REZENSION

OCTOCUBE 

  • Genre: Familienspiel
  • Jahr: 2025
  • Verlag: Sit Down!
  • Autor: Karl Lange
  • Grafik: Clément Masson
  • Personen: 2 bis 4
  • Alter: ab 8 Jahren
  • Dauer: ca. 25 Min. 
  • Schwierigkeitsgrad: leicht
  • Taktiklevel: 5/10

Würfelkippen an Meeresklippen

Mit eurem großen magnetischen Oktopus-Würfel bewegt ihr euch durchs Meer und sammelt ein, was an euch haftet: Seesterne und Amphoren werden am Strand gelagert, und vielleicht erwischt ihr ja auch wertvolle Münzen. 

REGELN

Mischt die Plättchen und bildet daraus eine eckige Spielfläche, die aus diversen Plättchenstapeln besteht. Legt das Abgrundplättchen A in die Mitte. 

Jeder erhält ein eigenes Tableau und einen Oktopus-Sammelwürfel. Gespielt wird reihum.

Bist du am Zug, platziere deinen Würfel auf einem beliebigen freien Stapel am Rand der Spielfläche. Das oberste Plättchen des Stapels haftet nun, dank Magnet-Funktion, an deinem Würfel. In späteren Spielzügen kippst du den Würfel dann immer auf ein freies Nachbarfeld. Solltest du ihn mit einer bereits belegten Seite auf ein neues Plättchen kippen, bleibt dieses nicht am Würfel haften, d.h. an jeder Würfelseite kann sich nur ein Plättchen befinden. Kippst du den Würfel auf das Abgrundplättchen, führst du direkt eine weitere Kipp-Aktion aus. Wurde ein Plättchen-Stapel geleert, ersetzt ein Abgrundplättchen aus dem Vorrat diesen Platz.

In deinem Spielzug kannst du, anstatt den Würfel zu kippen, aber auch eine andere Aktion durchführen:

  • Du kannst auf deinem aktuellen Feld stehen bleiben und deinen Würfel um 90, 180 oder 270 Grad drehen.
  • Du kannst passen, d.h. in diesem Zug gar nichts machen.
  • Du kannst werten: Nimm den Würfel an dich und entferne beliebig viele eingesammelte Plättchen von den Würfelseiten. Erhalte Punkte für identische Motive, je mehr Übereinstimmungen, umso mehr Punkte. Lege die Gegenstände auf ihre passenden Felder deines Tableaus, Münzen legst du neben das Tableau. Du kannst deinen Würfel im nächsten Zug dann wieder, wie zu Beginn, neu auf der Spielfläche einsetzen.


Sobald eine bestimme Anzahl an Abgrundplättchen eingesetzt wurde, endet das Spiel nach der laufenden Runde. Nun kommt es zur Schlusswertung: Zusätzlich zu den bereits im Spiel erhaltenen Punkte gibt es jetzt 3 Punkte pro Münzplättchen. Außerdem gibt es Punkte für den ersten und zweiten Platz, was die verschiedenen Mehrheiten an Plättchen auf den Sammeltableaus betrifft. Da wird geschaut, wer die meisten Plättchen in jeder der vier unterschiedlichen Farben (Reihen) und bei jeder Gegenstandsart (Spalten) gesammelt hat. Wer nun insgesamt die meisten Punkte besitzt, gewinnt.

Varianten:

  • Ihr könnt mit den Fähigkeiten der Abgrundplättchen spielen. Jedes dieser Plättchen erlaubt dann eine bestimmte Aktion (z.B. Würfel versetzen, Plättchen austauschen, ggf. auch mit einem Konkurrenten tauschen etc.), wenn der eigene Würfel auf so ein Plättchen gekippt wird. Die Aktion kann zudem als Alternativaktion gewählt werden, wenn sich der Würfel auf einem angrenzenden Feld befindet.
  • Das Spiel kann mit den Rückseiten der Tableaus auch in einer vereinfachten Kinder-Version gespielt werden.

GALERIE

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CHECKPOINT

PRO

  • schöne Optik
  • funktionierende Technik
  • interessanter Sammel-Mechanismus


CONTRA

  • eher repetitiv
  • geringer Entscheidungsfreiraum
  • kein großer Spannungsbogen
  • mögliche Endlosschleife

MEINUNG

Ja, der magnetische Oktopus-Würfel ist definitiv ein witziges Gimmick, das dem recht simplen Set Collecting (gleiche Farben, gleiche Symbole) eine eigene Dynamik verleiht. Gerade in den ersten Partien und im Spiel mit Kindern kann das taktische Kippen und Drehen der Würfel interessant sein, wenn das eigentliche Sammeln jetzt auch keine große Innovation bietet. Die Gestaltung des Spiels ist hübsch, die Mechanik funktioniert, allerdings ist die Spieltiefe nicht besonders hoch. Die eigenen Entscheidungen sind oftmals banal, da man nur Zugriff darauf hat, was sich in Reichweite befindet. Die Plättchenstapel sind zufällig zusammengesetzt, sodass da große Planungen, auch aufgrund der Konkurrenz, quasi nicht möglich sind. Man optimiert, allerdings ohne großen Spannungsbogen.

Auf lange Sicht zeigt sich das Spiel dann auch gefühlt repetitiv, Neues wird man nicht mehr entdecken. Zumindest die Variante mit den Fähigkeiten der Abgrundplättchen kann noch etwas Abwechslung ins Spiel bringen, dennoch: Für etwas erfahrenere Spielende könnte das dann doch zu wenig gehaltvoll sein, auch im Familienspiel-Sektor. Am besten kam Octocube bei uns in Wenig- bis Gelegenheitsspieler-Runden an, aber auch da ohne große Begeisterungsstürme auszulösen. Solide 6 Kultpunkte sind das dennoch in dieser Zielgruppe, für mich persönlich wohl nur 5, weil ich den Spielablauf, im Gegensatz zum Hingucker-Material, bestenfalls als durchschnittlich empfinde – ein Spielablauf, der theoretisch durch durchgängiges Passen (als valide Aktionsoption) sogar in einer Sackgasse enden könnte, von daher solltet ihr diese Option ggf. streichen oder in ihrer Anzahl beschränken.

KULTFAKTOR: 5-6/10

Spielidee: 6/10
Ausstattung: 8/10
Spielablauf: 5/10

EUER REZENSENT

INGO

Vielspieler, Skifahrer, Italien-Fan, Medienheini

Eine Rezension vom 22.01.2026

Dieser Spieletest wurde unterstützt durch ein Rezensionsexemplar.

Bildnachweis:
Coverfoto: Sit Down!
Weitere Fotos: Spielkultisten