REZENSION
MIXOSAURUS
- Genre: Kinder-/ Familienspiel
- Jahr: 2024
- Verlag: Game Factory / Happy Baobab
- Autor: Charles Chevallier
- Grafik: Cyril Bouquet, Ian Parovel
- Spieler: 2 bis 4
- Alter: ab 7 Jahren
- Dauer: ca. 20 Minuten
- Schwierigkeitsgrad: leicht
- Initiativlevel: 7/10
Von Knochenjägern und wackligen Skeletten
Juhu, eine ganze Höhle voller Dino-Knochen! Die Spielenden übernehmen die Rollen von Archäologen, die Knochen für Knochen die Skelette ausgraben und neu zusammensetzen. Aber Vorsicht, das Geröll ist gefährlich! Schnell fallen Steine um und beenden die Grabung.
REGELN
Im Spiel enthalten sind das Papier-Spielfeld (ein Ersatz liegt bei), diverse Dino-Skelett-Teile (unterschiedliche Bein-Paare, Kopf-, Schwanzteile), Auftragskärtchen, eine Pinzette, 12 Holz-Felsensteine und verschiedene Marker.
Für den Aufbau wird zunächst das eine Spielfeld-Blatt zerknüllt und wieder geglättet. Dann werden in den Schachteldeckel alle Skelettteile gelegt. Darauf wird das Spielfeld gelegt. Dann wird die Schachtelunterseite umgedreht und so verkehrt herum vorsichtig in den Schachteldeckel gesteckt. Dann wird alles gedreht und der Schachteldeckel vorsichtig abgehoben. So liegen alle Skelettteile auf der Schachtelunterseite. Darauf werden nun, in vier Türmen, je drei Felsensteine aufeinander gestapelt. Für ein einfacheres Spiel reichen Türme aus zwei Felsensteinen. Von den Auftragsplättchen werden drei zufällig gezogen und aufgedeckt. Jeder erhält zwei Knochenmarker. Dann kann das Spiel beginnen.
Wer an der Reihe ist, folgt folgenden beiden Schritten:
(1) Ausgraben: Dazu nimmt der Spielende die Pinzette und versucht auf dem Spielfeld genau ein Skelettteil herunterzuziehen, ohne dass dabei ein Felsenstein umkippt oder herunterfällt. Schafft es der Spielende, darf er das Teil vor sich ablegen. Wird ein Ereignisteil (grünes Symbol) gezogen, wird das Ereignis sofort ausgeführt. Ereignisse ermöglichen den Tausch von Skelettteilen mit Mitspielenden, ein weiteres Ausgraben, zusätzliche Siegpunkte oder weitere Knochenteile.
Fällt ein Felsenteil um, dann ist der Zug sofort beendet. Als Trost erhält die Person ein Knochenteil aus dem Vorrat. Knochenteile sind am Ende Siegpunkte wert.
(2) Präparation (nur, wenn möglich): Hier darf die spielende Person nach der Ausgrabung genau ein Skelett zusammensetzen. Ein vollständiges Skelett besteht aus zwei Beinpaaren, einem Kopfteil und einem Schwanzteil. Diese können stehend komplettiert werden. Dabei gibt es vier verschiedene Dinosaurier, die vervollständigt werden können: roter Stegosaurus, blauer Diplodocus, weißer Triceratops, gelber Tyrannosaurus. Allerdings können die Skelette auch Art-unrein genutzt werden, für weniger Siegpunkte. Der zusammengesetzte Dino wird auf eine Plattform gestellt mit entweder 10 Punkten (rein) oder 6 Punkten (unrein).
Dann geht’s reihum weiter.
Sobald der fünfte Dinosaurier zusammengesetzt wurde, endet das Spiel. Nun wird gewertet. Siegpunkte gibt es
- für alle Plattformen mit fertigen Dino-Skeletten vor sich (6 oder 10 Punkte)
- für erfüllte Auftragsplättchen (z.B. alle roten Dinosaurier usw.)
- für alle kompletten Knochen (zwei Teile ergeben einen ganzen Knochen = 1 Punkt)
- für alle restlichen Skelettteile
Wer die meisten Siegpunkte besitzt, gewinnt.
GALERIE
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CHECKPOINT
PRO
- Spielplan kann mehr oder weniger zerknüllt werden, was den Schwierigkeitsgrad verändert
- einfaches Regelwerk
- 3D-Dinos sorgen für eine schöne Tischpräsenz
CONTRA
- Grobmotoriker sind deutlich im Nachteil
- Handling der Pinzette muss erst geübt werden
MEINUNG
Dieses Kinderspiel für begeisterte Dino-Forscher benötigt viel Fingerspitzengefühl. Den Spielplan zerknüllen, lautet die erste Anweisung. Wirklich? Ja, den Spielplan zu zerknüllen und wieder halbwegs zu glätten, ist ein Teil der Vorbereitung. Was zunächst überrascht, macht Sinn, denn so wird der unebene Grund der neuen Ausgrabungsstätte imitiert.
Und dann geht es mit Geschick und Kunststoffpinzette an die Arbeit. Stück für Stück, Teil für Teil, ziehen die kleinen Forscher die Skelette aus dem Haufen, der gemeinerweise unter kleinen Gerölltürmen vergraben liegt. Bloß nichts umwerfen, dann ist die ganze Arbeit umsonst gewesen. Das fordert heraus, fallen doch die Türme gefühlt viel zu schnell bei kleinen und großen Grobmotorikern um. Auch der Umgang mit der Kunststoff-Pinzette will geübt sein. Schnell zeigen sich diejenigen, die mit ruhiger und sicherer Hand erfolgreich sind. Und dann gibt es die, die das nicht hinbekommen. Das führt mitunter zu Frust, denn auch die Trost-Knochen können die großen Unterschiede in den Fähigkeiten zwischen den Kindern nur mäßig ausgleichen. Das kann das Spielgefühl mitunter empfindlich stören.
In unseren Testgruppen zeigte sich rasch ein Top- oder Flop-Gefühl. Wer mit Feinmotorik Schwierigkeiten hat, wird dem Spiel nur wenig abgewinnen können. Wer so etwas mag, wird es gerne immer wieder versuchen, vor allem bei allgemeinem Dino-Interesse. Wenn man das Handling dann außer Acht lässt, zeigt sich ein gut durchdachter Spielablauf, der, dank einfacher Regeln, für Kinder und ihre Familien gut geeignet ist. Sonderaufgaben machen manche Dinos wertvoller, Ereignisse geben zusätzliche Möglichkeiten zum Tauschen usw. Und vor allem die Tatsache, dass die Dino-Skelette wie in einem Museum aufgestellt werden, begeistert auch die größeren Forschenden.
Fazit: Mixosaurus ist ein Geschicklichkeitsspiel für Kinder ab 7 Jahren, das ein ruhiges Arbeiten und gute Feinmotorik erfordert. In der richtigen Spielgruppe kann das Spiel viel Spaß machen und gerade durch die nach und nach entstehenden 3D-Dino-Skelette beeindrucken.
KULTFAKTOR: 7/10*
Spielidee: 7/10
Ausstattung: 8/10
Spielablauf: 7/10
* Nur in der passenden Zielgruppe (s.o.)
EURE REZENSENTIN
GABI
(ehemaliges Team-Mitglied)
Immer-und-Überall-Spielerin, Spieleberaterin, Krankenschwester
Eine Rezension vom 09.10.2024
Dieser Spieletest wurde unterstützt durch ein Rezensionsexemplar.
Bildnachweis:
Coverfoto: Game Factory
Weitere Fotos: Spielkultisten