REZENSION

LONE WOLVES

  • Genre: Kartenspiel
  • Jahr: 2025
  • Verlag: Pegasus Spiele
  • Autoren: Yasuyuki Nakamura, Anthony Perone
  • Grafik: Zingco Kang
  • Personen: 2
  • Alter: ab 10 Jahren
  • Dauer: ca. 15 bis 20 Minuten
  • Schwierigkeitsgrad: mittel
  • Taktiklevel: 6/10

Gruppe einsamer Wölfe

Deine Wölfe sollen die Wölfe deines Gegenübers ausstechen, damit du die Kontrolle über alle Reviere bekommst, aber jede Niederlage macht die Gegenseite stärker.

Lone Wolves ist ein Stichspiel für zwei Personen, bei dem ihr um fünf verschiedene Gebiete streitet. Wer verliert, muss die Stärke seines gespielten Wolfes auf 1 reduzieren, aber bekommt einen Vorteil.

REGELN

Wer sich in den territorialen Wettstreit der Wölfe stürzen möchte, muss zunächst die fünf Gebiete des Spielbretts mit zufälligen Narbenplättchen versehen, je zwei verdeckte und ein offenes Plättchen. Weiterhin bekommt jedes Gebiet ein Gebietsplättchen mit einer zufälligen Seite nach oben. Dieses gibt den Punktwert des Gebietes an.
 
Mischt die Karten und teilt je 13 Karten aus. Da es sich um Karten in fünf Farben mit den Werten von 2 bis 7 handelt, gibt es 30 Karten. Die vier Karten, die nicht verteilt wurden, legt ihr beiseite.
 
Kannst du länger in der Wildnis überleben als dein Gegenüber? Dann fängst du an! Wenn du einen Stich anspielst, dann wählst du einen der Wölfe auf deiner Hand und spielst diesen an eine beliebige Landschaft. Nun muss dein Gegenüber auch einen Wolf spielen – wenn möglich in der gleichen Farbe, ansonsten wird irgendein Wolf gespielt. Die höhere Zahl in der angespielten Farbe gewinnt. 

  • Hast du gewonnen, eröffnest du auch den nächsten Stich. 
  • Hast du verloren, musst du deinen Wolf umdrehen und er wird zum einsamen Wolf mit Wert 1. Da, wo du den Wolf angelegt hast, darfst du dir ein Narbenplättchen aus der Mitte nehmen. War es noch verdeckt, wird es aufgedeckt. Dieses Plättchen legst du auf einen der freien Plätze an deiner Seite des Spielbretts. Narbenplättchen können dort deine Stärke erhöhen oder dir Extrapunkte bringen.

 
Wurden in einem Gebiet alle Narbenplättchen entfernt, wird in dieses Gebiet der Vollmond gelegt. Dieses Gebiet bringt am Ende des Spiels 5 Extrapunkte, und die Farbe dieses Gebiets ist jetzt Trumpf. Wird diese Farbe gespielt, ist sie stärker als die angespielte Farbe (außer sie ist die angespielte Farbe).
 
Werden aus einem zweiten Gebiet alle Narbenplättchen entfernt, so wird dort der Blutmond platziert. Dieser bringt 3 Extrapunkte am Ende des Spiels, und jetzt ist die Farbe dieses Gebiets Trumpf und nicht mehr die des Vollmonds.
 
Es gibt zwei Sonderfähigkeiten. Karten mit dem Wert 3 decken ein verdecktes Narbenplättchen in ihrem Gebiet auf. Eine 2 schlägt die 7 derselben Farbe.
 
Jedes Gebiet kann maximal sechs Wölfe aufnehmen, und zwar kombiniert an beiden Seiten.
 
Wurden alle Karten gespielt, werden alle Gebiete gewertet. Haben deine Wölfe und ggf. Narbenplättchen dieses Gebiets die höhere Summe, bekommst du die Punkte des Gebietsplättchens plus eventuell den Voll- oder Blutmond. Hast du Narbenplättchen in diesem Gebiet, die Punkte bringen, bekommst du diese auf jeden Fall, egal, ob du gewinnst oder verlierst.
 
Wer jetzt die meisten Punkte hat, frisst vielleicht auch gerne Großmütter.
 
Variante: Die Rückseite des Spielbretts bietet noch ein paar kleine Variationen in Bezug auf Narbenplättchen-Anzahl und Platzierung an.

GALERIE

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CHECKPOINT

PRO

  • schnell
  • clever
  • schicke Wölfe


CONTRA

  • manchmal sehr eindeutige Siege

MEINUNG

In den letzten Jahren sind Stichspiele für zwei Personen immer mal wieder aufgetaucht, z.B. Claim, Der Fuchs im Wald, Jekyll vs Hyde oder Dracula vs Van Helsing. Es gibt mit For Northwood sogar ein Solo-Stichspiel. Lone Wolves hat zwei Besonderheiten. Neben einer Mehrheitenwertung in fünf Gebieten gibt es auch noch die cleveren Narbenplättchen. Diese sorgen dafür, dass ich mit jedem verlorenen Stich einen Vorteil bekomme.
 
Los geht jede Runde wie bei vielen Stichspielen. Ich schaue, welche Stiche ich wohl gewinnen kann. Eine 7 kann durch eine 2 geschlagen werden und vier Karten sind nicht im Spiel. Das sorgt für ein wenig Unsicherheit, aber erlaubt durchaus eine bestimmte Planung.
Dann muss ich mich bei garantierten Siegen entscheiden, wo ich denn meinen prächtigen Wolf unterbringen möchte. Rechne ich allerdings damit zu verlieren, dann kann ich schon über das geschickteste Narbenplättchen nachdenken. Habe ich jenes Plättchen, welches mir 2 Punkte pro einsamen Wolf bringt, kann ich versuchen am entsprechenden Gebiet quasi eine Selbsthilfegruppe für einsame Wölfe aufmachen. Man sollte meinen, dass die einsamen Wölfe in der Gruppe gar nicht mehr so einsam sind.
 
Ich kann auch strategisch die Narbenplättchen wählen, die ich nehme, um schnell eine bestimmte Farbe zur Trumpffarbe zu machen. Wenn ich viele grüne Karten habe, möchte ich vielleicht das grüne Gebiet schnell von den Narbenplättchen befreien.
 
Wer ein bisschen Erfahrung mit Stichspielen hat, wird schnell feststellen, dass man doch recht viel beeinflussen und sich recht clever fühlen kann. Allerdings ist es auch möglich, dass man einfach eine viel bessere Hand hat, sodass die andere Seite des Spielbretts wie ein Heim für vereinsamte Wölfe aussieht. Da kann dann das beste Narbenplättchen kaum helfen. Solche Partien mit Ergebnissen wie 14 zu 49 sind etwas frustrierend. Da ist man dann froh, dass das Elend nach 15 bis 20 Minuten vorbei ist. So passierte es mir, dass ich gefragt wurde, ob wir direkt eine Revanche spielen – oder auch, ob das Spiel bitte weggepackt werden kann.
 
Die Optik des Spiels ist gelungen. Die toll aussehenden Wolfskarten sind zudem auch mit Symbolen, falls jemand farbfehlsichtig ist, und Zahlen in beiden Ecken versehen; ihr könnt sie also nach links oder rechts auffächern. Die Narbenplättchen sehen zwar weniger künstlerisch wertvoll aus, haben dafür aber Symbole, die ihre Funktion deutlich wiedergeben.
 
Fazit: Stehst du auf Stichspiele für zwei Personen, dann lohnt sich ein Blick auf Lone Wolves, denn die Kombination aus Gebietskontrolle und den Narbenplättchen gibt Lone Wolves zwei Ebenen, auf denen das Duell ausgetragen wird. Allerdings besteht die Gefahr, dass jemand einfach durch sehr gute Karten gewinnt.

KULTFAKTOR: 7/10

Spielidee: 7/10
Ausstattung: 7/10
Spielablauf: 7/10

EUER REZENSENT

LUTZ

Wahl-Niederländer, Elektrochemiker, Zuvielspieler, Rätselenthusiast

Eine Rezension vom 25.06.2026

Dieser Spieletest wurde unterstützt durch ein Rezensionsexemplar.

Bildnachweis:
Coverfoto: Pegasus Spiele
Weitere Fotos: Spielkultisten