REZENSION

PURA VIDA

  • Genre: Familien-/ Legespiel
  • Jahr: 2025
  • Verlag: Piatnik
  • Autoren: Ralf zur Linde, Carsten Rohlfs
  • Grafik: Christine Alcouffe
  • Spieler: 2 bis 4
  • Alter: ab 8 Jahren
  • Dauer: ca. 30 bis 45 Minuten
  • Schwierigkeitsgrad: leicht 
  • Taktiklevel: 6/10

Das Leben kann so bunt sein

Costa Ricas Natur ist beeindruckend, die Artenvielfalt ebenso. In diesem Legespiel entdecken wir die verschiedenen Landschaften und Tiere des Landes und fügen sie zu einem harmonierenden Naturpark zusammen.

REGELN

Mischt alle Plättchen und belegt die Felder des Spielplans mit 12 zufällig gezogenen. Stellt eure Ranger auf das Startfeld, in einer von euch ausgelosten Reihenfolge. Gespielt wird reihum.

Wer an der Reihe ist, zieht seinen Ranger auf ein beliebiges Plättchen, nimmt es und verbaut es in seinem eigenen Naturpark („Auswildern"). Gezogen werden darf nur im Uhrzeigersinn und nicht rückwärts. Alles, was übersprungen wird, lässt sich danach nicht mehr erreichen.

Das erste Plättchen des eigenen Naturparks ist ein beliebiges, weitere Plättchen müssen dann immer waagrecht oder senkrecht an bereits liegende Plättchen angefügt werden, allerdings gibt das jeweilige Tier auf dem neuen Plättchen eine Bewegungsrichtung vor, wie es an andere Plättchen angelegt werden kann (z.B. von oben oder unten, nur von links etc.).

Auf den Plättchen versammeln sich insgesamt fünf Tierarten auf fünf verschiedene Landschaften in wechselnden Kombinationen. Dabei sollten Plättchen so aneinandergelegt werden, dass sich Wertungskombinationen aus 3 bis 5 zusammenhängenden Plättchen bilden. Drei verschiedene Wertungsoptionen für Biodiversität gibt es:

  • Die Plättchen zeigen alle dasselbe Tier, aber unterschiedliche Landschaften (2 / 3 / 3 Punkte für 3 / 4 / 5 zusammenhängende Plättchen).
  • Die Plättchen zeigen alle dieselbe Landschaft, aber unterschiedliche Tiere (2 / 3 / 3 Punkte für 3 / 4 / 5 zusammenhängende Plättchen).
  • Die Plättchen zeigen allesamt verschiedene Landschaften und Tiere (1 / 2 / 2 Punkte für 3 / 4 / 5 zusammenhängende Plättchen).


Die erzielten Punkte werden immer direkt auf der Punkteleiste gesetzt. Befindet sich auch nur ein nicht passendes Plättchen in einer Kombination, wird die gesamte Kombination nicht gewertet! Maximal dürfen je fünf Plättchen direkt neben- oder untereinander liegen.

Eine Runde endet, wenn alle Ranger zurück aufs Startfeld gezogen sind („Rasten"). Wer zuerst rastet, wird neue Startperson der nächsten Runde, in der 12 neue Plättchen auf den Spielplan gelegt werden.

Sobald es nicht mehr genügend Plättchen gibt, um alle Felder aufzufüllen, endet das Spiel sofort. Alternativ kann das Spiel vorzeitig enden, wenn eine Person 20 oder mehr Punkte gesammelt hat. In diesem Fall haben alle anderen noch einen letzten Spielzug. Wer nun die meisten Punkte besitzt, gewinnt.

GALERIE

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CHECKPOINT

PRO

  • farbenfrohes Legespiel
  • simple Auswahl-, taktische Legemechanik, die an Qwirkle und Co. erinnert 


CONTRA

  • recht eindimensionale Wertungsoptionen, sodass es meistens keine großen Punktesprünge gibt

MEINUNG

Das Cover von Pura Vida erzeugt sofort Urlaubsfeeling, und auch die restliche Gestaltung des Spiels wirkt sehr positv, bunt, Tiere ziehen ja sowieso immer, alles gut also. Da verschmerzt es dann auch, dass die Schachtel völlig überdimensioniert erscheint, nun gut, so passt der Spielplan mit in die Box, ohne geknickt zu werden.

Spielerisch ist Pura Vida dann auch zunächst einmal ein sehr entspanntes Spiel, denn letztlich laufen wir mit unserem Ranger über den Pfad und sammeln Plättchen, die wir zum Naturpark werden lassen. Dabei kommt die alte Regel „nur nach vorn, nie zurück“ zum Einsatz, die einen ja immer taktieren lässt, ob sich ein großer Sprung nach vorn wohl lohnt, einfach, um ein anvisiertes Plättchen zu erhaschen, das einem sonst vielleicht die Konkurrenz wegschnappen könnte. Andererseits überlässt man eben der Konkurrenz dann auch alles, was dahinter liegt, und das ist dann auch oft keine gute Idee. Je mehr Plättchen ich erhalte, umso mehr kann ich damit machen.

Das Legen der Plättchen bzw. ihre Wertung erinnert an Spiele wie Qwirkle, hier noch mit der zusätzlichen Option, auch absolut nichts zueinander Passendes aneinander legen zu  dürfen. Wie auch bei Qwirkle gilt es da, gute Kreuzgitter zu bilden, denn Plättchen können dann auch in zwei Richtungen punkten. Lukrativ ist es, bestehende Reihen und Spalten fortzusetzen, um wiederholt Punkte zu sammeln.

Der entscheidende Kniff an dieser Stelle ist dann jedoch ein Element, das anfangs im Eifer des Spiels auch gern mal vergessen wird: Die Tiere gelangen nur aus bestimmten Richtungen in den eigenen Park, und so müssen da manchmal auch einfach gute Vorbedingungen geschaffen werden, um so ein Plättchen überhaupt noch anfügen zu können. Und: Nur ein einziges falsch gelegtes Plättchen kann dann so eine Wertung auch komplett zerstören!

Etwas schade ist es für mich, dass die Wertungsoptionen zwar simpel, aber dadurch auch recht eindimensional gehalten sind. Das führt dazu, dass die Punkteabstände bei einem ausgeglichenen Spiel nie wirklich weit voneinander abweichen, und wenn doch, dann kann da auch das Glück dran Schuld sein, denn die Plättchen kommen ja zufällig ins Angebot und weit nicht jedes Plättchen passt zu einer bereits begonnenen Reihe. Das heißt umgekehrt auch: Wenn es blöd läuft, wirken die Chancen, einen Rückstand aufzuholen, auch nicht allzu groß, Überraschungen blieben bei uns doch meistens aus.

Fazit: Pura Vida ist ein nettes, taktisches Legspiel für alle Fans von Qwirkle-ähnlichen Spielen. Es ist hübsch illustiert; die Idee mit den Plättchen-Bewegungsrichtungen ist zudem noch unverbraucht. Insgesamt erinnert mich Pura Vida aber dann doch an ähnliche Spiele dieser Art und bietet mir persönlich jetzt nicht die eine neue Innovation, die es zu etwas ganz Besonderem macht. Das würde ich wieder mitspielen, aber es lockt mich jetzt auch nicht sofort in die Wildnis - 6 Punkte, da es einfach schon zu viele verwandte Spiele dieser Art gibt.

KULTFAKTOR: 6/10

Spielidee: 6/10
Ausstattung: 7/10
Spielablauf: 7/10

EUER REZENSENT

INGO

Vielspieler, Skifahrer, Italien-Fan, Medienheini

Eine Rezension vom 26.05.2025

Dieser Spieletest wurde unterstützt durch ein Rezensionsexemplar.

Bildnachweis:
Coverfoto: Piatnik
Weitere Fotos: Spielkultisten