REZENSION

KWIZ

  • Genre: Wissensspiel
  • Jahr: 2024
  • Verlag: Les Éditions de base / im Vertrieb von Asmodee
  • Autor: nicht genannt
  • Spieler: 2 bis 16
  • Alter: ab 14 Jahren
  • Dauer: ca. 45 Minuten
  • Schwierigkeitsgrad: leicht
  • Initiativlevel: 10/10

Auf einer Skala von 1 bis 10

Ja, so eine Zehner-Skala ist schon praktisch; das wissen wir Spielkultisten bei unserer Bewertung der Spiele natürlich am besten ... Im Quizspiel KWIZ müssen wir nun unser Wissen auf so einer Skala einschätzen, um auf einer Laufstrecke als Erster ins Ziel zu gelangen. Doch auch dort ist uns der Sieg noch nicht sicher.

REGELN

Mischt die Quizkarten getrennt nach ihren Kategorien. Stellt irgendeinen Markierungsgegenstand auf das Startfeld des aus der Schachtel ausklappbaren Spielplans. Wundert euch nicht, wenn ihr keine Spielfiguren in der Schachtel findet; das ist tatsächlich so gewollt. So kann jede Person einen individuellen Gegenstand verwenden. Ihr könnt das Spiel natürlich auch in Teams spielen.

Das Feld, auf dem ihr euch befindet, gibt durch seine Farbe vor, welche Frage-Kategorie ihr erhaltet:

  • Dunkelblau: Kurioses
  • Hellblau: Alltagswissen
  • Lila: Allgemein-/ Schulwissen
  • Gelb: Freizeit, Entertainment.


Lasst euch zunächst das Thema eurer Kategorie nennen (z.B. „Zeitschriften“, „Haustiere“ oder „Herr der Ringe“) und entscheidet dann, welche Frage ihr zum Thema hören möchtet. Frage 1 ist die einfachste Frage, schickt euch dann aber auch nur 1 Feld nach vorn, wenn ihr richtig liegt. Frage 10 ist die schwierigste Frage, aber bei einer richtigen Antwort geht es direkt 10 Felder nach vorn. Bei einer falschen Antwort bleibt ihr einfach stehen.

Auf „Challenge"-Feldern werden euch besondere Aufgaben gestellt. Da müsst ihr beispielsweise nacheinander 8 vorgegebenen Dingen Farben zuordnen etc. und da kann dann jede falsche Antwort auch Punktabzug bedeuten. 

Alle Fragen sollten dabei immer innerhalb eines vorgegebenen Zeitlimits beantwortet werden. Ihr könnt dafür dann am besten die entsprechende Stoppuhr-Funktion eures Smartphones benutzen. 

Wer auf das Zielfeld gelangt, hat noch nicht automatisch gewonnen, denn dort wartet noch eine „Fast Geschafft!"-Aufgabe. Sollte diese korrekt gelöst werden (da müssen z.B. Dinge sortiert werden etc.), seid ihr Gewinner, andernfalls sind erst die anderen Personen / Teams wieder am Zug, bevor ihr es erneut probieren dürft. 

GALERIE

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CHECKPOINT

PRO

  • einfaches, aber schönes Spielprinzip
  • abwechslungsreicher Fragenkatalog
  • auch mit Unkenntnis lassen sich noch Punkte sammeln


CONTRA

  • auf lange Sicht möglich, dass immer dieselben Fragen gewählt werden

MEINUNG

Meinen ersten Quiz-Kontakt hatte ich im Grundschulalter bei Oma und Opa. Die hatten da so ein altes Wissensspiel aus den 60er-Jahren im Regal liegen, das ich damals total interessant fand. Das Grundkonzept war tatsächlich schon dasselbe, das auch in KWIZ zum Einsatz kommt: Einem wurden Fragekategorien vorgegeben und man musste entscheiden, in welchem Schwierigkeitsgrad man sich der Aufgabe stellen wollte - in dem alten Spiel, dessen Titel mir nicht mehr präsent ist, waren das Fragen in fünf Stufen, bei KWIZ sind es nun zehn - je höher ich pokere, umso mehr Punkte (oder hier: Schritte) erhalte ich. Einfach und gut.

Der Fragenkatalog von KWIZ ist mit über 4000 Fragen umfang- und abwechslungsreich, die Themen reichen vom besten Allgemein- bis zum Nerd-Wissen. Wenn ihr KWIZ mit mehr als 3 Personen spielt, empfehle ich immer das Spielen in Teams, nicht nur, weil dann weniger Fragen verbraucht werden, sondern einfach auch deshalb, weil die Chancen größer sind, dass jemand im Team doch Ahnung vom Thema hat. Ich selbst bin z.B. bei Star Trek- und Star Wars-Fragen komplett raus, andere Personen in unserer Gruppe wissen wiederum nichts über das Dschungelcamp oder über das Weltall. So kann jeder sein Wissen einbringen und damit glänzen bzw., in Teams, die Schwächen der anderen Personen ausgleichen.

Das Schöne: Auch bei absoluter Ahnungslosigkeit ist die Chance groß, mit Frage 1 (vielleicht auch noch Frage 2) kleine Schritte machen zu können. Gerade Frage 1 hat eher die Qualität von TV-Gewinnspielen, bei denen niemand ernsthaft daran glaubt, dass jemand eine falsche Antwort geben könnte. Beispiel: "Der Herr der Ringe ist eine Person, die die Zwiebelringe erfand ... wahr oder falsch?" - Keinesfalls bleiben die weiteren Fragen aber auf diesem Niveau, und wer immer nur 1-Punkte-Fragen wählt, wird wohl nicht gewinnen ...

Die Challenge-Karten bieten da eine zusätzliche Abwechslung mit unterschiedlichen Aufgabenstellungen, das machen auch die „Fast Geschafft"-Karten für das Zielfeld. Ja, bei KWIZ reicht es nicht, das Ziel zu erreichen, da muss auch noch eine finale Aufgabe gelöst werden, und diese Aufgaben haben es teilweise echt in sich. Wir hatten da Partien, in denen wir fürs Lösen einer Finalfrage länger gebraucht haben, als für das Voranschreiten auf dem Spielplan. Damit das nicht passiert, könnte man über Hausregeln die maximale Anzahl an Schlussfragen limitieren und sich ansonsten notfalls auf ein Unentschieden einigen.

Auf lange Sicht wünscht man sich natürlich dann auch Fragen-Nachschub. Zwar gibt es zehn Fragen pro Kategorie zur Auswahl, aber wenn einer Person oder einem Team irgendwann nach einigen Wiederholungsrunden doch erneut dasselbe Thema zur Auswahl gestellt wird, ist die Chance  recht groß, dass auch wieder derselbe Schwierigkeitsgrad gewählt wird. Das war übrigens schon im Spiel mit Oma und Opa meine Siegstrategie. Bei der Rubrik „Bergbau“ wählte ich konsequent die 5 und staubte immer die Höchstpunktezahl ab, einfach, weil ich die Frage dieser Stufe ja irgendwann (auch heute noch) auswendig wusste: „Wie nennt man die Schicht über dem abzubauenden Material?“ - „Hangendes!“ Jackpot! Das ist der Preis, den man für das Spielkonzept von KWIZ zahlt. So habe ich mir die 10-Schritte-Frage in der Kategorie „moderne Brettspiele“ nun auch bereits gemerkt. Wann immer mir dieses Thema nun wieder präsentiert wird, kann ich mich also blind für Stufe 10 entscheiden und die Antwort geben, ohne die Frage erneut zu hören. Ja, mit etwas Spielerehre könnte ich eine andere Stufe wählen ... dennoch: KWIZ bleibt so lange reizvoll, solange man noch nicht sämtlichen Kategorien bestimmte Fragen zuordnet, einfach, weil man sich den gewählten Schwierigkeitsgrad gemerkt hat. Ob man jemals alle Fragen, die im Spiel auf den Karten stehen, zu hören bekommt, wage ich zu bezweifeln, da sicher nicht bei jedem Thema jeder Schwierigkeitsgrad ausgeschöpft wird.

Fürs Ab-und-zu-Quizzen finde ich KWIZ aber auf jeden Fall sehr gelungen. Mir macht das Konzept echt viel Spaß, sodass ich - bis auf die genannten möglichen Kritikpunkte - dafür sehr gute 8 Kultpunkte vergebe und darauf hoffe, dass es in der Zukunft Fragen-Erweiterungen geben wird.

P.S. Dass uns in der ersten Partie direkt ein kleiner Fehler auf einer Karte auffiel, ändert nichts am sehr guten Gesamteindruck des Spiels. Auf der Karte wurde nach der Anzahl verschiedener Bundeskanzlern in den 70er-Jahren gefragt; die Zahl-Antwort auf der Karte ist dann auch korrekt, die zusätzliche Erklärung allerdings nicht, denn Helmut Kohl war definitiv kein Kanzler der 70er-Jahre, aber sei‘s drum.

KULTFAKTOR: 8/10

Spielidee: 7/10
Ausstattung: 8/10
Spielablauf: 8/10

EUER REZENSENT

INGO

Vielspieler, Skifahrer, Italien-Fan, Medienheini

Eine Rezension vom 06.02.2025

Dieser Spieletest wurde unterstützt durch ein Rezensionsexemplar.

Bildnachweis:
Coverfoto: Les Éditions de base / Asmodee
Weitere Fotos: Spielkultisten