REZENSION

FORBIDDEN JUNGLE

  • Genre: Familien-/ Taktikspiel
  • Jahr: 2024
  • Verlag: Schmidt Spiele
  • Autor: Matt Leacock
  • Grafik: C. B. Canga
  • Personen: 2 bis 5
  • Alter: ab 10 Jahren
  • Dauer: ca. 45 Minuten
  • Schwierigkeitsgrad: leicht bis mittel
  • Taktiklevel: 6/10

Phobische Abenteurer auf der Flucht

Ihr seid mit eurer Rakete auf dem Weg durchs All. Als jedoch der Treibstoff zu Ende geht, landet ihr auf einem verlassenen Raumhafen auf einem fremden Mond. Verlassen? Nicht ganz! Auf dem Mond wimmelt es vor spinnenartigen, langbeinigen Aliens mit vielen Augen. Von nun an befindet ihr euch im Fluchtmodus und wollt nichts sehnlicher, als diesen Ort zu verlassen. Ihr begebt euch auf die Suche nach Portalen, doch die Umgebung um euch herum scheint im ständigen Wandel zu sein – ein wahrer Albtraum!

REGELN

Während der Vorbereitung sucht ihr euch eine gewünschte Kartenanordnung aus – es stehen verschiedene Formationen mit individuellen Schwierigkeitsgraden zur Verfügung. Neben eurem Landeplättchen gibt es zwei verschiedene Plättchenarten: Kristallplättchen und Dschungelplättchen. Die Kristallplättchen kommen an festgelegte Positionen, und die anderen Plättchen werden drum herum verteilt.

Eure Aufgabe wird es sein, unter den Dschungelplättchen eines von vier Portalen zu finden. Dieses Portal muss an jeder der vier Seiten an jeweils einen Kristall angrenzen. Sobald ihr diese Umgebung geschaffen habt, müsst ihr alle auf dem Portal stehen und eine „Entkommen“- Aktion durchführen. Dies funktioniert nur, wenn sich gleichzeitig keine Aliens auf dem Portal befinden.

Um dieses Portal zu finden und mit Kristallen zu umgeben, seid ihr nacheinander an der Reihe und jeder führt jeweils vier Aktionen durch. Nach jedem Spielerzug sind die Aliens am Zug. Folgende vier Aktionen stehen zur Auswahl: 

  • Bewegen: Wer am Zug ist, darf seine Spielfigur auf ein orthogonal benachbartes Feld ziehen. Alternativ darf die Figur von einem Tunnel zu einem anderen Tunnel bewegt werden.
  • Erkunden: Das Plättchen unter der eigenen Spielfigur darf aufgedeckt werden. Wenn das Plättchen auf der Vorderseite Zahnräder anzeigt, dürfen entsprechend viele Ausrüstungskarten gezogen werden.
  • Entfernen: Befindet sich auf dem Feld mit der eigenen Figur ein Gegner (Alien, Larve, Ei oder Netz), darf eine dieser Figuren oder Plättchen entfernt werden.
  • Maschine aktivieren: Auf einigen der Plättchen befinden sich Maschinen, die mit dieser Aktion aktiviert werden können. Der Zerstörer entfernt ein Plättchen samt draufliegender Figuren unwiderruflich aus dem Spiel. Mit Hilfe der Schiebevorrichtung kann ein Plättchen neu angeordnet werden, und der Hypnosestrahl lässt euch die Aliens von einem Plättchen auf ein anderes umsiedeln.


Jeder Charakter bringt noch eigene Fähigkeiten mit, die bestimmte Aktionen modifizieren können.

Sobald ein Spielerzug beendet wurde, sind die Aliens an der Reihe. Bei Beginn des Spiels werden bei normalem Schwierigkeitsgrad zwei Karten gezogen, später können es mehr Karten werden. Durch die Karten können neue Aliens einsteigen, Larven zu Aliens oder Eier zu Larven werden. Außerdem können Aliens Netze spinnen oder neue Eier legen. Vor allem im späteren Spielverlauf können dadurch viele Gegner auf einmal erscheinen und euch das Leben erschweren. Während Eier und Larven zunächst harmlos erscheinen, greifen die Aliens an, und die Netze verhindern die Bewegungen an benachbarte Orte.

Sobald alle aktiven Kristalle und mindestens ein Portal gefunden wurden, kann das Spielfeld durch clevere Neuanordnung über die Schiebevorrichtung und das „Verschwinden lassen“ durch den Zerstörer angepasst werden, bis die Siegbedingung erreicht wird. Nun noch alle schnell auf dem Portal sammeln und entkommen!

GALERIE

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CHECKPOINT

PRO

  • kurzweilig
  • schnell erklärt und verstanden
  • Schwierigkeitsgrad anpassbar
  • verschiedene Aufbauszenarien


CONTRA

  • bei mehr Mitspielern automatisch schwieriger
  • wenig unterschiedliche Charaktere

MEINUNG

Forbidden Jungle ist sehr schnell erklärt und auch fix gespielt. Dies macht es ideal als Einstieg in größere Spieleverabredungen, bevor mit größeren Spielen durchgestartet wird. Die Spielzüge sind durch die eingeschränkte Anzahl an Möglichkeiten schnell bewältigt, wodurch ein sehr kurzweiliges Spielgefühl entsteht.

Bei uns herrschte am Tisch immer eine rege Unterhaltung während des Spielens bzgl. der Möglichkeiten in den individuellen Spielzügen. Dies ist bei Forbidden Jungle auch dringend nötig, denn das Hin- und Herschieben der verschiedenen Plättchen erfordert eine gewisse Absprache zwischen allen. Im Spiel befinden sich vier Portale – da sollte keine Uneinigkeit darüber bestehen, welches Portal zum Entkommen genutzt werden soll und welcher Kristall an welche Seite geschoben wird.

Das Spiel bietet die Möglichkeit, über verschiedene Stellschrauben die Schwierigkeit anzupassen. So kann der Startaufbau variiert werden oder die Anzahl der Gegnerkarten, die gezogen werden. Natürlich gehört zu jeder Runde auch eine gewisse Portion Glück, dass die Aliens nicht im falschen Moment in die Richtung der Charaktere laufen. Bei mehr Personen würde ich empfehlen, zunächst mit einer geringeren Schwierigkeit zu starten.

Als hauptsächlichen negativen Punkt würde ich aufführen, dass es wenig verschiedene Charaktere gibt. Der Wechsel der Charaktere gibt dem Spiel eine schöne kleine Varianz. Allerdings liegen dem Spiel leider nur sechs verschiedene Rollenkarten bei. Forbidden Jungle erinnert zudem bei einigen der Spielmechanismen recht stark an andere Spiele des Autors.

Insgesamt vergebe ich durchaus gute 6 von 10 Kultpunkten, wobei der ganz große Langzeitreiz bei uns ausgeblieben ist, einer lockeren Partie zwischendurch aber nichts im Wege steht. 

KULTFAKTOR: 6/10

Spielidee: 5/10
Ausstattung: 7/10
Spielablauf: 7/10

EURE REZENSENTIN

CAROLA

Strategiespielerin, Ork-Flüsterin, Miniaturenbemalerin

Eine Rezension vom 23.04.2026

Dieser Spieletest wurde unterstützt durch ein Rezensionsexemplar.

Bildnachweis:
Coverfoto: Schmidt Spiele
Weitere Fotos: Spielkultisten