REZENSION

LIGHT SPEED ARENA

  • Genre: Familie, Aktion
  • Jahr: 2025
  • Verlag: Pegasus Spiele
  • Autoren: Leonardo Alese, James Ernest, Tom Jolly, Emanuele Santellani
  • Grafik: Marco Salogni
  • Personen: 1 bis 4
  • Alter: ab 8 Jahren
  • Dauer: ca. 5 bis 10 Min.
  • Schwierigkeitsgrad: leicht
  • Initiativlevel: 8/10

Laserduelle im Weltall

In Light Speed Arena liefert ihr euch blitzschnelle, App-gesteuerte Weltraumgefechte. Wer den Laserstrahl in jeder Runde geschickt auf die gegnerischen Objekte ausrichtet, auf diese Weise möglichst viele Treffer landet und die eigenen Einheiten vor dem Abschuss schützt, liegt am Ende vorn. 

REGELN

Mit den vier Eckmarkern wird die Spielfläche abgesteckt, sodass sich eine ca. 75 cm x 75 cm große Arena ergibt. Jede teilnehmende Person schnappt sich die Raumschiffe der jeweiligen Farbe. Ihr besitzt dabei alle dieselben Zahlenwerte. Diese Raumschiffe werden zunächst gemischt und als verdeckter Stapel in die Hand genommen. Von den Asteroidenplättchen werden zwei in der Mitte der Arena ausgelegt.

Jetzt ist es Zeit, die Light Speed Arena-App aufzurufen und damit das Spiel zu starten. Nach einem kurzen Countdown habt ihr in jeder Runde jeweils nur wenige Sekunden Zeit, um eines eurer Raumschiffe in der Arena zu platzieren – das machen alle Personen gleichzeitig! Dabei solltet ihr unbedingt die Strahlen der roten, gelben und grünen Laser im Auge behalten und damit die gegnerischen Raumschiffe treffen. Dabei gilt: Grüne Strahlen zählen im Falle eines Treffers als ein Stärkepunkt, gelbe als zwei und rote als drei.
Die Anordnung der Schutzschilde auf den Raumschiffplättchen spielt ebenfalls eine Rolle, denn diese wehren stets einen Stärkepunkt ab. Auch die Asteroiden können beschossen werden. Auf diese Weise werden Mineralien abgebaut. Dazu aber später mehr.

Ganz allgemein muss man wissen, dass es noch auf die Initiative der eigenen Einheiten ankommt. Ein 1er-Raumschiff ist also in der später folgenden Auswertungsphase vor einem Raumschiff der Initiative 2 an der Reihe. Einheiten mit gleichen Zahlen schießen gleichzeitig. Zerstörte Raumschiffe, die also zu viele Treffer kassiert haben, werden später so betrachtet, als wären sie nicht mehr da. Die Laserstrahlen gehen also durch sie hindurch. Standardmäßig sind es übrigens 10 Sekunden, die euch zur Verfügung stehen. Ihr könnt das Intervall aber in den Einstellungen nachjustieren, wenn ihr euch mehr oder weniger unter Druck setzen lassen wollt.

Da ihr in jeder Runde immer genau ein Raumschiff platziert, sind nach der letzten Runde die Raumschiffe aller Personen in der Arena angeordnet. Das war es auch schon. Ihr habt somit also bereits sämtliche Entscheidungen getroffen, mit denen ihr spielerischen Einfluss auf das Punkteergebnis nehmen könnt. Denn in der zweiten Phase des Spiels folgt „nur noch“ die Auswertung – aber die es hat in sich!

Die App verlangt zunächst von euch, mit der Kamera eures Smartphones ein Foto der Spielsituation zu erstellen und es hochzuladen (das geht allerdings nur mit einer Internetverbindung). Die Arena wird nun digital erfasst und auf dem Display dargestellt. Im Klartext heißt das: Euer Handy weiß jetzt, an welcher Stelle zum Beispiel das 6er-Raumschiff eines Mitspielers angeordnet und in welche Richtung der rote Laserstrahl ausgerichtet ist. Auch die Platzierung der Asteroiden wird genau erkannt, ebenso falls damit ein bestimmter Sondereffekt ausgelöst wird, der die Regeln verändert (falls ihr die Rückseiten der Asteroiden ausgelegt habt, siehe Erweiterung).

Die Abrechnung läuft wie folgt ab:

  • Ihr erhaltet einen Punkt für jeden Treffer, den ihr mit eurem Laser bei einem gegnerischen Raumschiff erzielt.
  • Wurde ein Raumschiff oder eine Station zerstört? Dann erhält die Person, die den meisten Schaden dazu beigetragen hat, ebenfalls Punkte, und zwar so viele, wie es der Anzahl an Batterien entspricht, die auf dem Objekt abgebildet sind.
  • Habt ihr mit einem Raumschiff, das am Schluss noch übrig ist (also nicht zerstört wurde), Mineralien abgebaut, gibt es dafür so viele Punkte, wie ihr mit diesem Raumschiff abgebaut habt.
  • Ist eure eigene Station am Schluss des Spiels noch nicht zerstört, heimst ihr dafür pauschal vier Punkte ein.


Wer anschließend nach Punkten vorne liegt, gewinnt das Spiel.

Wer schon ein paar Runden absolviert hat, kann die Varianten ausprobieren: Dazu bietet jeder Asteroid auf der Rückseite einen bestimmten Sondereffekt, der das Spielgeschehen mehr oder weniger stark umkrempelt. Ein Asteroid sorgt beispielsweise dafür, dass doppelt so viele Mineralien wie sonst abgebaut werden. Bei einem anderen erhöht sich bei einem Treffer die Stärke aller anderen Laserstrahlen des entsprechenden Raumschiffs um 1. So hat jeder Asteroid einen individuellen Sondereffekt, den ihr beliebig mit dem Grundspiel ergänzen könnt.

Die zweite Erweiterung betrifft die Stationsplättchen. Dreht ihr diese auf die Rückseite, verändern sich für die jeweilige Person bestimmte Spielregeln, die dann für alle Raumschiffe dieser Farbe gelten. 

Welche Erweiterung ihr hinzufügt (auch beide gemeinsam), bleibt euch überlassen. Die App wird das Chaos schon irgendwie auswerten, heißt es lapidar in der Spielanleitung – und so ist es auch!

 GALERIE

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CHECKPOINT

PRO

  • Hervorragende App-Einbindung
  • Selten war Punkte zählen spannender inszeniert
  • Man ist sofort mittendrin!
  • Updates verheißen weitere Ergänzungen
  • Inklusive Solomodus


CONTRA

  • Chaotischer Spielablauf ist nichts für Strategen
  • Internetverbindung wird vorausgesetzt

MEINUNG

Mit schnellen, Mittagspausen-kompatiblen Spielen kann man mich immer abholen. Das gilt erst recht für Spiele mit rasanter Dynamik, steiler Spannungskurve und flotter Auswertung – und davon bietet Light Speed Arena alles, was insbesondere an der hervorragenden App-Einbindung liegt, aber dazu kommen wir gleich.

Innerhalb von zehn Sekunden müssen wir – alle gleichzeitig! – unser vor uns liegendes Raumschiff beliebig in der 75 x 75 cm großen Arena platzieren. Dasselbe wiederholt sich, bis alle Einheiten ausliegen. Für den Rest der Partie bleibt dann nur noch zuzusehen, welche Laserstrahlen wohin treffen. Man mag an dieser Stelle kaum glauben, dass das bloße Zusehen der Auswertung so viel Spaß machen würde. Aber weit gefehlt! Es liegt ein unglaublicher Nervenkitzel in der Luft, Runde für Runde, Raumschiff für Raumschiff, die Schießrichtung der verschiedenen Laser zu verfolgen, egal ob der eigenen oder der gegnerischen. Schadenfreude kommt besonders dann auf, wenn ein Raumschiff durch kräftigen Beschuss zu Bruch geht (und somit für den Rest der Auswertung nur noch imaginär vorhanden ist) und fortan ein Laserstrahl hindurch geht. Wird auf diese Weise unfreiwillig ein Raumschiff des aktiven Spielers getroffen, der gerade selbst einen Strahl abfeuert, entstehen großartige Emotionen.

Interessanterweise basiert das chaotische Raumschiffgefecht auf einem etwas älteren Brettspiel aus einer Zeit, als an Smartphones noch längst nicht zu denken war. Light Speed wurde bereits vor über 20 Jahren veröffentlicht und setzt als ergänzendes Spielmaterial einen Zollstock oder eine Schnur voraus, um die Schießrichtung der Laserstrahlen zu ermitteln. Man kann sich vorstellen, dass die Auswertung damals nicht gerade vergnügungssteuerpflichtig war, von Diskussionen ganz zu schweigen, ob ein Laserstrahl nun wirklich getroffen hat oder nicht.

Treffer werden explizit nur dann erzielt, wenn das Raumschiff getroffen wird (und nicht das Plättchen, auf dem das Raumschiff aufgedruckt ist). Man braucht ein paar Partien, um diese Nuance zu verinnerlichen, doch Spaß kommt bei Light Speed Arena schon ab der ersten Partie auf. Das liegt vor allem an der unkomplizierten Handhabung der App, die nach einem Update sogar ein saisonal passendes Hauptmenü sowie weitere Missionen für Solospielende enthält. In diesen müsst ihr die Spielfläche nach bestimmten Vorgaben aufbauen und erhaltet dann spezifische Vorgaben, wenn eine Mission erfolgreich abgeschlossen ist. Bleibt zu hoffen, dass Pegasus irgendwann auch die ziemlich coole Erweiterung veröffentlicht, die dem Spiel eine Arenamatte spendiert sowie Asteroiden hinzufügt, die wahlweise die abgefeuerten Laserstrahle an den Rändern abprallen lassen oder sie durch die Wände hindurch schießen lassen, sodass sie auf der anderen Seite wieder herauskommen. 

Denk des smarten Spielprinzips und der exzellenten App-Einbindung, die das Punktezählen zum Vergnügen macht, heimst Light Speed Arena bei mir sehr gute 8 Kultpunkte an. Bei alledem finde ich die Einstellungsvielfalt sehr gut gelungen: Wer’s mag, kann Bildschirmtexte aktivieren, die das Spielgeschehen kommentieren oder bestimmen, ob die Trefferanzeige einheitlich im unteren Bildschirmbereich erfolgt oder so, wie ihr sitzt. Und es scheint so, als würde die App auch in Zukunft regelmäßig aktualisiert, denn zum Zeitpunkt dieser Rezension war die Fläche „Erfolge“ noch nicht verfügbar, aber schon im Hauptmenü angekündigt. Man darf sich also auch weiterhin auf motivierende Weltraumgefechte freuen.

KULTFAKTOR: 8/10

Spielidee: 8/10
Ausstattung: 8/10
Spielablauf: 9/10

EUER REZENSENT

CHRISTOPH

Kinder- und Kennerspiel-Spieler, Stefan-Feld-Fan, Im-Sommer-in-jeden-See-Springer

Eine Rezension vom 18.01.2026

Dieser Spieletest wurde unterstützt durch ein Rezensionsxemplar.

Bildnachweis:
Coverfoto: Pegasus Spiele
Weitere Fotos: Spielkultisten