REZENSION

BATTLE ROYALE

  • Genre: Familien-/ Taktikspiel
  • Jahr: 2024
  • Verlag: KOSMOS
  • Autor: Benjamin Raynal
  • Grafik: Fiore GmbH
  • Personen: 2 bis 4
  • Alter: ab 8 Jahren
  • Dauer: ca. 30 Minuten
  • Schwierigkeitsgrad: leicht
  • Taktiklevel: 7/10

Action in Paradise

In der Arena der Tropen-Insel finden actionsgeladene Kämpfe statt – da wird geschubst, da werden Mehrheiten errungen, da explodiert aber auch gern einmal die eine oder andere Bodenplatte!

REGELN

Die Arena, Spielboden mit Gestell, wird für alle Personen gut erreichbar in die Mitte gestellt. Der Eliminator wird unter dem Mittelfeld (Zentrumsfeld mit Flagge) platziert. Die 24 Plättchen/ Felder werden von oben auf das Arena-Gestell gelegt. Danach kann die Arena individuell angepasst werden. Dazu werden nun vier Plättchen frei nach Wahl entfernt, außer das Zentrumsplättchen. In der ersten Runden empfiehlt sich der Aufbau nach Abbildung in der Anleitung. Wichtig ist nur, dass jedes Feld mit dem Zielfeld als Weg verbunden bleibt. Verbindungen sind dabei nicht diagonal möglich.

Danach sucht sich jede Person eine Farbe aus und nimmt die entsprechenden 10 Karten und 21 Figuren der Spielfarbe. Die Figuren werden auf der Arena verteilt, s dass auf jedem Feld eine Figur pro Farbe steht. Alle mischen ihre Karten und ziehen vier Karten auf die Hand. Die restlichen Karten bilden den Nachziehstapel.

Ist eine Person an der Reihe, entscheidet sie sich für eine Karte von der Hand, die sie ausspielt. Diese Karte gibt an, mit wie vielen Figuren wie viele Schritte maximal gezogen werden dürfen. Manche Karten weisen zudem noch eine Sonderfunktion auf. Danach würfelt die aktive Person den „Doom“-Würfel und führt die angezeigte Aktion aus. Am Ende wird eine Karte nachgezogen und die nächste Person ist an der Reihe.

Beim Bewegen der Figuren dürfen diese immer nur auf das angrenzende Feld mit einer Kante gezogen werden, nicht diagonal – Ausnahme ist eine Karte, die genau diese Fortbewegung fordert. Im Normalfall werden nur die eigenen Figuren bewegt, aber auch da gibt es Karten, die fordern, dass nur gegnerische Figuren bewegt werden dürfen. Auf jedem Feld darf nur eine maximale Anzahl an Figuren stehen, abhängig von der Spieleranzahl.  Endet ein Zug der eigenen Figur auf einem Feld und überschreitet dabei die maximale Anzahl, wird eine Figur weitergeschubst. Die aktive Person entscheidet, welche Figur geschubst wird, allerdings muss dies immer in der gleichen Laufrichtung geschehen, aus der die neue Figur gekommen ist. So etwas kann eine Kettenreaktion auslösen, wenn mehrere Schubsvorgänge hintereinander ausgeführt werden. 

Es kann auch passieren, dass eine Figur aus der Arena über den Spielrand oder in ein Loch geschubst wird. In diesem Fall nimmt die aktive Person diese Figur als Gefangenen und legt sie vor sich ab. 

Wurden alle Bewegungen beendet, wird ggf. die Sonderaktion der Karte durchgeführt. Diese Aktionen sind die gleichen, die auch auf dem „Doom“-Würfel abgebildet sind. Nach dem kompletten Abhandeln der Karte wird dann noch der Würfel und dessen Aktion ausgeführt. 

Drei mögliche Ereignisse können dabei eintreten:

  • Der Eliminator muss um ein Feld versetzt werden. Dies ganz vertikal, horizontal oder auch diagonal passieren. Die einzige Vorgabe ist, dass er nicht unter ein leeres Feld geschoben werden darf.
  • Es wird eine Explosion ausgelöst. Der Explosionsknopf am Eliminator muss betätigt werden. Das Plättchen oberhalb des Auslösers wird dadurch aus der Arena entfernt. Alle Figuren, die nun neben oder in die Arena fallen, sind aus dem Spiel. Sollten Figuren auf anderen Plättchen liegen bleiben, dürfen sie dort aufgestellt werden. Das getroffene Plättchen wird ebenfalls aus der Arena entfernt. Sollte dabei der Weg von anderen Plättchen zum zentralen Zielfeld abgeschnitten sein, werden auch diese betroffenen Plättchen mitsamt den Figuren entfernt. Befindet sich der Eliminator unter einem leeren oder dem Zielfeld, wird statt einer Explosion eine Bewegung ausgeführt und der Eliminator versetzt.
  • Das dritte mögliche Ereignis löst eine Battle aus. Dabei werden nun auf jedem Feld die Mehrheiten überprüft. Die Person mit der Mehrheit darf eine andere Figur vom Feld als Gefangenen zu sich nehmen. Haben mehrere Personen eine Mehrheit und es sind noch andere Personen ebenfalls auf dem Feld, darf, angefangen von der Person, die näher am aktiven Spieler sitzt, in Zugreihenfolge, zuerst eine Figur gefangen genommen werden. Gibt es nur einen Gleichstand ohne weitere Figuren, darf keine Figur entfernt werden. Diese Battle und die Kontrolle der Mehrheit wird auf jedem Feld, außer dem Zielfeld, durchgeführt.


Das Spiel endet, wenn sich nur noch eine Farbe in der gesamten Arena befindet oder alle Plättchen entfernt wurden. Gewonnen hat dann die Person, der die Mehrheit auf dem Zielfeld besitzt. Sollten mehrere Personen die Mehrheit bilden, gewinnt die Person von denen, die die meisten Gefangenen hat. Gibt es auch hier eine Mehrheit, gibt es mehrere Gewinner.

Varianten: Sind die Spielerinnen und Spieler etwas erfahrener und wollen mehr Abwechslung bzw. mehr Spannung ins Spiel bringen, können noch weitere Sonderkarten dazu genommen werden. Zum einen gibt es die Fähigkeitskarten. Diese werden gemischt und entsprechend der Spieleranzahl plus eins aufgedeckt. Jeder sucht sich nun eine Karte aus und hat während des gesamten Spiels eine andere Fähigkeit. Zudem gibt es noch die Spezial-Aktion-Karten. Diese werden gemischt und drei davon offen ausgelegt. Ist eine Person an der Reihe, darf sie genau vor oder nach ihrer Bewegungsphase eine Spezialaktion ausführen – sofern sie die angegebene Anzahl am unteren Rand der Karte mit Gefangenen bezahlen kann.  

GALERIE

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CHECKPOINT

PRO

  • einfache, verständliche Regeln
  • actionreiche Mechanik


CONTRA

  • Figuren fliegen manchmal etwas weiter und müssen ggf. vom Boden aufgesammelt werden
  • Manchmal etwas eng und Figuren können ungewollt ins Loch abstürzen

MEINUNG

Battle Royale ist ein actionreiches und doch taktisches Spiel. Die Grundabfolge ist sehr verständlich und wird durch die Karten einfach dargestellt. Das Taktieren folgt vor allem, je kleiner das Spielfeld / je weniger die Arenafelder werden.

In unseren Spielrunden haben wir immer wieder festgestellt, das vermeintliches Führen einer Person absolut nicht spielentscheidend ist, sondern sich das Spiel manchmal auch ziemlich kurzfristig komplett wenden kann. Das kann man nun gut oder eben auch nicht gut finden. Alle, denen es wichtig ist, das komplette Spiel von vorn bis hinten durchzuplanen, fällt es vielleicht schwerer zu akzeptieren, dass sich am Ende doch ein ganz anderes Szenario bei der Endwertung herausstellt. Da kann sich dann durchaus auch mal ein wenig Frust aufbauen.

WIe so oft, gibt es diejenigen, die einfach drauflos spielen, Karten ablegen, setzen und schauen, was passiert. Und dann gibt es die, die ziemlich lang überlegen und versuchen alles taktisch abzuwägen. Letzteres kann für die Schnellspieler auch mal zu einer größeren Wartezeit führen. Eine Spieldauer von 90 Minuten ist da keine Seltenheit, von daber ist es ratsam, einigermaßen gleich gesinnte Personen an den Tisch zu bringen.

In der richtigen Zusammensetzung Battle Royale durch die verschiedenen Mechanismen, planbar wie unplanbar, zu einem schönen Zeitvertreib werden. Besonders in Familien mit Kindern hat diese Spiel rund um taktische Bewegung und Mehrheiten allein schon durch den Mechanismus des Eliminators und den damit verbundenen "Explosionen" seinen eigenen Spielreiz.

KULTFAKTOR: 7/10

Spielidee: 7/10
Ausstattung: 7/10
Spielablauf: 7/10

EURE REZENSENTIN

DORO

Spielerin, Rätselfan, Familienmensch

Eine Rezension vom 26.03.2026

Dieser Spieletest wurde unterstützt durch ein Rezensionsexemplar.

Bildnachweis:
Coverfoto: KOSMOS
Weitere Fotos: Spielkultisten