REZENSION

KOMM ZUM PUNKT

  • Genre: Partyspiel
  • Jahr: 2025
  • Verlag: Denkriesen
  • Autoren: Ralf zur Linde, Klaus-Jürgen Wrede
  • Personen: 2 bis 10
  • Alter: ab 8 Jahren
  • Dauer: ca. 20 Minuten
  • Schwierigkeitsgrad: mittel
  • Initiativlevel: 10/10

Wort-Staccato

   Gemeinsam beschreibt ihr einen Begriff, den die ratende Person nennen soll. Dabei vervollständigt ihr jeden Satz reihum, und niemand weiß, in welche Richtung die anderen denken, oder gar, worum es überhaupt geht ...

REGELN

Mischt die doppelseitig bedruckten Start- und Zielkarten. Bestimmt eine Person, die zum Suchenden wird. Die Person links vom Suchenden nennt eine Zahl zwischen 1 und 6 und bestimmt damit den Satzanfang, der auf der Startkarte zu finden ist, vor allem aber auch den zu erratenden Begriff, der auf der Zielkarte zu sehen ist. Den Begriff schauen sich nun alle, außer die suchende Person, an. 

Der Suchende dreht die 2,5-Minuten-Sanduhr um und eröffnet nun den ersten Satz mit dem Wort der Startkarte. Reihum müssen nun alle, auch der Suchende, wenn er an die Reihe kommt, exakt ein (!) Wort nennen, das den Satz sinnvoll fortsetzt. Sollte ein Satz mit einem Punkt beendet werden können, ist auch dies möglich, indem einfach „Punkt“ gesagt wird. Die nächste Person beginnt dann einen neuen Satz mit einem beliebigen Wort.

  • Sollte der Suchende, wenn er an der Reihe ist, das zu erratende Wort sinnvoll als Satzergänzung nennen, gibt es die Zielkarte als Belohnung (= 1 Punkt). 
  • Sollte eine andere Person in ihrem Spielzug das zu erratende Wort sinnvoll in den Satz einbauen können, darf sie klopfen. Nun muss der Suchende das passende Wort nennen. Schafft er dies, gibt es sowohl die Start- als auch die Zielkarte als Belohnung (= 2 Punkte). Nennt er ein falsches Wort, wird diese Runde mit 0 Punkten beendet.
  • Eine Runde endet auch mit 0 Punkten, wenn die Zeit abläuft, bevor der Suchende das korrekt Wort nennt. 


Nach 8 Runden wird abgerechnet. Eine Tabelle in der Anleitung bewertet dann die Team-Leistung.

Variante: Ab 6 Personen können auch zwei Suchende pro Runde das korrekte Wort aufspüren.

GALERIE

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CHECKPOINT

PRO

  • raffiniertes Kommunikationsspiel
  • ideal für alle Wortakroaten
  • viele verschiedene Begriffe und Satzbeginn-Kombinationen
  • perfekt für größere Gruppen


CONTRA

  • zu zweit sehr schwierig zu meistern
  • Grundgedanke ist bereits in ähnlicher Form bekannt

MEINUNG

Kennt ihr das kleine Kartenspiel Teamwork? Da gibt es mittlerweile einige Editionen, und alle haben gemeinsam, dass ihr Sätze nicht alleine vortragt, sondern euch beim Fortsetzen abwechselt. Dieses Grundprinzip nimmt Komm zum Punkt wieder auf, aber erweitert die Idee um neue Elemente und Kniffe.

So ist der Titel des Spiels Motto, heißt: Sätze müssen stets sinnvoll sein, und einfaches Reinrufen des richtigen Begriffs, der da gemeinsam beschrieben wird, ohne zu wissen, an was die Mitspielenden gerade denken, wenn sie einen neuen Satzbaustein nennen, ist hier nicht möglich, der Suchende muss also den gesuchten Begriff tatsächlich nennen, wenn er am Zug ist. So sollten alle anderen darauf hinarbeiten, klare Hinweise in ihrer Satzkonstruktion zu verstecken und gleichzeitig den Satzbau so zu gestalten, dass das gesuchte Wort zum richtigen Zeitpunkt eingefügt werden kann. Weil das nicht so einfach ist, gibt es auch die Möglichkeit des Klopfens, sodass auch einer derjenigen, die den Begriff kennen, die Gunst des eigenen Spielzuges nutzen können, um den Suchenden zur Antwort zu zwingen, verbunden mit dem Risiko, die Runde mit 0 Punkten zu beenden. Das ist ein sehr raffiniertes Spielprinzip.

Die Personenanzahl entscheidet dabei deutlich mit über den Schwierigkeitsgrad. Dadurch, dass auch die suchende Person miterklärt, ohne zu wissen, was sie erklärt, ist das Spiel zu zweit da besonders tricky. Nur eine Person weiß dann, wie der Satz zu einer sinnvollen Erklärung führen könnte, die andere Person muss notfalls nur Füllwörter einbauen, um Vorlagen zu bauen. Das braucht etwas Übung und liegt nicht jedem. Mit mehr Personen kommt automatisch ein leichterer Sprachfluss auf, da zumindest mehrere Personen hintereinander das Ziel kennen. Auch dann ist es immer noch tricky, den richtigen Zeitpunkt zu treffen, an dem der Suchende den Begriff nennen kann, aber das ist etwas weniger schwierig als im Spiel zu zweit, denn da können die Erklärungen auch schnell in verkehrte Richtungen laufen oder gar stocken. Zweieinhalb Minuten sind dann auf einmal kürzer, als man es sich anfangs vorstellt.

Insbesondere Wortakrobaten, also Personen, die Spaß am Umgang mit der Sprache haben, kommen bei Komm zum Punkt voll auf ihre Kosten. In Runden ab ca. 4 Personen ist das auf jeden Fall ein Spaß, wenn ihr eben zur genannten Zielgruppe gehört. Spontaneität sollte euch kein Fremdwort sein, Skills für einen vernünftigen Satzbau ebenfalls nicht. Und auch, wenn der eigentliche Grundgedanke schon mal in ähnlicher Form existierte, so hat Komm zum Punkt aufgrund seiner doch frischen Regeln dann auf jeden Fall seine Daseinsberechtigung. Meine Empfehlung geht an alle Sprachkünstler! 8 Kultpunkte, sehr gut!

KULTFAKTOR: 8/10

Spielidee: 9/10
Ausstattung: 8/10
Spielablauf: 8/10

EUER REZENSENT

INGO

Vielspieler, Skifahrer, Italien-Fan, Medienheini

Eine Rezension vom 24.03.2025

Dieser Spieletest wurde unterstützt durch ein Rezensionsexemplar.

Bildnachweis:
Coverfoto: Denkriesen
Weitere Fotos: Spielkultisten