REZENSION

GLOOMIES

  • Genre: Familienspiel
  • Jahr: 2025
  • Verlag: Ravensburger
  • Autor: Filippo Landini
  • Grafik: Justin Chan
  • Personen: 2 bis 4
  • Alter: ab 10 Jahren
  • Dauer: ca. 45 bis 60 Minuten
  • Schwierigkeitsgrad: leicht
  • Taktiklevel: 7/10

Bummeln auf der Blumenwiese

In einer fernen Galaxie pflanzen die Gloomies bunte Blumen, um sie später wieder zu ernten. Unterstützt von den Helferlein, übernehmen wir in diesem Familienspiel die Rollen dieser Wesen und schmücken uns selbst und andere Gloomies mit der Blütenpracht.

REGELN

Legt den Spielplan (bestehend aus zwei Ebenen) auf die Halterung in der Schachtel, stapelt zudem die Bonusplättchen mit der lilafarbenen Seite auf die entsprechenden Bonusfelder (8 Stapel aus je 3 zufälligen Plättchen). Der Spielplan wiederum zeigt nun sechs Reihen mit je acht Ablagefeldern, die jeweils eine Blume in einer von vier Farben vorgeben.

Mischt die Auftragskarten und legt drei zufällige offen aus, mischt die Blumenkarten und legt ebenfalls drei zufällige offen aus. Stellt die Schale mit den Holzblumen bereit.

Je nach Spielreihenfolge erhaltet ihr nun 4 oder 5 Blumenkarten vom verdeckten Stapel auf die Hand, ebenso 1 oder 2 erste Helferlein-Plättchen.

Los geht's mit der Anbau-Phase. Ihr spielt reihum. Bist du am Zug, durchläufst du drei Schritte:

(1) Suche dir eine Reihe des Spielplans aus und spiele bis zu 3 Blumenkarten aus, um nacheinander die farblich passenden Blumen zu platzieren. Beispiel: Eine Reihe zeigt (beginnend beim Pfeil oder später bei der zuletzt gelegten Blume) die Kombination pink-orange-blau. Um alle drei Felder zu belegen, musst du exakt diese Kartenkombination (pink, orange, blau) ausspielen. Du kannst auch weniger Karten ausspielen, entsprechend weniger Felder belegst du dann. Durch die Abgabe von Helferlein kannst du weitere Karten ausspielen. Manche Karten erlauben eine Auswahl, als welche Farbe sie gespielt werden dürfen. Wichtig ist, dass du pro Spielzug nur eine Reihe bedienen darfst und alle Felder immer fortlaufend füllen musst. Lege die ausgespielten Karten im Anschluss unter den jeweiligen Farbslot deines Sammeltableaus.

Spielst du gar keine Karte, erhältst du ein Helferlein.

(2) Hast du mindestens eine Karte gespielt und somit eine Blume angepflanzt, schaust du auf deine zuletzt platzierte Blume. Nimm dir das oberste Bonusplättchen des Stapels dieser Spalte, sofern nicht bereits alle Plättchen vergeben wurden. Die Bonusplättchen liefern dir 1 oder 2 Helferlein, einen der ausliegenden Aufträge (für die Ernte-Phase) oder Sternenstaub (je mehr du davon sammelst, maximal 6, umso mehr Punkte bekommst du in den Wertungsphasen). Drehe das Bonusplättchen nun auf seine türkise Rückseite und lege es auf der anderen Seite des Spielplans auf das entsprechende türkise Bonusfeld.

(3) Nimm zwei normale oder eine Joker-Karte aus der offenen Auslage auf die Hand. Mit der Abgabe von Helferlein lassen sich weitere Karten ziehen.

Die Anbau-Phase endet, wenn alle Felder des Spielplans bis zur weißen Trennlinie mit Blumen gefüllt wurden. Jetzt wird gewertet. Gesammelter Sternenstaub bringt 1 / 3 / 5 / 8 / 11 / 15 Punkte für 1 / 2 / 3 / 4 / 5 / 6 oder mehr Plättchen. Außerdem bekommst du 1 Punkt pro ausgespielter Karte, sogar 2 Punkte für Kartenfarben, in denen du mindestens 4 (im Spiel zu zweit 6) Karten vor dir ausliegen hast.

Nun folgt die Ernte-Phase. Die wird wieder reihum gespielt und funktioniert prinzipiell wie die Anbau-Phase, nur dass ihr diesmal die Blumen durchs Ausspielen von farblich passenden Karten wieder aberntet. Als Karten stehen euch eure in Phase 1 ausgespielten Karten zur Verfügung, die ihr jeweils zu einem eigenen Zugstapel mischt und zunächst die obersten 4 Karten auf die Hand nehmt. Durch die Abgabe von Helferlein können weitere Karten gespielt werden.

Hast du in deinem Zug auf diese Weise Blumen eingesammelt, lege sie entweder auf die farblich passenden Sammelfelder deines Tableaus (dort geben sie dir sichere Punkte) oder auf farblich passende Sammelfelder von angenommenen Aufträgen. Wichtig: Aufträge bringen nur dann Punkte, wenn alle Sammelfelder eines Auftrages belegt wurden.

Auch in der Ernte-Phase erhältst du im zweiten Schritt ggf. ein Bonusplättchen (diesmal für die zuletzt gesammelte Blume): Sternenstaub oder eine Bonus-Blume (in der vorgegebenen oder einer beliebigen Farbe).

Am Ende deines Zuges ziehst du in der Ernte-Phase genau 2 Karten nach, pro abgegebenen Helferlein eine weitere Karte.

Phase 2 endet, wenn alle Blumen bis zur weißen Trennlinie geerntet wurden.

Bei der abschließenden Wertung gibt es erneut Punkte für die eigene Sternenstaub-Sammlung, je 1 Punkt pro übrigem Helferlein, zudem Punkte für gesammelte Blumen auf dem eigenen Tableau (1 Punkt für grüne, je 2 Punkte für blau und orange sowie 3 Punkte für pinke). Vollständig gefüllte Aufträge bringen ihre aufgedruckte Punktezahl, Blumen auf nicht vollendeten Aufträgen sind nun leider nichts mehr wert.

Wer die meisten Punkte gesammelt hat, gewinnt.

GALERIE

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CHECKPOINT

PRO

  • Schöne Optik
  • Lockeres Sammelspiel mit taktischen Überlegungen 
  • Ideal für Familien


CONTRA

  • Regeln für Kinder fast schon zu umfangreich 
  • Auf lange Sicht etwas repetitiv

MEINUNG

Wenn Aliens anfangen, Blumen zu pflanzen und Sternenstaub zu sammeln, während kleine Helferlein durchs All wuseln, dann klingt das doch wie der Pitch für ein neues Kinderbuch à la “Galaktische Gärtner auf Mission Rosenrot“. Aber nein – Gloomies ist kein Kinderspiel. Es ist ein Sammelspiel für die ganze Familie. Und ja, es sieht so aus, als hätte ein Regenbogen auf einem Traumfänger geniest – aber genau das macht den Charme aus, wenn man’s bunt und verträumt mag.

Das Spielprinzip? Kennt man in ähnlicher Form aus anderen Spielen. Karten in passenden Farben spielen, Aktionen ausführen, dazu hübsche Holzblumen pflanzen, später wieder einsammeln – easy wie Sonntagmorgen. Aber halt! Bevor man denkt, das wär’s schon: Gloomies packt doch noch etwas taktische Tiefe in die Spieleschublade.

Dank Bonusplättchen wird plötzlich aus „Ich spiel mal schnell drei Karten“ ein „Warte... wenn ich nur eine spiele, bekomme ich dieses super Plättchen da!“ Und zack, hat man das Gefühl, ein taktisches Genie zu sein – zumindest, bis jemand anderes einem den Bonus wegschnappt.

Und weil’s immer noch zu gemütlich war, kommt noch ein kleiner Wettlauf obendrauf: In der ersten Wertung zählen gesammelte Karten, in der zweiten gesammelte Blumen. Mehr ist also manchmal wirklich mehr. Es geht um Balance. Und um Timing. Und um leise Flüche, wenn jemand schneller war.

Möchtest du in Phase 2 tolle Aufträge erfüllen, musst du sie dir schon in Phase 1 schnappen. Besonders zu zweit läuft das fluffig – man hat mehr Karten, mehr Optionen, mehr Ruhe. Aber mit drei oder gar vier Personen wird's enger. Die Konkurrenz um Bonusplättchen und Kartennachschub ist dann härter als im Spiel zu zweit.

Die Anleitung? Führt sicher durch die Regeln, ist für ein Familienspiel aber fast schon die Raumfahrtprüfung light, wenn man sie Spiel-unerfahrenen Personen oder Kindern überlässt. Und normalerweise bin ich kein Fan von Spielen, bei denen man erst etwas aufbaut und es dann wieder abbaut. Aber bei Gloomies passt’s überraschend gut. Die beiden Phasen bringen Abwechslung in die eigenen Überlegungen.

Unterm Strich: Gloomies ist charmant. Vielleicht ein bisschen zu lang für das, was es macht – aber irgendwie gemütlich. Keine Weltraum-Schlacht, kein intergalaktisches Drama – eher ein Spaziergang über eine kosmische Blumenwiese mit Sternenstaub in den Schuhen. Für Familien und Gelegenheitsspieler gibt’s grundsolide 7 von 10 Kultpunkten – besonders, wenn man das Spiel nur ab und zu auf den Tisch bringt. Bei Dauerbespielung nutzt sich der Reiz ein bisschen ab, weil sich dich Partien schon immer ähnlich anfühlen – dann rutscht’s für mich auf eine 6. Trotzdem: Wenn jemand Gloomies vorschlägt, bin ich gern wieder dabei – Sternenstaubpollen hin oder her.

Ach ja: In Österreich wurde Gloomies zum Spiel der Spiele 2025 gekürt – quasi der Alpen-Cousin unseres Spiel des Jahres.

KULTFAKTOR: 6-7/10

Spielidee: 7/10
Ausstattung: 8/10
Spielablauf: 6/10

EUER REZENSENT

INGO

Vielspieler, Skifahrer, Italien-Fan, Medienheini

Eine Rezension vom 09.07.2025

Dieser Spieletest wurde unterstützt durch ein Rezensionsexemplar.

Bildnachweis:
Coverfoto: Ravensburger
Weitere Fotos: Spielkultisten