REZENSION

KUZOOKA

  • Genre: Familienspiel
  • Jahr: 2022
  • Verlag: Pegasus Spiele
  • Autor: Leo Colovini
  • Grafik: Bartłomiej Kordowski
  • Spieler: 2 bis 6
  • Alter: ab 8 Jahren
  • Dauer: ca. 30 bis 45 Minuten
  • Schwierigkeitsgrad: leicht bis mittel
  • Initiativlevel: 8/10

Deduktion beim Zooausbruch

 Unzufriedene Tiere im Zoo planen den Ausbruch. In spätestens sieben Tagen wollen die Tiere den Zoo verlassen haben. Der herumliegende Müll kann helfen, doch wird er jeden Tag wieder weggeräumt.  Dazu spricht jedes Tier eine andere Sprache. Wie soll der Ausbruch da gelingen? Am besten schweigend! Je besser sich die Gruppe ohne Worte versteht, desto eher gelangt sie in die Freiheit.

REGELN

Erst einmal wird der Spielplan in der Tischmitte platziert. Es gibt zwei Seiten und zunächst sollte die einfache Seite gewählt werden. Jeder wählt sich nun einen Tier-Charakter, der eine Sonderfähigkeit besitzt, die man sich gut anschauen sollte. Außerdem erhält jeder eine Übersichtskarte und die 12 Figuren, die zum eigenen Charakter gehören.

Dann wird der Erfahrungsstapel gebildet. Er wird aus den verdeckten Erfahrungskarten gebildet, zuunterst liegt die Karte 10. Die oberste Karte ist die 1. Je nach Spieleranzahl werden nun einige Karten aufgedeckt. Dann entscheiden sich die Spieler für den Schwierigkeitsgrad. Dazu gibt es drei Karten, von denen eine gewählt wird (8, 10, 12).
Der Rundenmarker (nicht beteiligte Figur) wird platziert, ebenso die Joker (Universalwerkzeuge). Mit der Wahl des Startspielers kann das Spiel beginnen. Dazu werden alle Gegenstandskarten komplett gemischt und von diesen Karten so viele an die Spieler verteilt, wir es die oberste Karte des Erfahrungsstapels ansagt. Je nach Spieleranzahl werden danach noch Karten für alle sichtbar neben dem Spielplan aufgedeckt.

Jeder sieht nun seine Handkarten und versucht, durch gezieltes Platzieren seiner Tierköpfe (Figuren) auf den Zahlenfeldern des Spielplans den anderen zu „erzählen“, was er auf der Hand hält. Leider sind die Zahlenfelder auf spezielle Weise angeordnet, sodass man gut überlegen muss, was man damit aussagt, denn auch nicht sofort erkennbare Informationen müssen bedacht werden. Ziel ist es, in maximal 7 Runden die Zielfelder des Spielplans zu erreichen. Ist das geschafft, gewinnen die Spieler gemeinsam.

Eine Runde besteht aus drei Phasen. Sieben Runden werden gespielt. Sie werden auf der Rundenleiste sichtbar gemacht.

Phase 1: Als Vorbereitung gilt das bereits beschriebene Austeilen der Karten, die in jeder Runde ein wenig mehr werden. Die Erfahrungsstufenkarte zeigt, wie viele ausgeteilt und offen platziert werden.

Phase 2: Jetzt erfolgt die Kommunikation untereinander. Da nicht geredet werden darf, müssen den Mitspielern mittels einer ausgespielten Figur auf dem Spielplan Informationen zu den Karten gegeben werden. Der aktive Spieler hat genau zwei Möglichkeiten:

  • eine Figur platzieren (Ausbruchsversuch planen)
  • Runde beenden (Ausbruchsversuch beenden) 


Um eine Figur zu platzieren, gibt es ein paar kleine Regeln. Der Weg auf dem Spielplan ist durch Zahlenfelder und deren Farben sichtbar gemacht. Er ist, mittels farbigen Untergrundes, in fünf Wegstrecken eingeteilt. Die Zielzone ist die hellste Strecke am Ende der Zahlenreihe.

Der erste Spieler, der eine seiner eigenen Figuren legt, muss seinen Tierkopf im ersten Sektor nach dem Startfeld platzieren. Er kann so seinen Mitspielern anzeigen, welche farbigen Karten er auf der Hand hält. Die genaue Anzahl kann nicht angezeigt werden. Der nächste Spieler muss seine Figur zwingend immer vor alle anderen Figuren platzieren. Einen Wegabschnitt zu überspringen, ist nicht erlaubt.

Einmal pro Runde darf die eigene Tierfähigkeit genutzt werden. Ein genutztes Tier wird umgedreht.

Irgendwann traut man sich nicht mehr, Aussagen über die eigenen Karten zu machen, um den anderen keine falschen Informationen zu geben. Jeder Spieler kann als aktiver Spieler die Runde beenden. Dazu nimmt er sich den Startspielermarker (Megafon) und beginnt die Auswertung und wird der nächste Startspieler.

Bei der Auswertung werden alle unter den Spielern verteilten Handkarten offen ausgelegt und die vorhandenen Farben gezählt. Als Flucht-Farbe zählt das Farbfeld, auf dem die vorderste Figur eines Spielers steht. Die Zahl dieses Feldes besagt, wie viele Karten die Spieler gemeinsam mit den offen liegenden Karten besitzen müssen, um sich zusätzliche Boni zu sichern, z.B. eine Joker-Karte (Farbjoker gelten als Karte für jede Farbe) und Erfahrungssterne. Letztere werden gebraucht, um Erfahrungsstufen freizuschalten und so dem Ziel näher zu kommen. Dazu werden so viele Sterne an den Vorrat zurückgegeben, wie es die Zahl auf der Erfahrungsstufe aussagt. Die Karte wird abgelegt und die nun neu sichtbare Karte zeigt die Rundenbedingungen der nächsten Runde.

Die Runde kann nun entweder mit einem Sieg beendet werden (die Figur der Zielfarbe stand bei geglücktem Ausbruchsversuch auf der Zielstrecke) oder die nächste Runde wird anvisiert; der Rundenmarker wird weitergeschoben und die neue Runde mit dem Austeilen der neuen Karten anhand der Erfahrungsstufe begonnen.

GALERIE

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CHECKPOINT

PRO

  • kooperatives Kommunikationsspiel voller Spannung
  • Spielidee und Thema passen gut zusammen
  • Erfahrungsaufbau schafft Raum für gemeinsame Erfolgserlebnisse


CONTRA

  • stark gruppenabhängig
  • Tierkarteneigenschaften wirken nicht gut ausbalanciert

MEINUNG

Spiele mit Zoo-Thema ziehen in Familien ja irgendwie immer. Der erste Anblick von Kuzooka blieb jedoch zwiespältig: Zahlenfelder, Farbkarten, Lauffelder … nichts, was mich direkt neugierig machte. Interesse kam dann dabei auf, das gemeinsame Spiel untereinander zu beobachten. Verbale Kommunikation ist verboten. Da man sich aber allerdings auf den Herrn Watzlawick und seine Aussage „Man kann nicht nicht kommunizieren!“ berufen kann, weiß man es anderes. Verzweifelt wird um die Herausgabe von Informationen gerungen. Wie sag ich‘s meinem Kinde, dass ich drei rote Karten habe, ohne dabei eine Zahl zu nennen und doch möglichst keine falschen Informationen zu produzieren. Denn falsche Interpretationen verhindern den Sieg, den alle doch so gerne wollen.

Und so sind wir schon mitten im Spielgeschehen. Auch in unseren Gruppen konnte man diesen Ansporn gemeinsamer Suche entdecken. Allerdings nicht in allen Gruppen gleichermaßen gut. Es werden Mitspieler gesucht, die aufeinander achten, nicht sinnlos aufeinander einschimpfen und sich miteinander einer durchaus spannenden Herausforderung widmen wollen. Hat man eine solche Gruppe, macht das Spiel Spaß. Richtig viel Spaß.

Das Material ist okay. Die Farben sind bei bestimmten Lichtverhältnissen schlecht zu unterscheiden, dafür hat jede Farbe aber eine eigene Form auf dem Spielplan ehrhalten. Problematischer sind die sehr kleinen Tier-Figuren, wenn Grobmotoriker am Tisch sitzen.

Kritik kam bei der Balance der Tiereigenschaften auf. Einige dieser Eigenschaften bringen tatsächlichen keinen Mehrwert, während andere das Spiel maßgeblich beeinflussen. Es hinterlässt ein unbefriedigendes Gefühl, wenn die eigene Karte nichts wert ist. In der Anleitung wurde das bereits ausgeglichen und die zu verwendenden Tiere klar benannt, aber bei großer Spielerzahl werden dann doch einige Karten nie gewollt, was etwas schade ist, bei einem kooperativen Spiel aber zumindest nicht ins spielerische Gewicht fällt.

Positiv im Spiel ist der Lerneffekt, der sich gerade in anfangs noch unerfahrenen Gruppen recht bald einstellt. Aus zunächst planlosen Hinweisen wird Verstehen und schließlich gezieltes Nutzen der Felder. Nach fünf Runden Aufbau und Erkenntnis arbeitet man meist gezielt am Sieg. Und nach dem Spiel wird meist noch weiter über das Spiel gesprochen. Das macht dann schließlich ein gutes Spiel aus.

Fazit: Kuzooka ist, mit kleinen Abzügen in der B-Note, ein kurzweiliges, in der richtigen Spielgruppe sogar fesselndes nonverbales Kommunikationsspiel für Fans kooperativer Spiele!

KULTFAKTOR: 8/10

Spielidee: 7/10
Ausstattung: 6/10
Spielablauf: 8/10

EURE REZENSENTIN

GABI

Immer-und-Überall-Spielerin, Spieleberaterin, Krankenschwester

Eine Rezension vom 27.11.2023

Dieser Spieletest wurde unterstützt durch ein Rezensionsexemplar.

Bildnachweis:
Coverfoto: Pegasus Spiele
Weitere Fotos: Spielkultisten