REZENSION
FAIR ENOUGH
- Genre: Kartenspiel
- Jahr: 2025
- Verlag: Skellig Games
- Autor: Friedemann Friese
- Grafik: Christian Opperer, Michael Menzel
- Personen: 2 bis 5
- Alter: ab 8 Jahren
- Dauer: ca. 30 Minuten
- Schwierigkeitsgrad: leicht
- Taktiklevel: 3/10
Nicht genug Messe!
Ihr habt geplant, was ihr auf der größten Brettspielmesse der Welt in Essen gerne kaufen möchtet. Leider seid ihr in einer Gruppe unterwegs und alle haben eine Wunschliste, aber der Tag hat nur 24 Stunden.
REGELN
Wie bereits im Jahr 2024 brachte Skellig Games im Jahr 2025 ein Spiel für die Lootbag der SPIEL in Essen heraus. Diesmal sammelt ihr Kartensets, aber ihr habt nur ein gemeinsames Zeitkontigent – und dies ist kein kooperatives Spiel!
Passt die Zeitkarten und Sammelkarten an eure Personenanzahl an. Mischt die Stapel getrennt und legt sie bereit. Ihr bekommt je drei Sammelkarten. Dann werden noch drei Sammelkarten offen ausgelegt. Wer auf der letzten SPIEL das meiste Geld ausgegeben hat, fängt an.
Es werden 6 Runden gespielt, jeweils mit einer Recherche- und einer Sammelphase.
In der Recherchephase kommt ihr reihum dran und nehmt euch eine, zwei oder keine Karte aus der Auslage. Ihr macht dies so oft, bis jeder zweimal an der Reihe war. Jetzt ist die Recherchephase vorbei, darum wird es Zeit, auf die Messe zu gehen.
In der Sammelphase wird eine Zeitkarte aufgedeckt. Diese gibt die Zeiteinheiten für diesen Messetag bekannt. Wenn du an der Reihe bist, hast du zwei Option: Eine Sammelkarte spielen oder nach Hause gehen.
Wenn du eine Sammelkarte spielst, ist darauf ein Punktewert vermerkt, der wichtig ist, wenn die Karte im Punktestapel liegt, zudem ein Zeitwert von 0 bis 4, der beim Ausspielen wichtig ist. Wenn du eine Karte spielst, legst du diese offen vor dir aus und ziehst den Zeitwert von der Gesamtzeit ab. Die verbleibende Gesamtzeit sagst du laut an.
Es gibt drei Sonderkarten, jede davon dreimal. Mit diesen kannst du die Zeit einer Sammelkarte beim Ausspielen auf 0 setzen, die Zeit beim Ausspielen verdoppeln oder eine offene Karte einer anderen Person entfernen.
Du darfst keine Karte spielen, die die Gesamtzeit auf weniger als 0 reduziert. Schaffst du es, exakt 0 zu erreichen, gehst du automatisch am Ende des Zuges nach Hause.
Nach Hause gehen ist ansonsten die Alternative zum Kartenspielen. Dann nimmst du einfach alle Karten, die offen vor die ausliegen und legst sie verdeckt auf deinen Punktestapel. Dann bist du aber für den Rest dieser Runde raus. Wird die Zeit auf 0 reduziert, müssen alle offenen Karten in der eigenen Auslage abgeworfen werden. Die Runde endet, wenn entweder die Zeit auf 0 reduziert wurde oder alle nach Hause gegangen sind.
Wer als erstes nach Hause gegangen ist, startet die nächste Runde. Es kommt wieder eine Recherchephase und eine Sammelphase – das ganze insgesamt sechsmal hintereinander.
Dann wird gewertet. Jede Karte im Punktestapel ist die darauf angegebene Zahl (1 bis 10) wert. Jedes Set aus mindestens drei Karten der gleichen Farbe bringt 5 Extrapunkte. Und je größer das Set, desto mehr Punkte gibt es. Jede Karte, die du noch in der Hand hast, bringt dir einen Punktverlust in Höhe des doppelten Kartenwertes. Jede Sonderkarte in deiner Hand bringt 10 Minuspunkte.
Hast du jetzt die meisten Punkte, dann solltest du den nächsten Besuch der SPIEL für deine Gruppe organisieren.
GALERIE
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CHECKPOINT
PRO
- schnell gelernt
- spannend
CONTRA
- nicht leicht verfügbar
MEINUNG
Schon zum zweiten Mal bringt Skellig Games ein Spiel zur SPIEL in Essen heraus. Bei der größten Messe für Gesellschaftsspiele kannst du zu einem Ticket auch eine Lootbag (Beutetasche) bestellen, und in der befand sich 2024 das Spiel Loot und 2025 dann Fair Enough.
Autor Friedemann Friese hat in Fair Enough der Messe gleich sechs Tage geschenkt, was in der Realität meine Konstitution vermutlich nicht mitmachen würde. Aber Fair Enough ist ein flottes Kartenspiel, das selbst in Vollbesetzung die 30 Minuten in der Regel nicht überschreitet. Das kriege ich noch hin.
Bei Fair Enough holen wir uns erst Karten aus der Auslage, die wir besser bis zum Spielende auch wieder loswerden. Das Spielen der Karten verbraucht in der folgenden Phase dann Zeit aus einem gemeinsamen Zeitkontigent. Fällt das Zeitkontigent auf 0, so verlieren alle ihre gespielten Karten. Nur wer die Zeit auf exakt 0 gebracht hat, darf seine Karten sichern. Ist euch die 0 als Ziel zu heikel, dann könnt ihr auch einfach früher nach Hause gehen und eure Karten sichern, aber dürft in dieser Runde keine Karten mehr ausspielen.
Dies erscheint erst recht trivial, bis die Leute anfangen zu rechnen, denn es gibt nur Zeitkosten von 0 bis 4. Also sollten sechs verbleibende Einheiten eine sichere Kiste sein. Aber das kann jemand am Tisch schnell ändern. Und wenn dann noch die Sonderkarten ins Spiel kommen, wird es interessant. Von den drei Sonderkarten ist die Warteschlange, welche die verbrauchte Zeit für eine Karte verdoppelt, sicherlich die spannendste. Wenn die Konkurrenz diese Karte hat, so ist plötzlich nicht nur 1 bis 4 gefährlich, sondern auch 6 und 8. Habe ich die Karte selber, muss ich aber auch schauen, dass diese bis zum Spielende gespielt ist. Somit handelt es sich um ein zweischneidiges Schwert und es ist faszinierend zu beobachten, wie jede Gruppe erst die Warteschlange scheut und dann deren Wert erkennt.
Fair Enough erinnert mich von der Spielart sehr an L.A.M.A. Wir haben wenige, aber wichtige Entscheidungen. Verzocke ich mich, dann habe ich keine Karten in dieser Runde für meine Wertung erhalten. Steige ich aber zu früh aus der laufenden Runde aus, so nutzen die anderen die Zeit voll aus, um mehr Karten zu spielen. Und sehr oft habe ich das Gefühl, genau die falsche Entscheidung getroffen zu haben.
Die Gestaltung orientiert sich sehr an der SPIEL und was man dort kaufen kann … ausgenommen sind dabei Brettspiele, was ich sehr seltsam finde, aber ihr könnt u.a. Devotionalien, Sleeves, Würfel, Schachteleinsätze, Autogrammkarten auf der Messe sammeln. Fair Enough konntet ihr auch (fast) nur auf der SPIEL in Essen erwerben. Vielleicht habt ihr Glück, falls ihr das Skellig-Team auf einer Messe trefft und es noch Restposten gibt. Aber wenn dies die Qualität der Spiele in der Lootbag ist, dann wird sich diese auch 2026 bestimmt wieder lohnen.
KULTFAKTOR: 7/10
Spielidee: 7/10
Ausstattung: 7/10
Spielablauf: 7/10
EUER REZENSENT
LUTZ
Wahl-Niederländer, Elektrochemiker, Zuvielspieler, Rätselenthusiast
Eine Rezension vom 27.01.2026
Dieser Spieletest wurde unterstützt durch ein Rezensionsexemplar.
Bildnachweis:
Coverfoto: Skellig Games
Weitere Fotos: Spielkultisten