REZENSION

MYSTERY CUBE: GEHEIMAGENTEN

  • Genre: Denkspiel
  • Jahr: 2024
  • Verlag: Ravensburger
  • Autorin: Vera Bolze
  • Grafik: Nora Nowatzyk 
  • Spieler: k.A. (Unsere Empfehlung: 1 bis 2)
  • Alter: ab 10 Jahren
  • Dauer: individuell
  • Schwierigkeitsgrad: leicht bis mittel
  • Initiativlevel: 10/10

Agentenbüro in der Box

Exit- und Escape-Room-Games gibt es mittlerweile zuhauf. Mit der Reihe Mystery Cube versucht sich Ravensburger an einem neuen Format. Schon auf den ersten Blick überrascht die kleine quadratische Box. Aber kann der Inhalt überzeugen?

REGELN

Im Inneren der Schachtel befindet sich ein stilecht illustriertes Agentenbüro mit Boden und vier Wänden, welche diese die Ausgangslage für je ein Rätsel bilden. Kleine Kärtchen verraten euch, was zu tun ist. Dabei können die Rätsel entweder in der empfohlenen Reihenfolge oder nach Belieben absolviert werden. 

In jedem Fall bietet die Box noch einen zweiten Boden im Inneren, der Platz zum Notieren der jeweiligen Lösungen enthält. Mal besteht die Antwort aus einer einzigen Ziffer oder einem Buchstaben, mal kommt es auf eine Abfolge mehrere Zeichen an. Kommt ihr mal nicht weiter, könnt ihr zu den Hilfe-Karten greifen. 

Habt ihr alle fünf Aufgaben gelöst, ist Zeit für das letzte Rätsel. Dieses erfordert es, alle vorherigen Rätsel miteinander zu kombinieren. Ihr wart erfolgreich? Dann könnt ihr auf der Ravensburger-Website einen Code eingeben, der euch zu einer digitalen „Belohnung“ führt.

GALERIE

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CHECKPOINT

PRO

  • Escape Room im etwas anderen Format
  • die Rätsel führen zu einer weiteren Aufgabe
  • Reihe baut aufeinander auf


CONTRA

  • Rätsel mit schwankender Qualität
  • digitales Goodie keine echte Belohnung für die Auflösung 
  • eine richtige Story wird vermisst

MEINUNG

Im Gegensatz zu den bekannteren Vertretern des Escape-Room-Genres – zum Beispiel die Exit-Reihe von Inka und Markus Brand – kommen die vier Mystery Cubes als Leichtgewicht daher, sowohl inhaltlich als auch qualitativ. Gut, das mag vor allem am niedrig angesetzten Verkaufspreis von ca. EUR 6,50 liegen, weshalb Ravensburger dem Spiel im Quader-Format kaum eine opulente Ausstattung spendieren konnte. Von daher darf man sicherlich auch inhaltlich die Messlatte nicht allzu hoch anlegen, schließlich lässt sich auf dem spärlich vorhandenen Platz kaum eine umfangreich illustrierte Story ausbreiten. Leider stellt sich die geringe Erwartungshaltung, die sich beim Öffnen der Box einstellt, als gut begründet heraus.

Insgesamt fünf Rätsel mit unterschiedlichem Schwierigkeitsgrad sind im Spiel untergebracht. Eines davon ist in puncto Anspruch kaum der Rede wert. Zwei weitere sind definitiv gehaltvoller. Ein weiteres entpuppt sich als schön knifflig, während das fünfte aus meiner Wahrnehmung nicht zum Anspruch der übrigen passt. Wer alle fünf gelöst und die entsprechen Lösungen (Ziffer, Zahl oder auch ein ganzes Wort) in den Schachtelboden bzw. auf einen Zettel notiert hat, ist gewappnet für die Auflösung des Falls.

Der Lösungsbegriff lässt sich dann auf der Ravensburger-Website eingeben, um die Sammelkarte der gefundenen Agentin freizuschalten. Doch wozu? Die Motivation zum Download des digitalen Abziehbildes war bei uns jedenfalls nicht besonders hoch ausgeprägt. Die Qualität der Illustration ist bestenfalls durchschnittlich, was auch für die vorperforierten Karten gilt. Immerhin wird ein kleiner Ring beigefügt, der für die Lösung eines Rätsels relevant ist.

Winziger Spoiler (wer ihn nicht lesen möchte, diesen Absatz einfach überspringen): Es kann gut sein, dass gewisse Spielelemente beschädigt werden müssen, um der Lösung auf die Schliche zu kommen, ohne dass ich hier allzu konkret werde ...

Fazit: Wenn Escape-Room als Brettspiel, dann doch besser eines der klassischen Vertreter. Der vorliegende Fall der Mystery Cubes eignet sich bestenfalls als Mitbringsel, wenn es etwas anderes als eine Tüte Knabbergebäck sein soll, oder als Appetizer für Exit und Co. Die Lust auf einen weiteren Fall hat uns (als Exit-Fans) jedenfalls nicht gepackt. Immerhin konnten so zwei Mittagspausen ganz nett überbrückt werden. Das ist ja auch nicht allzu verkehrt. 

KULTFAKTOR: 4/10

Spielidee: 5/10
Ausstattung: 4/10
Spielablauf: 5/10

EUER REZENSENT

CHRISTOPH

Kinder- und Kennerspiel-Spieler, Stefan-Feld-Fan, Im-Sommer-in-jeden-See-Springer

Eine Rezension vom 14.05.2024

Dieser Spieletest wurde unterstützt durch ein Rezensionsexemplar.

Bildnachweis:
Coverfoto: Ravensburger
Weitere Fotos: Spielkultisten