REZENSION

BLOOPS

  • Genre: Kartenspiel
  • Jahr: 2026
  • Verlag: Zygomatic / Asmodee
  • Autor: Mathieu Lidon
  • Personen: 2 bis 5
  • Alter: ab 8 Jahren
  • Dauer: ca. 10 Minuten 
  • Schwierigkeitsgrad: leicht
  • Taktiklevel: 5/10

Planschen mit Gedächtnislücken

Das Ziel dieses Kartenspiels lautet, möglichst wenige Punkte zu sammeln. Dazu optimieren wir unsere eigene Kartenauslage, tauschen Karten aus oder verschenken auch mal welche an die Konkurrenz. Das Dumme: Anfangs haben wir nur sehr spärliche Informationen, wo sich welche Karte befindet, und später spielt uns dann gern das Gedächtnis einen Streich ...

REGELN

Legt die Bloops-Karte in die Mitte und mischt die restlichen Karten (mit Kartenwerten von 0 bis 20 in unterschiedlicher Verteilung). Zieht jeweils sechs Karten und legt sie unbesehen in zwei verdeckten Reihen vor euch aus. Seht euch nun eure drei Karten der unteren Reihe geheim an und legt sie im Anschluss wieder verdeckt vor euch.

Gespielt wird reihum. Bist du am Zug, ziehst du eine Karte vom Stapel, siehst sie dir geheim an und entscheidest:

  • Möchtest du die Karte nicht in deiner Auslage haben, wirfst du sie auf den offenen Ablagestapel.
  • Möchtest du die Karte gern behalten, legst du sie verdeckt in deine Auslage, wirfst dafür aber eine deiner bisherigen Karten ab.


Sobald du eine Karte abgeworfen hast, schaue auf ihren Wert. Manche Kartenwerte (6, 7/8, 9) verursachen nun eine Aktion, mit der du einem Konkurrenten eine zusätzliche verdeckte Karte bescheren, mit der du eine verdeckte Karte ansehen oder mit der du eine Karte durch eine andere Karte einer beliebigen Auslage vertauschen kannst. Wichtig ist dabei, dass die Karten weiterhin stets verdeckt vor allen Personen liegen!

Zudem dürfen, sobald eine Karte abgeworfen wurde, weitere Karten mit demselben Wert als Konter, egal von wem, abgeworfen werden. Auch diese Karten können, falls vorhanden, ihre Effekte auslösen. Sollte jemand dabei versehentlich eine falsche Karte abwerfen, muss diese Karte zurückgenommen und mit einer verdeckten Strafkarte vom Stapel ergänzt werden.

Sobald jemand die 20er-Karte abwirft, endet das Spiel sofort. Alternativ lässt sich das Spielende forcieren, indem man zur Bloops-Karte greift. Dann sind alle anderen Personen allerdings noch einmal am Zug. Deckt im Anschluss alle eigenen Karten eurer Auslage auf und addiert die Werte. Wer drei Kartenwerte, die mit einem Stern unterlegt sind, gesammelt hat, sortiert diese drei Karten aus. Ihre Werte zählen bei der Berechnung der Summe nicht mit. Wer nun die niedrigste Summe vorweisen kann, gewinnt.

GALERIE

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CHECKPOINT

PRO

  • Neuer witziger Memo-Kniff für ein ansonsten schon bekanntes Spielkonzept
  • Sorgt für nette Überraschungsmomente


CONTRA

  • Zeitpunkt des Spielendes kann unbefriedigend sein
  • Es gibt schon einige ähnliche Spiele

MEINUNG

Die eigene Kartenauslage in ihrem Wert minimieren – das ist ein mittlerweile schon erprobtes Spielkonzept, das uns in Abwandlungen bereits öfter auf den Tisch gelegt wurde. Ich selbst bin damit erstmals bei Skyjo in Kontakt getreten. So ist die Aufgabe bei Bloops also schnell verstanden, doch es gibt hier einen entscheidenden neuen Kniff, und der sorgt für Überraschungen.

Bei Bloops steht nicht mehr nur bloßes Tauschen im Vordergrund, sondern es dreht sich alles ums eigene Gedächtnis. Anfangs kennt jeder nur drei der eigenen Karten, alles liegt verdeckt aus. Durchs Ziehen neuer Karten oder auch durch so manche Kartenaktion bekomme ich zunehmend mehr Infos, welche Karte sich gerade wo befindet. Zumindest theoretisch, denn praktisch muss hier das eigene Gedächtnis beweisen, was es drauf hat.

Das Kontern angeworfener Kartenwerte ist ein gute Möglichkeit, ggf. sogar in fremden Spielzügen Karten loszuwerden. Spätestens hier kommt es aber immer gern zu ungewollten Überraschungen, wenn jemand eine völlig falsche Karte aufdeckt und so eine Strafe kassiert. Ja, es ist so eine Sache mit dem Erinnerungsvermögen. Dadurch, dass die Karten immer wieder mal Plätze tauschen, kommt da so manche Gedächtnislücke zum Vorschein, was für ganz unterhaltsame Momente sorgen kann.

Dieses Memo-Prinzip verleiht dem doch eher bekannten Grundprinzip einen witzigen neuen Drive, der auch durchs Sammeln "teurer" Stern-Karten unterstützt wird, denn nur wer drei davon besitzt, wird sie am Ende los.

Allerdings gibt es auch kleine Schwächen. So kam es bei uns oft vor, dass hohe Kartenwerte einfach nur abgeworfen wurden. Das Risiko, sie aufzunehmen und später im besten Fall der Konkurrenz zu schenken, wollte niemand auf sich nehmen. Zudem kann der Zeitpunkt des Spielendes sehr unbefriedigend sein, denn es gibt kein wirkliches Auffangnetz gegen eine sehr früh genommene Bloops-Karte oder ein ebenso schnelles Abwerfen der 20er-Karte. Theoretisch ist dadurch ein extrem schneller Zufallssieg möglich, wenn die eigenen Karten halt einfach, ohne aktive Veränderung, die niedrigste Summe aufweisen.

Wird Bloops voll ausgereizt und hat jeder Interesse daran, die eigene Auslage im Idealfall auf 0 zu bringen, dann ist das kleine Spiel ein ganz unterhaltsamer Vertreter seines Genres, und da es schnell gespielt ist, kann man dann auch gut dazu übergehen, mehrere Runden zu spielen und sich die Punkte zu notieren, dann relativieren sich auch mögliche glückliche Schnellschüsse.

KULTFAKTOR: 7/10

Spielidee: 6/10
Ausstattung: 7/10
Spielablauf: 7/10

EUER REZENSENT

INGO

Vielspieler, Skifahrer, Italien-Fan, Medienheini

Eine Rezension vom 05.03.2026

Dieser Spieletest wurde unterstützt durch ein Rezensionsexemplar.

Bildnachweis:
Coverfoto: Zygomatic / Asmodee
Weitere Fotos: Spielkultisten