REZENSION
LORD OF LOOT
- Genre: Familien-/ Fantasyspiel
- Jahr: 2026 (geplant)
- Verlag: PKB Games
- Autor: Philipp K. Berger
- Personen: 1 bis 5
- Alter: ab 10 Jahren
- Dauer: ca. 60 bis 90 Minuten
- Schwierigkeitsgrad: mittel
- Taktiklevel: 5/10
Ein Königreich für Helden
Das Königreich hat ruhige Zeiten hinter sich. So ruhig, dass eine Verteidigung so richtig schwierig geworden ist, jetzt, wo Monster ins Land einfallen und die Bosse uns vor Aufgaben stellen. Als Heldengruppe eilen wir dem König zur Hilfe, gemeinsam werden wir das Reich retten, so der Plan ...
KICKSTARTER PREVIEW: Zum Test stand uns ein Prototyp / Vorabexemplar des Spiels zur Verfüung. Das finale Spiel kann Änderungen beinhalten.
REGELN
Wählt zwei der verschiedenen Bosse und bereitet entsprechend den Spielplan vor. Stellt dazu die Figuren und weiteres Material auf den Plan, hinzu gesellen sich so viele Wachen, wie Personen teilnehmen. Stellt die Helden aufs Startfeld und nehmt euch jeweils das passende Helden-Tableau. Ihr startet mit jeweils 3 (der Druide mit 4) Herzen auf beiden Leisten (Ausdauer und Gesundheit).
Ihr spielt reihum. Der eigene Zug besteht aus einer Aktionsphase und einer anschließenden Monsterphase (bei 1 bis 3 Personen), im Spiel zu viert oder fünft findet die Monsterphase nur in jedem zweiten Spielzug statt.
Zunächst musst du deinen Helden jedoch ernähren, sofern du dich nicht auf einem Proviantfeld befindest. Hast du keine Nahrung gesammelt, verlierst du ein Herz (die Herz-Leisten werden von links nach rechts geleert).
Nun hast du 4 Aktionspunkte, die du auf die verschiedenen Aktionen aufteilen kannst, du kannst auch eine Aktion mehrfach wählen. Folgende Aktionen stehen zur Auswahl:
- Ziehe auf einen angrenzenden Ort.
- Befindet sich noch kein Kartenplättchen auf einem Ort, ziehe ein zufälliges Plättchen, decke es auf und führe den Effekt aus. So kannst du z.B. Ausrüstung oder Gegenstände erhalten, auch Zaubersprüche sammeln, die du gegen Abgabe von Ressourcen ausführen darfst.
- Sammle Ressourcen auf einem Feld. Zeigt das Kartenplättchen eines Ortes einen Pfeil, kannst du den Effekt dieses Ortes pro Aktionspunkt wiederholen.
- Nimm Gegenstände auf, die an einem Ort abgelegt wurden.
- Tausche Gegenstände und Waffen mit einem oder mehreren anderen Helden auf dem selben Feld.
- Kämpfe gegen ein Monster / einen Boss oder auch gegen eine Wache, um Belohnungen zu erhalten oder deinen Helden aufzuleveln. Dazu werden Würfel geworfen und ggf. mit Waffen verbessert, die Werte werden verglichen und entsprechend wird Schaden verteilt.
Wichtig: Gegenstände und Waffen legst du zunächst in deinen Rucksack. Dazu muss genügend physischer Platz für diese Plättchen vorhanden sein, du kannst keine Plättchen über den Rand hinausragen lassen. Du kannst Gegenstände aus deinem Rucksack verwenden oder deinen Helden mit Waffen ausrüsten, um Kämpfe zu erleichtern. Allerdings gibt das Helden-Level vor, aus welchem Material die Waffe sein darf, anfangs nur aus einfachem Holz. Du kannst wertvollere Waffen durchaus schon mit dir herumtragen, aber die verbrauchen entsprechend Platz, wenn sie noch nicht genutzt werden können. So darfst du auch jederzeit Gegenstände oder Waffen, auch Zauber, ungenutzt abgeben, um wieder Platz zu schaffen.
In der Monsterphase ziehst du eine Monsterkarte. Die Symbole darauf bestimmen, was passiert. Bosse bewegen sich in Richtung der Helden, greifen an, Monster bewegen sich, greifen an, neue Monster erscheinen (entsprechend des Tageszeit-Markers).
In den Kämpfen ist es unser Ziel, die Gegner zu besiegen, indem wir die jeweils vorgegebene Menge an Schaden verursachen. Reicht es nur zur Verwendung, wird diese mit Markern angezeigt. Unser Held wiederum verliert bei einer Verwundung Herzen. Sollte sich ein Held nicht rechtzeitig heilen und das letzte Herz verlieren, wird der Held aus dem Spiel genommen und verliert alle Gegenstände / Waffen / Zauber. Niemand scheidet in diesem Fall aus, stattdessen wird der Held neu ins Spiel gebracht. Jeder aus dem Spiel genommene Held wird mit einem Grabstein geehrt... Nun gut, genau genommen verlieren wir das Spiel, wenn sich bereits zwei Grabsteine angesammelt haben und ein Held erneut das Zeitliche segnet.
Wir gewinnen, wenn wir vorher beide Bosse besiegen konnten. Um aber überhaupt Schäden an den Bossen verursachen zu können, müssen wir zunächst ihre Aufgaben lösen. Jeder Boss stellt uns da vor eine eigene (Logistik-)Aufgabe. Da muss die Katze zur Catlady oder wertvolle Gegenstände müssen zur Boss-Basis gebracht werden. In dem uns vorliegenden Vorabexemplar gibt es sieben verschiedene Bosse mit eigenen Aufgaben, die immer neu kombiniert werden können, wobei die Auswahl auch den Schwierigkeitsgrad des Spiels beeinflusst.
Das Spiel beinhaltet auch eine Solo-Variante.
GALERIE
Anklicken / Antippen für Komplettansicht
CHECKPOINT
PRO
- knackige kooperative Aufgaben
- schöne Loot-Logistik auf dem Double-Layer-Board
- umfangreich ausgestattet
- niemand scheidet aus
CONTRA
- erinnert z.T. an bereits bekannte Titel
MEINUNG
Habt ihr bereits Horrified gespielt? Oder die Chroniken von Avel? Lord of Loot wirkt auf mich auf den ersten Blick wie ein Mix - erprobte kooperative Kost also, möchte ich sagen, kurzweilige und durchaus auch spannende Kost obendrein.
Wir ziehen kooperativ über der Plan, sammeln Gegenstände, Waffen und Zauber, um stärker zu werden. Der Titel des Spiels scheint hier der Schlüssel zum Erfolg zu sein. Es lohnt sich, Orte zu entdecken, um später auch wiederholt neue Plättchen aus den Beuteln zu ziehen. Da die Rucksäcke der Helden unterschiedlich groß sind, müssen wir da ebenfalls gut kooperieren, um alles Wichtige unterzubekommen. Ja. das „Looten“ macht Spaß.
Frühe Kämpfe, eher einfache Würfelkämpfe der klassischen Art, führen oft zum Herz-Verlust. Es ist auf jeden Fall eine gute Idee, den Helden entsprechend auszurüsten.
Die Aufteilung der Aktionen, die Monsterphasen, überhaupt die Aufgaben der Bosse lassen mich wieder an Horrified denken. Die Bosse sind in Lord of Loot eher mit einem witzigen Unterton gestaltet. Durch die wechselnden Aufgaben und Kombinationen ist hier auf jeden Fall für schöne Abwechslung gesorgt. Der Schwierigkeitsgrad ist ebenso anpassbar, dennoch sind die Aufgaben durchaus knackig, besonders wenn die Gruppe das Glück verlässt. Schön: Niemand scheidet vorzeitig aus.
Das Spiel enthält, am Vorabexemplar festgemacht, hochwertiges Material mit Double-Layer-Boards, Beuteln etc. Die Helden gibt es da bereits als Miniaturen, Monster und Bosse sind Papp-Standees.
In unseren Partien fühlten wir uns gut unterhalten, allerdings stellten wir uns ein wenig die Frage nach der angepeilten Zielgruppe. Reinen Erwachsenenrunden, die bereits Koop-Erfahrung besitzen, mag es da eventuell an einem noch düsteren Setting fehlen. Einen Vogel zu einem kleinen Mädchen zu bringen, sieht aus und klingt für Fantasy-Experten dann vielleicht gar wie ein Kinderspiel, was Lord of Loot aber nicht ist. Ich würde es klar als Familienspiel einordnen, und in dieser Zielgruppe sorgt Lord of Loot für ein packendes Spielgefühl, sodass ich dem Spiel, trotz teils bekannter Mechaniken und Konzepten, einen guten Unterhaltungswert und somit ein Kultpotenzial von 8 Punkten attestiere. Wer also nicht die Monster-Innovation erwartet, vielleicht auch noch kein Spiel dieser Art besitzt und sich gern mal mit den bösen Kreaturen prügeln möchte, der kann sich Lord of Loot auf jeden Fall mal genauer ansehen, gerade auch der Loot-Aspekt ist hier der Kniff, der das Spiel für mich sehr sympathisch macht.
Hinweis: Das Spiel kann ab 21.10.2025 auf Kickstarter finanziert werden. Link zur Kampagne: https://www.kickstarter.com/projects/trench-club/lord-of-loot
VIDEO
Unser Video zum Spiel findet ihr auf YouTube: https://youtu.be/OwyWPUcJgd0
KULTFAKTOR: 8/10
Spielidee: 7/10
Ausstattung: 8/10
Spielablauf: 8/10
EUER REZENSENT
INGO
Vielspieler, Skifahrer, Italien-Fan, Medienheini
Eine Rezension vom 21.10.2025
Dieser Spieletest wurde unterstützt durch ein Rezensionsexemplar.
Bildnachweis:
Coverfoto: PKB Games
Weitere Fotos: Spielkultisten