länge von 2 bis 5 Buchstaben - je mehr Buchstaben ein Wort aufweist, umso mehr Punkte gibt es dafür). Grundsätzlich gelten alle Wörter, die man im DUDEN findet, inkl. Beugungen, dazu Namen, Marken oder auch gebräuchliche Abkürzungen wie z.B. “LKW“. Wer es geschafft hat, in jeder Reihe und jeder Spalte ein gültiges Wort zu werten, erhält zudem einen Bonus von 10 Punkten. Alle Punkte werden addiert. Wer die meisten Punkte sammeln konnte, gewinnt das Spiel.
Spielt ihr mit der B-Seite, gibt es doppelte Punkte für ein gewertetes Wort in der mittleren Zeile und Spalte. Zudem gibt es jetzt das Fragezeichen-Feld, das einmal im Spiel genutzt werden kann, um einen beliebigen Buchstaben, unabhängig von den Würfeln, eintragen zu dürfen.
Das Spiel kann auch solo gespielt werden. Da gelten dieselben Regeln. Am Ende verrät eine Tabelle in der Anleitung, wie die eigene Leistung zu bewerten ist.
SPIELKULT-Variante: Als nette Hausregel darf die aktive Person nach ihrem Würfelwurf den schwarzen Würfel einmal neu werfen, wenn sie dies möchte, und erst danach folgt der Eintrag eines Buchstabens. So lässt sich bei der Buchstabenauswahl noch etwas mehr taktieren.
GALERIE
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CHECKPOINT
PRO
- pfiffiges kleines Buchstabenspiel
- ideal auch als Solospiel
CONTRA
- zum Ende hin zunehmend glücklastig
MEINUNG
Ach ja, das gute alte Kreuzworträtsel. Hätten wir gedacht, dass es in diesem Sektor nach Scrabble und seinen unzähligen Varianten immer noch neue Spielideen geben wird? Nun gut, ehrlicherweise ist QWords auch gar nicht so ganz neu, zumindest nicht die grundlegende Idee, denn diese wurde bereits im Jahr 2013 schon als Kreuzwort bei KOSMOS veröffentlicht. Die überarbeitete Neuauflage bietet nun zwei verschiedene Spielzettel-Varianten und den Buchstaben-Joker auf der B-Seite. Ansonsten zeigt sich das Spiel aber immer noch von einer sehr gradlinigen Seite: Würfeln, Buchstabe ins Gitter eintragen, möglichst lange Wörter bilden. Abrechnen. Fertig!
Das Tolle: Alle spielen gleichzeitig und doch macht jeder etwas anderes. Wartezeiten entstehen manchmal trotzdem, einfach weil man doch vorausplanen muss, welche Buchstaben an welchen Stellen folgen könnten, um sinnvolle Wörter zu bilden. Diese Überlegungen können dann auch mal länger als 10 Sekunden dauern.
Überraschend viel Freiraum wird einem da zunächst gewährt beim Umgang mit der deutschen Sprache, doch je mehr Buchstaben auf den Zettel wandern (müssen), umso glücksabhängiger wird's zum Schluss. Da muss man dann schon mal akzeptieren, dass das Wort PKLCM keine Punkte bringt, vielleicht auch einfach, weil man eigentlich auf andere Buchstaben gehofft hatte, die die Lücken füllen sollten.
Jede Zeile und Spalte mit einem 5er-Wort füllen zu wollen, ist eher eine Utopie. Die eigentliche Kunst ist es, auch in Hinblick auf den 10-Punkte-Bonus für vollständige Wertungen, zumindest ein Wort aus zwei Buchstaben in jeder Reihe zu erzeugen. Habe ich ein „Ei“ in einer Reihe, kann ich daraus immer noch „Eis“, „Reim“ oder „"Weile“ machen. Und auch das Risiko, Lücken zu lassen, kann abgemildert werden, indem da vielleicht verschiedene Buchstaben noch einen Sinn machen: "A-...-S" könnte also z.B. zu „AUS“, zu „ALS“ oder zur Abkürzung „ABS“ werden.
Die deutsche Sprache sollte man natürlich grundlegend beherrschen und auch mögen, wenn man ein Spiel dieser Art spielt. Die Idee zeigt sich als durchaus pfiffig, ist schnell erklärt und insgesamt auch schnell gespielt. Dennoch zeigte es sich in unseren Runden, dass nicht jeder zwingend das nötige Multitasking beherrscht, das hier eingefordert wird, indem man die Konsequenzen für jeden eingetragenen Buchstaben ja nicht nur für die Reihe, sondern eben auch gleichzeitig für die Spalte durchdenken sollte.
Grundsätzlich könnte man QWords mit beliebig vielen Personen spielen, heißt: Das Spiel ist ein Multiplayer-Solospiel. Am Ende werden halt die Punkte verglichen. Wer keine interessierten Mitspielenden findet, kann QWords daher auch perfekt alleine spielen. Dann wird das Spieltempo sogar einzig durch die eigenen Fähigkeiten bestimmt. Das Ergebnis wiederum ist allerdings auch dann oft abhängig von den Buchstaben, die einem die Würfel so offerieren. Wenn als Vokal fünfmal hintereinander ein O fällt, dann muss man sich schon anstrengen, um immer noch neue Wortkombinationen zu finden. Ja, gerade jüngeren Personen könnte man da vielleicht auch die Möglichkeit gewähren, stets alle vier Buchstabenwürfel zur Auswahl zu haben, denn dann wird die Wortfindung auf jeden Fall leichter.
Fazit: Wer eine Affinität zur Buchstaben-Jonglage hat und Spiele wie Scrabble oder Boggle mag, der wird auch Freude an QWords haben. Ich persönlich mag die optimierende Herausforderung, auch wenn die Würfel einen manchmal an die Grenzen der eigenen sprachlichen Skills bringen können.
KULTFAKTOR: 7/10
Spielidee: 7/10
Ausstattung: 7/10
Spielablauf: 6-7/10
EUER REZENSENT
INGO
Vielspieler, Skifahrer, Italien-Fan, Medienheini
Eine Rezension vom 10.03.2025
Dieser Spieletest wurde unterstützt durch ein Rezensionsexemplar.
Bildnachweis:
Coverfoto: KENDi Games
Weitere Fotos: Spielkultisten