REZENSION

PANDA ROYALE

  • Genre: Würfelspiel
  • Jahr: 2025 
  • Verlag: SPIEL DAS!
  • Autoren: Nathan Jenne, Jake Jenne
  • Grafik: Nathan Jenne
  • Personen: 2 bis 10
  • Alter: ab 8 Jahren
  • Dauer: ca. 20 bis 30 Minuten
  • Schwierigkeitsgrad: leicht
  • Taktiklevel: 3/10

So viele Würfel, so viele Punkte!

Die Pandas sind los! In zehn Runden vergrößert ihr schrittweise euren eigenen Würfelpool, um zunehmend mehr Punkte zu sammeln. Jede Würfelfarbe hat dabei ihre eigene Wertungsfunktion, die auch die Konkurrenz für sich nutzen möchte ...

REGELN

Nehmt euch jeweils einen gelben W6, ein Blatt vom Block und einen Stift. Legt die Mitleidswürfel in die Mitte (2 bis 3 Personen: 1 Würfel / 4 bis 6 Personen: 2 Würfel / 7 bis 9 Personen: 3 Würfel / 10 Personen: 4 Würfel). Gebt die über 100 farbigen Würfel in den Stoffbeutel.

Gespielt werden 10 Runden. Jede Runde ist in 5 Phasen unterteilt:

Phase 1: Würfel werfen und Panda-Token vergeben
Werft eure eigenen Würfel (in Runde 1 ist das nur einer, in Runde 10 sind es schließlich 10). Tragt die Summe eurer gelben Würfel auf euer Wertungsblatt ein. Wer die größte Summe mit gelben Würfeln erzielt, erhält den Panda-Token.

Phase 2: Werte eintragen
Jeder trägt die Werte der restlichen Würfel auf dem eigenen Blatt ein. Dabei haben die Farben unterschiedliche Funktionen:

  • Lila Würfelzahlen werden summiert und mit 2 multipliziert. 
  • Blaue Würfel werden summiert. Ist mindestens ein blauer Glitzerwürfel dabei, wird die Summe verdoppelt. 
  • Bei den roten Würfeln werden schwarze Würfelzahlen von weißen subtrahiert. Das Ergebnis (das auch negativ sein kann) wird mit der Anzahl an roten eigenen Würfeln multipliziert.
  • Grüne Würfelzahlen werden summiert.
  • Würfelzahlen von klaren Würfeln werden ebenso summiert.
  • Die Würfelzahl eines ggf. vorhandenen Mitleidswürfel (rosa) wird hinzu addiert.


Phase 3: Mitleidswürfel vergeben
Wer die niedrigste Gesamtsumme der laufenden Runde erzielt hat, erhält einen Mitleidswürfel. Ab 4 Personen werden mehrere Würfel vergeben, entsprechend der aufsteigenden Summen-Reihenfolge.

Phase 4: Klare Würfel tauschen
Wer einen klaren Würfel besitzt, kann ihn gegen einen Würfel eines Kontrahenten eintauschen. Es beginnt die Person nach dem Panda-Spieler.

Phase 5: Neue Würfel verteilen 
Der Panda-Spieler zieht so viele Würfel aus dem Beutel, wie es der Spielerzahl plus 1 entspricht. In absteigender Reihenfolge der gelben Würfelsummen, also beginnend beim Panda-Spieler, sucht sich jeder einen Würfel aus und fügt ihn seinem Pool hinzu. Der übrig bleibende Würfel wird zurück in den Beutel gelegt.

Nach 10 Runden gewinnt, wer insgesamt die meisten Punkte sammeln konnte.

CHECKPOINT

PRO

  • Kurzweiliges Zockerspiel
  • Interessantes Dice-/ Engine Building 
  • Sorgt für Emotionen


CONTRA

  • Wenig Einfluss 
  • Frustmomente möglich

MEINUNG

Was hat Panda Royale eigentlich mit Pandas zu tun? Nun, irgendwie ... nichts. Okay, aber die Schachtel zeigt ganz witzige Pandas, die offenbar durch die Würfel repräsentiert werden, und nicht jeder davon steht auf der guten Seite.

Als ich das Spiel das erste Mal gespielt hatte, blieben Fragezeichen zurück. Ist das alles, Würfel werfen und Punkte notieren? Kein Einfluss aufs Ergebnis? Als erfahrerner Roll-and-Write-Geek bin ich da anderes gewohnt, mehr Manipulation, mehr aktive Optionen. Panda Royale legt seinen Fokus aber auf ein anderes Eleemnt: Dice Building, Deckbau mit Würfeln sozusagen, eine Form des Engine Buildings, denn wenn die Würfelanzahl von anfangs einem bis zum Schluss auf 10 anwächst, sollte man sich die besten Würfel krallen. Aber was sind die besten?

Mehr gelbe Würfel erhöhen die Chance, Panda-Spieler zu werden, also Startperson zu sein, was einem bei der Würfelauswahl einen Vorteil einbringen kann. Lila Würfel sind sichere Punktegaranten, denn die Summe wird einfach verdoppelt, blaue Würfel gibt aber noch häufiger und in verschiedenen Ausführungen. Auch hier lassen sich gut Summen bilden und mit nur einem Glitzerwürfel auch noch verdoppeln. Die roten Würfel sind ideal für Zocker. Da die Würfelsumme mit der Anzahl roter Würfel multipliziert wird, sind hier echt hohe Summen möglich. Wer darauf spielt und Glück hat, scheint hier eine sichere Siegstrategie zu fahren. Dumm nur, dass auch schwarze Zahlen auf den roten Würfeln zu finden sind, die als Minuspunkte zählen. Und multipliziere ich einen negaiven Wert, kann ich dadurch sogar wieder Punkte verlieren. Grüne Würfel können mir bis zu 20 Punkte bescheren; wenn ich aber Pech habe, würfele ich mit ihnen auch nur eine 1 oder 2 ...

Ja, da legen Frustmomente und triumphale Glücksgefühle eng beieinander. Nun habe ich wenig Einfluss auf das, was die anderen so machen, es sei denn, ich ergattere einen klaren Tauschwürfel. Da kann ich dann auch mal destruktiv spielen und die Gewinnstrategie der Konkurrenz durchkreuzen, indem ich einen für sie wichtigen Würfel stehle. Schön ist dann auch das Element der Mitleidswürfel, die zurückliegende Personen wieder etwas ins Spiel zurückholen können.

Natürlich ist da immer viel Glück im Spiel vorhanden, denn wie gesagt: Ein W20 bedeutet ja nicht, dass ich auch wirklich eine 20 damit würfele, das kann auch nur eine 3 sein. Nachwürfeln gibt‘s nicht, auch sonst gibt es keine Möglichkeiten, Ergebnisse zu verändern. Ich suche mir also meine Würfel zusammen, ertausche sie, und hoffe auf das Beste. Klingt für Taktiker wahrscheinlich banal, kann Personen, die von Pechsträhnen verfolgt werden, auch mal auf die Nerven gehen, ist mit der richtigen Einstellung zum Spiel dann für mich aber tatsächlich ein witziger Spaß, dem ich gute 7 Kultpunkte attestiere.

Das Spiel funktioniert zu zweit genauso wie zu zehnt, grundsätzlich zumindest, da vieles parallel ausgeführt wird, dennoch: Mehr Personen bedeuten mehr Administration, mehr Vergleiche der Werte, im Spiel zu zweit wiederum ist die Würfelauswahl kleiner, und es kann vorkommen, dass während einer ganzen Partie nicht ein einziger Tauschwürfel ins Spiel kommt, was dann zu übermächtigen Siegstrategien führen kann, wenn es keine Möglichkeit gibt, wirklich dagegen an zu spielen. Mein Sweetspot liegt da bei 3, vielleicht noch besser bei 4 bis 5 Personen. Aber wie gesagt: Panda Royale kann tatsächlich mit jeder Spielerzahl gespielt werden, und Emotionen sind auf jeden Fall immer im Spiel, zumindest wenn man glücksbasierte Würfelspiele mag. Das ist einfach ein Zockerspiel, ein Spiel um Wahrscheinlichkeiten und eben Fortunas Gnade. Wer genau solche Spiele mag, der darf auch auf 8 Kultpunkte erhöhen, denn tatsächlich kann das Spiel, wenn man dem Genre zugeneigt ist, zu kleinen Suchtmomenten führen. Diesmal hats nicht geklappt mit dem eigenen Highscore? Ach komm, direkt ne Revanche, kann doch nur besser werden, oder nicht? 

Das Spiel richtet sich dabei grundsäzlich eher an die Wenig- und Gelegenheitsspieler. Die müssen dann anfangs noch die Abläufe verinnerlichen, und die sind erst einmal vielleicht noch nicht so intuitiv - mal geht es um gelbe Mehrheiten, mal um die Gesamtsumme, mal geht es im Uhrzeigersinn, dann wieder entgegen bei der Auswertung. Das wirkt zunächst vielleicht noch etwas chaotisch, gibt sich aber mit jeder weiteren Runde, und dann läuft Panda Royale flott ab. Kein Spiel für echte Strategen, aber für Party-Würfler bestens geeignet!

VIDEO

Unser Video zum Spiel findet ihr auf YouTube:  https://youtu.be/BVzBbfeJCAg

KULTFAKTOR: 7-8/10

Spielidee: 7/10
Ausstattung: 8/10
Spielablauf: 7/10

EUER REZENSENT

INGO

Vielspieler, Skifahrer, Italien-Fan, Medienheini

Eine Rezension vom 04.11.2025

Dieser Spieletest wurde unterstützt durch ein Rezensionsexemplar. 

Bildnachweis:
Coverfoto: SPIEL DAS!
Weitere Fotos: Spielkultisten