REZENSION

CRITTER KITCHEN

  • Genre: Taktikspiel
  • Jahr: 2025
  • Verlag: Cardboard Alchemy / im Vertrieb von Asmodee
  • Autoren: Alex Cutler, Peter C. Hayward
  • Grafik: Sandara Tang
  • Personen: 1 bis 5
  • Alter: ab 12 Jahren
  • Dauer: ca. 60 bis 90 Min. 
  • Schwierigkeitsgrad: mittel
  • Taktiklevel: 5/10

Suppe bei die Fische!

Drei tierische Köche sorgen in eurem Restaurant in Bistro Bay für schmackhafte Gerichte, doch dafür müssen erst einmal die Zutaten beschafft werden – und die sind knapp! Könnt ihr den Restaurantkritiker von euren Kochkünsten überzeugen?

REGELN

Legt, angepasst an die Spielerzahl, die Ortstafeln als Uferpromenade in die Tischmitte. Füllt die Kartenslots mit Karten. Da wäre zum einen der Restaurantkritiker, zum anderen wären da die Challenges, Gerüchte und optional auch die Küchenchefs (für asymmetrische Fähigkeiten).

Jeder erhält ein eigenes Board mit drei Kochfiguren (Maus, Eidechse, Wildschwein) und ein Set aus Ortskarten, zudem einen Sichtschirm, ein Küchentableau, drei Teller und eine erste Suppe.

Gespielt werden 7 Runden in 5 Phasen:

(1) Rundenbeginn: Deckt die erste noch verdeckte Challengekarte auf, füllt das Suppenmobil mit einer Gourmetsuppe auf, befüllt die Orte mit zufälligen Waren (Zutaten, Gewürze,Gerüchte) aus dem Beutel und deckt den sogenannten Spitzenkoch der Runde auf, der in der Kochakademie platziert wird.

(2) Planen: Ordnet jedem eurer drei Köche eine Ortskarte zu, zunächst verdeckt.

(3) Laufen: Deckt die Ortskarten auf und schickt eure Köche an die zuvor geplanten Orte. Beachtet, dass die Mäuse später als erste Zugriff auf die ausliegenden Waren haben, dafür aber nur eine Ware transportieren können. Die Eidechsen sind erst an zweiter Stelle dran, können dafür aber schon zwei Zutaten tragen. Die Wildschweine liefern einem bis zu drei Waren, sind aber entsprechend langsamer und müssen den Mäusen und Eidechsen den Vortritt lassen, was bedeuten kann, dass schon vorher alles ausverkauft ist.

(4) Einkaufen: Handelt die Orte der Reihe nach ab und nehmt euch die euch zustehende Anzahl an Waren vom Ort – solange der Vorrat reicht. In der Kochakademie kann auch der Spitzenkoch gewählt werden, der dann in der nächsten Runde als zusätzlicher Koch mit einem Spezialeffekt eingesetzt werden kann. Beim Mitternachtsmarkt sind die Plättchen zunächst unbekannt.

Welche Plättchen gelten nun als Waren? Zutaten für die Gerichte in unterschiedlicher Qualität (Zahlen beachten), Gewürze für bestimmte Zutaten, um Ihren Wert zu verdoppeln, Suppen als Joker, aber auch Gerüchte, mit denen die verdeckt ausliegenden Gerüchtekarten angesehen werden können, um Informationen zu erhalten, was der Kritiker am Spielende belohnt.

Alle übrigen Waren eines abgehandelten Ortes landen in der Kochakademie, alles was dort übrig bleibt dann beim Suppenmobil (für die nächste Runde).

Kann oder möchte ein Koch keine Ware(n) einsammeln, gibt es dafür eine Trostsuppe.

(5) Rundenende: Nehmt die Ortskarten zurück auf die Hand und den eventuell eingesetzten Spitzenkoch der Runde aus dem Spiel.

Nach Runde 3 und 6 wird nun gekocht. Für so eine Koch-Challenge zählen die drei zuvor aufgedeckten Challengekarten, die bestimmte Rezepte zeigen.

Ordnet eure gesammelten Waren euren den Tellern zu, um ein Rezept zu erfüllen. Mindestens eine vorgegebene Ware des Rezeptes muss der Teller vorweisen, eventuell fehlende Waren müssen dann durch Suppe ersetzt werden. Von jeder geforderten Ware können beliebig viele Plättchen auf dem Teller platziert werden. Dann wird die Qualität bestimmt, indem die Zahlen auf den verwendeten Plättchen addiert werden, ggf. werden einzelne durch passende Gewürze verdoppelt. Erhaltet für die Qualitätssumme eines Tellers von 21 und mehr / 12 bis 20 / 6 bis 12 / 5 oder weniger entsprechend 4 / 2 / 1 oder keinen Stern. Nach Runde 3 können 5, nach Runde 6 dann 10 Waren verwahrt (gekühlt) werden, wobei Suppe beliebig gelagert werden kann.

Nach Runde 7 wird noch das finale Kritikermenü zubereitet. Dafür darf pro Warenart (sieben verschiedene gibt es) exakt ein passendes Plättchen, ggf. gewürzt, verwendet werden. Nun gibt es Sterne:

  • Wer den höchsten Gesamtwert an Suppe aufweist, bekommt 1 Stern.
  • Wer ein komplettes 7-Gänge-Menü serviert, erhält 1 Stern.
  • Wer den höchsten Wert eines Ganges (Warenart) vorweist, erhält je 1 Stern.
  • Weitere Sterne gibt es für die Vorgaben der Gerüchtekarten.
  • Durch Kritiker- oder Küchenchefs können Bonuspunkte vergeben werden.
  • Bei der Endwertung werden dann noch die Einzelsummen der Gänge auf ein Punkteboard übertragen und je nach Fortschritt Sterne vergeben.


Wer nun die meisten Sterne gesammelt hat, gewinnt.

Das Spiel bietet auch einen Solo-Modus.

GALERIE

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CHECKPOINT

PRO

  • Taktisches Planen und Sammeln 
  • Schöne Optik
  • Interessante Wertung


CONTRA

  • Viel Administration
  • Auf lange Sicht etwas repetitiv

MEINUNG

Wer sein Restaurant zum Gourmettempel machen möchte, um sich mit Sternen zu schmücken, der sollte kulinarische Qualität liefern. In Critter Kitchen machen wir genau das durch gutes Planen, Sammeln und Kombinieren.

Die Optik des Spiels ist dabei sehr gelungen, die tierischen Protagonisten sprechen an, besonders auch Familien. Wer jetzt aber ein lockeres Familienspiel mit simplen Regeln erwartet, mag sich wundern: Critter Kitchen befindet sich nämlich schon im Kennerspiel-Sektor.

Das Spiel an sich ist dabei in seinen Einzelschritten nicht schwer zu verstehen, dennoch muss der Gesamtablauf durchdrungen werden, und da können sich Anfänger bzw. Wenigspielende von der gefühlten Kleinteiligkeit anfangs überfordert fühlen. Insbesondere die Wertungsoptionen und die Berechnung der gelieferten Qualität der Tellergerichte sind da die Knackpunkte.

Das verdeckte Planen, ein wenig Zocken auf die besten Orte, das geschickte Sammeln – das alles ist geprägt von schnellen Entscheidungen, aber auch immer geknüpft an  Glücksfaktoren. So etwas muss man mögen, besonders angesichts der doch schon längeren Spielzeit. Auch sollte man es nicht als lästig empfinden, einiges zu administrieren. Es gibt viele verschiedene Karten und Plättchen.

Das Zusammenstellen der Gerichte ist dann verbunden mit etwas Kopfrechnen und verlangt eine gute Optimierung. Ich finde das interessant, auch wenn sich die Runden dann gefühlt als etwas repetitiv zeigen, was man mit kleinen zusätzlichen Überraschungsgimmicks (Spitzenköche, Gerüchte) durchbricht. Die Suppe durchbricht dabei übrigens auch das Thema. So sollte man besser nicht inhaltlich hinterfragen, warum Suppe als Allround-Ersatz für fehlende Zutaten zählt ...

Critter Kitchen ist für mich in seiner Gesamtheit ein durchaus liebenswertes Spiel, dem ich gute 7 Kultpunkte attestiere. Trotz der Variablen stellte sich bei mir aber kein unendlich hoher Langzeitreiz an – ob es mehr am Thema liegt (das mich eher an ein Kinderspiel erinnert, dessen schon komplexerer Ablauf dann aber im Kontrast zur vermeintlichen Zielgruppe steht) oder am doch immer recht ähnlichen Ablauf, ist schwer zu sagen, wahrscheinlich ist es auch einfach persönlicher Geschmack.

Critter Kitchen hat in meinen Reihen auch Fans gewonnen – ich selber würde mich jetzt nicht zu den wirklichen Fans zählen, aber jederzeit wieder eine Runde mitspielen; zumindest ab und zu. Mein Spielspaß ist dabei auch etwas abhängig von der Personenanzahl: Je mehr Leute mitspielen, umso größer und interessanter ist das programmierte Chaos für mich.

KULTFAKTOR: 7/10

Spielidee: 7/10
Ausstattung: 8/10
Spielablauf: 6–7/10

EUER REZENSENT

INGO

Vielspieler, Skifahrer, Italien-Fan, Medienheini

Eine Rezension vom 03.05.2026

Dieser Spieletest wurde unterstützt durch ein Rezensionsexemplar.

Bildnachweis:
Coverfoto: Cardboard Alchemy / Asmodee
Weitere Fotos: Spielkultisten