REZENSION

COLOUR LINES

  • Genre: Denkspiel
  • Jahr: 2024
  • Verlag: SPIEL DAS!
  • Autor: Rita Modl
  • Grafik: Christian Schaarschmidt
  • Spieler: 1 bis 5
  • Alter: ab 8 Jahren
  • Dauer: ca. 15 bis 30 Minuten
  • Schwierigkeitsgrad: leicht 
  • Taktiklevel: 7/10

Wege ins Blaue ... oder ins Gelbe?

Zwei Linien schlängeln sich über euren Spielzettel und verbinden so die verschiedenen Farbfelder. Jede Linie darf nur auf ihrer Spielfeld-Hälfte verlängert werden, und die Streckenabschnitte werden dabei von Würfeln bestimmt. Wer kombiniert die Optionen am geschicktesten?

REGELN

Nehmt euch jeweils einen Spielzettel (und einen Stift, nicht im Spiel enthalten). Einigt euch auf die Spielzettel-Seite. Die A-Seite ist einfacher zu spielen, die B-Seite blockiert bestimmte Felder oder ermöglicht das Einzeichnen zusätzlicher Streckenabschnitte beim Markieren von Kreis-Feldern.

Die Spielzettel zeigen zweimal acht quadratische Farbblöcke. Jeder Block besteht aus jeweils neun (3x3) Feldern. In der Mitte befindet sich die „Grauzone“, die den Zettel mit einer roten Linie in zwei Hälften teilt. Die Grauzone dürfen beide Linien durchqueren, ansonsten müssen die Linien immer in ihrer Hälfte bleiben. Markiert je ein Startfeld auf der linken und rechten Spielzettel-Seite in verschiedenen Farbblöcken, außerdem zwei Farben für die Endwertung, die nicht denen der Startfelder entsprechen dürfen. Insgesamt habt ihr über die Startfelder und die Wertungsfelder so vier verschiedene Farben gewählt.

Nehmt die fünf Würfel, werft zunächst zwei, dann weitere zwei und dann den letzten Würfel. Legt die Würfel auf den kleinen Spielplan - zwei Würfel nach links, zwei nach rechts und den letzten Würfel nach oben. In einer taktischen Variante werft ihr alle fünf Würfel auf einmal, und der aktive Spieler ordnet sie dann dem Spielplan zu. 

Die Würfel geben die Streckenabschnitte vor, die ihr einzeichnen müsst - zwei auf der linken Spielzettel-Seite, zwei auf der rechten Seite und den Abschnitt des fünften Würfel auf der linken ODER der rechten Seite, in einer selbst gewählten Reihenfolge. Manche Würfelseiten geben eine exakte Formation vor, die ihr, beliebig gedreht, aber nicht gespiegelt, einzeichnen müsst, manche Würfelseiten zeigen Zahlen, die die Anzahl der Streckenabschnitte vorgibt, deren Formation ihr aber frei wählen dürft.

Beginnt beide Linien, die sich nie kreuzen dürfen, bei ihrem jeweiligen Startfeld und fügt dann weitere Abschnitte immer am Ende des letzten Abschnitts hinzu. Gelangt ihr auf ein mit einem Buchstaben markiertes Feld, gibt es für den Ersten 20 Punkte, für alle weiteren Personen 10 Punkte.

Möchtet ihr einen Würfel nicht nutzen, könnt ihr einen eurer beiden Joker verwenden, um stattdessen eine 1er-Strecke einzuzeichnen.

Nach fünf Runden endet das Spiel und ihr zählt eure Punkte:

  • Multipliziert die Anzahl verschiedener erreichter Farben (maximal 8) mit der Anzahl der Felder, auf denen ihr die rote Mittellinie überquert habt.
  • Addiert die Punkte für das Wettrennen um die Buchstaben-Felder.
  • Für jedes Farbpaar, heißt Farben, die ihr mit eurer Linie auf beiden Hälften eures Spielzettels erreicht habt, gibt es 9 Punkte.
  • Für jedes markierte Feld in Farbblöcken, die ihr anfangs für die Endwertung bestimmt habt, bekommt ihr 3 Punkte.


Addiert alle Punkte. Wer die meisten Punke gesammelt hat, gewinnt.

Das Spiel kann auch solo gespielt werden.

GALERIE

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CHECKPOINT

PRO

  • schnelles Roll & Write
  • taktische Wegeplanung
  • verschiedene Punkte-Optionen


CONTRA

  • recht schnell vorbei
  • erinnert an ähnliche Spiele 
  • keine allzu große spielerische Varianz

MEINUNG

Colour Lines reiht sich ein in die Liste kleiner abstrakter Roll-and-Write-Spiele, die mit simplen Regeln, aber dennoch taktischem Anspruch daherkommen. Der Anspruch besteht bei Colour Lines aus dem geschickten Kombinieren der gewürfelten Streckenabschnitte, Wegeplanung also, und das komplett ohne Thema.

Verschiedene Wege, um an Punke zu gelangen, geben einem die Möglichkeit, sich auf unterschiedliche Dinge zu konzentrieren - auf besonders viele Felder in den markierten Farbbereichen, auf das schnelle Erreichen der Buchstaben, auf die Mittellinie, auf Farbpaare. Am Ende gleichen sich die Punkte dabei doch meistens gut aus, sodass es oft zu einem engen Ergebnis kommt.

Das Auswählen und Einzeichnen von Strecken auf dem eigenen Plan ist nichts gänzlich Neues, es gibt ähnliche Spiele, und auch das Snake-artige Verlängern der Linien wirkt da schon vertraut. Die Würfel liefern automatisch die nötige Varianz im Spiel, denn ohne diesen Glücksfaktor würden sich die Partien doch immer gleichen, da es keine weiteren Ebenen gibt.

Colour Lines ist schnell gespielt, fast schon zu schnell, denn die fünf Runden sind schneller vorbei, als dass man beim Einzeichnen der Strecken wirklich mal in große Bedrängnis käme. Zwei Runden mehr wären da für mich nett gewesen; so konzentriert sich die Spannung mehr darauf, ob man alle anvisierten Ziele noch innerhalb der Spielzeit erreicht.

Freunde abstrakter Roll-and-Write-Spiele, besonders diejenigen, die Spielzug-Optimierungen in Form von Wegeplanung mögen, werden Colour Lines als gelungenen Absacker mögen, ohne dabei allzu große spielerischen Innovationen erwarten zu können. Das Spiel ist grundsolide. Da es für mich nicht allzu besonders aus der Masse ähnlicher Titel hervorsticht, wird es eher nicht DER neue Dauerbrenner auf meinem Tisch werden. Zwischendurch aber immer gern mal - sympathische 6 Punkte!

KULTFAKTOR: 6/10

Spielidee: 6/10
Ausstattung: 8/10
Spielablauf: 7/10

EUER REZENSENT

INGO

Vielspieler, Skifahrer, Italien-Fan, Medienheini

Eine Rezension vom 20.06.2024

Dieser Spieletest wurde unterstützt durch ein Rezensionsexemplar.

Bildnachweis:
Coverfoto: SPIEL DAS!
Weitere Fotos: Spielkultisten