REZENSION
KÄFERPARADE
- Genre: Kinderspiel
- Jahr: 2024
- Verlag: Schmidt Spiele
- Autor: Kirsten Hiese
- Grafik: Mariana Zuanetti
- Personen: 1 bis 4
- Alter: ab 5 Jahren
- Dauer: ca. 15 Minuten
- Schwierigkeitsgrad: leicht
- Initiativlevel: 10/10
Ordnung auf der Blumenwiese
Vermutlich ahnt man erst, wie sehr es auf einer Blumenwiese kreucht und fleucht, wenn man beim sommerlichen Barfuß-Spaziergang von einer Biene gestochen wird. Daher ist es umso beruhigender, dass wir es bei diesem Kinderspiel ausnahmslos mit harmlosen Käfern zu tun haben. Wir bekommen Vorgaben, neben welchem Artgenossen sich welcher bunte Käfer besonders wohlfühlt. Schaffen wir es, Ordnung auf die Wiese zu bringen?
REGELN
Auf den Aufgabenkarten, die es in einer schwierigen und einer etwas leichteren Variante gibt, sind rote, blaue, grüne, gelbe, violette und orangefarbene Käfer eingezeichnet. Diese werden als Holzmarker auf die entsprechenden Felder platziert. Einige davon werden nun auf die markierten Felder der Wiesentafel gelegt. Eure Aufgabe lautet, die übriggebliebenen Käfer so auf der Tafel zu platzieren, dass sie an bestimmte Käfer angrenzen. So gehört der gelbe Käfer beispielsweise neben den blauen und roten, während der grüne neben dem violetten sitzen muss. Seid ihr euch sicher, dass ihr die runden Scheiben richtig platziert habt, dreht ihr die Aufgabenkarte auf die Rückseite und überprüft, ob ihr richtig liegt.
Insgesamt 78 Aufgabenkarten – jeweils zur Hälfte mit leichtem und erhöhtem Schwierigkeitsgrad – warten darauf, von euch gelöst zu werden, entweder als Solospiel nach den oben beschriebenen Spielregeln oder als Team-Variante für 2 bis 4 Personen.
Im kooperativen Modus erhält jede Person eine Wiesentafel und löst wie gewohnt eine Aufgabenkarte. Alle, welche die vor sich liegende Aufgabe korrekt gelöst haben, kommen beim Verteilen der sogenannten Blumenchips ins Spiel: Nun darf eine Person vier bzw. fünf Blumenchips in die Hände nehmen und in die Luft werfen. Nach jedem Wurf entscheidet ihr euch gemeinsam für eine bestimmte Chipfarbe und verteilt alle davon auf euren Wiesentafeln. Habt ihr alle Blumenchips abgelegt, schaut ihr nach, welche Wiesentafeln vollständig mit Blumen bedeckt sind. Für eine komplett belegte Tafel legt ihr eine Aufgabenkarte als Belohnung beiseite. Bis zu dreimal dürft ihr insgesamt die Blumenchips werfen.
Nach vier Runden endet Käferparade und es wird gezählt, wie viele Karten auf dem Gewinnstapel liegen. Exakt so viele Pokale dürft ihr euch nehmen und euch über euer erreichtes Ergebnis freuen.
GALERIE
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CHECKPOINT
PRO
- kindgerechtes Logikspiel
- auch wunderbar alleine spielbar
- simple Lösungskontrolle
CONTRA
- Langzeitmotivation eher gering
- kaum Herausforderung für ältere Kinder
MEINUNG
Kinder finden es ganz faszinierend, sich in Logikspiele zu vertiefen und immer besser in das Regelwerk einzusteigen, um dann mit Leichtigkeit selbst Aufgaben höherer Schwierigkeitsgrade zu meistern. So ist es auch bei Käferparade: Wir befinden uns auf einer Blumenwiese und versuchen, Käfer in sechs unterschiedlichen Farben den Vorgaben entsprechend anzuordnen. Da wir die Lösung einfach durch das Umdrehen der Karte überprüfen können, können Kinder auch alleine für sich rätseln und werden so sanft an Solo-Logikspiele herangeführt.
Während sich die leichten Aufgaben wirklich noch sehr einfach gestalten und auch schon für aufgeweckte Vierjährige gut zu schaffen sind, erweisen sich die schwierigeren Aufgaben schon als wesentlich kniffliger. Hier müssen mal fünf, mal sogar sechs Käfer korrekt auf die Wiesentafel gelegt werden, was sich aus Kindersicht als durchaus herausfordernd erweist – insbesondere für Fünf- oder Sechsjährige, die als Hauptzielgruppe angepeilt werden. Aber auch Eltern können mitknobeln, ohne allzu unterfordert zu sein. Sitzen hingegen ausschließlich Erwachsene oder ältere Kinder am Tisch, die schon einige Aufgaben erfolgreich absolviert haben, erweist sich Käferparade wohl bald als sehr leicht, sodass der Spielreiz schnell verfliegt, denn das zugrunde liegende Spielprinzip ist eben doch recht repetitiv.
In unseren Runden hat sich interessanterweise eine Spielweise etabliert, die überhaupt nicht in der Spielregel aufgeführt ist: das Aufgabenduell auf Zeit. Die simple und doch naheliegende Regel: Jede Person schnappt sich eine Aufgabenkarte und wer zuerst „Fertig!“ ruft, gewinnt.
Käferparade ist simpel und doch spannend genug, um Kindern schöne Erfolgserlebnisse zu bieten. Weil aber zwangsläufig irgendwann alle Aufgaben gelöst sind, ist die Langzeitmotivation sicher nicht unbegrenzt. Doch für einige knobelige Spielnachmittage weiß Käferparade auf jeden Fall zu gefallen und weckt die Vorfreude auf den nächsten schönen Spaziergang auf der Blumenwiese. Toll hat uns übrigens die Ausstattung mit den bedruckten Holzmarkern gefallen. Die machen eben doch mehr her als vergleichbare Pappchips. Nicht zuletzt aufgrund der kindgerechten Präsentation vergebe ich daher gute 6 Kultpunkte.
KULTFAKTOR: 6/10
Spielidee: 6/10
Ausstattung: 7/10
Spielablauf: 6/10
EUER REZENSENT
CHRISTOPH
Kinder- und Kennerspiel-Spieler, Stefan-Feld-Fan, Im-Sommer-in-jeden-See-Springer
Eine Rezension vom 09.04.2025
Dieser Spieletest wurde unterstützt durch ein Rezensionsexemplar.
Bildnachweis:
Coverfoto: Schmidt Spiele
Weitere Fotos: Spielkultisten