REZENSION
DREAMTEAM
- Genre: Quizspiel
- Jahr: 2024
- Verlag: Noctis Verlag
- Autoren: Lukas Setzke, Martin Student, Verena Wiechens
- Personen: 1 bis 40
- Alter: ab 14 Jahren
- Dauer: ca. 30 Min.
- Schwierigkeitsgrad der Fragen: mittel
- Initiativlevel: 8/10
Das Wissen der Vielen
In Teams beantwortet ihr in jeder Partie 25 Fragen - kooperativ gegen den schlauen Fuchs oder kompetitiv gegeneinander. Joker können euch helfen, Wissenslücken auszugleichen oder schneller voranzukommen.
REGELN
Entscheidet euch zunächst für die Spielweise. Ihr könnt kooperativ gegen das Spiel spielen (1 bis ca. 5 oder 6 Personen) oder in getrennten Teams (empfohlen ab 6 Personen) gegeneinander antreten.
Spielt ihr kooperativ, mischt ihr die "Schlauer Fuchs"-Karten und legt sie als verdeckten Stapel bereit. Die Farben der verwendeten Karten bestimmen den Schwierigkeitsgrad.
Zieht die erste Fragekarte und beantwortet gemeinsam (oder ggf. solo) die fünf Fragen. Notiert die Antworten auf dem Wertungsblatt. Dreht die Karte dann um und vergleicht die Lösungen. Rückt für jede richtige Antwort einen Schritt auf der Punkteleiste voran, indem ihr die Felder auf eurem Wertungsblatt ankreuzt. Für jede falsche Antwort zieht ihr eine Fuchskarte und markiert entsprechend viele Felder auf der Fuchsleiste (je nach Karte 0 bis 5).
Bestimmte markierte Felder schalten Joker frei, die ihr jeweils einmalig nutzen könnt (z.B. zwei Antworten auf eine Frage geben, eine Fuchskarte ignorieren, Punkte verdoppeln, Fuchskarten neu sortieren etc.).
Nach fünf gespielten Runden gewinnt ihr das Spiel, wenn ihr mehr Punkte gesammelt habt als der Fuchs.
In der kompetitiven Variante beantwortet ihr die Fragen jeweils gleichzeitig in euren getrennten Teams. Die Joker beziehen sich dann auf die Teams. So könnt ihr dann darauf wetten, dass ein von euch ausgewähltes Gegnerteam eine Frage nicht beantworten kann, oder dass ihr die Einzigen seid, die die Antwort kennen. Auch darf beispielsweise eine Antwort eines Gegnerteams kopiert werden.
GALERIE
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CHECKPOINT
PRO
- Kurzweiliges Quizspiel
- Umfangreicher Fragenkatalog
- Gute Fragenqualität
- Taktischer Joker-Einsatz
CONTRA
- Grundprinzip bereits bekannt
- Glück entscheidet im kooperativen Modus teilweise über den Erfolg
MEINUNG
Kneipenquiz – das Original (erschienen beim moses. Verlag) ist tatsächlich immer noch meine Referenz im Genre der modernen Quizspiele. Das gemeinsame Beantworten der Fragen führt zu wunderbaren Diskussionen am Tisch, für Kommunikation, und es verhindert, dass einzelne Personen durch Nichtwissen bloßgestellt werden können.
Dreamteam kopiert die Grundidee des Originals. Auch hier gibt es pro Partie fünfmal fünf Fragen, die es zu lösen gilt. Die Fragen haben eine gute Qualität und die Anzahl der Karten reicht für etliche Wiederholungspartien. Wer bereits das Kneipenquiz kennt, wird sich bei Dreamteam direkt zuhause fühlen. Auch Dreamteam macht mir als Quizfan Spaß, neu ist die Spielidee dahinter allerdings nun nicht mehr, auch wenn Dreamteam kein 1:1-Abklatsch ist.
Bei Dreamteam stehen die Joker im Vordergrund, die taktisch eingesetzt werden sollten. Das bringt eine neue Komponente ins Spiel. Auch kann kompetitiv gespielt werden, wenn ihr lieber in einen direkten Wettstreit tretet. Die kooperative Variante hingegen ist auch solo möglich, aber da fehlt mir persönlich dann doch das Gespräch am Tisch.
Etwas schade finde ich es, dass wir als Team in der kooperativen Variante keinen aktiven Einfluss auf unseren imaginären Gegenspieler, den Fuchs, haben, wenn wir falsch antworten. Ja, es stimmt: Uns wird nichts passieren, wenn wir jede Antwort kennen, aber das ist eher unwahrscheinlich. Beim Kneipenquiz konnten wir die Punkteverteilung taktisch an die Fragen anpassen, selbst entscheiden, bei welcher Frage wie viele Minuspunkte winken. Bei Dreamteam wurde das simpler gelöst, indem einfach zufällige Strafkarten zum Einsatz kommen. Gerade, wenn in höheren Schwierigkeitsstufen gespielt wird und wir bei einer Frage patzen, entscheidet dann oft auch einfach das Glück über den eigenen Erfolg. Im härtesten Modus sind mögliche 5 Fuchspunkte für eine falsche Antwort schon sehr hart. Auf der einfachsten Stufe lässt sich das Spiel hingegen meist gut knacken, wenn die Gruppe über ein gesundes Allgemeinwissen verfügt, wobei es hier nicht nur auf klassisches Wissen ankommt, sondern auch auf vergleichsweise triviales, was für eine gelungene Mischung sorgt.
Gäbe es das Kneipenquiz noch nicht, würde meine Bewertung noch besser ausfallen. So habe ich bei Dreamteam schon das Gefühl, als sei hier ein innovatives Quizkonzept als eine funktionierende Vorlage verwendet worden, die dann nachjustiert wurde. Dennoch: Spaß macht Dreamteam auf jeden Fall, wenn ihr Quizspiele mögt; in der richtigen Gruppenzusammensetzung, in der jeder ein eigenes Wissensgebiet abdeckt, sind das grundsätzlich schon auch 8 Kultpunkte, wobei ich einen Punkt im direkten Vergleich zum Kneipenquiz abziehen würde, da der Zufallsfaktor bei Dreamteam höher sein kann und die zweite taktische Ebene bei der Punktevergabe, hier durch die Joker geregelt, geringer ausfällt. Im kompetitiven Modus (wobei innerhalb der Teams ja auch dann kooperativ geraten wird) fällt dieser Aspekt natürlich nicht mehr ins Gewicht.
Quiz-Fans, insbesondere denen, die das Kneipenquiz noch nicht kennen, oder die es besonders mögen und neue Herausforderungen suchen, kann ich Dreamteam insgesamt auf jeden Fall auch empfehlen.
KULTFAKTOR: 7-8/10
Spielidee: 7/10
Ausstattung: 9/10
Spielablauf: 8/10
EUER REZENSENT
INGO
Vielspieler, Skifahrer, Italien-Fan, Medienheini
Eine Rezension vom 15.01.2025
Dieser Spieletest wurde unterstützt durch ein Rezensionsexemplar.
Bildnachweis:
Coverfoto: Noctis Verlag
Weitere Fotos: Spielkultisten