REZENSION

DER WALD VON MYSTARIA

  • Genre: Familie, Legespiel
  • Jahr: 2025
  • Verlag: moses. Verlag
  • Autoren: Luca Bellini, Luca Borsa, Carlo Emanuele Lanzavecchia, Walter Obert
  • Grafik: Matthias Kapusta, Samuel Rassy
  • Spieler: 2 bis 4
  • Alter: ab 8 Jahren 
  • Dauer: ca. 30 Minuten
  • Schwierigkeitsgrad: leicht bis mittel
  • Taktiklevel: 5/10

Die Lage ist alles!

Baut eine bunte Welt aus verschiedenen Landschaften auf, legt Plättchen aneinander und errichtet Gebäude, die euch am Spielende auf unterschiedliche Weise Punkte liefern.

REGELN

Nehmt euch ein eigenes Hauptquartier-Plättchen und stellt die Gebäude eurer Farbe auf die vorgesehenen Plätze. Mischt die Waldplättchen zu einem verdeckten Stapel und deckt ein erstes Plättchen als Startplättchen auf. Jedes Plättchen zeigt 6 Landschaftsfelder in unterschiedlicher Anordnung. Es gibt Dörfer, Seen, Wälder, Wiesen und Gebirge. 

Zieht jeweils ein Waldplättchen auf die Hand. Gespielt wird reihum.

Bist du am Zug, legst du das Waldplättchen aus deiner Hand an die gemeinsame Auslage, zu Beginn ans Startplättchen, an. Mindestens ein Feld des neuen Plättchens muss an ein identisches Landschaftsfeld eines anderen Plättchens angrenzen. 

Stelle danach optional ein Gebäude auf ein freies Feld des neuen Plättchens oder auf ein  angrenzendes Feld eines benachbarten Plättchens.

Verbinden sich mehrere identische Landschaftsfelder, ist das ein Gebiet. Pro Gebiet darf nur ein Gebäude platziert werden. Getrennte, bereits bebaute Gebiete dürfen im Nachhinein nicht verbunden werden. 

Ziehe im Anschluss ein neues Plättchen vom Stapel auf die Hand. 

Gespielt wird, bis entweder keine Plättchen mehr nachgezogen werden können oder jemand alle eigenen Gebäude errichtet hat. Nach der laufenden Runde wird dann gewertet. 

Jedes Gebäude hat seine eigenen Vorgaben:

  • Die vier Hütten dürfen nur auf Feldern ihrer jeweils zugeordneten Landschaft errichtet werden (Dorf, Wald, Wiese, See). Bei der Wertung gibt es pro Hütte so viele Punkte, wie das Gebiet, in dem die Hütte steht, Felder hat; beim Dorf werden die Punkte verdoppelt. Eine Hütte auf einem einzelnen Waldfeld bringt also 1 Punkt, erstreckt sich der angeschlossene Wald über 6 verbundene Felder, bringt die Hütte 6 Punkte, im Dorf wären es entsprechend 12 Punkte, da die Dorf-Punkte verdoppelt werden.
  • Der Baum darf nur auf einer Landschaftsart platziert werden, auf der bereits eine eigene Hütte errichtet wurde. Unabhängig von der Landschaftsart bringt der Baum 2 Punkte pro Feld in seinem Gebiet.
  • Der Turm darf sich nicht in einer Sichtlinie (waagrecht / senkrecht) mit anderen Türmen befinden, Gebirgsfelder unterbrechen die Sichtlinie. Der Turm darf auf einer beliebigen Landschaft (außer Gebirge) platziert werden. Bei der Wertung gibt es 1 Punkt pro Feld in den beiden Sichtlinien, das dieselbe Landschaft zeigt wie das Feld, auf dem der Turm steht. 
  • Die Brücke gibt keine eigenen Punkte, verbindet aber zwei durch ein anderes Feld getrennte identische Gebiete zu eurem großen. 
  • Das Schloss darf als einziges Gebäude nur auf einem Gebirgsfeld platziert werden. Am Ende gibt es 1 Punkt pro Gebirgsfeld auf dem Plättchen des Schlosses sowie auf allen direkt angrenzenden Plättchen.
  • Das magische Portal darf auf einer beliebten Landschaft (außer Gebirge) platziert werden und bringt am Ende 1 Punkt pro eigenem und gegnerischen Gebäude in der waagerechten, senkrechten und diagonalen Sichtlinie.


Wer die meisten Punkte gesammelt hat, gewinnt.

Variante: Im einfachen Spiel platziert ihr nur die Hütten, den Baum und den Turm.

GALERIE

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CHECKPOINT

PRO

  • Taktisches Legespiel 
  • Plättchen aus stabiler Pappe
  • Schöne kleine Gebäude


CONTRA 

  • Vergleichsweise schon etwas unübersichtliche Wertung 
  • Kein Wertungsblock und keine Punkteleiste
  • Es gibt bereits viele ähnliche Spiele

MEINUNG

Der Wald, oder sollte man besser sagen die Welt von Mystaria, die da auf farbenfrohen Plättchen und ansehnlichen kleinen Gebäuden (und Bäumen) vor uns entsteht, gefällt mir optisch gut, sieht aber gleichzeitig aus nach einem doch klassischen Legespiel, und genau als solches entpuppt es sich dann auch.

Plättchen legen, ggf. Gebäude platzieren, Plättchen nachziehen – mehr ist es spielerisch nicht. Der Weg zur Punktemaximierung ist dann aber schon taktisch, wenn auch auf der Basis von Optimierung. Da ist dann auch immer Glück beim Ziehen passender Plättchen mit im Spiel.

Um alle Gebäude effizient platzieren zu können, sollte man Lege- und Wertungsregeln verinnerlicht haben, damit das Spiel flott anläuft. Eine kleine Spielerhilfe hätte dem Standardspiel gut getan. Während die Regeln klar zum Familienspiel-Sektor tendieren, sind die verschiedenen Gebäude-Wertungen teilweise nämlich etwas kompliziert und verkopft. Gerade die Sichtlinien, insbesondere die diagonalen, lassen sich auf einer größeren Fläche mitunter schwer kontrollieren, auch die Schloss-Wertung auf den Gebirgsfeldern ist nicht allzu übersichtlich, wenn man erkennen muss, welche Plättchen wirklich aneinander liegen bzw. wo ihre Grenzlinien sind. Die Gebirgsfelder heben sich zudem optisch nicht besonders gut von den Seefeldern hervor.

Die abgespeckte Familien-Variante umgeht diese Wertungsprobleme, allerdings bietet das Spiel dann auch keine allzu große Finesse, sondern bietet gewohnte Legespiel-Kost. Landschaftsgebiete vergrößern wir ja nicht zum ersten Mal.

Der Wald von Mystaria ist für mich ein solides, insgesamt aber eher durchschnittliches Legespiel. Das kann man soweit gut spielen, wenn man alle Wertungsregeln kennt, das bietet für mich jetzt aber auch nichts überraschend Neues. Da die Übersicht (besonders in Vollbesetzung) leidet und man auch bei den Wertungen am Spielende sehr genau hinschauen und ohne Wertungsblock oder Punkteleiste auskommen muss, vergebe ich keine Spitzennote, aber doch noch ganz sympathische 6 Kultpunkte. Je öfter man das Spiel spielt, umso besser die Übersicht, wenngleich sich spielerisch dann halt auch nichts mehr Neues zeigt und das Spiel hauptsächlich von der Highscore-Jagd lebt.

KULTFAKTOR: 6/10

Spielidee: 6/10
Ausstattung: 7/10
Spielablauf: 6/10

EUER REZENSENT

INGO

Vielspieler, Skifahrer, Italien-Fan, Medienheini

Eine Rezension vom 05.02.2026

Dieser Spieletest wurde unterstützt durch ein Rezensionsexemplar.

Bildnachweis:
Coverfoto: moses. Verlag
Weitere Fotos: Spielkultisten