REZENSION
BEETHUPFERL
- Genre: Kinderspiel
- Jahr: 2023
- Verlag: Zoch
- Autor: Bernhard Weber
- Grafik: Stefanie Reich
- Spieler: 1 bis 4
- Alter: ab 4 Jahren
- Dauer: ca. 15 Min.
- Schwierigkeitsgrad: leicht
- Initiativlevel: 7/10
Ab ins Beet!
Sommerzeit und Herbstzeit ist Erntezeit! Wer beißt nicht gerne in einen knackig-frischen Apfel, belegt sein Brot mit erntefrischen Radieschen oder genießt sonnengereifte Tomaten direkt vom Strauch in den Mund? Doch ohne Sommerregen kein Erntesegen, deshalb will das Gartengemüse noch im Erdboden regelmäßig gegossen werden. Da sind fleißige Hobbygärtner gefragt, denn bei Beethupferl dreht sich alles ums Gießen, Sprießen und Ernten!
REGELN
Wer öfters mal Gartenarbeit verrichtet, dem kommt der Spielaufbau vertraut vor: Auf dem Tisch befindet sich nichts Geringeres als ein Beet im Miniaturformat. Es ist direkt in den Schachtelboden eingelassen und besteht aus einer quadratischen Fläche, die an den Seiten leicht abgeschrägt ist und aus 16 runden Kuhlen besteht.
Auf jede Kuhle wird nun eines von 30 zufällig gezogenen Plättchen mit der Erdseite nach oben gelegt. Sobald im Spielverlauf ein Regentropfen darauf kullert, dreht sich das Plättchen wie von Zauberhand um, und zum Vorschein kommt entweder eine gefräßige Schnecke oder ein frisches Gemüse.
Bevor das Spiel allerdings beginnt, erhält jeder ein Gießkännchen in beliebiger Farbe. Neben dem Beet werden noch die Regentropfen in einem Schälchen platziert, und schon kann Beethupferl beginnen.
Wer an der Reihe ist, befüllt seine Kanne mit einem Regentropfen und schüttet diesen direkt über dem Beet aus. Über welche Kuhle das Gefäß geneigt wird, bleibt einem frei überlassen. Für etwas größere Gärtner ab 5 Jahren hält das Spiel eine Sonderregel parat, nämlich diejenige, dass man bei jedem Zug entscheiden kann, ob man zweimal vom Gras ins Beet oder einmal direkt über dem Beet gießen möchte. So gilt es stets abzuwägen, wofür man sich entscheidet.
Das macht ihr reihum so lange, bis entweder drei gleiche Gemüse oder drei gleiche Schnecken im Beet zu sehen sind.
- Bei 3 gleichen Gemüsesorten (z.B. Gurken) darf der aktive Spieler ein Plättchen davon nehmen und offen vor sich ablegen.
- Bei 3 gleichen Schnecken müsst ihr leider ebenfalls eine davon nehmen. Da euch das Getier am Ende des Spiels ein Gemüse wegfuttert, gilt es unbedingt die lästigen Blatträuber zu vermeiden!
Gelegentlich kann es vorkommen, dass zwei Tropfen in der selben Kuhle landen, wodurch das Plättchen aufrecht steht. In diesem Fall zählt es als sichtbares Gemüse oder sichtbare Schnecke.
Landen sogar drei Tropfen in der selben Kuhle, wird sofort geerntet, was leider auch für Schnecken gilt. Immer dann, wenn ihr ein Plättchen aus der Kuhle genommen habt, kommen die Regentropfen darin wieder in das Schälchen, und auf die freigewordene Stelle wird ein neues Plättchen gelegt.
Das Spiel endet, wenn das letzte Plättchen aus dem Vorrat ins Beet gelegt wurde oder wenn insgesamt drei Schnecken aus dem Garten unter den Spielern verteilt wurden. Jede Schnecke zieht dann von den betroffenen Spielern ein Gemüse ab. Wer das meiste Gemüse besitzt, gewinnt Beethupferl.
GALERIE
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CHECKPOINT
PRO
- liebevolle Ausstattung mit Gießkännchen und Tropfschale
- führt Kinder ans Gärtnern und die Natur heran
- Geschicklichkeitsaspekt perfekt auf Kinder zugeschnitten
CONTRA
- manchmal rollen die Tropfen nicht so, wie sie sollen
- den perfekten Neigungswinkel zu finden, kann jüngere Spieler anfangs frustrieren
MEINUNG
Beethupferl ist ein schönes Kinderspiel, das schon beim Aufbau viel Vorfreude weckt. Auch der Spielverlauf lebt gehörig von der liebevollen Aufmachung, die insbesondere durch die hübschen Gießkännchen und die außergewöhnliche Spielfläche mit ihren Kuhlen und Erdplättchen entsteht. Jeder erwachsene Spieler kennt ja ganz eindeutig das gute Gefühl, wenn man die Schachtel einer sehnlichst herbeigefieberten Neuerscheinung öffnet und man sich wenige Minuten später in einer fernen Welt voller Mystik, Magie und Abenteuer wiederfindet. Und genauso geht es Kindern, wenn sie plötzlich das Gefühl haben, durch geschickte Handbewegungen schmackhafte Gemüsesorten heranreifen zu lassen – und das mit stilechten Gießkännchen und Regentropfen.
Anfangs sollten ältere Geschwisterkinder oder Eltern unbedingt helfen, falls die ersten Spielzüge nicht so gelingen wie geplant. So werden junge Hobbygärtner ermutigt, es weiterzuprobieren, damit das simple Spielprinzip von Beethupferl schon bald in Fleisch und Blut übergeht: Tropfen in die Kanne geben, das Kännchen über die Spielfläche neigen, leicht kippen ... und hoffen, dass die gewünschte Gemüsesorte wie von Zauberhand aufgedeckt wird. Das funktioniert in den meisten Fällen erstaunlich gut und macht sofort richtig Laune. Ein bisschen Memo-Kenntnis ist auch gefragt, denn wo war noch gleich das dringend benötigte dritte Gurkenplättchen versteckt?
Das ungewöhnliche Spielmaterial hat allerdings auch seine Tücken, denn gelegentlich rollen die Tropfen nicht so, wie sie sollen, aber auch hierfür hat die Spielregel mehrere Hinweise parat –beispielsweise für den Fall, dass ein Plättchen versehentlich zur Seite geschoben wird, dass mehrere Plättchen gleichzeitig aufgedeckt werden oder dass eine Kugel von der Spielfläche rollt.
Die Altersangabe (ab 4 Jahren) passt perfekt, sollte aber auch nicht darunter liegen. Da auch der Spielablauf sehr durchdacht ist und die Ausstattung (sogar mit Extraschälchen für die Regentropfen) genau auf den Geschmack von Kindern zugeschnitten ist, zücke ich gern in allen Kategorien sehr gute 8 Kultpunkte!
KULTFAKTOR: 8/10
Spielidee: 8/10
Ausstattung: 8/10
Spielablauf: 8/10
EUER REZENSENT
CHRISTOPH
Kinder- und Kennerspiel-Spieler, Stefan-Feld-Fan, Im-Sommer-in-jeden-See-Springer
Eine Rezension vom 20.09.2023
Dieser Spieletest wurde unterstützt durch ein Rezensionsexemplar.
Bildnachweis:
Coverfoto: Zoch Verlag
Weitere Fotos: Spielkultisten