REZENSION

PICK A PEN: SCHATZKAMMERN

  • Genre: Würfel-/ Denkspiel
  • Jahr: 2024
  • Verlag: Amigo Spiele
  • Autor: Reiner Knizia
  • Grafik: Marlies Barends
  • Spieler: 2 bis 4
  • Alter: ab 8 Jahren 
  • Dauer: ca. 30 Minuten
  • Schwierigkeitsgrad: leicht 
  • Taktiklevel: 5/10

Farben, Formen und Stifte als Würfel

In der neuen Pick A Pen-Reihe werden Stifte und Würfel verschmolzen. In jeder Runde werden die Stifte geworfen und liefern so jeweils eine Kombination aus Farbe und Symbol, die auf dem eigenen Spielblatt eingezeichnet wird. Drei Teile sind Anfang 2024 erschienen, wir begeben uns in dieser Review nun in die Schatzkammern.

REGELN

Jeder erhält ein Blatt vom Block, jeweils mit identischem Level (es gibt drei verschiedene). Nehmt nun die fünf farbigen Stifte (rot, orange, blau, lila und grün) und werft sie. Auf jedem Stift ist jedes der fünf Inschriften-Symbole der Schatzkammern zu finden sowie ein Joker, der für alle Symbole verwendet werden kann. Diese Symbole findet ihr auch auf eurem Spielblatt, angeordnet in Reihen.

Sucht euch reihum einen noch verfügbaren Stift aus und markiert mit ihm das erste freie Feld der entsprechenden Symbol-Reihe. Sämtliche Stifte werden auf diese Art und Weise reihum vergeben, sodass auf jeden Fall eine (oder auch mehrere Personen, je nach Spielerzahl) mehr als einen Stift erhalten. Ist eine Person am Zug und es liegen keine Stifte mehr in der Mitte, werden alle Stifte neu geworfen. 

Ziel ist es, in den Reihen und Spalten gleichfarbige oder fünf unterschiedliche Markierungen zu erzielen. 

  • In Level 1 gibt es pro Reihe und Spalte jeweils 2 Punkte für jedes nebeneinander markierte Farbpärchen. 
  • In Level 2 gibt es pro Reihe und Spalte jeweils 3 Punkte für jeden nebeneinander markierten Farbdrilling. Alternativ gibt es 5 Punkte pro Reihe und Spalte für jeweils fünf unterschiedliche Farbmarkierungen. 
  • In Level 3 gibt es zusätzlich noch jeweils 7 Punkte für ein vollständiges Quadrat aus vier Markierungen derselben Farbe (pro Farbe einmal zu werten). 


Ab Level 2 gibt es eine zusätzliche Symbolreihe mit Stiften, die für beliebige Symbole verwendet werden darf. Ein beliebiges Symbol darf auch nach den üblichen Regeln markiert werden, wenn ein Stift ausgewählt wird, dessen Symbolreihe auf dem eigenen Blatt schon komplett gefüllt wurde.

Wird ein umrandetes Feld mit der vorgegebenen Farbe ausgefüllt, gibt es dafür sofort einen Extra-Spielzug, in dem ein weiteres beliebiges Symbol-Feld nach den üblichen Regeln markiert wird. Das gilt auch für schwarze Umrandungen, bei denen dann die verwendete Farbe die Farbe der Bonus-Markierung bestimmt.

Sobald jemand alle Felder gefüllt hat, endet das Spiel. In jedem Level gibt es nun auch noch Bonuspunkte für eine vorgegebene Anzahl gewerteter Reihen und Spalten. Wer insgesamt die meisten Punkte sammeln konnte, gewinnt.

GALERIE

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CHECKPOINT

PRO

  • Stifte als Würfel
  • nettes Farbpuzzle 
  • drei verschiedene Level  
  • am besten zu zweit 


CONTRA 

  • hoher Glücksfaktor
  • meist recht offensichtliche Entscheidungen

MEINUNG

Reiner Knizias neue Spielreihe Pick A Pen beruht im Grunde auf einem Gimmick. Natürlich hätte man auch einfach mit Würfeln den verschiedenen Farben Symbole zulosen können. Da aber die Farben wichtig sind für die Wertungen, hätte es auch dann Buntstifte gebraucht. So macht es auch spielerisch Sinn, hier etwas Innovatives in der Schachtel zu finden: Würfelstifte. Die bedruckten Seiten der Stifte dienen also gleichzeitig als Würfel. Das funktioniert auch recht gut, allerdings sollte man konzentriert spielen, um nicht versehentlich einen Stift aufzunehmen, um dann festzustellen, dass man vergessen hat, welches Symbol dieser zeigte. Von daher macht der Vorschlag in der Anleitung Sinn, einmal laut zu sagen, was man da auswählt, bevor man den Stift aus der Mitte entfernt.

Da immer alle Stifte vergeben werden, ist das Spiel zu zweit am taktischten. Da kann man schon auch darauf schauen, was das Gegenüber gerade bevorzugt sammelt, um zu punkten, und ggf. auch mal einen Würfel destruktiv auswählen, einfach damit ihn die Konkurrenz nicht verwenden kann. Im Spiel zu zweit kann man aber auch schon erahnen, welchen Stift man im nächsten Spielzug erhält bzw. auf welchen man noch Zugriff haben wird. Mit mehr Spielern erhöht sich lediglich die Wartezeit, spielerisch gibt es da keinen wirklichen Vorteil, in Vollbesetzung zu spielen. Da wird das Spiel eher noch glückslastiger, was die Entscheidungen angeht. Klar, Würfelspiele haben nun einmal einen erhöhten Glücksfaktor, und da ich keinen Stift in der Mitte liegen lassen darf, kann es immer wieder passieren, dass ich ein Symbol markieren muss, das mir nicht zu Punkten verhilft, im Gegenteil, da kann eine Farbe auch wirklich blockieren bzw. einem Bonus-Möglichkeiten, die mit einer passenden Farbe möglich gewesen wären, verbauen.

Dennoch ist die Schatzkammern-Edition auch taktisch geprägt. Die Auswahl der Stifte sollte schon auch mit Bedacht geschehen, damit die kleinen Farbpuzzle in alle Richtungen auch wirklich in Punkten enden. Die Entscheidungen sind dabei allerdings meistens auch eher offensichtlich. Da geht es mehr ums Optimieren, heißt, ich muss schauen, was mir vom Gegebenen am besten weiterhilft. Ab dem zweiten Level kommen da noch nützliche Ausweich-Aktionen in Form der Stift-Reihe hinzu. Es gibt da bei den Wertungen dann auch immer mehrere Wege, um zu punkten. Mal möchte ich 2er- bzw. 3er-Kombinationen aus identischen Farben erzielen, mal aber auch einfach alle Farben in einer Reihe oder Spalte unterbekommen. In Level 3 bringen die Feld-Quadrate dann nochmals mehr Anspruch ins Spiel. Dass es da drei verschiedene Levels gibt, die sich im Schwierigkeitsgrad steigern, ist auf jeden Fall lobenswert.

Der Spielblock ist dick genug für viele Wiederholungspartien; bei den Stiften habe ich jedoch ein wenig Bauchschmerzen. Die nutzen sich natürlich mit der Zeit zunehmend ab. Ab einem gewissen Punkt wird das nicht ohne Anspitzer funktionieren, und sind sie wirklich mal komplett verbraucht, benötigt es zukünftig für jede Pick A Pen-Edition eigene Ersatzstifte, wenn man sich nicht anderweitig behelfen möchte, denn jede Edition zeigt andere Symbole auf den Stiften.

Pick A Pen: Schatzkammern erfindet klassisch-abstrakte Roll-and-Write-Spiele nicht gänzlich neu, das Auswählen bzw. Draften der Stifte ist aber dennoch ein sympathisches neues Gimmick, das auch spielerisch zu unterhalten weiß. Ich vergebe insgesamt grundsolide 6 Kultpunkte an diese Edition, für das Spiel zu zweit, dank mehr Planbarkeit und damit auch noch mehr taktischen Überlegungen, auch gute 7 Kultpunkte.

KULTFAKTOR: 6-7/10

Spielidee: 6/10
Ausstattung: 7/10
Spielablauf: 6-7/10

EUER REZENSENT

INGO

Vielspieler, Skifahrer, Italien-Fan, Medienheini

Eine Rezension vom 22.02.2024

Dieser Spieletest wurde unterstützt durch ein Rezensionsexemplar.

Bildnachweis:
Coverfoto: Amigo Spiele
Weitere Fotos: Spielkultisten