REZENSION

PASS THE WORD

  • Genre: Partyspiel
  • Jahr: 2025
  • Verlag: Piatnik
  • Autoren: Yaniv Kahana, Simone Luciani
  • Grafik: Felix Wermke
  • Personen: 4 bis 8
  • Alter: ab 10 Jahren
  • Dauer: ca. 15 bis 25 Minuten
  • Schwierigkeitsgrad: leicht
  • Initiativlevel: 7/10

Stille Post, heimliche Post

In diesem kooperativen Ratespiel umschreibt ihr einen geheimen Begriff mit einem Hinweis, den ihr auf eurem Spiralblock notiert. Auf dem Block bildet ihr nun reihum eine Assoziationskette, ohne den Anfang zu kennen. Kann an der vierten Station das Lösungswort erraten werden?

REGELN

Mischt die Begriffskarten getrennt nach ihrer Rückseite. So bilden sich fünf Themen-Stapel. Einigt euch zu Beginn einer neuen Raterunde auf ein Thema, zieht jeweils eine Begriffs- und eine Zahlenkarte und lest euch geheim den gesuchten Ratebegriff durch, den die Zahlenkarte vorgibt. Achtet darauf, dass niemand anderes Zahl und Begriff sehen!

Notiert nun jeweils ein Hinweiswort zum gesuchten Begriff auf der ersten Seite eures Spiralblocks. Reicht euren Block nach links weiter und erhaltet entsprechend den Block eures rechten Nachbarn. Lest euch den Hinweis durch, blättert den Spiralblock auf die nächste Seite und schreibt wiederum eine Assoziation zum ersten Hinweis auf. Reicht die Blöcke weiter und wiederholt den Vorgang. 

Nach drei Assoziationen erreicht jeder Block die Person, die nun raten muss. Die Person, die die erste Seite des Blocks beschrieben hat, deckt der ratenden Person die Begriffskarte auf. Die ratende Person muss anhand der letzten notierten Assoziation erkennen, welcher der sechs Begriffe der Karte der Ausgangsbegriff war, ohne die Hinweise davor zu kennen. 

Spielt ihr mit den optionalen Hilfekarten, könnt ihr eine einsetzen, um zusätzlich eine Seite  zurückzublättern, allerdings sind die Hilfekarten limitiert. 

Wurde der gesuchte Begriff erraten, wird die Karte zum Plus-Stapel für die Endwertung gelegt, ansonsten zum Minus-Stapel. Zum Minus-Stapel gelegt wird die Karte auch, wenn ein Hinweiswort auf den Seiten des gewerteten Spiralblocks doppelt notiert oder der eigentliche Ratebegriff (ggf. auch nur in Teilen) als Assoziation aufgeschrieben wurde.

Haben alle den Begriff ihres erhaltenen Spiralblocks geraten, endet die Runde. Je nach Personenzahl werden insgesamt 2 oder 3 komplette Runden gespielt. Subtrahiert die Anzahl der Karten in eurem Minus-Stapel von der Anzahl der Karten in eurem Plus-Stapel. Eine Tabelle in der Anleitung verrät nun eure Leistung. 

Ihr könnt das Spiel einfacher gestalten, indem ihr nur mit fünf oder vier Begriffen pro Karte spielt. 

GALERIE

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CHECKPOINT

PRO

  • trickreiches Stille-Post-Spiel
  • ideal für Wortakrobaten 


CONTRA

  • nicht immer leicht zu steuern
  • weniger Partystimmung als beim vergleichbaren Zeichenspiel 

MEINUNG

Stille Post kennen wir wohl fast alle noch aus alten Kindergeburtstag-Zeiten; im Fernsehen wurde das Konzept in der legendären Rateshow Ruck Zuck aufgegriffen, und mit Stille Post Extrem gab es vor einigen Jahren auch bereits ein Party-Brettspiel, das allerdings aufs Zeichnen setzte. Stille Post Extrem ist bei uns auch heute noch beliebt, einfach weil die verrückten Zeichnungen und weitergegebenen Assoziationen immer wieder für Lacher sorgen.

Pass the Word setzt ebenfalls bei der bekannten Idee an, diesmal wird eine Assoziationskette gebildet, bei der nur das Thema bekannt ist, sobald der erste Hinweis übergeben wurde. Ganz nach Ruck Zuck-Manier darf nichts doppelt notiert werden, auch darf der eigentliche Ratebegriff nicht auf dem Block landen. So sollte man also immer im Kopf haben, nicht unbedingt das Offensichtliche auf der nächsten Seite des Blocks zu notieren, anderseits aber auch nicht zu viel Raum zum Abschweifen zu bieten.

Nehmen wir mal an, der Begriff ist "Katze". Notiere ich als ersten Hinweis, mit der Information, dass es sich um ein Tier handelt, "schnurren", ist es für die zweite Person noch leicht zu erkennen, dass wohl eine Katze gesucht wird. Gibt die zweite Person als zweiten Hinweis nun "Maus", so passt dieser Hinweis zur Katze, kann dann aber von der dritten Person auch falsch interpretiert werden, weil sie ja den ersten Hinweis nicht kennt. Vielleicht kommt die jetzt auf "Nagetier" – und schon wird es für die vierte Person schwierig, die Katze zu erraten. Andererseits kann ein zweiter zu genauer Hinweis (z.B. "miauen") dazu führen, dass Person 3 erneut Hinweis 1 ("schnurren") notiert – was die Karte dann bei der Auflösung auf den Minus-Stapel befördert. In unseren Runden gab es nicht selten solche Dopplungen.

Da die Wortketten relativ kurz sind, lässt sich das Spiel mit einem eingespielten Team und etwas Übung recht gut knacken, allerdings sollte man Spaß an solcher Wortakrobatik haben. Wem es schwer fällt, spontan passende Hinweise zu bilden, der wird eventuell auch mal eine Runde crashen. Als nützlich erweist es sich da, als erste Person immer die restlichen Begriffe der Karte anzuschauen. Vielleicht ist beim Begriff "Spatz" dann gar kein spezifischer Detail-Hinweis mehr nötig, wenn es der einzige Vogel im Begriffsangebot ist. Da kann man die Hinweise dann auch recht oberflächlich geben. Dennoch sollten sie natürlich zum Begriff passen. Theoretisch könnte man das Spiel aushebeln, indem man sich auf bestimmte Hinweise zu bestimmten Zahlen verständigt, aber so eine Spielweise geht hoffentlich gegen jede Spieler-Ehre.

Oft jedoch, gerade anfangs, geht's dann doch mal schief, weil irgendein Hinweis unwissentlich das Thema wechselt. Beim Zeichenspiel Stille Post Extrem führen die Fehlinterpretationen zu spaßigen Momenten. Diese fehlen bei Pass the Word. Mehr als sich kurzzeitig wundern, wie man von "Gott" auf "Kirsche" kommt, wird nicht passieren. Pass the Word ist somit für mich ein Ehrgeizspiel – ein Spiel mit dem Ziel, es so gut wie möglich zu machen, weniger ein Partyspiel, bei dem große Lacher im Vordergrund stehen.

Als trickreiche Wortakrobatik-Übung gefällt mir Pass the Word soweit gut, wenngleich es für mich die Genialität eines Just One oder Codenames und auch nicht den Fun-Faktor von Stille Post Extrem erreicht. Ich vergebe grundsolide 6 Kultpunkte, Genre-Fans, also Fans von Wortspielen, bei denen man um die Ecke denken sollte, können auch noch einen Punkt draufrechnen.

KULTFAKTOR: 6-7/10

Spielidee: 7/10
Ausstattung: 7/10
Spielablauf: 6/10

EUER REZENSENT

INGO

Vielspieler, Skifahrer, Italien-Fan, Medienheini

Eine Rezension vom 12.05.2026

Dieser Spieletest wurde unterstützt durch ein Rezensionsexemplar.

Bildnachweis:
Coverfoto: Piatnik
Weitere Fotos: Spielkultisten