REZENSION

DNUP

  • Genre: Kartenspiel
  • Jahr: 2026
  • Verlag: One More Game! / Asmodee
  • Autor: Kei Kajinio
  • Personen: 2 bis 5
  • Alter: ab 8 Jahren
  • Dauer: ca. 15 bis 20 Minuten
  • Schwierigkeitsgrad: leicht 
  • Taktiklevel: 5/10

Auf den Kopf gestellt

In diesem Kartenspiel übertrumpfen wir uns mit Kombinationen, um unsere Handkarten loszuwerden. Doch schnell erhalten wir Karten zurück, und diese dann mit einer flotten Drehung. Vielleicht ist das Drehen aber auch die entscheidende Wende zum Sieg?

REGELN

Mischt die Karten, die jeweils zwei Zahlen zeigen. Je nachdem, wie herum eine Karte gehalten wird, ist die jeweilige Zahl aktiv. Teilt alle Karten als Handkarten auf. Ihr dürft die Karten auf eurer Hand beliebig sortieren, aber zunächst nicht drehen.

Gespielt wird reihum. Bist du am Zug, spielst du eine Kartenkombination (eine Einzelkarte oder mehrere Karten mit dem selben Wert) offen in die Mitte. Die nächste Person muss nun entweder eine Kombination anderer Größe (also z.B. zwei identische Karten statt einer oder drei) auslegen oder, im Falle einer bereits ausliegenden identisch großen Kombination, deren Wert übertreffen (z.B. drei 4er statt drei 2er), die Kartenwerte reichen dabei, in absteigender Häufigkeit, von 1 bis 10.

Übertriffst du mit deinem Set eine ausliegende identisch große Kombination, erhält die Person, die diese Kombination ausgespielt hatte, ihre Karten zurück auf die Hand, allerdings mit veränderten Werten, denn die Karten werden jetzt um 180 Grad gedreht. 

Wurde eine Runde gespielt und dein ausgespieltes Set liegt noch immer vor dir, wird es abgeworfen.

Im eigenen Zug gibt es noch Alternativen zum Ausspielen eines Sets:

  • Du kannst exakt eine Handkarte passend an ein anderes ausliegendes Set anlegen, sofern die Regeln für gleich große Sets eingehalten werden. Du kannst also einem Set aus zwei 5ern keine dritte 5 hinzufügen, wenn bereits ein Dreier-Set mit höherem Wert ausliegt. Umgekehrt kannst du durch das Verlängern auch ein niedrigeres gleich großes Set übertreffen. In diesem Fall erhält der Besitzer dieses Sets erneut die Karten zurück auf die Hand (um 180 Grad gedreht).
  • Du kannst ein beliebiges ausgespieltes Set komplett auf die Hand nehmen, um 180 Grad gedreht.
  • Du kannst deine Handkarten um 180 Grad drehen. 


Wichtig: Du kannst dich immer nur für eine der vier Aktionen entscheiden!

Sobald jemand alle Handkarte losgeworden ist, erhält diese Person zwei Down-Up-Marker. Die zweite Person, der das gelingt, erhält genau einen Marker. Alle anderen gehen leer aus. Spielt dann die nächste Runde.

Wer als erster vier Marker gesammelt hat, gewinnt.

Das Spiel zu zweit wird mit Sonderregeln gespielt, indem jeder abwechselnd zwei Spielbereiche bedient.

GALERIE

CHECKPOINT

PRO

  • Kartenspiel mit eigenem Dreh
  • Schnell erklärt und gespielt
  • Flotte Spielzüge


CONTRA

  • Kann sich manchmal gefühlt kurzzeitig etwas festfahren

MEINUNG

Der zunächst unaussprechliche Titel des Spiels, dnup, ergibt Sinn, wenn man die Lücke füllt – oder einfach dem Hinweis in der Klammer folgt. "Down Up" soll das heißen, und am besten auch so ausgesprochen werden. Warum "Down Up"? Weil die Karten immer wieder um 180 Grad gedreht werden und so verschiedene Werte hervorbringen. Klingt nach etwas Besonderem? Vielleicht. Oder auch nicht. Die Idee gab es bereits bei Scout. Allerdings kann man dem Autoren hier nicht vorwerfen, sich mit fremden Federn zu schmücken, denn der Autor ist identisch. dnup ist für Kei Kajino also so etwas wie Scout 2.0, könnte man sagen.

Auch geht es in dnup wieder ums Ausspielen von Kartensets, genauer gesagt ums Ausspielen von identischen Kartenwerten. Da ist natürlich dann Glück im Spiel vorhanden. Wer viele niedrige Einzelkarten auf der Hand hält oder auch größere Kombinationen mit niedrigem Wert, muss stets damit rechnen, übertroffen zu werden und die Karten wieder zurückzubekommen. Dass diese dann um 180 Grad gedreht werden, kann helfen – oder auch nicht. Auch die weiteren Aktionsmöglichkeiten sollen dabei helfen, die eigene Kartenhand zu optimieren. Die Spielzüge sind dabei schnell und man hat immer das Gefühl, irgendetwas tun zu können.

Dennoch hatte ich in meinen Runden manchmal das Gefühl, festzustecken – nicht spielerisch, aber im Hinblick auf den Rundensieg. Und doch gibt es manchmal auch unerwartete Wendungen. Überhaupt sollte man auch immer darauf achten, wie viele Karten die Konkurrenz noch so auf der Hand hält und ob man die Möglichkeiten der Mitspielenden durch geschicktes Verändern der aktuellen Set-Auslage ausbremsen kann.

dnup ist dabei für mich ein recht kurzweiliges Spiel. Es ist schnell erklärt und auch recht schnell verstanden, einzig die doppelten Zahlen auf den Karten können manchmal etwas verwirren. Einigt euch darauf, die Karten immer in einer gleichbleibenden Ausrichtung auszuspielen. Gerade bei den Einzelkarten ist das wichtig, weil man sich sonst plötzlich unsicher ist, ob die ausliegende Karte eine 1 oder 5 sein soll. Etwas schade ist es dabei auch, dass die Kartenwerte zwar in allen vier Ecken der Karten zu finden sind, aber nur für die typische Rechtshänder-Auffächerung eine gut lesbare Größe haben.

Fazit: dnup ist für mich ein solides Ladder-Climbing-Spiel, das neue Ideen in ein bekanntes Grundkonzept einbringt – kein Überflieger (Scout gefällt mir im direkten Vergleich noch besser), aber zwischendurch sicher spielenswert – 7 Kultpunkte! Je mehr Leute mitspielen, umso dynamischer ist das Spiel. Zu zweit wäre dnup nicht meine erste Wahl.

KULTFAKTOR: 7/10

Spielidee: 7/10
Ausstattung: 6/10
Spielablauf: 6–7/10

EUER REZENSENT

INGO

Vielspieler, Skifahrer, Italien-Fan, Medienheini

Eine Rezension vom 19.05.2026

Dieser Spieletest wurde unterstützt durch ein Rezensionsexemplar.

Bildnachweis:
Coverfoto: One More Game! / Asmodee
Weitere Fotos: Spielkultisten