REZENSION
30 SECONDS
- Genre: Partyspiel
- Jahr: 2025
- Verlag: Denkriesen
- Autor: Calie Esterhuyse
- Personen: ab 3
- Alter: ab 12 Jahren
- Dauer: ca. 30 Minuten
- Schwierigkeitsgrad: leicht
- Initiativlevel: 10/10 (ohne Würfel)
Blackout-Gefahr
Nur 30 Sekunden stehen dir zur Verfügung, um deinem Team fünf Begriffe zu erklären! Wie du das machst, ist dir selbst überlassen, doch die Zeit sitzt dir ständig im Nacken! Zudem kann auch noch der Würfel Ansprüche stellen ...
REGELN
In 30 Seconds gilt es, Begriffe zu erklären und zu erraten. Ab vier Personen bildet ihr Teams. Eine Person erklärt, die andere rät bzw. es raten mehrere Personen, wenn ihr mit weiteren Personen spielt. Im Spiel zu dritt erklärt eine Person für zwei konkurrierende Ratende.
Wer erklärt, nimmt eine Begriffskarte aus der Box und schaut kurz, ob der eigene Spielstein derzeit auf einem blauen oder gelben Feld des Spielplans, der eine Laufstrecke vom Start bis zum Ziel darstellt, steht. Entsprechend wird die blaue oder gelbe Seite der Karte verwendet.
Wenn ihr mit dem Würfel spielt, wird dieser nun noch geworfen. Als Ergebnis kann er eine 0, eine 1 oder eine 2 liefern. Das ist dann die Mindestvorgabe an Begriffen, die erraten werden müssen, und dieser Wert wird dann von eurem Ergebnis abgezogen.
Innerhalb der 30 Sekunden sollen nun also möglichst viele der fünf Begriffe erklärt und erraten werden. Die Person, die erklärt, kann sich die Reihenfolge, in der sie die Begriffe erklärt, frei auswählen. Nachdem die Karte aus der Box gezogen wurde, wird die Sanduhr sofort gedreht, und los geht‘s! Dabei ist es dann beispielsweise auch erlaubt, gesuchte Songtitel zu summen oder Gesten zu verwenden, nie jedoch darf ein gesuchter Begriff Teil der Erklärung sein, auch ist es nicht erlaubt, zu reimen, zu übersetzen oder einfach Hinweise auf bestimmte Buchstaben zu geben.
Nach den 30 Sekunden wird der Spielstein des Teams dann entsprechend nach vorn gezogen (maximal also 5 Felder weit).
Das Team, das zuerst im Ziel ankommt, gewinnt.
GALERIE
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CHECKPOINT
PRO
- Basic-Erklärspiel
- macht durch den Zeitdruck Laune
- viele Themenbereiche
CONTRA
- der (optionale) Würfel
- es gibt bereits sehr viele ähnliche Spiele
MEINUNG
Kennt ihr noch die alte TV-Spielshow Die Pyramide? Damals forderte Dieter Thomas Heck seine Kandidaten dazu auf, in 30 Sekunden möglichst viele Begriffe zu erklären, und in den Vorrunden war da, wie auch im Brettspiel, mehr zur Erklärung erlaubt als bloße Worte. Solche Erklärspiele sind zeitlos und funktionieren natürlich auch heute noch. 30 Seconds ist dann wirklich eine „Basic"-Variante, denn es gibt dort keine außergewöhnliche zusätzliche Spielidee. Es wird erklärt, es wird geraten, der Zeitfaktor sorgt hier für Spannung und für so manchen witzigen Blackout-Moment.
Der Würfel, der zufällig bestimmt, wie viele Begriffe denn erraten werden müssen, ist glücklicherweise nur optional. Da die Anzahl dann vom Ergebnis abgezogen wird, kommt hier eine Glückskomponente ins Spiel, die bei uns niemand mochte. Ja, vielleicht kann er den kleinen Vorteil des Start-Teams, das theoretisch auch zuerst ins Ziel ziehen kann, ausgleichen, aber dieser Vorteil steht halt nur auf dem Papier geschrieben. In der Praxis kommt da schnell Bewegung in die Punkte-Reihenfolge, einfach weil es nur selten vorkommt, dass ein Team alle fünf Begriffe einer Karte erklärt und errät. Mein Tipp daher: Lasst den Würfel einfach weg.
Die Begriffe besitzen eine schöne Themen-Streuung, allerdings kommt es nach unseren Erfahrungen wiederholt vor, dass irgendein Begriff dem Erklärenden nicht bekannt ist. Wenn man beispielsweise nicht weiß, wer Jack Black sein soll, kann man notfalls immer noch das Kartenspiel erklären und dann dazu auffordern, die beiden Wörter zu vertauschen. Schwieriger wird es dann aber bei Buzz Lightyear, wenn keine Übersetzungen erlaubt sind. Und auch nicht jeder kennt MontanaBlack bzw. dessen Zielgruppe kann dann vielleicht bereits nichts mehr mit Markus Babbel anfangen. Gerechterweise muss man sagen, dass nicht nur Personen im Spiel gesucht werden, sondern auch Alltags und geographische Begriffe, Song- und Filmtitel oder geschichtliche Ereignisse. Dennoch wird euch eine gewisse Affinität zur Pop-Kultur hilfreich sein.
30 Seconds hat viel Konkurrenz auf dem Spielemarkt, und diese Konkurrenz geht oftmals über das bloße Erklären hinaus. Bei Time‘s up! gab es bereits vor etlichen Jahren den Kniff, Begriffe über drei Runden auf verschiedene Weise erklären zu müssen, beim Klassiker Activity kamen schon früh Pantomime und Zeichnen ins Spiel, bei Tabu durften schon in den 90er-Jahren bestimmte Wörter nicht genannt werden. 30 Seconds verzichtet da auf sämtlichen Schnickschnack, und doch entsteht am Tisch gute Unterhaltung, wenn man eben solche spontanen Wort-Erklärspiele mag. Der Jubel am Tisch ist entsprechend groß, wenn die 30 Sekunden wirklich ausgereicht haben, um alle Begriffe einer Karte zu erraten.
Fazit: 30 Seconds erfindet die typischen Erklärspiele im Partybereich keinesfalls neu, und doch ist das ein Spiel, das ich mag, einfach weil ich beispielsweise auch schon bei Activity immer am liebsten mit Worten erklärt habe und gerne auf die anderen Kategorien verzichtet hätte. Von daher: Rein spielerisch ist das im Jahr 2025 jetzt keine Innovation oder etwas, dass das Spiel aus der breiten Masse solcher Spiele hervorhebt, aber dennoch gut, 7 Punkte, und in der richtigen Gruppe immer mit viel Spaß verbunden!
KULTFAKTOR: 7/10
Spielidee: 5/10
Ausstattung: 7/10
Spielablauf: 7/10
EUER REZENSENT
INGO
Vielspieler, Skifahrer, Italien-Fan, Medienheini
Eine Rezension vom 01.04.2025
Dieser Spieletest wurde unterstützt durch ein Rezensionsexemplar.
Bildnachweis:
Coverfoto: Denkriesen
Weitere Fotos: Spielkultisten