REZENSION

NETWORDS

  • Genre: Partyspiel
  • Jahr: 2025
  • Verlag: Piatnik
  • Autor: Mathias Spaan
  • Grafik: Fiore Gmbh
  • Personen: 2 bis 5 
  • Alter: ab 10 Jahren
  • Dauer: ca. 20 Minuten
  • Schwierigkeitsgrad: leicht
  • Initiativlevel: 5/10

Im Netz der Zweifel

Dass ein Bumerang dynamisch ist, würde wohl jeder bestätigen. Aber ist er zart, harmonisch oder gar attraktiv? Die Gruppe muss entscheiden, welchen der ausliegenden Begriffe der Tippgeber in ein Ranking gesetzt hat. Je mehr Begriffe korrekt ausgeschlossen werden, umso mehr Punkte gibt es dafür.

REGELN

Legt den fünfeckigen Netzdiagramm-Plan in die Mitte. Legt an jede Ecke eine zufällige Eigenschaftskarte an. Der Hinweisgeber zieht geheim eine Begriffskarte und stellt nun die Marker auf den fünf Skalen, die zu den Eigenschaftskarten führen, so ein, dass sie, in der subjektiven Einschätzung, den gesuchten Begriff in seinen Eigenschaften gut darstellen. Ist der Begriff zum Beispiel sehr "sozial", dann sollte der Marker ans obere Ende (maximal auf den Wert 8) eingestellt werden. Das genaue Gegenteil befindet sich am unteren Ende der Skala.

Sind alle fünf Marker zugeordnet, werden nur vier weitere Begriffe zum gesuchten Begriff hinzugemischt und dann für die Ratenden aufgedeckt.

Die müssen nun, um jeweils gemeinsam einen Punkt zu sammeln,  nacheinander die Begriffe ausschließen, die vermutlich nicht zu den Skalen-Werten passen. Dabei darf gern diskutiert werden. Nach jedem richtig ausgeschlossenen Begriff hat das Team die Möglichkeit zu passen und die Punkte zu sichern. Wird weitergespielt und falsch geraten, sind alle Punkte der Runde futsch. Maximal sind 4 Punkte pro Runde möglich.

Nach jeder Runde wechselt der Tippgeber. Nach fünf Runden wird anhand der erzielten Punkte in der Tabelle der Anleitung nachgesehen, wie gut das Team harmoniert hat.

GALERIE

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CHECKPOINT

PRO

  • knackige Einschätzungsentscheidungen
  • interessante Diskussionen möglich


CONTRA

  • Begriffe passen öfters nicht zueinander
  • glücksbehaftet durch erst nachträglich eingemischte Begriffe

MEINUNG

Partyspiele, bei denen man erraten muss, wie schräg die Freunde eigentlich wirklich ticken, sind ja immer ein kleines Abenteuer. Networds tut anfangs so, als wäre es ganz harmlos: Ich ziehe einen Begriff, soll fünf Eigenschaften auf einer Skala von 1 bis 8 bewerten und denke mir – na, das krieg ich doch mit links hin. Pustekuchen. Denn manchmal hat man das Gefühl, die Begriffe und die Eigenschaften stammen aus völlig unterschiedlichen Galaxien. Wie egoistisch ist bitte Sauerkraut? Und was bedeutet es, wenn ein Theater „vage“ ist? Läuft da der Hamlet nur halb? Oder gibt es dort doch nur einen verschwommenen Vorhang? Sollte man alle Werte einfach auf Null setzen oder lieber kreativ um die Ecke denken? Ist Strom harmonisch – zumindest solange er im Takt fließt?

Beim Raten wird’s dann knifflig: Das Team muss sich nämlich in das verrückte Gehirn des Tippgebers reindenken – und das funktioniert natürlich am besten, wenn man sich schon jahrelang kennt (oder gemeinsam einen Escape Room überlebt hat). Bei Fremden kann das schnell zum Spiel „Wer zur Hölle bist du eigentlich?“ werden. Aber hey, genau deswegen gibt’s Diskussionen, Spekulationen und hitzige Wortgefechte – fast wie bei der Familienfeier, nur mit mehr Spaß und weniger Kartoffelsalat.

Der Clou – und die Krux – kommt beim Punktesammeln: Das Ganze läuft im „Push-your-luck“-Stil, also auf Deutsch: „Hoffen, dass nix schiefgeht“. Als Tippgeber kenne ich zu Beginn nur meinen Begriff. Wenn ich also einen Bumerang auf der „dynamisch“-Skala mit einer satten 8 bewerte, klingt das erstmal clever. Aber wehe, später taucht noch ein Düsenjet, ein hyperaktives Eichhörnchen oder eine Mondrakete auf – dann steht mein Bumerang plötzlich ziemlich träge da. Und zurücknehmen kann ich da nichts mehr. Jetzt hilft nur noch beten oder hoffen, dass das Team rechtzeitig „Stopp!“ ruft, bevor die Punkte flöten gehen.

Das große Finale? Eine einfache Tabellen-Bewertung, die Auskunft gibt, ob man ein gutes Team war – aber bei so einem Spiel geht’s doch eh nicht um Ruhm und Ehre, sondern um Lacher, Diskussionen und Aha-Momente.

Fazit: Grundsätzlich eine schöne Idee mit den Rankings, aber mit eingebautem Chaosfaktor. Manchmal genial, manchmal zum Haare raufen. Trotzdem: Wer gern rätselt, diskutiert und auch mal beim Sauerkraut philosophisch wird, kommt auf seine Kosten. Von mir gibt’s solide 6 Kultpunkte – mit mehr Leuten ist es besser als in kleiner Runde, denn je mehr Köpfe, desto mehr wilde Theorien! Zu zweit entfallen diese Diskussionen leider gänzlich.

KULTFAKTOR: 6/10

Spielidee: 7/10
Ausstattung: 6/10
Spielablauf: 6/10

EUER REZENSENT

INGO

Vielspieler, Skifahrer, Italien-Fan, Medienheini

Eine Rezension vom 21.05.2025

Dieser Spieletest wurde unterstützt durch ein Rezensionsexemplar.

Bildnachweis:
Coverfoto: Piatnik
Weitere Fotos: Spielkultisten